Donnerstag, 11. Januar 2018

schloss heidegg über dem baldegger see

 da der vergangene samstag der erste tag mit einigermassen schönem wetter nach einer reihe von regen- und sturmtagen war und wir sowieso nach hochdorf fahren mussten, um dort etwas abzuholen, bot sich die gelegenheit, den uns bis dato unbekannten baldegger see zu erkunden. der see gilt als einer der am besten untersuchten seen der schweiz. seit 1940 gehört er der naturschutzorganisation pro natura und ist damit der grösste schweizer see in privatbesitz, seine ufer sind völlig unverbaut. leider konnte dies den see aber nicht vor den einflüssen der intensiven landwirtschaft rund um ihn herum schützen, bereits seit den 1920er jahren ist der see einer starken belastung durch überdüngung mit phospor, ammoniak und nitrat ausgesetzt. im lauf des 20. jahrhunderts wuchsen die algen im see rasant und der sauerstoffgehalt nahm immer weiter ab. seit 1982 wird der baldeggersee als weltweit erster see künstlich belüftet, um den sauerstoffgehalt zu erhöhen und den phosphorgehalt zu senken.

baldeggersee von der seebadi in gelfingen aus gesehen
 am ostufer des sees führt ein wanderweg entlang, nicht immer direkt am wasser, denn das seeufer ist teilweise ganz für die tiere reserviert - was uns ein storch auch gleich gezeigt hat. offensichtlich finden die störche am see genug nahrung, sie haben wohl das wandern aufgegeben. wir wanderten vom kloster baldegg bis nach gelfingen und dann hinauf zum schloss heidegg.


das schloss selbst ist im winter geschlossen, aber der homepage nach zu urteilen, ist es im sommer eine weitere reise wert, um das schlossmuseum anzuschauen. das wohnmuseum orientiert sich am zustand um 1912, aber auch da befanden sich natürlich schon weitaus ältere stücke im schloss, das überhaupt das ältesten bekannte wohngebäude im kanton luzern ist.
ausserdem gibt es einer art mitmachausstellung, in der selbst hand angelegt und eine burg gebaut werden kann... so richtig mit kreuzrippengewölbe und stützbalken... das müssen wir unbedingt mal ausprobieren.


 wir schauten uns einfach noch ein bisschen im park um. der riesige lebensbaum hatte im sturm mit zapfen geworfen.


 ein paar mussten mit nach hause. sie riechen sehr intensiv und beduften momentan unseren keller.


 das wappen fand ich spannend, ich kann nämlich nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten blick sicher sagen, was es darstellt. eine türe? axtblätter? 1701 hatte gerade die stadt luzern das schloss von der luzernischen patrizierfamilie pfyffer von heidegg gekauft, aber um das mühleisen im wappen der familie pfyffer handelt es ich wohl kaum. vielleicht kann man ja auch im museum etwas darüber erfahren.


 wie die gärten und die umgebung des schlosses im frühling und sommer aussehen, ist hier schön dokumentiert.
von oben kann man dann auch noch einmal die seebelüftung ganz gut sehen - und man könnte dann auf halber höhe wieder zurück nach hochdorf wandern, wir hatten aber für diesen tag genug und liefen nur noch zum bahnhof der seetalbahn, die uns zum kloster baldegg zurückbrachte.

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