Donnerstag, 26. März 2026

genua vertikal (tag drei unserer genua-reise)

genua ist aufgrund seiner lage zwischen meer und bergen eine vertikale stadt. die strassen schlängeln sich die hänge hinauf, die häuser scheinen, vom meer her gesehen, eher übereinander als nebeneinander zu stehen. bevor fast alle menschen autos hatten, muss das ganz schön anstrengend gewesen sein. aber mit dem ausbau der stadt die hänge hinauf wurden auch verbindungen gebaut - zwei standseilbahnen, eine zahnradbahn und viele, viele ascensore, also einfache lifte, verbinden die weiter unten gelegenen stadtteile mit denen weiter oben. 

unser ziel für unseren dritten tag in genua waren diese vertikalen verkehrsmittel.  

wir starteten wieder mit capuccino und dolci bei klainguti - dann ging es quer durch die altstadt zur talstation der ersten bahn.  

 
auf dem weg lag aber noch eine kleine kirche mit einem imposanten namen: chiesa di santa maria maddalena e san girolamo emiliani. 
 
viel gold, viel schnörkel, man sieht halt schon, wann die genueser geld hatten.  
 
einige fenster mit durchscheindenden steinen, ob das onyx ist? oder einfach nur sehr dünner marmor?  
 
ich vermute ich schrieb es schon mal, man sieht es ja auch immer mal wieder in kirchen: gottvertrauen ist wichtig, aber ein gutes desinfektionsmittel hilft halt schon auch, wenn sich menschen, vor allem solche, die aufgrund von alter oder krankheit anfällig sind, sehr nahe kommen.  

verschliessbares taufbecken - wir sahen das später an anderem ort nochmal, da war dann davor auch gleich eine ganze kinderspielecke eingerichtet. 

 

weiter kamen wir am rathaus vorbei, gut bewacht, aber auch von grünzeug erobert.  

 

das funicolare zecca-righi startet im tunnel, mit uns unterwegs waren auch einige downhill-mountainbiker. weiter oben kommt man dann ans tageslicht, sieht aber während der fahrt nicht allzu viel ausser einigen verwilderten und anderen sehr gepflegten gärten.  

 

ist man oben auf dem "righi", kann man aufs dach der bergstation steigen und hat von oben einen rundumblick - nach süden lag das cinque-terre noch ein bisschen in wolken.  

im hafen direkt unterhalb lag schon wieder ein neues kreuzfahrtschiff. - nach hinten in die berge haben wir zu fotografieren vergessen. 

das mutet ein bisschen portugiesisch an. 
von der bergstation kann man noch weiter bergauf gehen - wir entschieden uns aber für den weg richtung süden entlang einer mauer, der stadtmauer? besser wären wir auf der mauer gegangen, da hätten wir vielleicht mehr gesehen, aber zurück wollten wir dann auch nicht mehr. 

 

so gingen wir ein stück durch einen wald - überall blühte der wilde fenchel. an der porta san bernhardino verliessen wir die mauer und folgten der gleichnamigen salita (treppenweg), die uns zur via antonio crocco brachte. 

 

dem folgten wir dann bergauf zum nächsten vertikalen verkehrsmittel - vorher aber machten wir noch halt in einem kleinen lebensmittelladen mit cafébar - fast wie auf dem land gab es hier das wichtigste an lebensmitteln zu kaufen, aber auch caffe aus einer richtigen kaffeemaschine. wir plauderten ein bisschen mit der ladeninhaberin - und weil es gerade so gut lief mit dem italienischen wies mich kai an, nach restauranttipps zu fragen. mit erfolg, aber dazu später mehr. 
bergab liessen wir uns vom ascensore magenta bringen. 

 

unten führt dann ein langer gang wieder auf die nächste strasse - hier gab es noch eine besonderheit: auf der rechten seite des gangs gab es einen weiteren lift, der zu einem karmeliterkloster geführt hätte, leider war gerade mittagspause, so dass wir diesen abstecher nicht machen konnten.  

 
nächstes transportmittel: funicolare sant'anna bertani-portello, eine weitere standseilbahn, nur viel kürzer als die erste und komplett automatisiert.  



unten landeten wir an der piazza portello mit blick auf ein tunnel - und rechts wäre dann schon wieder der nächste lift gewesen, aber wir brauchten eine pause. die machten wir dann auch - wieder auf der dachterrasse des hotels - wie gut die wahl dieses hauses war, begannen wir über die tage immer mehr zu schätzen. 

am nachmittag starteten wir die zweite runde bähnlefahren - aber zuerst testeten wir die metro, die in der innenstadt die beiden bahnhöfe verbindet und im westen auch ein wenig weiter geht. wir stiegen am bahnhof piazza principe wieder aus und suchten uns den weg zum zahnradbahnhof der strecke nach granarolo. ein bisschen mussten wir auf das bähnchen warten, rundherum ist es wenig idyllisch, aber das warten hat sich gelohnt.  

eine winzige kabine für nicht sehr viele menschen, aber schön aus holz. 

und oben dann dieser bahnhof. 

eventuell waren wir ein wenig ausblicksmüde, aber der rundumblick war auf dieser seite der stadt auch nicht so überwältigend, dazu wurde das wetter schlechter. was wir erst im nachhinein entdeckten: von hier kann man zur righi spazieren, eventuell auch wandern, das müsste man sich für einen weiteren besuch merken. 

dafür gab es dann auf dem weiteren weg durch granarolo und hinunter durch andere stadtteile einiges unspektakuläres zu sehen. hier oben in der kirche maria auferstehung entdeckten wir das taufbecken mit der kinderspielecke - da aber auch betende menschen anwesend waren, wollte ich nicht fotografieren. 

wir waren entzückt über das fortgeschrittene frühjahr, überall so viel grün! und klauten von einem lorbeerbaum blätter für zuhause. 

 
am ende unseres spaziergangs landeten wir in einem einfacheren wohnviertel, liessen uns ein stück vom bus mitnehmen, gingen dann wieder ein stück zu fuss, tranken ein glas wein in einer bar und sprangen noch einmal in einen bus, der uns in halsbrecherischer fahrt in die nähe unseres hotels brachte. 
 
schon von unterwegs hatten wir in der östaia a ribotta reserviert - die empfehlung der freundlichen ladenbesitzerin, sie erinnern sich?  

 
tat volkstümlicher als es war, wir assen trotzdem gut, vorspeise war ein fritto misto verdure und hier haben wir einen gefüllten hasen auf den tellern. lecker, ein bisschen salzig und leider war es so gar nicht nett und gemütlich im lokal. der begriff gentrifizierte volkstümlichkeit trifft es vielleicht, jedenfalls wurde viel herumgerannt und mündliche ergänzungen der speisekarte vorgetragen, aber alles ein bisschen zu artifiziell und schick. aber schöne gläser! man liess uns am ende arg lange auf dolci und kaffee warten, so dass die laune auch nicht besser wurde.  
aber: die osteria lag direkt an der piazza portello (sie erinnern sich? die mit dem aufzug, den wir am mittag nicht mehr benutzt hatten?)  

das holten wir jetzt nach. zuerst geht es ein stück in den berg hinein. 

dann mit dem lift auf das belvedere hinauf. 

  

und dann sieht man natürlich wieder auf den hafen.  


auf der westlichen seite des belvedere ging es für uns mit einem weiteren lift, dem ascensore colombo, wieder hinunter. um diese tageszeit endet der gang des lifts dann mitten im strassentunnel der galleria giuseppe garibaldi. tagsüber kann man die fahrbahn überqueren und durch einen weiteren fussgängertunnel weiter zum palazzo meridiano gehen, aber der ist nachts verschlossen. 

was uns einen umweg bescherte, aber allmählich begannen wir dafür die stadt zu durchschauen. 

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