Dienstag, 22. April 2014

ostern 2014


 das osterwochenende begann für uns und vor allem für unser erstkommunionskind mit dem abendgottesdienst am hohen donnerstag, mit wunderbarem licht in einer vollen kirche. am karfreitag gab es eine um den gemütlichen teil verkürzte karfreitagswanderung von der wir gerade noch rechtzeitig vor einer grösseren regenphase zurückkehrten. das liess mich schon böses ahnen für den ostersamstagsmarkt, der dann auch tatsächlich so wurde wie befürchtet: nass, kalt und wenig erfolgreich. aber man konnte es keinem übel nehmen, der nur schnell sein brot am dorfschöpfli abholte und dann schnell wieder in die warme stube wollte - ich hätte es auch so gemacht...


dafür war der ostersonntag dann wieder schön - auch wenn er mit dem ostermorgengottesdienst um 6 uhr schon wirklich arg früh begann. frühstück gabs dann im gemeindesaal und zuhause suchten wir dann nur noch die osternester. anschliessend machten wir eine ausgiebige wanderung (eine meiner lieblingswanderungen!) um den chestenberg, der zwischen brunegg und schloss wildegg liegt und zum abendessen gabs lammkoteletts mit rosmarinkartoffeln und bohnen... ostermontag hätte wettermässig besser sein können ... oder auch nicht, denn wenigstens bin ich ausgiebig zum arbeiten an meinem geheimprojekt gekommen... und daran werde ich auch jetzt gleich wieder weitermachen!

Freitag, 18. April 2014

kreuzwegstation vierzehn

der heilige leichnam jesu wird ins grab gelegt. 
(graue neuseelandwolle, engadiner fuchsschafwolle und merino-seiden-mischung)

das kreuz ist nur noch abwesendes da, es wird sichtbar in der abwesenheit von wollschichten.
anstattdessen gibt es verschiedene wollschichten ganz unterschiedlicher qualität - die braunen ecken aus grober wolle sind tatsächlich die abschnitte von einem kreuz, dazu kommt die weisse fläche aus seidenmerino, die weite teile des kreuzes fast verdeckt, selbst aber auch teilweise verdeckt wird.
das leiden ist vorbei, die prüfung ist überstanden. jesus wird ins grab gelegt. und dieses grab ist nicht etwa dunkel, erdig, schwer - es ist hell, leicht, fein. das konnte ich so gestalten, weil wir ja alle um den ausgang der geschichte wissen: das grab bleibt kein ewiges, jesus liegt am dritten tage nicht mehr im grab, er ist auferstanden.


auch in der kapelle im jonental wird bei diese, bild schon die hoffnung sichtbar - in der linken oberen ecke reisst der schwerdunkle himmel auf und licht und ein kleiner engel auf einer wolke werden sichtbar. 

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Donnerstag, 17. April 2014

fertig!


 letztes todo...jetzt ist auch noch zeit für so was:


ferien! ferien?



nur zu gerne wäre ich nach meiner rückkehr nach hause von filzertreffen, freunde- und elternbesuch in den ferienmodus gefallen, aber obwohl während meiner abwesenheit haus und garten bestens versorgt waren (juhui, die neue waschmaschine wäscht auch für die männer...), musste ich feststellen, dass doch das eine oder andere liegengeblieben war.


die frühlingspost habe ich dann schon unterwegs "erledigt", aber zwei anstehende märkte und verschiedene kurse nach ostern, dazu das osterfest und die doch immer näher kommende erstkommunion der tochter lassen mich nicht so recht zur ruhe kommen. und dann sind/waren da ja noch all die sachen, die ich in taschen, tüten und körben mit nach hause brachte...


zuerst einmal musste übers wochenende alles versorgt werden, was ich an sachen für den garten mitgebracht hatte: verschiedene dahlienknollen, eine lustig aussehend knolle für eine blume deren namen mir prompt entfallen ist, ein ganzer korb abgeblühter primeln und christrosen, die mir meine mutter immer aufbewahrt. dafür musste aber erst mal platz geschaffen werden, im beet und in den töpfen, die noch voller abgeblühter frühlingsblüher steckten. und auch für die zwei geranienstöcke, die ich mir gekauft habe, weil unsere geranien nicht gut über den winter gekommen sind.

ab montag startete die tochter in die kinderferienwoche, der grosse sohn arbeitete und der mittlere genoss einen von zwei unverplanten ferientagen mit freunden. 
also von viertel nach zehn bis viertel vor vier ganz viel freie zeit! die schmolz aber ziemlich zusammen als ich begann mails zu beantworten, kalender nachzutragen, pläne für die märkte zu machen und insgesamt ein wenig aufzuräumen. zum filzen konnte ich mich noch nicht aufraffen, aber den mitgebrachten fleecestoff verarbeitete ich mehr oder weniger in nullkommanix zu einem bewährten beala-kapuzenpullover - und dachte mir, dass ich den vielleicht gleich wegräumen könne, für den nächsten winter...

am dienstag übernahm der mittlere sohn den bringservice für die tochter, weil er sowieso in die stadt musste. weil ich aber erst noch ein bisschen in der küche rumputzen, wäsche aufhängen und so weiter musste, kam ich wieder nicht vor 11 zum filzen. da ich für die beiden märkte vor allem preislich günstige kleinigkeiten brauche war das nichts wirklich anspruchsvolles, aber ich musste mir dann auch noch ein bisschen standbeschmückung basteln.


und dann mal eine runde im internet nach unterkünften für ein verlängertes wochenende im mai und die sommerferien suchen... sommerferien scheint zu klappen, demnächst kann ich ihnen dann erzählen, wohin es dieses jahr gehen soll, aber das auffahrtwochenende macht hier noch schwierigkeiten. wissen sie vielleicht eine günstige unterkunft in der nähe von wiesbaden - jugendherberge und so weiter sind schon ausgebucht...
den rest des dienstags habe ich dann mit der tochter ihr zimmer aufgeräumt, keine ganz vergnügliche, aber notwendige massnahme. dann noch eine runde hamburger für die ganze familien und dann nur noch sofa.

heute mittwoch gings in der kinderwoche eine stunde früher los, und auch der mittlere war früh unterwegs zu einem weiteren schnupperlehrtag, darum startete ich auch ein bisschen weniger entspannt, aber auch ohne zusätzliche hausarbeitstodos. wieder zuhause von meinem bringservice für die tochter begann ich ein höchst geheimes projekt  - ich sag nur: kommunionsgeschenk für die tochter... dann filzte ich fertig, was gestern liegen blieb und räumte den keller so weit auf, dass ich die nächsten kisten packen konnte für den markt am samstag. (da fällt mir grade ein, dass ich bis auf eine tasche und eine tüte alles vom filzertreffen ausgepackt habe, also gibt es da auch noch was zu tun.) nach der mittagspause (vor dem compi, sieht ja keiner) begann ich mit dem fertigstellen der kleinigkeiten für den markt. das dauerte wesentlich länger als gedacht... dabei hatte ich doch auch noch so eine gute idee für meinen stand: nur ein bisschen sägen und mir eine tragende konstruktion ausdenken, aber das bleibt wohl im projektstadium.

***


mittlerweile ist es donnerstag, und der post von gestern kann weiter vervollständigt werden... mit einem von der besichtigung der synagoge und dem damit verbundenen ausflug müden kinderwochenkind waren wir gestern abend noch in einer sehr, sehr schönen alten wirtschaft, in der wir die erstkommunion der tochter feiern werden, zum aussuchen des menüs. anschliessend habe ich noch ein bisschen am geheimprojekt herumgewerkelt, sogar eigentlich ziemlich lang. dafür musste ich die marktsachen dann heute morgen fertigmachen. jetzt stehen im keller die gepackten kisten und kästen, bis auf das:


da traue ich dem kater nämlich nicht so recht, das würde vermutlich auch als katzenspielzeug taugen.
jetzt freue ich mich auf nachher, wenn wir die ergebnisse der kinderwoche bestaunen dürfen und die tochter wieder abholen. und dann komme ich diesem zustand immer näher:







Montag, 14. April 2014

kreuzwegstation dreizehn



jesus wird vom kreuz abgenommen und in den schoss seiner mutter gelegt.
(graue neuseelandwolle, weisser wolletamine)

die mutter muss zusehen wie ihr kind stirbt, miterleben wie der sohn verurteilt und gekreuzigt wird.
was bleibt noch für den toten zu tun? ihn vom kreuz abnehmen, in tücher zu wickeln und zu salben.

das kreuz ist jetzt nicht mehr als kreuz sichtbar, nur die gewickelten stoffstreifen bilden noch die kreuzform - das leiden ist vorbei und doch ist es ein schritt auf dem weg zu heil. 


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Sonntag, 13. April 2014

ostermarkt in freienwil: samstag 19.april 9 bis 17 uhr


allmählich wirds zur tradition: ich darf wieder am kleinen ostermarkt des dorfschöpfli in freienwil dabei sein. bittebitte in diesem jahr keinen schnee und keinen regen wünsche ich mir. dann könnte ich endlich mal mit den kindern, die den markt besuchen etwas filzen...

Donnerstag, 10. April 2014

kreuzwegstation zwölf


jesus stirbt am kreuz.
(grau neuseelandwolle, merinowolle, merino-seiden-mischung)

mein gott, mein gott, warum hast du mich verlassen?


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Dienstag, 8. April 2014

filzer(innen)treffen 2014


drei tage filzerinnentreffen... das ist viel gemeinsames arbeiten, aber auch essen, trinken, schwatzen. 


anders als in göttingen vor einem jahr kannte ich schon ein paar filzerinnen vom letzten filzertreffen und aus dem vorkurs. das haus und die gute atmosphäre taten ihr übriges um das treffen zu einem erlebnis zu machen.  da fiel es mir leicht, bekanntschaften zu erneuern und einige filzerinnen neu kennenzulernen.


und das schönste ist, dass man jetzt wieder einmal weiss, dass ganz viele frauen etwas ganz ähnliches machen wie man selbst...
ein paar wollschätze habe ich mir auch mitgebracht, aber die müssen jetzt erst mal warten...

kurs "geflochtener filz mit ecken und kanten"

normalerweise hätte der post vom donnerstag, vom ersten kurstag also, so nicht stehenbleiben sollen, aber es kam anders als gedacht - vor allem weil mir zuerst mal der notwendige adapter für den schweizer stecker in der deutschen steckdose fehlte und später, als ich dann wieder strom hatte,  das filzertreffengeschehen mich nicht mehr so recht zum gemütlichen berichten kommen lassen wollte. darum heute und hier nun endlich ein bisschen ausführlicher.


am ersten tag "müssen" alle teilnehmerinnen zuerst einmal dasselbe machen, nämlich einen ersten würfelförmigen behälter. dazu gehört eine einführung zunächst nur mit papierstreifen und in der theorie. anschliessend wird gemeinsam ein erster behälter geflochten und gefilzt. auf dem bild kann man sehen, was trotz der engen aufgabenstellung alles möglich ist!

ein würfel tanzt da schon aus der reihe, da hat bereits am abend des ersten kurstags sich jemand an einen würfel mit mehr streifen gewagt...

und so ging es dann auch für alle weiter: eigene entwürfe machen, planen, rechnen war der inhalt des zweiten kurstags. da wurde dann ganz wild entworfen und gefilzt: kleine würfelchen mit vielen streifen, deckel, farbverlauf, grosse würfel mit mehr streifen und farben, ganz grosse würfel mit ungleichbreiten streifen oder einfach in vielen grünschattierungen und was nicht alles noch sind entstanden, andere machten sich ans einfilzen von stoff oder an eine veränderung des schrumpffaktors...


mir ist es in den kursen wichtig, dass das wissen einen weg von den händen (papierwürfel) in den kopf (zeichnungen, rechnungen, theorie) macht und anschliessend vom kopf (entwürfe) wieder in die hände (fertige eigene würfelbehälter). so konnten alle nicht nur mindestens zwei fertige filzobjekte, sondern auch viel wissen mit nach hause nehmen. und hatten auch noch eine ganze menge spass dabei - inklusive mir selbst, denn es ist schon etwas besonderes mit einer gruppe von erfahrenen filzerinnen zu arbeiten!

stellvertretend für viele andere gelungene objekte (und weil ich im eifer der schlussbesprechungsrunde leider keine schönen anderen fotos mehr machen konnte...) zeige ich hier nur ein einziges, eher kleines, das aber einen sehr eigenständigen ansatz verfolgt:




Montag, 7. April 2014

kreuzwegstation elf

jesus wird ans kreuz geschlagen. 
(graue neuseelandwolle, merinowolle, seiden-merino-mischung)

jesus wird nicht allein gekreuzigt, zwei räuber werden rechts und links von ihm ans kreuz geschlagen.

 einer der verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: bist du denn nicht der messias? dann hilf dir selbst und auch uns!der andere aber wies ihn zurecht und sagte: nicht einmal du fürchtest gott? dich hat doch das gleiche urteil getroffen. uns geschieht recht, wir erhalten den lohn für unsere taten; dieser aber hat nichts unrechtes getan. dann sagte er: jesus, denk an mich, wenn du in dein reich kommst. jesus antwortete ihm: amen, ich sage dir: heute noch wirst du mit mir im paradies sein.
Lukas 23, 39-43


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Freitag, 4. April 2014

kreuzwegstation zehn

jesus wird seiner kleider beraubt.
(graue neuseelandwolle, grober weisser baumwollstoff, merinowolle, münzen, silberfaden)

in allen evangelien ist die rede davon, dass die soldaten, die jesus seine kleider wegnehmen um diese kleider losen. genauer beschreibt johannes, dass die soldaten die kleider in vier teile teilen wollten, aber beim untergewand, das von oben bis unten durchgewebt war (und wohl eine besonderheit darstellte) scheuten sie dieses verfahren und losten darum. mir kam dabei der wirtschaftliche, also geldwerte vorteil in den sinn, den damals so ein zusätzliches kleidungsstück bedeutet haben muss.



im bild aus dem jonental kann man zusätzlich ein weiteres element der erzählung finden: die soldaten reichen jesus wein, der mit galle versetzt ist. (bei markus ist verwirrenderweise die rede von wein mit myrrhe?) aber jesus nimmt ihn nicht. 
 
zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Donnerstag, 3. April 2014

impressionen vom heutigen kurstag


noch ist keine weggelaufen...


... ganz im gegenteil: alle waren nach einem tag mehr als "angefressen" und haben gerechnet und konstruiert und geschnitten und gefilzt und wollten garnicht mehr aufhören!

Dienstag, 1. April 2014

kreuzwegstation neun


jesus fällt zum dritten mal unter dem kreuz. 
(graue neuseelandwolle, seiden-merino-mischung, steinschaf/lamm, steine)

auf den bildern im jonental steigert sich das fallen in die tiefe - verständlich ausgedrückt, jesus stürzt immer tiefer. auf meinem filzbild wird das kreuz immer dicker, stärker, schwerer. die steine hingegen verbergen sich hingegen hinter einer zunehmend dicken filzschicht.



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Montag, 31. März 2014

schon wieder so viel zu erzählen...


beginnen wir der einfachheit halber chronologisch: am freitagnachmittag hatte ich hier zuhause wieder mal eine einzellektion - mit drei personen. das ganze ist die vorbereitung auf eine osterfreizeit, an der mit kindern und erwachsenen gefilzt werden soll, solche osternestchen, wie man auf dem unteren bild sehen kann. also filzte die verantwortliche fürs filzen (dabei besprachen wir die besonderheiten beim filzen mit gemischten, grossen gruppen), ihre tochter (die auch helfen wird) filzte mit, und der vater protokollierte alles und machte fotos. nun werden die drei vor der freizeit noch einmal alleine filzen und dann habe ich ein gutes gefühl, dass alle freizeitteilnehmer viel spass beim filzen haben werden.


 am samstagmittag konnten wir nach weiteren gartenarbeiten im garten auf der neuen feuerstelle angrillen! da freut sich das würstchen... geschafft haben wir im garten wieder vor allem an den wurzeln (kai grub die grossen baumwurzeln aus und ich die kleinen bärlauchzwiebeln.)


 am nachmittag fuhren wir dann alle nach zug, unser hauptziel war die ausstellung "teximus". leider gibt es aus der ausstellung keine fotos, weswegen sie sich mit meiner beschreibung zufrieden geben müssen. die ausgestellten textilkunstwerke sollen einen überblick über das textilkunstschaffen in der schweiz geben - keine ahnung ob sie das wirklich tun. wie immer bei solchen überblicksausstellungen sprachen mich manche sachen mehr, manche weniger an. ganz besonders gefallen haben mir die stoffarbeit aus lauter kleinen bunten stückchen im erdgeschoss und das grosse runde im obersten geschoss, das auch lauter wäschenamensbändern zusammengenäht war, von beiden habe ich mir leider die namen der künstlerinnen nicht gemerkt. spannend war der überblick, aber auch irgendwie entspannend - gab es doch kaum irritierendes zu sehen, sondern vor allem gefälliges.
(und glauben sie mir, mein eigener beitrag, wenn er denn angenommen worden wäre, wäre auch kein beitrag zur irritation gewesen...)


 den sonntag nutzten wir zum spazierengehen und faulenzen im garten - der schlehdorn blüht!


und heute habe ich letzte hand an die vorbereitungen für meine reise nach hohebuch zum filzertreffen angelegt: kursunterlagen konfektionieren, plakate gestalten und möglichst den überblick über kurs, filzertreffen und besuch bei freunden behalten und für keinen der drei teile der reise etwas vergessen einzupacken...

Samstag, 29. März 2014

kreuzwegstation acht

jesus begegnet den weinenden frauen. 
(graue neuseelandwolle, merino-seiden-mischung, glas, zwirnsfaden.)

der text zu dieser kreuzwegstation, der bei lukas 23, 28-31 zu finden ist, verwirrt mich komplett:  
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
anstatt des heils eine düstere prophezeiung - und welche zeit spricht hier jesus an? ist sie schon vergangen oder steht sie uns erst noch bevor? für mich geht es hier im die einbindung in die geschichte, in die geschichte der menschen, nicht um heilsgeschichte. an kriege, völkermord, vertreibung lassen mich diese worte denken, an die greueltaten der jüngeren vergangenheit. wie soll das in den kreuzweg mit eingehen? tatsächlich finde ich beim herumsuchen in meinen fundstücken etwas passendes: vor mehr als zehn jahren machten wir im nordwesten tschechiens einen langen sommerurlaub und streiften dabei auch viel durch die wälder, an flüssen entlang und durch kleine und grössere städte. im wald fanden wir die hinterlassenschaften einer alten glashütte und gruben eine ganze menge reste von einem glasmacherofen aus. die schönsten, aber auch die bizarrsten teile nahmen wir mit. fast alle dieser fundstücke haben aber etwas fliessendes, das abrupt abgestoppt wurde durch das erkalten.
aus welcher zeit diese überreste stammen weiss ich nicht - durch die familie meines mannes ist für mich aber gerade diese weltgegend mit einer menge an geschichte verbunden, auch und gerade mit der jüngeren vergangenheit.


im jonental bleiben die weinenden frauen im dunkeln, in der düsternis, angesichts der prophezeiung kein wunder.

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg.  

Donnerstag, 27. März 2014

meine arbeit am kreuzweg

heute habe ich das letzte bild des bilderzyklus "kreuzweg" abschliessen können. zumindest was die filz- und nadelarbeit angeht, natürlich werde ich weiterhin bis ostern (oder genauer bis zum gründonnerstag) hier die einzelnen kreuzwegstationen zeigen und so weit ich etwas dazu sagen kann, auch ein paar erläuterungen geben. 
 

manche, die hier liest, mag sich vielleicht gefragt haben, wie man sich ausgerechnet mit diesem thema auseinander setzen, sich damit filzend beschäftigen kann. ich denke mir das, weil sich der kreuzweg teilweise als so eine art "quotenkiller" im blog erwiesen hat, vor allem hinsichtlich der kommentare (so wenige wollten sich noch kaum einmal zu etwas gefilztem hier im blog äussern). 


für mich hat die auseinandersetzung mit dem kreuzweg zwei dimensionen - zum einen die religiöse, zum anderen aber auch eine kunsthistorische. und ganz klar kann ich die beiden nicht trennen. wie komme ich denn nun aber auf den kreuzweg? zum einen gibt es in unserer familie so eine art tradition immer wieder kreuzwege (also die, die sich oft vom dorf/ort/stadt zu einer kappelle hochziehen) zu begehen, gerne auch tatsächlich am karfreitag, der ja der "richtige" tag für so etwas ist. oftmals finden dann auch kreuzwegprozessionen statt, aber an so einer haben wir noch nie teilgenommen. schon mit meinen grosseltern und eltern sind wir ab und zu (allerdings eher wohl nicht am karfreitag, denn dann ist dort wirklich prozession) auf den salvatorberg in schwäbisch gmünd gestiegen (oder gepilgert). mit meinem mann und mit den kindern habe ich dann begonnen, immer wieder neue kreuzwege zu entdecken - und selbstverständlich fängt man dann an zu vergleichen: welche bilder sagen mir etwas, welche finde ich langweilig oder nichtssagend, welche stossen mich sogar eher ab? 
wichtig für uns - vor allem auch mit den kindern - war immer: das leiden jesu gehört zur zentralen botschaft des christentums: erst durch das leiden und sterben kann jesus auferstehen und so für uns auf dem weg des heils vorangehen.  ob das theologisch korrekt formuliert ist, kann ich nicht beurteilen, aber so habe ich es verstanden. dabei ist das "auf den berg steigen" durchaus hilfreich: einer der von uns häufiger begangenen kreuzwege liegt zwischen gansingen und hottwil, man muss da zuerst mal ein ganzes stück den berg hochlaufen um an den startpunkt zu kommen, den eine kleine mariengrotte bildet. danach geht es steil den berg hinauf, begleitet von eher kargen kreuzwegstationen aus stein. oben angekommen, so ungefähr bei station 13, tritt man aus dem wald auf eine im idealfall besonnte wiese, auf der eine kleine kapelle mit der 14. station steht. hier gibt es dann auf der karfreitagswanderung ein schönes picknick. gerade als die kinder noch kleiner waren denke ich, wurde so die ostergeschichte ein wenig erfahrbarer gemacht.


 und ich habe im laufe der zeit eine ganze menge verschiedene kreuzwegsdarstellungen kennen gelernt. im letzten jahr zum beispiel war wir im museum um kreuzwegsbilder anzuschauen. klar ist, die verschiedenen epochen hatten ganz unterschiedlichen zugang zur leidensgeschichte. bis der uns vertraute kreuzweg sich um 1600 herausbildete gab es viele formen der erinnerung an das leiden christi. früher wurde mehr erzählt, seit dem vergangenen jahrhundert setzte sich eine eher abstrakte auseinandersetzung mit dem thema durch, die heute aber an vielen orten schon wieder zurückgenommen wird.


das thema kreuzweg habe ich nicht bewusst gesucht - es kam mit aber sehr entgegen, weil ich gerne einmal seriell arbeiten wollte. den rahmen bildet das format und die "grundwolle" - graue neuseelandwolle. ich habe die gelegenheit genutzt und mir vertraute techniken wie das arbeiten mit schichten oder auch das flechten oder weben an vielen stellen angewandt, ich bin aber auch mal über meinen schatten gesprungen und habe sachen ausprobiert (oder wieder einmal angewandt) die ich nicht so oft/gerne mache: stoff einfilzen (liebe ruth, wenn du das liest: ich und die pongé-seide sind immer noch keine freunde!) oder sticken zum beispiel. spannend fand ich es fremdkörper einzufügen, auch das mit verschiedenen techniken. manche bilder erzählen eher eine geschichte, auch geschichten, die ich mir beim machen ausgedacht habe, wie die von der veronika, andere transportieren eher eine stimmung, ein gefühl.
nun, da der kreuzweg fertig ist, bin ich auch ein stückchen froh und erleichtert, wie man das ja sein darf, wenn das leiden endlich ein ende gefunden hat. zeit für die osterfreude ist es noch nicht, aber halbzeit in der fastenzeit, am sonntag markiert der sonntag laetare die mitte. wenn sie lust haben, begleiten sie mich doch noch die restlichen wochen auf dem weg zur auferstehung, zum osterjubel. alle bisherigen kreuzwegstationen finden sie unter dem tag kreuzweg.

Mittwoch, 26. März 2014

kreuz und quer

ganz klar muss dieser post damit beginnen, dass wir immer noch kein telefon und kein festnetzinternet haben. da das ganze jetzt seit 2 wochen so geht, haben wir mittlerweile eine reihe von ersatzmassnahmen getroffen. damit anrufer zum beispiel nicht immer hören müssen, dass es unseren anschluss nicht gibt, gibt es eine weiterleitung auf mein mobiltelefon. damit wir (auch und vor allem mit dem ausland) telefonieren können, haben wir ein guthaben auf skype. und das internet funktioniert ja glücklicherweise dank mobilinternetstick. am abend gibt es manchmal eine runde vom mittleren organisiertes w-lan per hotspot, damit die nicht mit einem datenabo verwöhnten mobilphöner all ihre verpassten whatsapps und den digitalen familienkalender updaten können.

da das alles aber nicht wirklich lustig ist, bemühen wir uns parallel auch darum endlich wieder einen festnetzanschluss zu haben. pardon, einen funktionierenden festnetzanschluss natürlich, denn nominell sind wir ja kunden des orientalischen telefonanbieters. gestern war dann in diesen bemühungen so eine art höhepunkt erreicht: will heissen, innerhalb eines tages hatten wir immerhin vier bis fünf verschiedene diagnosen, wo der fehler liegen könnte: wir hatten hier ein neues modem (das modem könnte defekt sein - auch wenn es schon xmal getestet wurde), am vormittag kam ein mitarbeiter der gesellschaft, die die leitungen betreibt und zog eine neue leitung vom anschluss bis zur dose, installierte eine neue dose und versicherte uns, dass jetzt alles in ordnung sei, zumindest innerhalb des hauses, weil anschluss hatten wir weiterhin keinen. (ein anderer mitarbeiter hatte vor ein paar tagen mehr glück: nachdem er alle nebenstellen abgehängt hatte, ging das telefon für 72 stunden wieder, rekord in den letzten zwei wochen!) diagnose: der ehemals staatliche telefonanbieter hat irgendwas falsch gelötet?! (ok, die sind fleissig, das müssen die nämlich bereits zwei mal am sonntagmorgen gemacht haben, weil just dann der anschluss weg war), der freundliche herr vom ehemals staatlichen telefonanbieter sagt: nein, an uns liegts nicht, alles richtig gelötet, es ist ein softwareproblem zwischen modem und orientalischem telefonanbieter. und der orientale  - na, sie ahnen es schon - sagt, nix da, der staatliche, der wars, der soll jetzt mal aber hopphopp zackzack, weil der kunde wartet ja schon so lange...

also falls sie jetzt lachen mussten - mir ist es gestern gründlich vergangen. irgendwann will sich heute der orientale oder der staatliche oder weiss der gugger wer melden. oder morgen, oder am freitag.
und ich gehe jede wette ein, wenn wir diese woche nochmal telefon haben sollten, spätestens sonntagmorgen fällts aus.

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darum zu erfreulicherem. gestern kam superpünktlich schon die zweite frühlingspost. diesmal von der hansedeern.  der kartenständer füllt sich also! danke!


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ein bisschen grössere post kam auch. da diese wollbestellung eher eine lagerauffüllaktion war  hatte ich zuerst das gefühl, dass es garnichts zu freuen gäbe, aber als ich dann das paket aufgemacht habe und mir die appetitlich verpackten wollen entgegen kamen, da hab ich mich dann doch gefreut! vielleicht ist das dann auch ein anreiz, endlich mal wieder was zu filzen, weil für den oster- und den frühlingsmarkt könnt ich schon noch ein paar sachen brauchen, aber momentan gehen leider ein paar andere sachen vor.

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einschub in sachen telefon: gerade hatte ich noch ein gespräch mit einem technischen support. ich verzichte auf die wiedergabe des telefonats und empfehle ihnen anstattdessen die lektüre wahlweise von warten auf godot oder der nashörner von ionesco.

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die vorbereitungen für den vorkurs an der filzerbegnung in hohebuch gehen voran. es macht grossen spass für eine ganze gruppe die unterlagen zusammenzustellen. allerdings habe ich es total unterschätzt wieviele flechtstreifen es für eine so grosse gruppe braucht. da trifft es sich gut, dass ich mit der tochter heute sowieso in die stadt muss um ihr gwändli für die erstkommunion abzuholen. ich bin mal gespannt, ob es ein passendes gibt! wir werden wohl einen ganzen stadtbummel draus machen können, denn in die bibliothek wollen wir auch noch und hausschuhe kaufen und sicher fällt uns noch das eine oder andere ein...

kreuzwegstation sieben


jesus fällt zum zweiten mal unter dem kreuz. 
(graue neuseelandwolle, steinschaf/lamm, merino-seiden-mischung, mehr steine.)

die steine sind nicht mehr freigelegt, die wollschicht darüber ist dicker, trotzdem sieht man sie noch gut. auch das kreuz ist aus einer dickeren wollschicht. 


zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg

Sonntag, 23. März 2014

kreuzwegstation sechs


veronika reicht jesus das schweisstuch. 
(graue neuseelandwolle, schwarze merino-seiden-mischung, pongé-seide, verschiedene näh- und stickgarne.)

auch wieder so eine station an der sich das bild nahezu aufdrängt, veronika, über die ich nicht viel mehr in erfahrung bringen konnte, als dass ihr name aus dem makedonische kommt und "die siegbringerin" heisst, reicht jesus ein tuch, mit dem er sich den schweiss abwischen kann. der legende nach bleibt das gesicht jesu in diesem tuch abgebildet,dieses schweisstuch der veronika wird bis heute, obwohl es mehrere ausgaben davon gibt, als reliquie verehrt.

obwohl das tuch in fast allen bildlichen darstellungen weiss ist, drängte sich mir für die farbgestaltung zunächst ein zartes blauviolett auf. nach einigem überlegen kam ich dann auch auf die verbindung: der früh im jahr blühende gamander-ehrenpreis trägt auch den lateinischen namen veronika. und weil mich diese farbe so verfolgt hatte, landete zum schluss auch noch der ehrenpreis auf dem tuch der veronika: ich stelle mir vor, dass sie es bestickt hat, sie ist noch nicht ganz fertig mit ihrer arbeit, ein saum fehlt noch, auch ist es noch nicht rundherum mit den blütenranken verziert. trotzdem reicht sie es nun dem leidenen jesus auf seinem weg. auch hier tritt wieder das kreuz und damit das leiden hinter die begegnung zurück. die beziehung in die jesus zu veronika eintritt durch ihr mitleiden, ihre mitfühlende geste steht hier im vordergrund.




der vollständigkeit halber die abbildung aus dem jonental: veronika und jesus blicken sich an, sie bietet ihm das tuch an.

zum nachlesen: alle kreuzwegstationen finden sich unter dem stichwort kreuzweg