Mittwoch, 16. August 2017

tschechien, zweiter teil

allmählich kommt es mir schon sehr lange vor, dass wir in ferien waren, da tut es gut, sich nochmal intensiv an die schönen tage zu erinnern! 
den ersten teil finden sie hier, den einschub zum thema glas dort
anfang unserer zweiten ferienwoche vergrösserte sich unsere ferienhausgemeinschaft radikal. wir putzen ein bisschen das haus, pflückten blumen, teilten die räume neu auf und am spätnachmittag holte ich die söhne mit ihren freundinnen in zittau auf dem bahnhof ab. irritierenderweise stand dort eine dampflokomotive, wie sie mir aber einhellig versichterten, waren sie nicht mit dieser angekommen. 


 am abend holten wir erst mal den zwanzigsten geburtstag des grossen nach. die torte, die wir in der čukrarná am ort bestellt hatten, war optisch schon fast ein bisschen eine enttäuschung - hatten wir doch ein typisch tschechisches zuckergebirge erwartet und bekamen eine eher schicke zitronen-limetten-joghurt-torte, die dafür aber sehr lecker geschmeckt hat.


für den sanften einstieg führten wir die neuankömmlinge am nächsten tag zum schloss lemberk, inklusive tschechischer führung durch wirtschaftsräume und küche. die tiere im bild sind übrigens delfine, was uns nachdrücklich daran erinnerte, dass tschechien, ähnlich wie die schweiz halt nicht am meer liegt und wohl in der renaissance kaum ein böhme echte delfine gekannt haben dürfte.


 durch eine lindenallee ging es weiter nach jablonne und von dort dank busausfall für einen teil zu fuss, für den rest nach den einkäufen mit dem auto zum ferienhaus.


 für viele leute kochen heisst auf dem holzofen kochen. macht aber spass, vor allem wenn das feuer mal brennt und es nicht zu heiss ist!

am nächsten tag schickten wir die besucher mit dem auto zu den glasbläsern und machten uns selbst auf den weg nach ceska lipa, mit der bahn.


die zeit bis wir am nachmittag ins centrum textilni tisku (zentrum für textildruck) gingen, nutzen wir für einen bummel und ein paar entspanntere einkäufe, weil wir uns um den ölstand der tschechischen eisenbahnen (cd) keine sorgen machen mussten. im textildruckzentrum gibt es eine sehr bescheidene ausstellung zur textilindustrie in der region zu sehen und man kann selbst siebdruck ausprobieren. und stempeln, was wir auch beides gemacht haben.


auch am freitag machten wir getrenntes programm, ein teil fuhr mit dem bus nach prag, und alle anderen nach jonsdorf zum mühlsteinbruchlehrpfad. am anfang fanden wir die paar steine ja ein bisschen wenig für das ganze auf und ab, das uns der weg zumutete, aber spätestens als wir an der stelle im bild angekommen waren, waren wir ein bisschen mit der wegführung versöhnt.


 das ist doch eine schnecke, oder? (sicher kein löwe, wie der reiseführer behauptet) aber spektakulär allemal.


 nach der wanderung mussten wir noch kurz nach zittau, das auto wollte auch noch eine neue lampe haben... die innenstadt ist ganz nett, am ende haben wir sogar einen bioladen gefunden, wo wir milch und obst kaufen konnten. und eine metzgerei, die käse verkaufte. (und einen friseur)


 einigermassen erholt machten wir uns dann am samstag auf den weg zur hochwaldbaude. ein gemütlicher, wenn auch längerer anstieg führten uns zum hochwaldturm, auf den als einzige ich hinaufstieg. und mit einer schönen aussicht über die hochwaldbaude hinaus belohnt wurde.



 alle anderen sassen unten an der hausecke, weil es die ganze zeit windete.


 der grosse fotografierte schmetterlinge, auf dem weg vom turm zur baude, überhaupt sind die fotos von der wanderung von ihm.


 man beachte im hintergrund den allgegenwärtigen jested.


dann ging es wieder hinunter. landschaftlich der schönere teil der wanderung, aber irgendwann dann auch lang und länger. darum war auch der shuttle zum ferienhaus zurück sehr willkommen.


 am sonntag gab es dann noch einen gemütlichen tag in der badeanstalt in jablonne, mit softeis und süssen stückchen aus der čukrarná und am abend einem abschiedsessen mit allen.


da reisen sie wieder, oder werden gereist, den ersten teil jedenfalls, bis nach zittau, wo schon wieder die dampfeisenbahn bereit steht.
und wir haben noch eine woche ferien vor uns!

Sonntag, 13. August 2017

sommerpost! schon halbzeit...


beeindruckend viele schöne stöffchen aus der sommerpostaktion warteten schon auf mich, als wir letzte woche nach hause kamen. dann kam über die woche noch eine doppelpackung mit zwei stoffen an und ausserdem schon der brief für nächste woche, den ich, diszipliniert wie ich halt bin, noch nicht geöffnet habe. und endlich, endlich habe ich es heute geschafft, ein fotoshooting für die schätze zu arrangieren.


der erste stoff mit sommerlichen blumen kam von eva. der wurde mir sogar in die ferien nachgetragen aber dank kein internet bewunderte ich ihn erst mal still eine weile für mich alleine.


zuhause erwartete mich eine inkodye-arbeit, mit einem tapetenmuster erzeugt von silke. leider habe ich diesen schönen stoff eine zeit lang auf meinem schreibtisch liegen lassen, überlagert von was auch immer. an den der sonne ausgesetzten rändern hat der stoff sich leider weiterentwickelt... weiss irgendjemand was ich da machen kann? das muster ist immer noch schön, halt eine nuance dunkler, aber jetzt traue ich mich nicht mehr, es aufzuhängen...


und ein schriftkunstwerk von susanne. das ist eine cyanotypie, also wieder eine andere technik! sie hat ein gedicht von ingeborg bachmann gewählt, und wie sie es auf den stoff bekommen hat, könnt ihr in ihrem blog lesen.

dort habe ich jetzt gerade auch gelesen, dass sie mit ghislana kurzerhand die woche getauscht hat - deren wegen sonnenmangel verzögerte drucke kamen diese woche hier auch gut an.


sie hat der endlich scheinenden sonne dann gleich zwei drucke abgetrotzt. auch ihrem werken könnt ihr zuschauen.

morgen darf ich dann den nächsten brief öffnen und mir gleich mal gedanken machen, wie ich meine stöffchen auf die reise schicken will. die drucke sind fertig, mir fehlt noch die standesgemässe verpackung!


hier noch einmal alle stoffe... und da hat sich noch ein ferienstoff eingeschlichen, den ich in den ferien im textildruckzentrum in česká lípa gedruckt habe, zugegebenermassen im siebdruckverfahren, aber dazu dann mehr im nächsten ferienpost!

unser gemüse... naja, vom freitag.


das erste gemüse nach dem urlaub! und beinahe hätte ich vergessen, es ihnen zu zeigen... es gab: bohnen und bohnenkraut, mais, tomaten, paprika, ein rondini, eine aubergine, eine kleine gurke, zwiebeln, knoblauch, kartoffeln und ein bisschen krautstiel. hoffentlich waren die körbe in den letzten wochen grösser, die habe ich nämlich verschenkt und dabei vor gemüsemassen gewarnt. dieser korb lässt mich ein bisschen ratlos zurück, wie ich damit die ganze familie für die woche satt bekommen soll.

Samstag, 12. August 2017

glasherstellung und glasmuseum in novy bor

die glasherstellung in novy bor kannten wir schon von länger zurückliegenden besuchen. zum ersten mal aufmerksam geworden sind wir auf die glasmacher in novy bor durch einen zeitschriftenartikel, das muss etwa im jahr 2002 gewesen sein. unser erster besuch dort war im november, in welchem jahr weiss ich nicht mehr. neben dem glasmuseum besuchten wir damals schon die firma egermann und konnten in der produktion den glasbläsern direkt am glasofen bei der herstellung von glasobjekten zuschauen. 
als wir in diesem jahr nach längerer zeit wieder einmal ins lausitzer gebirge fuhren, fragten wir uns, ob es wohl immer noch möglich sein würde, eine glasbläserei zu besichtigen und rechneten schon ein wenig damit, dass wir mit einer schauglasbläserei vorlieb nehmen müssten. 
beim besuch im glasmuseum erkundigten wir uns wie schon vor vielen jahren nach möglichkeiten zum einblick in die produktion... und bekamen zu unserer verblüffung wieder die adresse von egermann genannt.  es gibt jetzt zwar auch noch andere firmen, die rundgänge anbieten, wir wollten es aber zuerst dort versuchen. 
das firmengelände fanden wir kaum verändert vor, aber wir hatten noch kaum den empfang betreten, als wir schon willkommen geheissen und eine führung für uns angeboten wurde. durch schleiferei qualitätskontrolle führte uns eine junge frau zum glasbläserofen. (die bilder habe ich umgedreht, weil sie so besser den prozess verfolgen können, den das glas durchläuft.)


 im ofen wird die glasmasse geschmolzen und auf der richtigen temperatur gehalten, bis der glasmacher mit hilfe der glasmacherpfeife, einem langen metallrohr einen klumpen davon entnimmt. 

 
die hohlform wird erzeugt, indem der glasbläser luft in die masse bläst, zwischendurch wird das noch glühende glas immer wieder mit holzformen in form gebracht.


 hier durfte die tochter aufs podest der glasbläser und es auch einmal versuchen. am anfang ging es wohl ziemlich schwer, als die wand dünner wurde immer einfacher.



 das glas erhält auf vielfache weise seine form, zum beispiel indem es in einen metallkorb gedrückt und anschliessend an den rändern eingeschnitten wird.



 oder indem man es direkt in eine form aus holz bläst. das holz wird ständig nass gemacht - dabei arbeiten die glasbläser immer in kleinen gruppen: einer holt die glasmasse aus dem ofen, einer bläst sie ins form, ein weiterer kümmert sich um die holzform und zum schluss gibt es noch einen, der die fertigen stücke wegbringt.


hier wird gemessen, ob der durchmesser stimmt.

 und hier ein stiel oder griff angesetzt. man kann die zähe glasmasse auch schneiden.


am ende des formprozesses sind die glasobjekte immer noch mehrere hundert grad heiss und müssen langsam in diesem ofen abgekühlt werden. danach gibt es eine qualitätskontrolle und die gläser wandern weiter in die schleiferei.


hier erhalten die gläser ihren geraden rand, dabei wandert manchmal überraschend viel wieder zurück in den glasofen und wird wieder eingeschmolzen.


die weitere verarbeitung des glases geschieht bei egermann in einem anderen werksteil, den wir nicht besichtigt haben: hier wird das glas geschliffen, bemalt und zum teil vergoldet.
dabei entstehen nicht unbedingt glasobjekte, die unserem geschmack entsprechen, aber spannend war es allemal! schauen sie doch mal hier, wie die fertigen sachen bei egermann so aussehen. auf der suche nach der internetseite ist mir aufgefallen, dass egermann auch shisha-gläser herstellt, im abkühlofen kann man sogar welche entdecken! 

auch im glasmuseum von novy bor gibt es ganz unterschiedliches zu sehen, fotografiert habe ich vor allem, was ich schön fand, ober beeindruckend. 


die ausstellung ist fest verbunden mit der glasmacherschule in novy bor, die es bereits seit dem ausgehenden 19. jahrhundert gibt. die meisten ausstellungsstücke sind von glasmachern selbst gestiftet worden.
gleichzeitig sind die technischen prozesse der glasherstellung und -bearbeitung sehr anschaulich dokumentiert. so haben wir den unterschied zwischen geschliffenem und graviertem glas kennengelernt und eine spezielle erfindung von bedrich egermann, das gebeizte glas. beispiele dafür sieht man oben rechts (das gelbe) und unten (die roten flächen): dafür werden beizen auf das glas aufgetragen und bis zu dreimal eingebrannt, wobei das glas seine farbe nach jedem brennvorgang ändert. in die dünne schicht kann später ein muster eingeschliffen werden, was sehr schöne effekte ergibt. unten ein modernes beispiel...


 auf dem nächsten foto sieht man mehrschichtiges hüttenglas. hüttenglas wird das glas genannt, das seine wesentliche gestaltung direkt aus dem glasmacherofen heraus erhält.


 ausgestellt ist auch eine komplette glasschleiferwerkstatt, mir hatte es das skizzen- oder entwurfsbuch angetan, sieht ein bisschen aus wie zentangles, oder?


 im jugendstil gab es sogar bemaltes glas, das mir gefallen könnte. speziell sind auch immer wieder kombinationen aus sämtlichen verschiedenen techniken... wobei es dann schnell man zu viel des guten wird.


insgesamt ein lohnender besuch, und es lässt sich auch beides an einem tag kombinieren, wenn man beachtet, dass führungen bei egermann nur unter der woche am vormittag möglich sind und das glasmuseum am montag geschlossen hat!

Freitag, 11. August 2017

einladung zur abschlussausstellung des filzlehrgangs

da ich mich immer noch ein bisschen im ferienmodus befinde leider spät, sehr spät. aber vielleicht haben sie morgen noch nichts vor oder sind sowieso in der nähe.
morgen findet die abschlussausstellung des filzlehrgangs 16/17 der filzszene schweiz statt. vom lehrgang selbst, beziehungsweise von den modulen 1, 4 und 5 habe ich an anderer stelle schon berichtet. und nun hätten sie, wenn sie wollten, gelegenheit, sich selbst zu überzeugen, was die drei frauen in einem jahr alles gelernt haben. wir kursleiterinnen haben jedenfalls am mittwoch schon ein bisschen gestaunt und uns sehr gefreut, die drei frauen auf ihrem weg zum filz begleitet zu haben!

Dienstag, 8. August 2017

tschechien, erster teil

egal wie ich es drehe und wende, eine vernünftige einteilung, nach der ich die fotos aus und die erinnerungen an die ferien in tschechien sortieren könnte, kommt mir nicht in den sinn, also halte ich mich an die chronologie und versuche, nicht allzu weitschweifig zu werden. eine ausnahme gibt es, das thema glas, dazu gibt es höchstvermutlich einen extrapost.

wir reisten, wie meist, mit dem auto. das macht sinn, wenn man eine ferienwohnung auf dem land gemietet hat und diesmal für uns noch mehr, denn auf dem dach reisten unsere fahrräder mit uns. wir haben dafür extra einen dachträger gekauft, nach vielen jahren auto mit faltdach ist das jetzt mit dem neuen möglich. im auto komfortabel platz für eltern und tochter und eine ganze menge sachen für drei wochen ferien.
was uns nicht überraschte: mit dachträger sind wir noch langsamer als sonst schon. und ich war ein bisschen unentspannt, weil ich jederzeit damit rechnete, eines der räder zu verlieren - zumindest am anfang und dann noch einmal ganz am ende der hinreise, als wir über eine holperstrasse, die wir danach nie wieder gefahren sind, die letzten kilometer zum feriendomizil zurückgelegt haben. die anderen mitreisenden waren entspannter oder haben es gut gespielt.  


und weil wir nun schon mal die räder dabei hatten, machten wir auch gleich die erste erkundungsrunde zu rad. kola heisst das auf tschechisch, oder vielmehr nad kolem.


wir streiften einfach so ein bisschen umher, sahen landschaft, assen blaubeeren, bewahrten uns den besuch von schloss lemberk für später auf und fotografierten anstattdessen den turmfalken im innenhof und waren am schluss dann doch einige kilometer gefahren. eigentlich habe ich alle unsere fahrradtouren und wanderungen auf mapy.cz getrackt, aber leider dabei den fehler gemacht, nicht allen aktiv einen namen zu geben, was für eine dauerhafte speicherung notwendig gewesen wäre. so kann ich jetzt leider nur mit 8 touren anstatt mit 12 angeben.


am nächsten tag machten wir uns an das abenteuer grosseinkauf und ersetzten unserem auto die auf der fahrt verbrauchten flüssigkeiten. damit meine ich jetzt nicht etwa das benzin, denn so gross ist der tank dann doch nicht, getankt haben wir auch unterwegs schon mal. was uns beide ein wenig überrascht hat war, dass der renault mit stern wirklich und wahrhaftig zwischen den ölwechseln öl nachgefüllt haben will. das ist uns in fast zwölf jahren renault mit raute nie passiert. jetzt wissen wir dafür auch, dass das ölkontrolllämpchen funktioniert.
der stadtbummel wäre ohne diese kontrollampe zwar vermutlich entspannter gewesen, aber das allerbeste schwarze-johannisbeer-softeis haben wir dort trotzdem gegessen. in česká lípa, im kaufhaus andy gibt es immer noch wie vor 15 jahren einen kleinen verschlag, in dem eine mehr oder weniger gut gelaunte eisverkäuferin eis zapft, točená zmrzlina. (točená lässt sich auch auf bier anwenden, aber beim eis heisst es wohl kaum "vom fass") wenn sie mal dort vorbeikommen, lassen sie sich nicht von der scheusslichen fassade schrecken, das eis ist lecker.


nun waren wir ja nicht zum spass nach tschechien gereist, sondern um zu wandern und etwas zu sehen, also musste für den nächsten tag eine wanderung her. spannende felsen gibt es am nördlichen rand tschechiens fast überall,  das ist immer eine gute idee, also machten wir eine runde über die elefantensteine zur popova skala und zurück durchs krasny dul, alles nicht so bekannt wie die felsen in der böhmischen schweiz oder in adrspach, aber dafür auch mitten im wald, wenig überlaufen und mit viel aussicht. 


ausser dem braunkohleabbau in bogatynia (polen) kann man auf dem foto leider nicht viel erkennen, die berge mussten wir eh erst noch kennenlernen, mich hat vor allem das klapprige geländer beeindruckt.

10,6  kilometer, gesamt knapp 700 höhenmeter und nach knapp sechs stunden hatten wir uns ein kofola verdient. 


und pilze haben wir gesehen. nicht wirklich schöne, aber irgendwie pittoresk. der erste heisst irgendetwas mit tinte, denn er wird sofort blau, wenn man ihn verletzt.


 auf der radtour am nächsten tag, das war dann schon der mittwoch, habe ich unterwegs nicht fotografiert sondern vor allem geschwitzt und die idee verflucht bei schwülwarmen dreissig grad und mehr rad zu fahren. ziel der tour war nový bor, die glasmacherstadt und dort das glasmuseum. davon gibt es wiederum fotos, aber auf die müssen sie sich halt noch ein bisschen warten.
selten habe ich mich so über etwas gefreut wir über das kofola in der dorfbeiz, die ganz unverhofft am wegesrand auftauchte. die höhendifferenz zwischen aufstieg und abfahrt kommt daher, dass ich den track in der gaststätte beendet habe, in der wir zu abend gegessen haben, das foto vom letzten post ist auf dem heimweg von dieser radtour entstanden.

der nächste tag wurde aus gründen zum ruhetag erklärt. oder vielmehr zur gelegenheit das nahe bei der ferienwohnung gelegene städtchen jablonné v podještědi zu besuchen.


 überblick ist immer gut und darum bestiegen die tochter und ich den ehemaligen kirchturm. 


kai kam nicht mit hoch, sondern blieb lieber im schatten am brunnen sitzen.


wir sahen den ještěd, der der region den namen gibt. (v podještědi bedeutet unter dem jeschken)


 ein kleines jagdschlösschen, neu-falkenburg, im wald.


 und die beleuchtete turmuhr von hinten. ausserdem hörten wir zusammen mit zwei anderen touristen den glockenschlag direkt neben den glocken an, was aber sehr unspektakulär leise war.
danach holten wir kai am brunnen wieder ab, kauften uns ein softeis, mit der exotischen geschmacksrichtung grapefruit und gingen weiter ins dominikanerkloster, zum rundgang durch speisesaal und kirche. 




die kirche des dominikanerklosters ist eigentlich eine wallfahrtskirche. hier kann man seine bitten und gebete an die heilige zdislava richten, die in böhmen als schutzheilige der armen und kranken verehrt wird. sie hat im 13. jahrhundert das kloster in jablonne gegründet und stammt vom nahegelegenen schloss lemberk, das wir später besichtigt haben.


die kirche selbst ist schön, aber in ihrer barocken ausgestaltung nichts besonderes - es sei denn, man sähe die zeichen gelebter frömmigkeit als etwas solches an.


nachdem wir nun einige tage kaum oder nur wenig zeit im auto verbracht hatten, konnten wir uns wieder am freitag auf einen grösseren ausflug einigen, der uns ins isergebirge bei jablonec nad nisou führte.


dort besichtigten wir die boskover dolomithöhlen. dolomit ist ein  widerstandsfähiger stein, die höhlen haben sich nicht durch auswaschung gebildet und die tropfsteine sind eher klein und fein. die höhle wurde auch erst relativ spät, in der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts entdeckt und  vor knapp 50 jahren der öffentlichkeit zugänglich gemacht.


und nach der höhle brauchte es eine rast an der sonne, um wieder aufzutauen.


am samstag fühlten wir uns wieder fit genug für eine weitere radtour. das ziel war diesmal der badesee bei hamr und hinfahrt und aufenthalt dort haben wir sehr genossen. auf dem rückweg zog bereits beim verlassen der strandbadi ein gewitter auf, das uns auf halber strecke mitten im wald einholte. der beginn des gewitters kündigte sich durch besonders stechlustige bremsen im wald an, dann begann es zu tropfen, dann zu schütten. da waren wir allerdings glücklicherweise schon bei einem freundlichen tschechischen paar untergekommen, die uns obdach für die dauer des regens anboten - leider fuhren wir nach einer stunde ein bisschen zu früh los (unser tschechischer wortschatz war bereits nach 10 minuten erschöpft) uns wurden noch auf dem restlichen weg richtig nass.

auch der darauffolgende sonntag war noch nicht wieder richtig schön, wir nutzten ihn aber trotzdem zu einer kleinen wanderung und rundfahrt. 


 die wanderung führte von polevko zur panska skala, einem beeindruckenden basaltaufschluss mitten in der landschaft. wieder entkamen wir nur knapp einem regenguss, indem wir in einem kleinen lebensmittelladen unterstanden.



nicht nur wir fanden die teufelsorgel beeindruckend...


danach fuhren wir weiter in den ort, in dem wir vor mehr als zehn jahren ein paar jahre hintereinander ein ferienhaus gemietet hatten und von wo aus wir das lausitzer gebirge zuerst entdeckt hatten.
ich schwamm eine runde im örtlichen badeweiher, dann fuhren wir übers gebirge zurück in die ferienwohnung.
mehr als eine woche unserer ferien war da schon vorbei!