nun liegt sie auch schon wieder hinter uns, die ferienwoche am scharnier der jahre, die hier schon seit vielen jahren einfach so verplempert wird, ohne grosse pläne, manchmal mit besuch, aber vor allem mit viel wohnen. (also: zu hause sein. eine von meinen strickkolleginnen macht gerne den witz, dass sie beim abschied fragt, ob man nach hause gehe zum wohnen, das hört sich dann in etwa so an: gasch hei, go wohne?)
um es zuhause auch wirklich schön zu haben, starteten wir mit einer putzrunde und aufräumaktion in die woche, zumindest ich habe das haus auch später nicht verlassen, und auch den restlichen tag mit häuslichkeiten verbracht.
für den dienstag hatten wie nämlich pläne.
unser erster weg führte uns ins neue domizil des haus konstruktiv im ehemaligen löwenbräuareal in zürich. dort ausgestellt waren werke von arthur lescher, einem brasilianischen künstler. begleitet wurde die ausstellung von einem überblick über den neoconcretismo in brasilien (learning: in diktaturen baut sichs leichter ganz modern), der mit vielen exponaten von max bill illustriert wurde. tatsächlich war max bill auch immer mal wieder beratend in brasilien tätig, aber irgendwie wirkte es halt schon so, wie wenn man halt genügend bills in der sammlung gehabt hätte, aber eher keine brasilianischen künstler der epoche.
die räume, die das museum nun im ehemaligen industrieareal hat, sind deutlich kleiner und weniger vielfältig als im unterwerk selnau an der sihl, allerdings sollen noch mehr räume dazukommen, wir sind vorerst verhalten gespannt.
zum kaffeetrinken blieben wir dann auch nicht im museum sondern gingen richtung hardbrücke und kehrten in der ehemaligen kantine von escher-wyss ein, wo jetzt ein veganes café betrieben wird. viele junge menschen mit laptops und lernkärtchen, sonst ganz ok, aber beim nächsten mal dann halt doch lieber gleich wieder in die zentralwäscherei.
wir experimentierten weiter mit dem neuen zürcher öv, nahmen dann aber zwei buslinien um zunächst zum hauptbahnhof zu gelangen. hier suchten wir lange im unterirdischen shopville nach einem bestimmten laden, mehrstöckigen karten sind manchmal schon ein bisschen verwirrend.
zu fuss spazierten wir weiter ins niederdorf - der andere laden, den wir wegen neuen sitzkissen für stühle und sessel besuchten wollte, machte weihnachtsferien.
weil wir jetzt wirklich viel zeit hatten, gingen wir noch ein bisschen beleuchtung und menschen gucken, und absurde läden.
vom bahnhof aus nahmen wir dann wieder den bus zum muschelessen - ja, das war jetzt zweimal knapp hintereinander, aber die muschelsaison ist halt auch echt kurz.
am tag drauf war dann schon silvester, wir machten besorgungen auf dem markt für die anstehenden feiertage (nur sehr wenige stände, aber fast alles bekommen - am ende dann halt im supermarkt) - den rest des letzten tages im jahr vertrödelten wir zuhause, beziehungsweise brachten wir mit der zubereitung des silvestermenus zu. die tochter leistete uns gesellschaft und brach dann fast zeitgleich mit uns auf - sie in den nachtdienst im wohnheim für cerebral gelähmte, wir zum silvester-rumble ins kulturhaus royal.

vom start weg gab es ein buntes programm - zuerst eine art wohnzimmerkonzert mit gitarren und gesang, dann sortierte andrea uhl (im bild) ihre tasche und überlegte, was sie mit ins neue jahr nehmen wollte. das war natürlich die perfekte überleitung zum alt- und neujahrsbingo am feuer draussen. mit musik wurde die zeit bis zum jahreswechsel übrbrückt, es gab für alle etwas zum anstossen und später ging das programm dann wieder drinnen weiter. wir blieben noch für die beiden nächsten acts: kate lim und odd beholder hatten finta-personen zum einsenden von soundschnipseln eingeladen und daraus eine performance gebastelt. sie wurden abgelöst von crisprbaby, die richtig, richtig laut mit vielen loops und überlagerungen musik machten. irgendwann vor drei waren wir zuhause und im bett - nach einem ganz anderen silvesterabend als sonst.
neujahr war dann erstmal vor allem ausschlafen, dann frühstücken mit übergang zum neujahrskonzert (ging das immer schon so lange?) und anschliessendem etwas überstürztem aufbruch ins kunsthaus aarau, zum traditionellen besuch der
auswahl 25, der ausstellung der aargauer kunstschaffenden.
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| Levent Pinarci, Botenstoff #1, 2025 |
seit einiger zeit scheinen mir viele der kunstwerke bereits um das thema behausung, wohnen und so weiter zu kreisen. so auch hier wieder, dazu viel mystisches, mythisches und esotherisches. und getöpfert plastiziertes.
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| paul takács, warte 2025 |
aber auch witziges - hier zum beispiel die aufnahme des themas rabenkrähen (ich glaube, die sind mittlerweile in den meisten städten ein problem geworden, rund um das haus, in dem meine mutter wohnt, gibt es sie zu hunderten...) durch das malerduo boškovic-scarth.
auch der "schamhügel" von agatha zobrist liess uns schmunzeln.
für einmal verhüllen die feigenblätter nicht, sondern enthüllen eher...
nicht fehlen darf das obligatorische bild von der treppe im kunsthaus - diesmal, weil das textilkunstwerk oben in der ecke vor allem aus der distanz so richtig gut wirkte.
am freitag hätten wir die gelegenheit gehabt, nach basel zu fahren, halb waren wir schon dort, weil ein gerät aus der reparatur abgeholt werden musste, wir entschieden uns aber gegen stadt und womöglich schon wieder kunst und gingen anstattdessen auf eine kleine wanderung, die ich bereits
hier ausführlich beschrieben habe.
damit war fürs wochenende und damit die letzten beiden tage der weihnachtsferien wieder dringend wohnen angesagt - auch ein bisschen weil für mich der eventuell sehr volle januar ein bisschen seine schatten voraus wirft. ich setzte mich also vorwiegend an den schreibtisch um die vorstangsretraite der filzszene am kommenden wochenende vorzubereiten, aber das schöne wetter und über nacht gefallener schnee lockten uns auf einen spaziergang.
nicht viel schnee, aber weil es kalt war, ist und bleibt, blieben die paar zentimeter zumindest auf unserer zufahrtsstrasse und im wald liegen.
am sonntag dann dasselbe nochmal, nur diesmal anstelle schreibtisch zuerst baumabschmücken und durchstaubsaugen, dann erst persönliches auslüften in winterkalter sonne auf schneebedeckten wegen. und jetzt noch ein nachmittag zum bloggen und herumwursteln, bevor es morgen mit volldampf ins neue jahr geht.
es war dann sogar noch zeit für die weihnachtspyramide!
Danke fürs miterleben dürfen und Kunst zeigen. Einen guten Start ins neue Jahr ...
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