Samstag, 12. August 2017

glasherstellung und glasmuseum in novy bor

die glasherstellung in novy bor kannten wir schon von länger zurückliegenden besuchen. zum ersten mal aufmerksam geworden sind wir auf die glasmacher in novy bor durch einen zeitschriftenartikel, das muss etwa im jahr 2002 gewesen sein. unser erster besuch dort war im november, in welchem jahr weiss ich nicht mehr. neben dem glasmuseum besuchten wir damals schon die firma egermann und konnten in der produktion den glasbläsern direkt am glasofen bei der herstellung von glasobjekten zuschauen. 
als wir in diesem jahr nach längerer zeit wieder einmal ins lausitzer gebirge fuhren, fragten wir uns, ob es wohl immer noch möglich sein würde, eine glasbläserei zu besichtigen und rechneten schon ein wenig damit, dass wir mit einer schauglasbläserei vorlieb nehmen müssten. 
beim besuch im glasmuseum erkundigten wir uns wie schon vor vielen jahren nach möglichkeiten zum einblick in die produktion... und bekamen zu unserer verblüffung wieder die adresse von egermann genannt.  es gibt jetzt zwar auch noch andere firmen, die rundgänge anbieten, wir wollten es aber zuerst dort versuchen. 
das firmengelände fanden wir kaum verändert vor, aber wir hatten noch kaum den empfang betreten, als wir schon willkommen geheissen und eine führung für uns angeboten wurde. durch schleiferei qualitätskontrolle führte uns eine junge frau zum glasbläserofen. (die bilder habe ich umgedreht, weil sie so besser den prozess verfolgen können, den das glas durchläuft.)


 im ofen wird die glasmasse geschmolzen und auf der richtigen temperatur gehalten, bis der glasmacher mit hilfe der glasmacherpfeife, einem langen metallrohr einen klumpen davon entnimmt. 

 
die hohlform wird erzeugt, indem der glasbläser luft in die masse bläst, zwischendurch wird das noch glühende glas immer wieder mit holzformen in form gebracht.


 hier durfte die tochter aufs podest der glasbläser und es auch einmal versuchen. am anfang ging es wohl ziemlich schwer, als die wand dünner wurde immer einfacher.



 das glas erhält auf vielfache weise seine form, zum beispiel indem es in einen metallkorb gedrückt und anschliessend an den rändern eingeschnitten wird.



 oder indem man es direkt in eine form aus holz bläst. das holz wird ständig nass gemacht - dabei arbeiten die glasbläser immer in kleinen gruppen: einer holt die glasmasse aus dem ofen, einer bläst sie ins form, ein weiterer kümmert sich um die holzform und zum schluss gibt es noch einen, der die fertigen stücke wegbringt.


hier wird gemessen, ob der durchmesser stimmt.

 und hier ein stiel oder griff angesetzt. man kann die zähe glasmasse auch schneiden.


am ende des formprozesses sind die glasobjekte immer noch mehrere hundert grad heiss und müssen langsam in diesem ofen abgekühlt werden. danach gibt es eine qualitätskontrolle und die gläser wandern weiter in die schleiferei.


hier erhalten die gläser ihren geraden rand, dabei wandert manchmal überraschend viel wieder zurück in den glasofen und wird wieder eingeschmolzen.


die weitere verarbeitung des glases geschieht bei egermann in einem anderen werksteil, den wir nicht besichtigt haben: hier wird das glas geschliffen, bemalt und zum teil vergoldet.
dabei entstehen nicht unbedingt glasobjekte, die unserem geschmack entsprechen, aber spannend war es allemal! schauen sie doch mal hier, wie die fertigen sachen bei egermann so aussehen. auf der suche nach der internetseite ist mir aufgefallen, dass egermann auch shisha-gläser herstellt, im abkühlofen kann man sogar welche entdecken! 

auch im glasmuseum von novy bor gibt es ganz unterschiedliches zu sehen, fotografiert habe ich vor allem, was ich schön fand, ober beeindruckend. 


die ausstellung ist fest verbunden mit der glasmacherschule in novy bor, die es bereits seit dem ausgehenden 19. jahrhundert gibt. die meisten ausstellungsstücke sind von glasmachern selbst gestiftet worden.
gleichzeitig sind die technischen prozesse der glasherstellung und -bearbeitung sehr anschaulich dokumentiert. so haben wir den unterschied zwischen geschliffenem und graviertem glas kennengelernt und eine spezielle erfindung von bedrich egermann, das gebeizte glas. beispiele dafür sieht man oben rechts (das gelbe) und unten (die roten flächen): dafür werden beizen auf das glas aufgetragen und bis zu dreimal eingebrannt, wobei das glas seine farbe nach jedem brennvorgang ändert. in die dünne schicht kann später ein muster eingeschliffen werden, was sehr schöne effekte ergibt. unten ein modernes beispiel...


 auf dem nächsten foto sieht man mehrschichtiges hüttenglas. hüttenglas wird das glas genannt, das seine wesentliche gestaltung direkt aus dem glasmacherofen heraus erhält.


 ausgestellt ist auch eine komplette glasschleiferwerkstatt, mir hatte es das skizzen- oder entwurfsbuch angetan, sieht ein bisschen aus wie zentangles, oder?


 im jugendstil gab es sogar bemaltes glas, das mir gefallen könnte. speziell sind auch immer wieder kombinationen aus sämtlichen verschiedenen techniken... wobei es dann schnell man zu viel des guten wird.


insgesamt ein lohnender besuch, und es lässt sich auch beides an einem tag kombinieren, wenn man beachtet, dass führungen bei egermann nur unter der woche am vormittag möglich sind und das glasmuseum am montag geschlossen hat!

Freitag, 11. August 2017

einladung zur abschlussausstellung des filzlehrgangs

da ich mich immer noch ein bisschen im ferienmodus befinde leider spät, sehr spät. aber vielleicht haben sie morgen noch nichts vor oder sind sowieso in der nähe.
morgen findet die abschlussausstellung des filzlehrgangs 16/17 der filzszene schweiz statt. vom lehrgang selbst, beziehungsweise von den modulen 1, 4 und 5 habe ich an anderer stelle schon berichtet. und nun hätten sie, wenn sie wollten, gelegenheit, sich selbst zu überzeugen, was die drei frauen in einem jahr alles gelernt haben. wir kursleiterinnen haben jedenfalls am mittwoch schon ein bisschen gestaunt und uns sehr gefreut, die drei frauen auf ihrem weg zum filz begleitet zu haben!

Dienstag, 8. August 2017

tschechien, erster teil

egal wie ich es drehe und wende, eine vernünftige einteilung, nach der ich die fotos aus und die erinnerungen an die ferien in tschechien sortieren könnte, kommt mir nicht in den sinn, also halte ich mich an die chronologie und versuche, nicht allzu weitschweifig zu werden. eine ausnahme gibt es, das thema glas, dazu gibt es höchstvermutlich einen extrapost.

wir reisten, wie meist, mit dem auto. das macht sinn, wenn man eine ferienwohnung auf dem land gemietet hat und diesmal für uns noch mehr, denn auf dem dach reisten unsere fahrräder mit uns. wir haben dafür extra einen dachträger gekauft, nach vielen jahren auto mit faltdach ist das jetzt mit dem neuen möglich. im auto komfortabel platz für eltern und tochter und eine ganze menge sachen für drei wochen ferien.
was uns nicht überraschte: mit dachträger sind wir noch langsamer als sonst schon. und ich war ein bisschen unentspannt, weil ich jederzeit damit rechnete, eines der räder zu verlieren - zumindest am anfang und dann noch einmal ganz am ende der hinreise, als wir über eine holperstrasse, die wir danach nie wieder gefahren sind, die letzten kilometer zum feriendomizil zurückgelegt haben. die anderen mitreisenden waren entspannter oder haben es gut gespielt.  


und weil wir nun schon mal die räder dabei hatten, machten wir auch gleich die erste erkundungsrunde zu rad. kola heisst das auf tschechisch, oder vielmehr nad kolem.


wir streiften einfach so ein bisschen umher, sahen landschaft, assen blaubeeren, bewahrten uns den besuch von schloss lemberk für später auf und fotografierten anstattdessen den turmfalken im innenhof und waren am schluss dann doch einige kilometer gefahren. eigentlich habe ich alle unsere fahrradtouren und wanderungen auf mapy.cz getrackt, aber leider dabei den fehler gemacht, nicht allen aktiv einen namen zu geben, was für eine dauerhafte speicherung notwendig gewesen wäre. so kann ich jetzt leider nur mit 8 touren anstatt mit 12 angeben.


am nächsten tag machten wir uns an das abenteuer grosseinkauf und ersetzten unserem auto die auf der fahrt verbrauchten flüssigkeiten. damit meine ich jetzt nicht etwa das benzin, denn so gross ist der tank dann doch nicht, getankt haben wir auch unterwegs schon mal. was uns beide ein wenig überrascht hat war, dass der renault mit stern wirklich und wahrhaftig zwischen den ölwechseln öl nachgefüllt haben will. das ist uns in fast zwölf jahren renault mit raute nie passiert. jetzt wissen wir dafür auch, dass das ölkontrolllämpchen funktioniert.
der stadtbummel wäre ohne diese kontrollampe zwar vermutlich entspannter gewesen, aber das allerbeste schwarze-johannisbeer-softeis haben wir dort trotzdem gegessen. in česká lípa, im kaufhaus andy gibt es immer noch wie vor 15 jahren einen kleinen verschlag, in dem eine mehr oder weniger gut gelaunte eisverkäuferin eis zapft, točená zmrzlina. (točená lässt sich auch auf bier anwenden, aber beim eis heisst es wohl kaum "vom fass") wenn sie mal dort vorbeikommen, lassen sie sich nicht von der scheusslichen fassade schrecken, das eis ist lecker.


nun waren wir ja nicht zum spass nach tschechien gereist, sondern um zu wandern und etwas zu sehen, also musste für den nächsten tag eine wanderung her. spannende felsen gibt es am nördlichen rand tschechiens fast überall,  das ist immer eine gute idee, also machten wir eine runde über die elefantensteine zur popova skala und zurück durchs krasny dul, alles nicht so bekannt wie die felsen in der böhmischen schweiz oder in adrspach, aber dafür auch mitten im wald, wenig überlaufen und mit viel aussicht. 


ausser dem braunkohleabbau in bogatynia (polen) kann man auf dem foto leider nicht viel erkennen, die berge mussten wir eh erst noch kennenlernen, mich hat vor allem das klapprige geländer beeindruckt.

10,6  kilometer, gesamt knapp 700 höhenmeter und nach knapp sechs stunden hatten wir uns ein kofola verdient. 


und pilze haben wir gesehen. nicht wirklich schöne, aber irgendwie pittoresk. der erste heisst irgendetwas mit tinte, denn er wird sofort blau, wenn man ihn verletzt.


 auf der radtour am nächsten tag, das war dann schon der mittwoch, habe ich unterwegs nicht fotografiert sondern vor allem geschwitzt und die idee verflucht bei schwülwarmen dreissig grad und mehr rad zu fahren. ziel der tour war nový bor, die glasmacherstadt und dort das glasmuseum. davon gibt es wiederum fotos, aber auf die müssen sie sich halt noch ein bisschen warten.
selten habe ich mich so über etwas gefreut wir über das kofola in der dorfbeiz, die ganz unverhofft am wegesrand auftauchte. die höhendifferenz zwischen aufstieg und abfahrt kommt daher, dass ich den track in der gaststätte beendet habe, in der wir zu abend gegessen haben, das foto vom letzten post ist auf dem heimweg von dieser radtour entstanden.

der nächste tag wurde aus gründen zum ruhetag erklärt. oder vielmehr zur gelegenheit das nahe bei der ferienwohnung gelegene städtchen jablonné v podještědi zu besuchen.


 überblick ist immer gut und darum bestiegen die tochter und ich den ehemaligen kirchturm. 


kai kam nicht mit hoch, sondern blieb lieber im schatten am brunnen sitzen.


wir sahen den ještěd, der der region den namen gibt. (v podještědi bedeutet unter dem jeschken)


 ein kleines jagdschlösschen, neu-falkenburg, im wald.


 und die beleuchtete turmuhr von hinten. ausserdem hörten wir zusammen mit zwei anderen touristen den glockenschlag direkt neben den glocken an, was aber sehr unspektakulär leise war.
danach holten wir kai am brunnen wieder ab, kauften uns ein softeis, mit der exotischen geschmacksrichtung grapefruit und gingen weiter ins dominikanerkloster, zum rundgang durch speisesaal und kirche. 




die kirche des dominikanerklosters ist eigentlich eine wallfahrtskirche. hier kann man seine bitten und gebete an die heilige zdislava richten, die in böhmen als schutzheilige der armen und kranken verehrt wird. sie hat im 13. jahrhundert das kloster in jablonne gegründet und stammt vom nahegelegenen schloss lemberk, das wir später besichtigt haben.


die kirche selbst ist schön, aber in ihrer barocken ausgestaltung nichts besonderes - es sei denn, man sähe die zeichen gelebter frömmigkeit als etwas solches an.


nachdem wir nun einige tage kaum oder nur wenig zeit im auto verbracht hatten, konnten wir uns wieder am freitag auf einen grösseren ausflug einigen, der uns ins isergebirge bei jablonec nad nisou führte.


dort besichtigten wir die boskover dolomithöhlen. dolomit ist ein  widerstandsfähiger stein, die höhlen haben sich nicht durch auswaschung gebildet und die tropfsteine sind eher klein und fein. die höhle wurde auch erst relativ spät, in der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts entdeckt und  vor knapp 50 jahren der öffentlichkeit zugänglich gemacht.


und nach der höhle brauchte es eine rast an der sonne, um wieder aufzutauen.


am samstag fühlten wir uns wieder fit genug für eine weitere radtour. das ziel war diesmal der badesee bei hamr und hinfahrt und aufenthalt dort haben wir sehr genossen. auf dem rückweg zog bereits beim verlassen der strandbadi ein gewitter auf, das uns auf halber strecke mitten im wald einholte. der beginn des gewitters kündigte sich durch besonders stechlustige bremsen im wald an, dann begann es zu tropfen, dann zu schütten. da waren wir allerdings glücklicherweise schon bei einem freundlichen tschechischen paar untergekommen, die uns obdach für die dauer des regens anboten - leider fuhren wir nach einer stunde ein bisschen zu früh los (unser tschechischer wortschatz war bereits nach 10 minuten erschöpft) uns wurden noch auf dem restlichen weg richtig nass.

auch der darauffolgende sonntag war noch nicht wieder richtig schön, wir nutzten ihn aber trotzdem zu einer kleinen wanderung und rundfahrt. 


 die wanderung führte von polevko zur panska skala, einem beeindruckenden basaltaufschluss mitten in der landschaft. wieder entkamen wir nur knapp einem regenguss, indem wir in einem kleinen lebensmittelladen unterstanden.



nicht nur wir fanden die teufelsorgel beeindruckend...


danach fuhren wir weiter in den ort, in dem wir vor mehr als zehn jahren ein paar jahre hintereinander ein ferienhaus gemietet hatten und von wo aus wir das lausitzer gebirge zuerst entdeckt hatten.
ich schwamm eine runde im örtlichen badeweiher, dann fuhren wir übers gebirge zurück in die ferienwohnung.
mehr als eine woche unserer ferien war da schon vorbei! 

Sonntag, 6. August 2017

mehr als drei wochen blogpause

der letzte post hier im blog liegt mittlerweile fast einen ganzen kalendermonat zurück! eine sozusagen unangekündigte blogpause. zuerst war noch so viel zu tun vor unserer abreise nach tschechien, dann waren wir drei wochen weg.
drei wochen ferien! zeit genug, dass im garten eine melone wachsen konnte.
in drei wochen haben wir so viele eindrücke und erinnerungen gesammelt, dass wir nun ein bisschen brauchen, um alles auszupacken. einerseits ganz materiell, wir haben unseren aufenthalt nahe bei der glasmacherstadt novy bor genutzt, um unsere schon arg in die jahre gekommenen wein- sekt- und schnapsgläser zu erneuern. andererseits auch immateriell, denn auch wenn nur etwas mehr als 700 fotos darauf warten, aussortiert zu werden, wir haben eine menge erlebt in drei wochen.
da gibt es also in den nächsten tagen einiges nachzuholen, nicht nur aus den ferien, sondern auch von der sommerpost, von der mittlerweile drei sendungen hier angekommen sind.
drei wochen waren wir bis auf wenige gelegenheiten ohne internet, und nicht nur das, sondern auch ohne radio- und fernsehnachrichten, ohne aktuelle zeitungen (eine ausgabe der zeit haben wir mitgenommen, eine wurde uns gebracht). ein bisschen schmalspurdatenroaming für die wettervorhersage und für die kommunikation mit den verstreuten und später anreisenden familienteilen und das freie wlan in gaststätten und cafés, das ich dann doch ab und zu für einen post auf instagram nutzte, waren die ausnahmen. im ferienhaus hatten wir keinen internetzugang und auch nicht durchgängig mobilfunkempfang.



überhaupt bewohnten wir ein authentisch tschechisches ferienhaus, zwar mit einigen annehmlichkeiten wie spül- und waschmaschine, aber für viele leute - und in der mittleren ferienwoche waren wir zu siebt - kochten wir auf dem holzbefeuerten herd, was natürlich auch ein bisschen abenteuerlich war, und teilten uns eine dusche, was glücklicherweise auch ganz gut funktionierte. das ferienhaus befindet sich in einem kleinen weiler, ohne einkaufsmöglichkeiten, die gibt es ein paar kilometer weiter in der auch gänzlich untouristischen stadt jablonne. rundherum dafür viel natur und genügend spannende ziele um sie zu fuss, mit dem rad, dem auto oder eisenbahn zu erkunden. aber davon später...

Freitag, 7. Juli 2017

unser gemüse heute


salat, basilikum, lauchzwiebeln, rüebli, kohlräble, kartoffeln, rondini, gurke, zucchini, bohnen, tomaten. (es wird sommer. ihr wisst schon, das ist die jahreszeit in der im garten alles gleichzeitig reif wird.)

Donnerstag, 6. Juli 2017

vorferienfreude

so allmählich komme ich in ferienlaune. das äusserte sich gestern vor allem mal darin, dass ich den nachmittag mit einem roderundumschlag im garten verbringen musste, denn erstens muss das auto mit fahrrädern auf dem dach durch die zugewachsene einfahrt und zweitens wächst die hecke an der strasse auch wenn wir nicht da sind, so dass ich sie prophylaktisch noch einmal stutzen musste. (am morgen war ich beim coiffeur, passt ja thematisch auch irgendwie.) der haselnussstrauch ist also nun schön sommerlich schlank und mit ein bisschen glück (und wenig regen) entkomme ich vielleicht in diesem jahr dem mahnschreiben der gemeinde zum thema heckenschneiden.

ausserdem habe ich das haussitting- und katzenversorgungsdings eingetütet, mehrere gemüsekörbe verschenkt und jemanden von der gemüsegenossenschaft gefunden, der die verantwortung für das gemüsedepot anstatt meiner übernimmt.

da ich heute nicht in diesem tempo weitermachen konnte und ausserdem heute abend die ultimative planungssitzung für den tschechienurlaub ansteht, sass ich dafür heute mehr oder weniger den ganzen tag an laptop, landkarte und reiseführer. zwischendurch  musste ich zwar noch die verpflegung für den abend organisieren, aber da ich gleich noch ein reisebuch (ich habe gestern unverhofft einen büchergutschein bekommen und heute entdeckt, dass der entsprechende laden auch eine buchhandlung im nachbarstädtchen hat) besorgen konnte, war ich die ganze zeit noch am nachdenken über die reise.



zum ersten mal habe ich bei google eine landkarte angelegt und dort alle wunschziele eingetragen. da wir aber schon recht stationär sein werden, wird keine route draus, sondern einfach nur eine sammlung. die grösste hürde dabei war die tatsache, dass die auf dem fotophon angelegte liste nicht auf dem laptop angezeigt wurde. zuerst suchte ich natürlich den fehler bei mir, da ich ja meine geräte nicht alles einfach so synchronisieren lasse. aber daran lags nicht, es scheint ein allgemeines problem zu sein. also legte ich auf dem laptop noch eine karte* an (das geht dafür auf dem fotophon nicht), übertrug alle ziele und spielte dann noch ein bisschen mit symbolen und so weiter herum.  danach schickte ich das ganze werk an die temporären mitreisenden, sozusagen als kleines appetithäppchen. ob das ganze überhaupt sehr sinnvoll ist, weiss ich noch nicht, denn irgendwie sieht es so aus, als hätten wir eventuell vor ort kein internet, aber das wird sich vielleicht auch noch relativieren.
danach habe ich noch ein paar landkarten vorbereitet, ein bisschen tschechisches geld herausgesucht (bei der gelegenheit den wechselkurs czk zu chf herausgefunden, den umweg über den euro erspar ich mir, ich habe da in letzter zeit ein bisschen den bezug verloren: 100 kronen sind 4.20 franken, ungefähr), nun überlege ich, ob es arg übertrieben ist, zum abendessen tschechisches glas für den tisch anzuordnen? oder zeigt das nur angemessen meine begeisterung für das urlaubsland?

anordnen muss ich übrigens deshalb, weil die jugend den tisch herrichten muss, weil ich und kai noch kurz einen abstecher zur abschiedsparty der tochter von der primarschule machen werden. da lange nicht klar war, ob wir als eltern da überhaupt erwünscht sein würden, haben wir da eine kleine terminkollision, und ich musste das versprochene tschechische abendessen absagen. anstattdessen vielleicht tschechisches glas also?

schade ist auch, dass die tochter beim planen nicht dabeisein kann, dabei würde sie doch so gerne zu den grossen gehören. die reisen mit anhang und dem zug, wir als kernfamilie mit dem auto (und den velos obendrauf). aber sie wird die abschiedsparty wohl auch sehr geniessen, mit übernachten in der schule und morgen dem traditionellen auszug aus der primarschule mit "heute hier, morgen dort". entsprechend aufgeregt war sie schon...

so, nun pflücke ich mal noch die bettwäsche von der leine, hübsche mich ein bisschen an, richte alles her, was die tochter vergessen hat und mache mich auf, um tschüss zu sagen. 



*dabei ärgerte ich mich zum x-ten mal über die deutschen namen in der tschechischen landkarte, welcher revisionist war denn da eigentlich am werk? die tschechische geschichte kenne ich halbwegs, also weiss ich, dass gerade in nordböhmen (=sudetenland) lange zeit ausschliesslich deutsche ortsnamen üblich waren, später dann teilweise auch beide sprachen, je nach gebiet, dann wieder nur deutsch, danach ausschliesslich tschechische. ausserdem ist mir durch persönliches erleben von zeitzeugen durchaus bewusst, welche kränkungen damit teilweise bis heute verbunden sind. aber wer kommt auf die idee, nur die deutschen namen zu verwenden, die im strassenverkehr oder zum beispiel bei der suche nach zugverbindungen überhaupt nicht handlich sind, da momentan weitgehend tschechische namen verwendet werden? bitte kann das jemand wegtun?

Mittwoch, 5. Juli 2017

der garten im juli


bevor die ferienzeit losgeht und ich wahrscheinlich zu garnix mehr komme, muss ich schnell noch mit dem fotoapparat eine runde durch den garten machen. es blüht tatsächlich noch etwas! (von links oben nach rechts unten)
am meisten gefreut habe ich mich über die hortensien, hielt ich sie doch im mai für komplett erfroren, blüten für unwahrscheinlich, und siehe da, sie haben sich komplett erholt und blühen jetzt im juli. gleich daneben die clematis, die ich beim schneiden wildrosen komplett abschneiden musste, auch die hat ihre ersten triebe durch den frost verloren, aber nun doch noch einmal völlig unbemerkt ausgeschlagen.
unverwüstlich haben wir seit etlichen jahren nachtkerzen im garten - manchen gelten sie ja als unkraut, aber was so leuchtet und so gut duftet, ist allenfalls spontanvegetation! gleich daneben steht jetzt die wilde weinrebe in voller blüte - auch die hat ja eigentlich nichts in einem gepflegten garten zu suchen, wir nutzen sie als sichtschutz zum parkplatz der nachbarn und da ist sie hochwillkommen (naja, gepflegter garten ist ja auch anders...).
die duftrosen blühen trotzdem und von jahr zu jahr schöner, in diesem jahr schon zum zweiten mal. die wilde möhre darf daneben gerne bleiben.
der lavendel ist jetzt voll erblüht, die staudenwicke daneben hat ihre besten zeiten schon hinter sich. da bin dann aber auch froh, denn sie hat sich in diesem jahr zu einem statischen problem ausgewachsen - will heissen, der drahtturm, auf dem sie wächst, kippt ständig um, was ihm bei der last aber keiner vorwerfen mag.
ein treuer schmuck im garten ist der weisse phlox, in diesem jahr habe ich einen neuen etwas bunteren gekauft, hoffentlich fühlt auch der sich bei uns wohl! auch die nutzpflanzen blühen, hier die gurke, drei gurken haben wir schon geerntet, sonst beschränken sich die erntefreuden momentan auf walderdbeeren, die himbeeren werden aber allmählich!


Sonntag, 2. Juli 2017

rothenburg (und ein fünfzigster geburtstag!)

hier sehen sie natürlich keine bilder vom 50.sten. aber ein paar lustige impressionen aus rothenburg, dem ort der party! 

 

die beiden oberen schriften kann ich ja nicht lesen, aber die bilderschrift unten macht mir eigentlich schon klar, welchen service der laden bereithält.


 fleisch. franken. passt ja, oder?


bier. doppelnamen? oder einfach drei inhaber?


spät am abend noch orgelspiel und riemenschneideraltar in der jakobskirche. ein schönes wochenende.

zahlenmuster

in diesem jahr feiert ein genossenschaftlich organisierter kooperativer unternehmensverbund im deutschen einzelhandel seinen neunzigsten. anlass, hübsche stofftaschen mit zahlenmuster zu drucken und an die kunden, nein, nicht zu verschenken, sondern zu verkaufen. obwohl ich eigentlich reichlich mit stofftaschen ausgestattet bin, wurde ich bei dieser tasche schwach, denn das muster ist doch toll! 

 

 so was ähnliches habe ich jetzt versucht, als ich eine karte für einen fünfzigsten geburtstag drucken wollte:


ist natürlich ganz anders geworden, unter anderem, weil ich die beiden stempel mit einem gummi zusammengebunden habe und der abstand der beiden zahlen dadurch sehr gross war. eng und passgenau drucken ist schwierig, weil man mit dem kinderstempel den ich benutzt habe nicht sehen kann, wo die zahl anfängt (es ist ein schaumstoffklotz mit stempel untendran, aber die zahlenform gefällt mir gut, vor allem für den zweck!) ganz allgemein würde ich gerne noch mehr zahlenmuster ausprobieren, wie wäre es damit mal für den mustermittwoch, frau müllerin?

Samstag, 1. Juli 2017

kissen

ab und zu entsteht auch wieder ein stück filz. 


 entwürfe, probe, berechnungen.


reichlich streifen zuschneiden - aus vorfilz, nicht selbstgemacht.


die erste seite von der rückseite her auslegen. (der zweite farbige streifen ist der kritischen überprüfung des entwurfs zum opfer gefallen.)


und voilà, das fertige kissen. 50cm x 50 cm, mit einem hotelverschluss (ich mag keine knöpfe oder reissverschlüsse in den filz nähen) und schon unterwegs zu seinem empfänger. irritiert war ich über die dunkleren streifen, nach dem trocknen zeigte sich darauf so eine art getrocknetes gefussel - ich hatte ganz vergessen, dass der vorfilz eine seidenbeimischung hat. fühlt sich minimal anders an als der übrige filz, aber ich glaube, beim nächsten mal gehts auch wieder ohne...