Sonntag, 1. März 2026

kw 9 - zu viel drinnen während es draussen frühling wird

 diese woche also ganz zum schluss schon märz. und viel frühling die woche über schon. während ich am dienstagmorgen in meiner tschechischstunde noch "přichází jaro" (der frühling kommt) gelernt habe, hätte ich spätestens am mittwoch formulieren können "jaro je tady", der frühling ist da. die temperaturen waren teils mehr mai als ende februar und die aussengastro erblühte im wettstreit mit flächendeckenden elfenkrokusteppichen. 

auch bei uns im garten gibt es welche und irgendwann wird auch hier ein teppich blühen - vorausgesetzt wir bleiben noch eine weile hier wohnen und bewirtschaften den garten auf eine anscheinend krokusfreundliche art und weise - was ich daraus schliesse, dass es von jahr zu jahr mehr geworden sind.
  
das ist aber keineswegs sicher, das hierwohnenbleiben, denn neben den krokussen bietet der garten halt auch so richtig viel arbeit und ganz abgesehen von ein paar anderen details ist das schon ein grund, in nicht allzu ferner zukunft und nach demnächst bevorstehendem auszug des letzten kindes wieder heftiger über einen umzug nachzudenken. der ausfall der öl(!)heizung gegen ende der woche und die nicht ganz billige wartung, die das nach sich gezogen hat, tragen ihr übriges dazu bei. 
die neueste modifikation des in deutschland ja mittlerweile selbst bei seriösen medien als "heizungsgesetz" geframten gebäudeenergiegesetzes betrifft uns ja nicht direkt, aber aus der erfahrung können wir sagen, dass wir noch keinen vermieter gehabt haben, der freiwillig eine heizung eingebaut hätte, die ihn zunächst teurer kommt, aber dafür nicht den mietenden die last für steigende energiekosten aufbürdet. und der aktuelle wohnungsmarkt lässt das halt zu, weil mietende auch weiterhin nicht in der lage sein werden, eine wohnung mit ölheizung abzulehnen, und so die vermieter zur modernisierung zu zwingen. und da haben wir den katastrophalen rückschritt für das klima noch gar nicht eingepreist. 
 
aber zurück zu meiner woche: mässig arbeit in der arbeit, für eine sitzung mit dem vorstand musste ich nicht kommen, dafür nahm dann das mitteilen der ergebnisse durch zwei personen mehr oder weniger den mittwochvormittag ein. und dabei habe ich noch nicht einmal das protokoll gelesen. immerhin weiss ich jetzt sicher, dass das kommende jahr mit gutem willen beworfen wird, aber die zuversicht über eine temporäre besetzung der vakanten stelle gering ist. plan b ist durchwursteln, na dann: prosit. wie das aussehen wird, weiss ich ja schon. 
 
trotzdem war ich nicht so oft in der werkstatt und habe mich anstattdessen mit den letzten vorbereitungen für die gv des vereins filzszene beschäftigt. die präsentation steht, das darumherum will noch ein bisschen werden, aber es gibt eigentlich kaum mehr etwas, was wir nicht auch am kommenden samstag vor ort noch schnell lösen könnten. was mich freut: die anmeldungen sind zahlreich, auch wenn wir in diesem jahr in der zentralschweiz, in ebikon bei luzern, tagen werden. 
 

 
beschäftigt habe ich mich vor allem mit ein wenig entwurfsarbeit für einen grösseren shirdak. da wirkte der shirdaksamstag von letzter woche noch nach. die abbildungen originaler alter shirdaks zeigen ganz häufig abgeschnittene muster und zeugen davon, dass da wahrscheinlich eher ohne grossen plan gearbeitet wird. ob es meinem teppich schadet, wenn ich das anders mache? 
vorerst suche ich nach einer guten lösung bei der flächeneinteilung - mit dem ziel möglichst meine filzflächen alle verwenden zu können. bei den bordüren rundherum habe ich eine idee, wie ich die ecken gestalten möchte, die gar nicht der tradition zu entsprechen scheint - aber ein traditioneller shirdak ist es ja auch gar nicht, was ich machen will. 
 
gegen ende der woche gab es noch einen ausflug (nicht weit, aber momentan nicht unbedingt erreichbar) an einen ort, der vielleicht spannendes nach sich zieht. drücken sie mir mal trotz kryptik die daumen, der ort ist schon mal schön geworden in der zeit, in der er nicht zugänglich war. 
 
abendprogramm gab es diese woche gleich zweimal: 

am mittwochabend sahen wir schon das vierte stück unseres theaterabos, aber wieder hatten wir uns verwählt. "baustelle", so der titel des stücks, bringt echte bauleute auf die bühne, aus ganz verschiedenen gewerken, aber immer mit viel berufsehre. gespielt haben sie toll, oder vielmehr ihre rollen ausgefüllt, denn eigentlich verkörperten sie ja vom "stromer" bis zum strassenbauer sich selbst in ihrer ganzen unterschiedlichkeit von herkunft, bildung, haltung. ganz viel berufsstolz war da auf der bühne, nur leider war das dann ungefähr so tiefgehend wie das zufällig belauschte gespräch im öv oder am nebentisch im restaurant. wer im richtigen leben ab und zu hinhört, hatte viel schon gehört, vom hierarchiegefälle unter den gewerken, von vorurteilen gegenüber und untereinander, vom begründeten oder unbegründeten vorwurf des sexismus und halt leider auch reichlich platitüden. an einer stelle wurde es ein bisschen lyrisch, mal ein bisschen gesellschaftskritisch, aber ansonsten: berufsmesse auf der bühne. das publikum ausnahmsweise aber wenigstens zu einem grossen teil in einem alter, wo man noch mal über den gewählten beruf nachdenken könnte, und nicht bereits das berufsleben hinter einem liegt. inklusive auftritt einer standesgemäss angelegten truppe von zimmerleuten, also im publikum. wir gingen erneut ratlos und wenig schlauer oder nachdenklicher nach hause. oder doch: hat sich das theater verändert? ist es gefälliger, zugänglicher geworden, während wir immer noch schweres, moralisches, neues, denkanregendes erwarten? 
 

und dann waren wir am samstagabend noch recht spontan bei einem konzert im kulturhaus royal, das uns immer mehr zum erweiterten wohnzimmer wird. hier gab es balkandisco von malo morgen und einen auftritt von the nozez, einer virtuosen truppe, die mit viel perkussion, einer gitarre, einem waldhorn und einer klarinette irgendetwas zwischen traditioneller musik aus südosteuropa und klezmer boten. wild, bewegt, laut, aber auch leise, ruhig und zum hinhören. mit viel rhythmus einerseits, ganz verspielt in anderen passagen. und absolut gute-laune-machend! 
den ersten teil des konzerts verbrachten wir nach einem zumindest für mich etwas endlosen samstag in den alten kinosesseln, in der zweiten hälfte war unser platz mehr vorne bei der band - die sich ganz zum schluss, wie auch bereits am anfang, unters publikum mischte. ein gut teil der gäste teilte den kulturellen hintergrund der band - es wurde in der schmerzhaft kleinen runde mitgesungen, ich denke, es war etwas traditionelles.  
 

 leider ist das wetter ausgerechnet zum wochenende hin wieder ein bisschen schlechter geworden - am samstag war mir das ein bisschen egal, weil wir morgens eine ausführliche einkaufsrunde gestartet haben, inklusive drogerie- und baumarkt zusätzlich zu den üblichen einkäufen auf dem markt. am nachmittag widmete ich mich einerseits dem finishing der gv nach anmeldeschluss und andererseits schuf ich die voraussetzungen für einen guten start in die neue woche, danach dann kochen, kai brachte aus dem kino einen gast mit und nach frühem abendessen ging es ja eh in den club. 

am sonntag ausschlafen, gartenarbeit bis zur kompletten füllung der zweiten grünguttonne - kai sägte nebenbei einen teil der bereits geschnittenen bäume in handliche stücke - und anschliessend ein good-will-besuch im kulturzentrum. die kollegin organisierte bereits den zweiten musikabend, vorbeigeschaut habe ich vor allem wegen ihr und weniger wegen der musik - gitarrenrock ist nicht so meins. 
 

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