Freitag, 22. Mai 2026

anreise und erster und zweiter spaziergang in prag

 in münchen regnete es, als wir am mittwochmorgen wach wurden - für den kurzen weg zum bahnhof sollte das aber kein all zu grosses problem werden. wir frühstückten in einer bäckerei in der nähe der unterkunft, holten dann unser gepäck und spazierten einzeln zum bahnhof - ich machte noch einen abstecher über den öffentlichen bücherschrank an einer kirche, um meinen endlich ausgelesenen prag-krimi auszusetzen. 

am bahnhof kauften wir rasch proviant für die reise und nahmen die reservierten plätze im recht abgeschrabbelten regionalexpress mit ziel prag ein. unsere sitzplätze befanden sich in den zwei wagen der tschechischen staatsbahn, reichlich voll war es auch, aber wir konnten dann doch nebeneinander sitzen. 

meine e-sim für europa mit unbegrenzten daten funktionierte weitgehend, der zug hielt ab und zu ausserplanmässig und fuhr bis prag eine knappe halbe stunde an verspätung ein, aber im wesentlichen war die reise ereignislos. 

um fünf hatten wir schon unsere wohnung am oberen wenzelsplatz bezogen - wir haben einen balkon! - packten ein paar sachen aus und machten uns gleich zu einem ersten spaziergang in den riegerpark auf. den hatten wir beim letzten aufenthalt in prag entdeckt und hofften auf einen der beiden biergärten im park. im kleineren war die aussichtsterrasse gesperrt, im grösseren gabs eishockey, aber für uns auch ein getränk zum anstossen aufs gute ankommen in prag. 

dann hatten wir ein bisschen hunger und wollten gerne wie im letzten jahr in das von der unterkunft empfohlene restaurant einkehren, machten wir auch, nur war da wohl etwas entscheidendes passiert, besitzerwechsel, sparmassnahmen, egal, weder das essen war gut, noch die bedienung besonders freundlich, den rest gab uns konkurrierende musik in gastraum und küche, wir flohen rasch nach beendigung der mahlzeit. 

aber weil es noch hell war, holten wir nur rasch jacken aus der wohnung und starteten eine strassenbahnrunde ohne eigentliches ziel. ich wollte ja gerne auf eine der alten tatrabahnen warten, wir nahmen dann aber trotzdem einfach die nächste und liessen uns nach líben treiben und von dort nach kobylisy - hier begannen wir auf den zufall zu verzichten und nahmen gezielt eine tram zurück ins zentrum, über holešovice und die messe. 

ausgestiegen sind wir am ufer der moldau - und mussten natürlich wie alle anderen auch, dieses foto machen. 

zu fuss spazierten wir durch die altstadt zurück zum wenzelsplatz. 

für den ersten tag in prag hatte kai vorgeschlagen, es gemütlich zu nehmen, das wetter war gut und so konnten wir die pläne für den tag allmählich gestalt annehmen lassen. 
 
weil am oberen wenzelsplatz und rund um das nationalmuseum immer noch gebaut wird, nahmen wir für eine station die metro und fuhren zum naměsti míru zum frühstück in die bäckerei antonin. 
 

wir sassen ein bischen länger, planten grob die kommenden tage. wir haben so viel glück mit unserer reisezeit: am kommenden wochenende sind im rahmen eines architekturanlasses viele gebäude, die man sonst nicht sehen kann, offen und an unserem letzten tag in prag wird auch noch die nacht der kirchen stattfinden, über die ich vor einiger zeit bereits auf dem finnland-blog gelesen hatte - und dann das wetter! es soll sonnig und warm sein und wir werden viel gelegenheit haben, unserer liebsten beschäftigung, dem stadtwandern, nachzugehen. trotzdem wollen wir wieder einmal auch was klassisches anschauen, mal sehen, wie es dann so auf dem hradschin werden wird...
 

zuerst einmal stand aber spazierengehen in der stadt an - vinohrady kennen wir noch nicht gut, legten uns eine grobe route zu und starteten erst einmal in richtung jiřiho v podiebrad. der kleine markt, den wir von früheren besuchen kennen, hat sich verändert, neben gemüse und anderen lebensmitteln gibt es jetzt auch stände mit kleidern, büchern und viele essensstände. 
 

auch noch entdeckt: diesen jugendstilgiebel und ein georgisches restaurant, in dem wir schnell plätze fürs abendessen reservierten. 
 
dann wandten wir uns südlich, wir hatten auf dem stadtplan gesehen, dass sich hier ein band aus parkanlagen bis zur krymska-strasse zieht. 


auch zwischen den häusern gibt es viele richtig grüne strassen. unten im bild kirschbäume - das hat sicher auch sehr schön geblüht! 
 

auf höhe des hus-haus merkten wir wieder einmal, wie bergig prag ist! nachdem wir eine weile gemütlich bergauf gegangen waren, fiel das gelände nun plötzlich richtig steil ab. 
 

 wir folgten der krymska - allerdings dürfte das eher eine ecke für den abend sein, mit kneipen und gaststätten wie dem cafe v lese. 
 

 für uns gab es immerhin spannende fassadenverzierungen zu sehen. 
 

 

es ging wieder bergauf, zum grebovka-park. 
 


 neben der villa groebe gibt es hier eine wunderschöne ausflugsgastronomie, die wir für eine längere pause nutzten, bevor wir nichtsahnend weiter durch den riesigen park schlenderten und dabei auf eine künstliche grotte trafen, in einer grösse, wie man es allenfalls bei grossen schlössern vermuten würde. 
 

 

 wir kamen von oben und stiessen zuallererst auf dieses künstliche felsenlabyrinth, das man auf vielen kleinen versteckten wegen durchqueren kann. 

von wegen prag ist eh nur altstadt und burgberg! 
 

noch eins: 
 

 rund um die grotte waren die wege auf sehr spezielle weise angelegt - begrenzugen und stufen aus beton, der zu unregelmässigen ästen und stämmen geformt wurde, unserer ansicht nach direkt vor ort, wir entdeckten keine zwei gleichen abschnitte! 
 

ein letzter blick zurück auf villa, altan im weinberg und park, dann verliessen wir das weiträumige gelände in richtung westen. 


 blick auf vršovice. 

wir überquerten die geleise, die auch unseren zug zum hauptbahnhof gebracht hatten direkt über dem tunneleingang und gelangten in den bereich zwischen den stadtteilen nusle und karlov. 


 hier zerfällt ein traditonelles holzhaus, wie wir es aus den nördlichen teilen des landes kennen - oder vielleicht verfällt es auch nicht, denn immerhin scheint sich jemand um den garten zu kümmern. 

unser eigentliches ziel wäre der folimanka-park gewesen, aber mittlerweile waren wir ein bisschen müde und stiegen für den weg hinauf nach karlov in die strassenbahn, die uns dann erst wieder in sichtweite des nationalmuseums frei liess. wir kauften uns italienische panini, die wir an der an der kirche mariae verkündigung essen wollten.

bis dahin hatten wir aber schon wieder einiges zu entdecken, wie diese unterführung unter der stadtautobahn, die das thema queerness und selbstbestimmung in geschlechterfragen thematisiert. 

 


 

kurz vor der kirche eine kleine kapelle - wir hatten gerade das areal der spitäler durchquert. 
und dann sassen wir nur kurz an der kirche mariae verkündigung und assen unsere panini und stellten fest, dass es bereits recht spät war und wir eigentlich total müde. die öv-app spie uns eine verbindung mit bus und metro zum wenzelsplatz aus und wir liessen kirche kirche sein, den folimanka-park hatten wir bereits vertagt, und fuhren mit einem kleinen einkaufsstopp in unsere wohnung. pause. 
 

 am abend brachte uns die metro zwei stationen zum georgischen lokal, das essen war gut, aber am ambiente liesse sich schon noch was machen, dafür sassen wir dann auch nicht so lange und es blieb noch zeit für einen spaziergang durch den riegerpark, wo wir das taten, was hier viele tun: 


den sonnenuntergang hinter dem hradschin bewundern! 
 
und weil das ein richtiger spaziergang war, erlaube ich mir, diesen bei heikes monatsspaziergang im mai zu verlinken. mal schauen, ob wir in der kommenden woche den anschluss schaffen und auch noch den folimanka-park mit der autobahnbrücke und vielleicht sogar den botanischen garten anschliessen können. 

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