Montag, 23. Februar 2026

kw 8 - zwischen schnee und frühling

 ich kann mich nicht richtig entscheiden: eher bewegte woche oder eher ruhige woche? bewegt, weil ich wirklich viel unterwegs war. ruhig, weil es wenig überraschungen gab und ich schon anfang der woche einen ziemlich genauen plan hatte, den ich einfach nur noch durchziehen musste. 

auf jeden fall war ich wirklich viel im kulturzentrum: montag- und mittwochvormittag, und dann ab donnerstag noch jeden tag für mindestens eine halbe stunde, manchmal auch zwei mal an einem tag. wir hatten volles haus in sachen privatvermietungen, aber so weit ich das jetzt absehen kann, hat alles gut geklappt. auf einer anderen ebene war es dort natürlich turbulent wie immer - zwischenmenschliches, auf vielen ebenen, selten nur hört jemand zu, aber das ist nichts neues mehr. 

die werkstatt kam daneben ein bisschen zu kurz, aber immerhin konnte ich am donnerstag eine privatlektion geben, ein schönes sitzfellchen ist entstanden. bei der offenen werkstatt war ich mal wieder alleine, dafür kamen am samstag vier vereinskolleginnen (und ich) in meiner werkstatt zusammen, um an den shirdaks weiterzuarbeiten. die meisten sind jetzt beim zweiten sitzfilz auf dem weg in die zielgerade, an der diesjährigen generalversammlung werden wir etwas zeigen können. ein langzeitprojekt für eine jacke aus shirdak ist gestartet und ich überlege, als nächstes einen teppich in angriff zu nehmen. 

 

ein bisschen kurzfristig habe ich mich entschieden, am dienstag doch noch an die anni albers ausstellung nach bern zu fahren. sie endet am sonntag - also keine werbung mehr für diese schau. 

trotz einiger sonnenstrahlen war ideales museumswetter. 

einige vereinskolleginen hatten die ausstellung über das werk der weberin, textilkünstlerin und -designerin schon gesehen und begeistert berichtet. ich hatte mir ein ticket für eine führung über mittag reserviert, war aber schon ein bisschen früher da, so dass ich mich schon vohrer umschauen konnte. 

gleich mal das werk vom plakat entdeckt - gar nicht mal so gross. aber es enthält schon viele elemente des schaffens von anni albers: klare linien, oft sogar eine art raster, und darüber frei eingefügte fäden. 

die kurze führung setzte ein bisschen tief an, ich denke, dass ausser mir auch noch sehr viele andere teilnehmende grundsätzlich über die technik des webens bescheid wussten - allerdings immerhin mitgenommen, dass diese freien fäden im bild oben nicht anschliessend eingestickt, sondern im webprozess eingefügt wurden. (ich habe aber mindestens ein werk gesehen, bei dem ich mir das nicht vorstellen konnte, weil die fäden auch in kettrichtung/webrichtung nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts gingen.) 


hier kann man die sache mit dem raster noch mal gut sehen. 

nach der führung habe ich mir noch die verfügbaren audiokommentare angehört und hier deutlich mehr mitgenommen. 


dreiecke statt kästchen - hier kam die inspiration aus der indigenen kultur süd- und mittelamerikas. fotogafiert vor allem wegen der signatur unten, dabei ist das stück nicht von anni albers selbst gewoben worden, sondern nur von ihr entworfen. prompt vergessen, den namen der weberin zu notieren. 


 das war mein lieblingsstück in der ausstellung - ein raffiniertes spiel mit durchgehenden und im zickzack eingezogenen schussfäden. da bekam ich lust, so was mal auszuprobieren. die leuchtenden farben sind natürlich ein zusätzliches plus. 

fotografiert habe ich fast ausschliesslich einzelne handwebarbeiten von anni albers - in der ausstellung auch zu sehen war ihre arbeit für stoffhersteller - einerseits kleine material- und webproben, meist auch von hand angefertigt. andererseits ganze bahnen der stoffe, die häufig sehr innovative techniken oder materialien benutzten. 

gegen ende ihres lebens hat anni albers dann begonnen, mehr auf papier zu arbeiten - diese zeichnungen fand ich dann eher nicht so spannend. überhaupt war ich froh, dass ich mir die zeit genommen hatte, die ausstellung zu besuchen, aber so richtig überwältigt war ich nicht. vielleicht kann man das aber auch gar nicht so recht sein, bei einer arbeitsweise, die halt schon sehr stark auf reduktion und zurückhaltung basiert. 

auf dem weg zum bahnhof wollte ich mir dann nur schnell mal eine helle sockenwolle kaufen, für den shirdaktag am samstag, das gestaltete sich allerdings dann deutlich komplizierter als gedacht, auf dem weg zum zweiten geschäft wurde ich richtig, richtig nassgeregnet, aber dafür mit einem wirklich schönen wolleladen belohnt: 

 

 kann man sich kaum vorstellen... 

dabei hatte ich am dienstag noch direkt glück mit dem wetter - am mittwoch sah es dann kurzfristig mal so aus bei uns im garten. der schnee hat aber nur einen nachmittag gehalten, dann fing es an zu regnen und am anderen morgen war die weisse pracht schon fast weg. 

am mittwoch hat auch die fastenzeit begonnen - und zwar für christen und muslime gleichzeitig, selbstverständlich auch für alle, die einfach mal mitfasten wollen. ich bin in mein traditionelles fasten schon vor zwei wochen gestartet, weil ich nach der magen-darm-geschichte keine lust auf alkohol hatte, habe ich das gleich als start in die fastenzeit genutzt. so, habe ich mir ausgerechnet, bin ich dann auch zwei wochen eher fertig und da wir zwei wochen vor ostern für ein paar tage verreisen werden, passt das dann ganz gut. 

zum wochenende wurde das wetter dann immer milder und nachdem es den samstag quasi durchgeregnet hatte, versprach der sonntag, trocken und ein bisschen sogar schön zu werden.  

zeit für einen sonntagsspaziergang.  

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