Donnerstag, 5. April 2018

#wmdedgt 5.april 2018

6.22 uhr, auf deutschlandfunk kultur wird das wort zum tage angekündigt, und für mich ist es zeit aufzustehen. das radio läuft zwar schon seit sechs, für mich aber nur um geflissentlich ignoriert zu werden.

unten in der küche räume ich den geschirrspüler aus, koche kaffee, stelle die frühstücksutensilien heraus, bereite mir ein müesli zu und warte bis die ersten familienmitglieder aufstehen. heute gibt es nicht viel zu warten, der grosse sohn steht schon unter der dusche, die tochter kommt zum frühstück, kurze besprechung ihres tages, der heute - wie immer donnerstags - sehr voll sein wird, plus teilnahme ihrer schulklasse an einer vernissage im historischen museum am abend. die uhr am backofen geht um fünf minuten vor, gelegenheit noch einmal die sache mit dem fehlenden strom im europäischen stromnetz zu klären, wobei ich dachte, die tochter hätte das mitbekommen. viertel vor sieben startet sie mit dem fahrrad richtung schule, immerhin regnet es noch nicht. mit dem grossen sohn bespreche ich besorgungen, die am samstag erledigt werden sollen, er übernimmt den einkauf frischer lebensmittel fürs geburtstagsessen am sonntag und startet 7.03 uhr mit dem bus. ich frühstücke mit kai weiter, auch mit ihm eine kurze besprechung wer wann wie am abend zum museum kommt. und die folge von designated survivor, die wir am abend zuvor gesehen haben, ist gesprächsthema - ein bisschen spannender dürften die folgen schon mal wieder werden, meiner ansicht nach liegt es daran, dass weder in staffel 1 noch 2 eine wirkliche bedrohung aufgetaucht ist. wir versuchen den inhalt zu rekapitulieren, bis kai um 7.18 uhr auf den bus geht.

danach will die mit nachtstrom gewaschene wäsche aufgehängt werden (ha, da muss ich immer wieder dran denken, dass bei einem der ersten 12 von 12s, an dem ich mitgemacht habe, mein waschküchenbild negativ bemerkt wurde, aber die waschküche und ich sind halt am morgen immer dran und es bleibt ihnen hier definitiv nix erspart.)

der mittlere sohn ist mittlerweile aufgestanden, er kommt am abend nicht ins museum, weil er noch training hat und verabschiedet sich um 7.48 uhr auf den bus.

mittlerweile hat es zu regnen begonnen, ich warte noch auf ein paket, und überlege mir, dass ich besser den postboten abwarte, weil er es mir bei regen vielleicht nicht vor die türe stellen wird. ich beginne mit diesem blogeintrag - aber wenn der pöstler jetzt dann nicht bald kommt, muss ich trotzdem los in die werkstatt.

um 8.15 uhr entdecke ich den paketwagen ... und er fährt einfach an unserem haus vorbei. aha. die sendung war angekündigt und das funktioniert hier eigentlich sehr zuverlässig. vielleicht entdeckt der fahrer das paket ja später und bringt es noch vorbei.

ich gehe jetzt aber definitiv los, mit dem velo geht es schnell und so bin ich 8.30 uhr in der werkstatt. ich kümmere mich nicht um den fehlversuch eines klappbaren sitzfilzes von gestern und mache mich anstattdessen ans filzen von schlüsselanhängerfischen. ich brauche waren für den frühlingsmarkt in unserem quartierzentrum und will gerne mal wieder was neues zeigen. ich habe eine ungefähre idee, wie das funktionieren könnte mit dem schüsselfisch, aber details muss ich ausprobieren. nach relativ kurzer zeit fühle ich mich sehr an das experiment von gestern erinnert und fluche innerlich, dass ich mir das nicht besser vorher überlegt habe. schlussendlich wird es dann doch noch gut, aber für die massenproduktion taugt der erste versuch nicht.
nebenbei höre ich die playlist zum fest und flauschig podcast von jan böhmermann und olli schulz, auf den podcast selbst verzichte ich heute lieber, die gestern gehörte folge war einfach nur langweilig. ausserdem kann ich mich mit musik besser konzentrieren als mit laberpodcast. die playlist ist abwechslungsreich, und jetzt bin ich doch wieder neugierig auf den podcast und möchte gerne wissen, wer sich peter saarstedts where do you got o my lovely gewünscht hat. ich habe eine vermutung.
um viertel nach neun erhalte ich die nachricht, dass mein paket erst morgen zugestellt wird. 
der zweite fisch wird schon besser und ich hab den dreh jetzt raus, wie das fischmaul so richtig fischmaulig werden kann. (wer heute den tag über mal in die stories auf insta geschaut hat, hat die fische schon gesehen. das mit dem handling der stories krieg ich auch noch irgendwann auf die reihe.)

aber allzulange habe ich heute gar nicht zeit, denn um 11 breche ich schon wieder auf um zu hause das mittagessen für die tochter und mich zu machen.

während ich den teig für quarkkeulchen zubereite rufe ich kurz meine mutter an und lasse mir von ihrem gestrigen ausflug zur mandelblüte in die pfalz berichten. kurzfassung: es war schön bis auf eine eher mühsame autobahnfahrt und das teilweise befremdliche verhalten der mitreisenden. ein bisschen zum schmunzeln ist es schon - aber vermutlich nicht, wenn man live dabei war - wenn eine der damen das buffet plündert, zum nachhausenehmen in die mitgebrachte tupperware verfrachtet und sich damit rechtfertig, sie habe ja viel weniger gegessen als die anderen am tisch... und doch gleich viel bezahlt!

die tochter und ich essen heute früh (zum mitnehmen bleibt nix übrig ;)), sie startet um 12.20 uhr schon zum saxophonunterricht. ich koche mir einen kaffee, schreibe am blogpost weiter und überlege, wie ich meinen tagesplan umstellen kann. ohne den inhalt des pakets, eine modularbeit des filzlehrgangs, die ich begutachten soll, kann ich heute nachmittag nicht wie geplant weiterarbeiten. verschiebe ich das also auf morgen früh.

anstattdessen lade ich industriestaubsauger und zwei frei gewordene grosse plastikboxen ins auto und mache mich auf den weg zum baumarkt. ich brauche noch malerfolie für den filzworkshop am samstag, danach gehe ich lebensmittel einkaufen, treffe in der tiefgarage eine bekannte und wir ratschen ein bisschen über unsere nachbarschaft. beim verlassen der tiefgarage sehe ich am strassenrand mehrere gartentruhen aus holz stehen, die man gratis mitnehmen kann. sie sehen noch sehr gut aus und dürfen mit. glücklicherweise bin ich eh grad auf dem weg zur werkstatt, da kann ich sie gleich dort abladen als möblierung für den balkon vor dem werkstattfenster, der für den kommenden sommer hergerichtet werden soll.

während ich staubsauger, plastikboxen und gartentruhen verstaue treffe ich meine werkstattnachbarn, die ganz begeistert sind von der neumöblierung, wir teilen uns den balkon und jetzt auch die neuen sitzgelegenheiten. der drummer bestellt ein stück filz für seine basstrommel, ich staubsauge und wundere mich, woher schon wieder diese mengen an flusen kommen. aber hauptsache der boden ist für den kommenden filznachmittag und den workshop wieder sauber.

danach gehts nach hause, lebensmittel verstauen und einen weiteren kaffee trinken. eine nachbarin ruft an, sie sucht eine nachhilfe für eine junge eritreerin, ich muss es mir überlegen ob ich das übernehmen kann, habe ich doch gerade erst eine nachhilfeschülerin auf basis nachbarschaftshilfe bekommen. blöderweise hat halt auch mein tag nur 24 stunden.

achtung, liebe leserin, jetzt wird es langweilig, denn anstatt morgen früh - sie erinnern sich, da ist der inhalt des pakets dann dran - putze ich heute schon küche und bad. irgendein familienmitglied oder vielleicht auch alle gemeinsam haben es geschafft, ein tropfendes milchkännchen auf jede glasscheibe im kühlschrank zu stellen und niemand ist in den vergangenen drei tagen auf die idee gekommen, die festgeklebte milch wegzuputzen. danke. das war dann auch schon das spannendste an der putzerei. aber ich bin so weit fertig und darf mich morgen nur noch ums staubsaugen im obergeschoss kümmern.
beim putzen habe ich die lage der nation gehört, ein podcast aus dem küchenstudio, aber nicht die aktuellste folge, sondern die von der vergangenen woche, die ich verpasst hatte.

übrigens habe ich so über den tag entschieden, dass dieser blogpost ohne bilder auskommen wird, ich vertraue für einmal ganz allein der kraft des wortes. und es macht mir ungeheuer spass mal wieder einen längeren text zu produzieren, naja, so hintereinanderweg ist das ja auch nicht so schwer. überhaupt müsste man mal wieder, oder lieber viel öfter, hier auf dem blog und auch anderswo. in letzter zeit war es dort ziemlich ruhig und das wieder anfangen mit dem bloggen fällt mir immer am schwersten. aber glücklicherweise gibt es ja so lustige rituale wie dieses #wmdedgt = was machst du eigentlich den ganzen tag? wo man sich entweder selbst auf die schulter klopfen kann, was für ein "fässle" man wieder gewesen ist, was man so den ganzen tag gewuppt bekommen hat, oder wo man sich still und leise in grund und boden schämt, weil man so viel auch wieder nicht hinbekommen hat.

ende des exkurses.

ich mache mich also gegen 18.15 uhr auf den weg zum historischen museum, unterwegs versucht kai mich zwei mal zu erreichen, weil er schon dort ist und mir einen platz reserviert hat. am museum angekommen muss ich leider feststellen, dass ich mein fahrradschloss vergessen habe und stelle mein velo unabgeschlossen ab. ommmm, jetzt nur ganz ruhig bleiben, vor der vernissage schaffe ich es nicht mehr heim, also heisst es hoffen, dass das ding nachher noch dasteht. die eröffnungsreden werden von rednerin zu redner besser, der initiator der ausstellung erzählt, wie er das konzept erstellt hat, und zwischendurch kommt der part der schülerinnen und schüler der klasse der tochter. sie erzählen zwar mehr zum thema selbstbild als zum thema gesichter, aber das scheint niemand so recht aufgefallen zu sein. nach den reden gehen wir kurz durch die ausstellung, beschliessen aber rasch, zu einem späteren zeitpunkt noch einmal wiederzukommen, weil heute ist es effektiv zu voll, ein bisschen apero, anstossen mit einem anderen elternpaar, dann machen wir uns auf den heimweg (mit dem velo!), essen zuhause den kühlschrank leer und erzählen einander vom tag. der mittlere sohn ist noch im sport, irgendwann kommt er auch nach hause. ich schreibe den post zu ende und nachher wird der tag wohl auf dem sofa mit einer weiteren folge designated survivor ausklingen dürfen.

ihnen alle eine gute nacht! und frau brüllen herzlichen dank für anstoss und plattform für diesen post.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

kommentare und profildaten werden an google übermittelt. es ist ebenfalls möglich, anonym zu kommentieren, hier wird nur ihre ip-adresse zu meiner sicherheit gespeichert. zur datenverarbeitung und zu ihren widerrufsmöglichkeiten verweise ich sie auf die datenschutzerklärung (link oben im blog).