der februar war ein lesemonat für mich - und ich habe wieder begonnen, regelmässig in unsere dorfbibliothelk zu gehen. immer dienstags nach dem schwimmen schaue ich dort vorbei. es ist dann meist recht ruhig und ich kann ein bisschen mit den bibliotheksangestellten plaudern und mir lesetipps geben lassen. und auch welche zurückgeben.
mit kristine bilkaus roman halbinsel hatte ich das erste buch schon am ersten tag es monats ausgelesen. ich lag krank im bett und hatte viel zeit zum lesen (und schlafen). die geschichte spielt an der nordsee, wichtiger aber: auf dem land in einem kleinen dorf. eine mutter holt ihre tochter aus der grossen welt zu sich nach hause, nachdem diese bei einem vortrag ohnmächtig geworden ist. die tochter engagiert sich in umweltfragen - und ist die grosse hoffnung der mutter. nun allerdings sitzt sie auf dem dorf und damit für die mutter in einer sackgasse fest. oder ist alles ganz anders? ich jedenfalls hatte viel verständnis für die totalverweigerung der tochter oder vielmehr ihre suche nach einem anderen weg. lag vielleicht auch an meinem eigenen zustand...
gut lag gleich noch eine leseempfehlung der bibliotheksangestellten auf meinem nachttisch. therese bichsels unter der linde ist hier ganz in der nähe verortet. die linde des titels ist die linner linde, ein über 800 jahre altes baumdenkmal, das nur etwa 15 kilometer luftlinie entfernt von hier auf dem bözberg steht und das ich von vielen spazierwegen aus sehen kann.
in episoden lässt therese bichsel die geschichte der menschen von linn und der linde aufleben - eine grosse rolle spielen immer wieder frauen. eingebettet sind die einzelnen episoden in eine rahmenhandlung in der gegenwart, vielleicht eine liebesgeschichte? oder eher doch nicht. jedenfalls ragt in dieser geschichte die historie des baums auch in die gegenwart hinein. und: die webcam des baums, die im buch erwähnt wird, gibt es tatsächlich! - gerne gelesen, ich werde es zum anlass nehmen, mal wieder bei der linde vorbeizuschauen.
aus gründen vertiefte ich mich in ein bisher nur angelesenes geschenk von kai, "die magische langmatt". der band über das wohn- und impressionistenmuseum ganz in unserer nachbarschaft ist anlässlich des umbaus des hauses vor zwei jahren erschienen und zwar nicht zu dessen ende, sondern zu beginn. ein wenig geht es um die geschichte des ehemaligen wohnhauses der familie von charles brown, der die geschichte der hiesigen industrie bei der bbc entscheidend mitgeprägt hat, zeitlebens aber auch ein sammler impressionistischer malerei war. in der hauptsache geht es aber um die "rettung" der langmatt, wie haus und umgebender park heissen. finanziell stand das als stiftung organisierte museum nicht gut da und sanierungsarbeiten waren dringend, einziger ausweg ein sensationeller bilderverkauf, nicht unumstritten, aber letztendlich die lösung. nun wurde in den vergangenen beiden jahren umgebaut und die wiedereröffnung steht im mai bevor.
wieder aus der bibkiothek hatte ich mir den neuesten irving besorgt, königin esther. viele bände von irving besitze ich ja selbst, aber die kritiken für dieses werk waren nun so schlecht, dass ich froh war, dass meine bibliothek auf meinen anschaffungsvorschlag eingegangen ist.
und? ist das buch so schlecht, wie es kritisiert wird? nun, neues habe ich nicht erwartet, viele, viele topoi kommen halt immer wieder in irvings büchern vor. es wird gerungen, es gibt waisenkinder (inklusive auftritt des dr. larch aus gottes werk und teufels beitrag) und interessante verwandtschaftsverhältnisse, diesmal fehlte der bär, also insgesamt sehr irving. in der mitte wird es wirklich zäh, viel bohei um eine fixe idee der elternschaft, inklusive bettszenen. über weite strecken spielt das jüdischsein der leiblichen mutter des hauptcharakters kaum eine rolle, das ändert sich dann im, ich würde mal sagen letzten siebtel des buchs: plötzlich gibt es details aus der geschichte des konflikts zwischen palästina und israel, vorher wurde nicht einmal die staatsgründung, die durchaus in die behandelte zeit fällt, auch nur erwähnt. der gedanke, dass das buch aktualität bekommen sollte im anhaltenden krieg, liegt nahe. schön fand ich die haltung zur formulierung "from the river to the sea" - ja, mit diesem anspruch können beide seiten nur falsch liegen und entfernen sich immer weiter von der lösung des problems und einer möglichkeit des friedlichen miteinanders. warum aber legt irving ausgerechnet und nur der palästinenserin so extreme worte in den mund? oder habe ich da etwas überlesen? (kein spoiler, sie müssen das selbst lesen um diese frage beantworten zu können, und wie gesagt, buchstäblich bis zur letzten seite.
und nun sind wieder sie dran! was haben sie gelesen, was hat sie an der lektüre bewegt?
im vergangenen monat gab es immerhin einen eintrag in die liste, dankeschön!

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