Sonntag, 17. Mai 2026

kw 20 - ach schau an, auch schon eine zwei vorne

schon wieder so eine woche in zwei tranchen - dazwischen aber auch ein übergangstag. 

montag bis mittwoch musste ich nochmal richtig gas geben, um mir die kommenden beiden ferienwochen auch so richtig zu verdienen. 

in der werkstatt wurden alle vorfilze aus restewolle fertig, nach den ferien geht es dann weiter mit dem zusammenpuzzeln. im kulturzentrum machte ich einerseits alles bereit für meine abwesenheit und versuchte andererseits die vertretung (nicht für mich, sondern für die kollegin, die bald ein baby bekommt) wo immer möglich einzuarbeiten: von blumengiessen über terminplanung bis arbeitszeiterfassung sozusagen. das entwickelte eine gewisse dynamik am mittwochmorgen, so dass wir wirklich vieles geschafft bekamen, es halfen aber auch alle anwesenden und vorbeischauenden diszipliniert und engagiert mit. 

was für ein kontrast zum nachmittag - der erste "normale" nachmittag im museum langmatt als aufsicht begann mit abstauben im ganzen ausstellungsbereich. sinnvollerweise mit geduld und vorsicht, auch wenn wir nur die möbel und keine bilder abstauben. danach hatte ich an verschiedenen stellen in der ausstellung aufsicht, räumte am abend liegestühle und anderes gartenmobiliar ein - die vier stunden gehen wirklich schnell vorbei. 


noch ein bisschen schneller lief die zeit am auffahrtstag, auch an feiertagen hat das museum unter der woche nur von zwei bis fünf auf und es kamen am donnerstag vier mal so viele menschen wie am tag zuvor. das war dann schon noch ein bisschen anspruchsvoller, aber man macht hier halt auch immer nur eine sache auf einmal und dafür dann sehr fokussiert. über die arbeit im museum werde ich sicher auch mal schreiben, momentan ist noch alles neu und ungewohnt, ich hoffe, ich weiss später noch, was ich in den ersten tagen hier gedacht habe. 

ab freitag schalteten wir dann schon auf ferienmodus - ich räumte meinen kleiderschrank auf, fand dabei ganz viel, was ich auch im museum tragen kann (wir sind gehalten uns eher gedeckt und dunkel anzuziehen, bei vielen anderen heisst das schwarz, bei mir eher dunkelblau, aber da hat es vieles im schrank) und leider auch zwei säcke mit kleidung, die ich aussortierte, weil ich sie seit unserem umzug hierher nicht getragen habe. nebenbei lief die waschmaschine und ich fand immer mal wieder einen schnitz zeit, um mich weiter um die reiseplanung zu kümmern. ideen gibt es ein paar, ziel ist es aber, auch genügend zeit zum flanieren und für unvorhergesehenes zu haben. ich habe zwei alte reiseführer ausgegraben, wir haben vor, mal wieder die klassischen orte wie den burgberg zu besuchen. 

links der reiseführer von unseren ersten reisen nach tschechien, erscheinungsjahr 1973, also noch aus sozialistischen zeiten. rechts ein prestel-kunstführer, die autorin ist johanna baronin herzogenberg; neben den kunsthistorischen erläuterungen ist das auch ein zeitzeugnis von flucht und vertreibung (ich las noch mal nach, es ist die rede vom verlassen der stadt über einen verladebahnhof, das kann 1939 gewesen sein, oder auch nach 1945, jeweils mit ganz anderen vorzeichen, man erfährt es nicht. wikipedia weiss mehr: sie wurde 1946 nach zwangsarbeit aus der tschechoslowakei vertrieben), einer anhaltenden liebe zur stadt und rückkehr als besucherin dorthin. die erste auflage stammt von 1966, also aus einer zeit einer gewissen lockerung, die zweite und mir aktuell vorliegende von 1990, also aus der zeit, als auch wir damit begannen, das östliche nachbarland zu bereisen. darüber eintrittskarten von damals. wir rätselten ein bisschen, eine von uns beiden bezahlte studentinnenpreis, sie müssen also aus den frühen neunzigern sein, noch vor kais zweitem studium - also von unserer allerersten reise in die damals noch bestehende tschechoslowakei. 


leider haben diese woche die eisheiligen (jaja, ich weiss, das sind gar nicht DIE eisheiligen wegen anderem kalender und eigentlich wären die eisheiligen erst ende mai und deshalb ist das alles nur blödsinn) zugeschlagen. der garten ist wunderschön, nach einem eher nassen wochenanfang wurde es gegen wochenende immer trockener. das wasser können wir nach wie vor brauchen, vielleicht ist dann nach unseren ferien das bädle auch voll und wir können es in betrieb nehmen. aber zurück zum garten: bei vier grad am morgen hält man es gerade am nachmittag mal ein bisschen draussen in der sonne aus. 


tiramisu aus resten zum kaffee - wir versuchen, ein bisschen kühl- und gefrierschrank zu leeren, mussten aber am samstag dann doch noch mal einkaufen gehen. spargel bekamen wir nur eine handvoll und auch nur, weil unsere spargelbäuerin uns die letzten reste zusammensuchte, das kalte wetter lässt die spargelpflanzen gerade eine pause machen. es könnte unser letzter spargel hier gewesen sein. vielleicht gibt es auch unterwegs noch mal welchen? 

wobei ich erst mal nachschauen müsste, was spargel auf tschechisch heisst. anders als in anderen jahren habe ich die sprachliche vorbereitung ein bisschen schleifen lassen. natürlich habe ich immer noch regelmässig unterricht, aber da sind wir gerade an einem grammatikthema, das ich beim sprechen ganz sicher noch nicht umsetzen kann, dem konzept der imperfektiven und perfektiven verben. aber egal, ich verlasse mich jetzt mal drauf, dass das dann vor ort schon wieder kommt. und spargel heisst chřest - ein zungenbrecher also, [ˈxr̝̊ɛst] gesprochen. man kann aber auch špargl sagen - wie es überhaupt ganz viele lehnworte aus dem deutschen gibt, viele hunderte jahre friedlicher koexistenz zweier sprachen sei dank. man muss da immer mal dran denken, auch wenn mir die nahe vergangenheit der verschiedensten nationalismen bewusst ist, beziehungsweise ich mich damit mehr beschäftige. naja, vergangenheit. vielleicht doch eher gegenwart und hoffentlich nicht zukunft - wie völkerverständigung und aussöhnung von der neuen rechten im schulterschluss mit alten kommunisten verhindert werden sollen, kann man hier lesen

ach, sie sehen, ich bin schon ziemlich drin im thema. 

finde die eidechse! 


 dann war da noch der sonntag. am vormittag kamen die kinder zum frühstücken, die tochter erkältet und schon um zehn, die beiden jungs und freundin um elf. da konnte man mit jacke schon draussen in der sonne sitzen. das wetter wird besser, jeden tag ein bisschen und morgen geht es los. gepackt ist schon fast alles, ich ärgere mich, weil ich mir eine neue reisetasche gekauft habe, die zugegebenermassen gross ist, womit ich nicht gerechnet habe: es passt auf wundersame das gepäck für zwei personen in die tasche. alles was nicht reinpasst, unter anderem meine bücher und reiseführer presse ich in meinen tagesrucksack. so war das nicht gedacht. 

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