Freitag, 19. Juli 2019

mitten in den ferien - tag vier, fünf, sechs

nach zwei eher umtriebigen tagen beschlossen wir am dienstag einen badetag einzulegen. auch wenn wir von unserer unterkunft etwa eine viertelstunde bis 20 minuten hinunter zum see laufen müssen sind wir ja auch zum baden an den comersee gefahren.
vorher gab es gemütlich frühstück, wir haben einen laden, der das nötigste anbietet auf etwa gleicher höhe entlang des wanderwegs gefunden, so dass wir frische brötchen holen konnten. frühstück glücklicherweise wieder im innenhof, was immerhin schon mal schöner ist als drinnen.
wir packten also unsere badesachen und brachen auf einem neuen weg an den see auf. der normale und etwas nähere weg führt zuerst ein stück des wanderwegs richtung norden, dann direkt hinunter in den ort und an den see. anstattdessen folgten wir nun dem wanderweg nach süden, um entlang der bergflanke auf verschiedenen strasse an den see zu gelangen.
am öffentlichen strand (in abbadia lariana gibt es kein strandbad) fanden wir ein schattiges plätzchen, zogen uns um und die tochter und ich gingen schwimmen. und weil wir sowieso nichts anderes vorhatten schwammen wir einen knappen halben kilometer das ufer entlang und erkundenen so beinahe den äussersten punkt der ausdehnung des orts. nach einer kleinen pause ging es zurück - bei nahezu jedem ein- und ausstieg bedauerten wir, dass wir unsere badeschuhe zuhause vergessen hatten.


nach unserer rückkehr stieg dann auch noch kai kurz in den see, wir sassen noch ein wenig lesend im halbschatten, dann spazierten wir noch einmal die geschwommene strecke ab (auch um ihre länge zu messen) und kehrten auf verschlungenen wegen wieder zur ferienwohnung zurück. den berg hinauf in der mittagshitze. immerhin lohnte sich dann die dusche nach dem seeschwimmen, wir improvisierten aus resten eine mittagsmahlzeit und verbrachten den nachmittag lesend und schlafend.

für den abend hatten wir uns ein restaurant im ort ausgesucht, das uns schon am ersten tag (da waren wir nämlich am abend noch am see pizza essen, habe ich aber zu schreiben vergessen) mit seiner karte mit verschiedenen fischgerichten aus dem see aufgefallen war. am ersten tag hatten wir gezögert, weil es drinnen keine gäste hatte, was uns jetzt nicht mehr wunderte, als der kellner uns auf eine schöne schattige pflanzenbewachsene terrasse im inneren des hauses führte.
zur vorspeise teilten wir uns einen teller mit verschiedenen fischspezialitäten aus dem see, einem fischfilet mit pesto, winzigkleinen fischchen, gebraten und mit zwiebeln sauer eingelegt und einem etwas grösseren geräucherten fisch auf polenta mit buchweizen.
zum hauptgang assen kai und ich das grillierte weissfischfilet, die tochter tendierte mehr zum meer und wählte ein schwertfischsteak, ebenfalls gegrillt. alles sehr lecker und in sehr entspannter und aufmerksamer atmosphäre. danach: zweiter aufstieg zur ferienwohnung am wanderweg.
ein ruhetag - und trotzdem über 10`000 schritte gelaufen.

eines stand jedenfalls nach den bisherigen ferientagen fest: die mitgebrachten fahrräder werden, so schade das auch ist, wohl in ihrem schuppen bleiben. für den weg an den see machen sie keinen sinn, denn der ist weitgehend so holperig und steil, dass man nicht einmal den weg hinunter geniessen könnte. hinauf müsste man sie den grössten teil wohl schieben. und längere ausflüge mit dem rad haben wir an dem tag gestrichen, an dem wir gesehen haben, dass die strasse, die südlich aus dem ort herausführt ohne vorwarnung für radfahrer und ohne alternativen radstreifen oder radweg in die vierspurige umgehungsstrasse mündet. dazu hin herrscht auf der schmalen strasse auch unter der woche dichter verkehr mit reichlich lastwagen, es wird halsbrecherisch überholt.

am mittwoch wollten wir das schwimmerlebnis auf den frühen morgen verlegen - so richtig früh ist es dann aber wegen aufstehen und kleiner wanderung zum see doch nicht geworden. immerhin waren wir diesmal so schlau uns bereits zuhause die badekleider anzuziehen. um kurz nach acht stationierten dann doch schon die ersten sonnenanbeter ihre liegestühle am steinstrand, aber wir genossen das frühmorgendlich wenig bewegte und noch sehr saubere wasser am see.
und anschliessend das typisch italienische frühstück mit capuccino, cioccolata calda und dolci in der campingplatz-bar.
danach blieb noch ein bisschen zeit zur erkundung des orts, man kann an der hauptstrasse lebensmittel einkaufen und brot, das reicht ja dann auch. ausserdem erkundeten wir schon mal den weg zu unserem nachmittagsprogramm.

die region um den comersee war früher einmal ein wichtiges zentrum der italienischen seidenindustrie, hier wurden vor etwa 200 jahren bereits "industriell" seidenraupen gezüchtet, um die feinen seidenfäden von ihren kokons zu gewinnen, sowie seide gesponnen. das wasser aus den bergbächen, die in den lario münden wurde genutzt um maschinen und später auch turbinen in den fabriken zu betreiben.


was genau in der von uns besichtigten fabrik der familie monti bis in die 30er jahre des zwanzigsten jahrhunderts an arbeiten alles erledigt wurde konnte zwar unsere recht ahnungslose führerin nicht erklären, aber zumindest scheint man dort seidenraupen gezüchtet, den seidenfaden von den kokons abgehaspelt, eventuell versponnen und dann auf stränge gewickelt zu haben.





am beeindruckendsten (und der grund, warum wir dieses verhältnismässig kleine museum besichtigt haben) war die nach einer restauration wieder funktionierende und sich über mehrere etagen erstreckende maschine zum wickeln der seidenstränge.








funktionsfähig ist die maschine insofern, als sie sich bewegt und man die kraftübertragung von einem senkrecht stehenden getriebe auf die einzelnen rundherum angeordneten teile bestaunen kann, aber eben nicht so weit, dass hier seide gewickelt wird. deshalb blieb uns der vorgang auch eher ein bisschen schleierhaft.



neben der laufenden maschine gibt es noch eine weitere, die sich in einem sehr viel schlechteren zustand befindet, sich aber auf den fotos noch ein wenig irrsinniger ausnimmt. spontan mussten wir an die maschinen tinguelys denken.


schade fand ich es um die vertane chance, die industriegeschichte der region  zu zeigen. keine ahnung wer diese maschinen gebaut hat, ob sie jeweils eigene konstruktionen waren oder auch in anderen fabriken zur anwendung kamen. ganz abgesehen davon wie mit ihnen gearbeitet wurde, wer  die leere spulen ausgewechselt hat und was die arbeit in den fabriken für die menschen am see bedeutete. (und mir fielen sicher noch ein paar fragen ein, die ich gerne beantwortet hätte.)

abendessen nach einkauf im supermarkt einen ort weiter (mit dem auto...) im innenhof der ferienwohnung.

***

einer der pläne für den aufenthalt am comer see war der besuch comos. dafür hatte ich auch extra ein bisschen nach sehenswürdigkeiten recherchiert und mir den dom, eine weitere kirche (san fedele), das funicolario hinauf nach brunate und den leuchtturm auf dem berg, der nach alessandro volta, dem berühmten sohn der stadt, benannt ist, ausgeguckt. ausserdem wollten wir in der stadt uns um geburtstagsgeschenke für den grossen sohn kümmern.
weil wir nicht richtig früh aus dem bett kamen, dann gemütlich frühstückten, eine stunde anfahrt ein wenig unterschätzt hatten und beim ersten versuch anstatt auf einem parkplatz auf der uferstrasse richtung bellagio ohne umkehrmöglichkeit landeten kamen wir so richtig erst um die mittagszeit in como an.
quasi der unsinnigsten zeit um eine italienische stadt im sommer zu besuchen. der erste haushaltswaren schloss gerade, aber wenigstens den dom konnten wir über mittag anschauen. was im reiseführer als gelungene verbindung verschiedenster baustile beschrieben war wirkte auf uns als relativ willkürliches krüsimüsi an dem einfach vier bis fünf jahrhunderte herumgebaut worden war. dass sich in dieser zeit der stil der zeit mal ändert, wundert nicht. und immerhin waren die comer wohl gute recyclisten, da wurde dann auch mal eine zarte renaissancemadonna mit einem barock-pompösen altar umgeben.


richtig schön: die kuppel des querschiffs, die auf wunsch der comer mit mehr fenstern ausgestattet wurde.

nach dem dom wurde es ein wenig chaotisch - die fahrt nach brunate hinauf und die besichtigung des leuchtturms verlegten wir auf den abend, um dann auch auf dem berg zu abend essen zu können.

überall finden sich hinweise auf die bedeutung der seidenherstellung am comer see (seta = seide)
also vertrieben wir uns noch ein bisschen zeit in der stadt, assen ein eis, schauten uns verschiedene läden an, tranken kaffee, kauften die geschenke ein, lieferten die einkäufe im parkhaus ab, spazierten wieder zurück, schauten noch kurz in san fedele hinein um festzustellen, dass die kirche wirklich einen speziellen grundriss hat, kamen noch bis zu den arkaden am dom und dort erwischte uns das herrlichste gewitter.



die nächste halbe stunde sahen wir uns den dom von aussen im regen an. es regnete, blitzte, donnerte, dann liess es mal nach, dann regnete es wieder, hagelte mal kurz, dann wieder pause. in einer regenpause machten wir noch einen versuch zum funicolare zu kommen, wurden an der seepromenade aber wieder vom regen überrascht und kehrten um und begruben unsere weiteren pläne.

wegen planänderung blieb noch zeit um die ornamente an der tür des doms zu fotografieren

auch aussen am dom: friede, liebe und fürsorge sind die perfekte einheit.
bis wir am parkhaus waren hatte es natürlich vollständig aufgehört zu regnen, aber mittlerweile war es auch einfach zu spät geworden, um bergfahrt, leuchtturm, abendessen und talfahrt noch unterzubringen.

auf dem rückweg blieb deshalb noch zeit für einen stop an einer trödelsensation, die wir bereits auf dem hinweg entdeckt hatten.


das tor zu einem riesigen trödelreich. in endlosen regalen, nur teilweise unter dach, viel mehr aber noch einfach im freien, lagern trödelschätze und plunder.


 vom ausgestopften fasan über ein paradies voller lampen...


... und rätselhaften objekten, dazwischen geschirr und gerümpel, schuhe und bilder, nähmaschinen und heizöfen.


und einem eigenwilligen herrscher über all das.
die tochter hatte einen spiegel gefunden, den sie gerne habe wollte, ich eine espressotasse, mehr als erinnerung an diesen merkwürdigen ort. wir fragten nach dem preis, die tasse sollte ein "regalo", ein geschenk also, sein, für den spiegel wurde uns ein preis genannt, der die finanziellen möglichkeiten der tochter einfach überstieg und obendrein recht stolz war. der verhandlungsrahmen wurde genannt, aber auch der lag ausserhalb des möglichen. wir erklärten und wurden beinahe vom platz gejagt, da wir den spiegel nicht zum genannten preis kaufen wollten, obendrein wurde mir die tasse unter beschimpfungen aus der hand gerissen.
da will also jemand wohl keine geschäfte machen... einen genannten preis für die tasse hätten wir vielleicht akzeptiert, schenken hätte man sie ja immer noch können, wenn der handel mit dem spiegel zustande gekommen wäre, so aber bleibt der eindruck eines ein wenig verrückten, der dinge auf seinem grundstück hortet und drauf sitzt. oder sitzen bleibt.

abendessen aus resten im innenhof der ferienwohnung nach erfolgloser suche nach einem restaurant auf der rückfahrt.




Montag, 15. Juli 2019

endlich ferien - tag eins bis drei

 weil ja immer irgendetwas anderes wichtiger war, haben wir in diesem jahr nicht nur die ferienwohnung für den sommer sehr spät (manche sagen: zu spät) gebucht, sondern sind auch ohne grosse pläne gestartet. (naja, ich habe in den letzten tagen doch noch ein paar ideen herausgesucht und teilweise sogar infos ausgedruckt, aber halt nur ich und nur sehr sporadisch.)

immerhin war die entscheidung für die fahrtroute an den comersee recht rasch getroffen -  hatten doch am samstag auch die zürcher noch ferien bekommen und damit der stau am gotthard vorprogrammiert. aber auch auf der alternativroute über die n13 ging es teilweise nur sehr zäh voran. so waren wir echt froh, als wir die autokarawane bei splügendorf verlassen durften und es über den splügenpass ging. auch dort war viel los, autos, wohnwagengespanne, aber auch reichlich biker und velofahrer arbeiteten sich auf der schweizer seite hinauf auf die passhöhe.

 
oben angekommen mussten wir natürlich kurz pause machen und trotz wind ein bisschen auf der passhöhe herumlaufen.

weiter ging es den pass hinunter nach italien - und das weit länger als auf der schweizer seite hinauf. ein paar mal waren wir in den galerien etwas irritiert, aber die durchfahrtshöhe von 2.30 meter galt nur auf den seiten, so dass wir trotz velos auf dem hohen dach des lieferwagens gut durch die tunnel kamen.

in der ebene machten wir eine kaffeepause, dann ging es weiter an den lario. in colico gerieten wir aus versehen auf die umgehungsstrasse, so dass wir bis bellano nur wenig vom see sahen. dann ging es lungolago weiter. in mandello del lario legten wir noch eine einkaufsstop ein, dann waren wir mehr oder weniger pünktlich am verabredeten parkplatz in abbadia lariana, telefonierten (auf italienisch!!!) mit dem gastgeber und liessen uns für die letzten 200 meter von ihm führen.
(erst wenige tage vor der abfahrt hatte er uns per mail mitgeteilt, dass die lage der ferienunterkunft in auf der buchungsplattform irrtümlich am falschen ort dargestellt werde und anstattdessen eine ortschaft weiter südlich liege.)
tatsächlich stellte sich heraus, dass wir weder an die unterkunft hin fahren konnten, noch seesicht bestand, noch sich die unterkunft in ortsnähe befand. anstattdessen idyllisch oberhalb des orts, aber der draussensitz in einem innenhof. grösse und ausstattung der wohnung passend, aber quasi jede waagerechte fläche mit irgendwelchem dekonippes vollgerümpelt. in wahrheit ist es uns nach drei tagen weder gelungen, die anzahl der in der wohnung verteilten tassen zu ermitteln noch genügend flächen für die mitgebrachten dinge freizuräumen.

auch weil wir viel zeit unterwegs verbrachten.


am ersten urlaubstag machten wir uns auf den weg, den sentiero del viandante, einen wanderweg entlang der ostseite des comer sees zu erkunden.

 

 man wandert mal mehr, mal weniger oberhalb des sees und wir hatten das glück, auf die chiesa die san giorgio zu treffen.


 das kirchlein liegt oberhalb von mandello dal lario und überraschte uns mit seinen fresken.


auf der rechten seite des chors befindet sich eine darstellung der auferstehung aller menschen in den himmel. 


 ganz bildlich steigen hier einzelne menschen aus ihren gräbern und erhalten von den engeln die weissen gewänder der unschuld gereicht.


 das bildprogramm folgt (nach den ausführung des herrn, der uns die fresken auf italienisch erklärte) dabei der idee des heiligen bernardino von siena, der annahm, dass die seelen der ungetauft verstorbenen kinder (im ersten bild) nicht wie zuvor angenommen, durch das fegefeuer gehen müssten, sondern direkt in den himmel aufsteigen würden.

 

auf der vom chor gesehen linken seite befindet sich eine darstellung des fegefeuers und der hölle. (oben die sieben todsünden.) 


mir völlig neu war diese darstellung von fehlbaren menschen die von verschiedenen teufeln auf einen baum gespiesst werden. auf den schriftbändern waren die sünden aufgeführt. irgendwann waren wir dann auch froh, den fresken entkommen zu können.


 es ging dann immer weiter hinauf den berg und oberhalb von mandello del lario der bergflanke entlang. der ausblick war grandios, mit see, bergen und der unterhalb liegenden industriestadt.

irgendwann verliessen wir den sentiero del viandante und stiegen hinab nach mandello del lario. nach einer kaffeepause im ort gingen wir weiter in richtung see, wobei uns viele teilnehmer einer seequerung entgegen kamen. der lido war sonntäglich voll, wir fanden kaum platz für unsere rucksäcke auf der arg strapazierten wiese. wir schwammen dann ein stück des strands entlang, beim ausstieg war es wieder schwierig, sich einen weg durch die liegestühle zu bahnen.


 vom lido ging es weiter dem see entlang, wobei wir an diesem wunderschönen anlegesteg kurz ins zweifeln kamen, ob wir den rückweg nicht lieber doch per boot zurücklegen wollten.
anstattdessen kauften wir noch für das abendessen ein, trafen bei san giorgio wieder auf den sentiero und liefen mit müden beinen die letzten meter zu unserer unterkunft.

zum abendessen gab es zuerst tomate mozzarella, dann rigatoni mit pulpo in tomatensosse. im innenhof.

in der nacht auf den montag wachten wir von den geräuschen des regens vor den fenstern auf. ganz unvorbereitet traf uns das nicht, hätte es ja schon am abend regnen sollen. wir frühstückten darum drinnen und berieten gemütlich, am nachmittag eine mine in den bergen hinter abbadia lariana zu besuchen.


 relativ früh kamen wir nach etlichen (genau genommen 14) serpentinen in piani di resinelli an, das wegen des schlechten wetters oder wegen unter der woche nahezu komplett ausgestorben war. ganz sicher waren wir uns nicht, ob die angekündigte führung wirklich stattfinden würde, aber nach ein wenig herumlungern im ort öffnete irgendwann des kartenverkaufsbüro und es traf noch eine weitere familie ein, die mit uns die mine besichtigte.


 hier ein echtes verwirrbild: kai und tochter in mineurverkleidung vor einem durchaus tschechisch anmutenden hochhaus auf fast 1300 meter höhe. (in italien).

nach einem viertelstündigen fussmarsch durch den wald betraten wir mit unserem führer die ehemalige mine, begrüsst von der heiligen barbara.


wir bewegten uns durch verschiedene räume der mine, sozusagen von den anfängen der bleierzgewinnung mit einfachsten hilfsmitteln über die einführung des schwarzpulvers zur erfindung des dynamit.


 es ging quasi ständig bergauf oder bergab, was die ausbeutung der mine auch nicht erleichtert haben dürfte.


 relativ spät erst wurden immerhin ein paar geleise verlegt, die zumindest den transport des erzes innerhalb der mine erleichtert haben dürfte.


 leider war das wetter nach etwa eineinhalb stunden minentour immer noch nicht wirklich besser, aber die felsen rundherum schon ziemlich beeindruckend.



langsam schraubten wir uns die 14 serpentinen wieder hinab, wobei es zumindest für mich als beifahrerin ab und zu spektakuläre ausblicke auf den see gab.
in lecco gab es dann kaffee, wir kauften fenistilnachschub, fanden dann auch noch den eingang zu einer riesigen einkaufsmall, kauften fürs abendessen ein (weil wir schon herausgefunden hatten, dass es am ort keine akzeptablen, am montag geöffneten restaurants gab), fuhren dann in die ferienwohnung, kochten leber mit kartoffeln und auberginen und sitzen um halb zwölf immer noch in unserem innenhof.

spektakulärstes ereignis der letzten zwei stunden: unter dem tisch in eine schnecke getreten. glücklicherweise nicht barfuss.

Freitag, 12. Juli 2019

12 von 12 im juli 2019


der letzte tag vor den ferien beginnt mit listenschreiben beim frühstückskaffee. das haus will noch ein wenig in ordnung gebracht und natürlich alles notwendige eingepackt werden. 
 

 die putzrunde erspare ich ihnen, hier nur als symbolbild: staubsauger trifft putzeimer.


erster packerfolg: die küchenkiste. traditionell kaufen wir in jedem urlaub eine french press, weil es entweder nur eine kapselmaschine oder gar keine brauchbare kaffeemaschine in der ferienwohnung hat. da wir in diesem jahr schon einmal unterwegs waren, nehmen wir diesmal gleich eine mit. ausserdem salz, pfeffer, öl, essig, zucker, mehl und ausnahmsweise marmelade. spüllappen und geschirrhandtücher, später kommen noch zwei scharfe küchenmesser und ein holzbrett dazu.


ein stapel handtücher, weil ich vergessen habe nachzufragen, ob die handtücher bei der wohnung dabei sind. und noch ein paar für den strand.

 

 superdringend muss noch die jeansjacke der tochter gepimpt werden. wann, wenn nicht jetzt. mit freihandsticken auf der maschine geht das ganz schnell. und lenkt davon ab, dass immer noch nicht alles gepackt ist.





ausserdem kann ich dann auch gleich die hose von kai reparieren. der hat zwar schon eine andere eingepackt, aber dann hat er sie, wenn wir wieder da sind. hatte ich schon mal erwähnt, dass packen nicht zu meinen lieblingsbeschäftigungen gehört?


 der grosse sohn ist gekommen und bekocht uns. es gibt kohlrabischnitzel und kartoffelstock, dazu zaziki - weil da doch noch einige sachen weggegessen werden müssen.


 so langsam aber sicher wird das gepäck fertig. das carcassonne muss immer mit, weil es das einzige spiel ist, das wir ziemlich sicher spielen werden. vielleicht schaffen wir auch mal eine schnelle runde finito. ausserdem noch dabei: café international. manchmal begleiten uns die spiele auch einfach nur, aber es wäre halt schon ärgerlich, wenn man keines dabei hätte.


 ja, stimmt schon. aber seit wir nur noch zu dritt in die ferien fahren und die söhne zuhause kater, tomaten und haus hüten lassen, muss ja auch gar nicht mehr soooo minimalistisch gepackt werden. auf jeden fall muss papier mit, farbstifte, schere, kleb und ein skizzenbuch. ziemlich häufig wird es gefüllt, manchmal auch nicht.


 hohe wolken und wind, das wetter fühlt sich nach norden an. für uns geht es in den süden, diesmal nicht allzu weit, sondern nur an den comer see. da war ich als kind oft, und als wir im frühjahr unterwegs in die toskana waren, hat sich die fixe idee festgesetzt, mal wieder an den lario zu fahren.


 mit einer runde ums haus wird der giessdienst in die arbeit eingeführt. wir haben wirklich viele töpfe rund ums haus stehen, mit tomaten, aber auch reichlich anderem. nur die töpfe werden gegossen, die beete müssen sich selbst helfen. das wetter ist auch nicht allzu heiss angesagt.


und kurz bevor es dunkel wird, sehen wir noch, wie sich eine nachtkerze öffnet. draussen wird es frisch, hoffentlich ist es weiter südlich ein bisschen wärmer.

meine zwölf bilder vom heutigen tag schicke ich nun zu caro von draussen nur kännchen, wo sich wieder alle 12er versammeln.

Freitag, 5. Juli 2019

#wmdedgt 5.juli 2019

tagebuchbloggen - ich kann es noch:

am morgen bin ich das letzte mal in diesem schuljahr früh aufgestanden (also um 6.23 uhr, mit beginn des wort zum tage im deutschlandfunk kultur) und die ganze länge des frühstücks mit allen genossen. der reihe nach erschienen und verschwanden: der grosse sohn - ging auf den 6.48 uhr bus. die tochter verliess das haus um kurz vor sieben mit dem fahrrad in richtung letztem schultag. den 7.18 uhr bus nahm kai und ganz zuletzt erreichte der mittlere sohn noch den bus um 8.03 uhr. macht insgesamt eineinhalb stunden frühstück für mich und ausnahmsweise, weil es ja für fünf wochen das letzte mal war, war das auch ganz in ordnung so.

ich machte mich nach dem verräumen der frühstücksreste auch auf den weg und war um halb neun in der werkstatt um etwas fertigzustellen, was ich am abend zuvor akut hatte liegen lassen müssen, um mich mit dem grossen sohn zum abendessen in der kajüte an der limmat zu treffen. also musste ich aufräumen und fertigfilzen, nebenbei gab es eine anfrage der tw-lehrerinnen von der primarschule am ort, sie wollen mit zwei klassen etwas filzen und brauchen mein knowhow. da es aber etwas ist, was ich so auch noch nie gemacht habe und es ausserdem für eine andere altersgruppe angepasst werden soll, muss ich auch erstmal einen (oder mehrere) prototypen filzen. zum beispiel nächste woche.

relativ früh fuhr ich dann wieder nach hause und nutzte die zeit vor dem mittagessen zum lesen. zum zmittag gab es salat und verschiedenes aufs brot, danach nochmal siesta. meine mittagspause wurde dann von einer mail vom vermieter der ferienwohnung, in die wir nächste woche fahren wollen, beendet, der mich darum bat, via vermietunsportal mit ihm kontakt aufzunehmen, weil er mir dann einfacher antworten könne. grund: er hat nur ein altes cellulario und kein smartphone - aber mailen kann er mir ja sowieso schon, was soll es also bringen? die seite der ferienwohnungsvermittlung lässt auch keine kontaktaufnahme zu, also dann doch nochmal ein mail mit ungefährer ankunftszeit und einer entschuldigung, bisher noch keine antwort, also vielleicht doch nicht so wichtig. die adresse haben wir, wird schon nichts weiter schiefgehen.

die tochter beendete dann auch ihre siesta und arbeitete weiter an ihrem feriengeld - sie befreit die ritzen der polygonalplatten rund ums haus von unkraut, für einen vorher vereinbarten betrag. ich wirbelte ein wenig durchs haus, bäder, staubsaugen, küchenboden.

und von der mail daran erinnert, dass wir ja in einer woche an den comer see starten werden, habe ich mal ein bisschen recherchiert, was wir dort machen könnten. strandbad und schiffahrt, wandern und essengehen hätte ich mal so adressenmässig ausgekundschaftet, mal sehen was sich sonst noch so findet. wir gehen ohnehin nur für eine woche, da brauchen wir gar nicht so viel programm.

dann war es auch schon sehr rasch halb sechs und ich musste die tochter in ein schwimmbad im hinterland chauffieren, wo sich heute ihre turntruppe zum vorferienchillen traf.
als ich wieder nach hause kam, war der mittlere sohn eingetroffen und hatte ich den grossen sohn verpasst, der mir gerettete erdbeeren in den kühlschrank gestellt hatte. 2,5 kg von einer tonne erwarteten mich da. kurz abgeklärt: ein dessert für die morgige umzugsetappe ist erwünscht, ich verwandelte also ein halbes kilo in ein erdbeertiramisu ohne eier.

danach blieb mir eine halbe stunde zum lesen, während der mittlere sohn das abendessen zubereitete. um acht musste ich los, die tochter aus der badi wieder abholen. und unterwegs dem schicksal danken, dass sie normalerweise alleine mit dem velo in die stadtbadi fahren kann.

das abendessen war lecker, es gab so eine art lasagne mit tomaten und zucchini, anstatt bechamel- aber carbonarasosse. interessant fluffig, aber vielleicht auch nur, weil der sohn keine lust hatte nur die eigelbe zu verwenden und anstattdessen die ganzen eier eingerührt hat. mut zum improvisieren in der küche, woher die kinder das nur haben?

blieb also nur noch die küche (die tochter durfte nach dem versorgen eines kellerkorbs ein wenig seriengucken) inklusive der restlichen zwei kilo erdbeeren. ein kilo habe ich püriert und eingefroren, das zweite zu sechs gläsern erdbeermarmelade eingekocht, ausserdem nebenbei noch sonntagsbrötchen angesetzt, so dass ich, als kai sich kurz nach zehn meldete, um seine ankunft um viertel vor elf anzukündigen, auch fast feierabend hatte.

jetzt gibt es noch ein glas wein vor dem haus und vielleicht einen bericht vom pikettdienst beim zürifest, wobei ich schon weiss, dass glücklicherweise nichts besonderes passiert ist und die sanitätsposten unterdurchschnittlich zu tun hatten. was hoffentlich auch das restliche wochenende so bleibt.

ich wünsche eine gute nacht und verlinke diesen beitrag gerne bei frau brüllens w(as)m(achst)d(u)e(igentlich)d(en)g(anzen)t(ag)


Mittwoch, 3. Juli 2019

öppdeit - oder: was bisher geschah:



so eine blogpause ist ja ganz schön, und nötig war sie auch, aber irgendwann muss auch wieder schluss damit sein. ganz offiziell bringe ich sie heute also aufs laufende, was hier gerade so los war und ist oder besser

was bisher geschah:


- wir haben ein neues haus gefunden, in das wir im lauf des oktober umziehen werden
- kurz nach uns hat der grosse sohn die zusage für eine wohnung bekommen, in der er mit zwei anderen menschen in einer wg leben wird
- der mittlere sohn hat seine lehre mit efz und berufsmatura abgeschlossen 
- die lange angekündigten arbeitsverträge für die beiden söhne sind endlich unter dach und fach
-  die tocher hat das vorletzte jahr in der bezirksschule mit einigen erfreulichen und vielen beruhigenden prüfungsergebnissen beendet


uff! einige grossbaustellen sind also erstmal erledigt. die ferien können kommen.

und wenn mir mal jemand ende mai gesagt hätte, dass unsere wohnsituation sich so schnell klären würde, dann wäre auch einiges einfacher gewesen. am guten ausgang der anderen themen hatte ich weniger bis gar keine zweifel...

lange, lange haben wir es schon gewusst, dass sich für unser häuschen etwas ändern würde. vor ein paar jahren war bereits der freundliche alte vermieter gestorben, dessen elternhaus es gewesen war. nun  starb im frühjahr auch seine liebe frau und das häuschen geht an die nächste generation über. kein wunder also, dass uns ende mai angekündigt wurde, dass die immobilie einer schätzung unterzogen werden soll.

unsere hoffnung war immer gewesen, dass unsere kinder schon nach und nach von alleine ausziehen , das haus mit seinen sieben kleinen und grossen zimmern zu gross werden und wir uns etwas deutlich kleineres suchen würden. nebenbei kam das haus (1933 erbaut, in den 60ern mit einem anbau versehen und renoviert) in die jahre, die heizung wurde mehr geflickt als repariert, und auch die sporadisch stattfindenden schönheitsreparaturen der ersten jahre wurden nach und nach eingestellt. gemütlicher wurde es also nicht, ausser im garten, den wir immer mehr nach unserem gusto gestalteten.
trotzdem traf uns die ankündigung am 23. mai ein bisschen heftig, bisher war ja noch keines der kinder ausgezogen und irgendwie hörte sich schätzung ziemlich bedrohlich an.

und mobilisierte kräfte: zuerst besprachen wir die situation mit den beiden söhnen, wie lange wollen sie wirklich noch zuhause wohnen oder tragen sie sich vielleicht schon insgeheim mit ausziehgedanken? der grosse signalisierte ganz klar, dass er auf eigenen füssen stehen wolle, der mittlere, der ja gerade noch seine lehre abzuschliessen hatte, will lieber noch ein bisschen bei uns bleiben. trotzdem ist es für vier personen schon deutlich einfacher etwas zu finden als für fünf.

innerhalb der folgenden woche besichtigten wir zwei häuser, ich berichtete im blog: ein absolutes desaster in bester lage und ein häuschen, das uns auf anhieb gefiel, aber mit nur viereinhalb zimmern eine echte veränderung bedeuten würde. wir bewarben uns trotzdem auf letzteres (das andere lehnten wir dankend ab), wurden mitte juni zum kennenlerngespräch beim vermieter eingeladen, bekamen am anderen tag die zusage, durften uns wieder einen tag später das haus noch einmal gründlich anschauen, überlegten hin und her, was die fehlenden zimmer ausser dem auszug des grossen sohns für folgen haben würden, verabschiedeten uns mental von reichlich dingen und gewohnheiten, die dort keinen raum mehr haben werden ... und unterschrieben schlussendlich den mietvertrag.

im lauf des oktober werden wir umziehen, in ein haus, das nur zwanzig jahre jünger ist als unser bisheriges und doch ganz anders. und es hat charme. anstatt in vielen kleinen zimmern werden wir mit einem grossen offenen wohn- und essbereich leben, jedes der bei uns bleibenden kinder in einem grösseren zimmer als bisher. vom essbereich werden wir in den garten gehen können, überhaupt: viel draussen, viele übergänge von drinnen nach draussen. wir werden eine zuverlässige neue heizung haben, eine relativ neue küche mit einer gartentüre. und wir werden einen grösseren garten pflegen und beleben. aber: es wird keinen abgeschlossenen musikbereich mehr für kai geben, es wird keinen extra schreibtisch in einem separaten zimmer für mich mehr geben, auch ein gästezimmer werden wir nicht mehr haben. wir werden einen haufen dinge loslassen müssen/dürfen, unser leben ein bisschen umkrempeln und ein paar lösungen suchen. wir werden uns in einer neuen gemeinde einrichten und einleben, aber ich werde es noch näher haben als bisher in die werkstatt. die bushaltestelle wird nicht mehr direkt vor dem haus liegen, sondern einige minuten den berg hinunter, dafür wird der bus nicht mehr direkt am gartentisch vorbeifahren. viele abers, aber auch viele dafürs.

als wir uns gerade so mit den abers und dafürs arrangiert hatten, bekam der grosse sohn die zusage für die wg-wohnung. er zieht ins städtchen, so wie er es sich erhofft hatte. und wird sich die wohnung mit zwei menschen teilen, die wir nicht kennen. und während wir uns von vielem trennen müssen, muss er viele dinge neu anschaffen. für einige küchensachen wusste die oma abhilfe: über fronleichnam waren die tochter und ich bei ihr zu besuch und sie räumte kästen und schubladen, so dass der grosse sohn nun kochen kann und anständig mit messer und gabel essen.

schon am wochenende wird es so weit sein und er unseren haushalt verlassen - er ist schon fleissig am packen und die aussicht, dass wir ab nächster woche wieder einmal den keller nicht nur auf einem schmalen trampelpfad durchqueren werden können, macht uns den abschied von ihm ein bisschen leichter. aus der welt ist er nicht, nur zehn minuten zu fuss auf die andere flusseite, aber dann halt auch nicht mehr einfach so da. eine offizielle abschiedsparty wird es nicht geben, überall wird so viel gefeiert, dass wir keinen termin gefunden haben, an dem alle da sind. es geht also alles gerade ein bisschen plötzlich.

und nun müssten sie mich hier entschuldigen, denn ich müsste mich noch ein bisschen aufhübschen, weil, wenn ich das richtig verstanden habe, der mittlere nachher in einem kongresshotel in der grossen stadt sein maturazeugnis überreicht bekommt. oder so etwas in der art. ich habe ein wenig den überblick verloren, weil es noch zwei andere termine zum lehrabschluss gibt und es auch sein kann, dass er das maturazeugnis erst morgen ohne uns bekommt. nächste woche werden dann noch die lehrlinge im ausbildungsbetrieb gefeiert, da weiss ich wenigstens wo ich hin muss.

Dienstag, 2. Juli 2019

dreimal gemüse - nachgeholt


blogpause ist ja schön und gut, aber das gemüse (und auch schon den 12tel-blick) muss gezeigt werden. deshalb heute die gemüsekörbe der letzten drei wochen:

am 18.6. gab es die ersten frühkartoffeln, viel salat, kefen, knackerbsen und sehr wenig saubohnen, dazu zwei kohlrabi, fenchel, bereits sehr grosse frühlingszwiebeln und broccoli.
am 25.6. gab es wieder viel salat, kartoffeln, knackerbsen, saubohnen, broccoli, die erste zucchini und wieder zwei kohlrabi. wie die woche zuvor gab es auch schon basilikum.
heute enthielt der korb wieder frühkartoffeln, einige salate, kratustiel, nochmal knackerbsen, zwei zucchetti und je eine schlangen- und eine gartengurke. zusätzlich zum basilikum gab es noch petersilie.

es wird sommer. und viel leckeres gekocht.