Donnerstag, 5. August 2021

5. august 2021 - was machen wir bloss an unserem neunten ferientag?

 als wir aufwachen regnet es nämlich in strömen. es giesst während wir duschen, erst danach wird es etwas besser und wir können das auto im nieselregen beladen. auf ein frühstück im hotel verzichten wir heute, es ist einfach schade, dass es nirgendwo frisches brot vom bäcker gibt und auch die gipfeli meist aus der tüte stammen. vordergründig ist zwar viel von nachhaltigkeit die rede, aber dann stehen auf dem frühstücksbuffet dann doch die abgepackte butter und das joghurt im becher. das ärgert uns und als abhilfe haben wir meist im kaffee gefrühstückt, heute mal wieder in einer bäckerei, wo wir frische süsse stückle bekommen (ja, das ist vermutlich nicht sehr gesund, aber hei, wir haben urlaub!)

anschliessend folgen wir dem flüsschen loue, was sich als deutlich schwieriger erweist, als beim doubs. ab und zu treffen wir aber auf ein ufer. 

an vielen stellen aber fliesst die loue in einer schlucht und zwischen felsen. unser plan war es, die quelle zu besichtigen, und zwar nicht auf dem einfachen weg von oben, sondern von unten über einen längeren weg. leider konnten wir schon mal nicht dort parken und loslaufen, wo wir das gerne getan hätten. dann fanden wir aber doch einen parkplatz mit einstieg in den wanderweg, nur mit einem kleinen umweg über zwei höhlen und eine weiter quelle. hätten wir die nur mal besucht, wir kamen ganz nah dran vorbei. aber wir wollten weiter, runter zur loue um dann zur quelle zu laufen.

nur ein foto von den felswänden habe ich gemacht, der weg war aber auch schlecht genug, dass cih mit laufen schon genug beschäftigt war. unten im tag erwartete uns nicht etwa ein besserer weg, sondern dieses schild: 

hätten wir das nur gleich mal ernst genommen. so kehrten wir halt nach zweihundert metern um, wegen umgefallener bäume und allgemeiner unwegsamkeit bei regenwetter.

und warfen einen blick ins elektrizitätswerk.

und auf die fallrohre, die das wasser zu tal fallen lassen.

ausserdem auf noch ein paar felsen weiter oben. ein bisschen unzufrieden kehrten wir zum auto zurück und fuhren weiter zum allgemeinen zugang zur quelle. nicht dass man etwas anderes gesehen hätte, wenn man selbst zu fuss von unten gekommen wäre, aber menno! 

die quelle - das wasser kommt einfach so aus dem berg, schon als kleiner fluss. (kai liest mir gerade vor, dass ein teil des wassers aus dem doubs stammt, der bei pontarlier versickert und hier als loue teilweise wieder zutage tritt. gut ist vor allem die geschichte, wie man das entdeckt hat, nämlich anlässlich eines brandes in einer absinthfabrik, wobei grosse mengen des schnapses ins wasser gelangten. nach ein paar tagen roch dann die loue verdächtig nach anis...)


heute gab es keinen absinth, nur sehr viel wasser, das ziemlich unmittelbar nach der quelle gleich für die stromgewinnung abgezweigt wird.

von der loue ging es dann weiter in richtung morteau. die fahrt führte über einsame jurassische bergdörfer und ziemlich weit hinauf und dann eben wieder hinunter an den doubs. 

das städtchen hat wenig zu bieten und mit dem hotelzimmer haben wir auch wenig glück gehabt, immerhin ist es uns gelungen, am abend in einer brasserie ohne reservierung einen tisch und ein abendessen zu bekommen. kurz dachten wir darüber nach, die knapp drei stunden fahrt nach hause einfach vorzuziehen und auf die letzte nacht im hotel zu verzichten, aber morgen wollen wir die unterirdischen mühlen in le locle sehen und uns vorher vielleicht noch mit französischen lebensmitteln eindecken...

als überzeugte tagebuchbloggende schicke ich auch den heutigen 5. august zu frau brüllens tagebuchbloggparade unter dem #wmdedgt?



Mittwoch, 4. August 2021

4. august 2021 - salz, geschichte und architektur

und schon wieder ein tag, der mit regen startete. allerdings heute mit der freundlichen sorte: es nieselte und war immerhin angenehm warm, als wir uns zu dem gebäude begaben, in dem auf dem gelände der königlichen saline das frühstück serviert wird. 

wetter und tagesplan passten wieder gut zusammen: für den vormittag hatten wir uns den besuch der grossen saline in salins-les-bains vorgenommen, einfach weil sie die ältere saline ist. dort wurde schon im mittelalter salz aus sole gewonnen und über jahrhunderte hinweg die salzgewinnung immer effektiver gemacht. wo man zu anfang einfach das austretende salzige wasser verwendete, um aus ihm salz zu sieden, bohrte man mit der zeit immer tiefer und fing die sole im achtzehnten jahrhundert dann direkt auf etwa 250 meter tiefe auf. lange zeit spielte die unterirdische galerie eine grosse rolle, wir hatten glück und konnten sie mit einer führung besichtigen. 

das salz wurde in grossen metallpfannen über dem feuer aus der sole gesiedet. 

die erhaltene originalpfanne  lässt kaum mehr ahnen, wie das funktioniert hat, gut gab es eine rekonstruktion der situation.

der unter den pfannen zirkulierende rauch erwärmte die sole und liess das wasser verdunsten, das noch nasse salz wurde von den arbeitern mit einer art schieber und schaufeln auf die abdeckung der pfanne geschippt und dort weiter getrocknet, bevor es in säcke abgefüllt und weiter verteilt werden konnte. 

die saline in arc et senans wurde im achtzehnten jahrhundert geplant und 1778 fertiggestellt, weil rund um salins-les-bains die holzvorräte aufgebraucht waren und der transport des holzes immer kostspieliger wurde. so verfiel man auf die idee, lieber die sole zum holz zu bringen als umgekehrt und leitete sie durch 21 kilometer holzröhren zur königlichen saline.

wir folgten mehr oder weniger dem verlauf der sole, von der leitung ist aber bis auf einige kleine kontrollpunkte nichts mehr zu sehen. 


nachdem wir in unserem zimmer im ehemaligen steuergebäude mittagspause gemacht hatten, rundeten wir den besuch in der königlichen saline ab.

in den verschiedenen gebäuden sind neben hotelzimmern und tagungsräumen verschiedene ausstellungen untergebracht. am interessantesten war die dokumentation des lebens und wirkens des architekten ledoux, der die königliche saline als idealstadt geplant hat. ausgeführt wurden nur die der salzgewinnung gewidmeten teile und auch die waren nur etwas länger als hundert jahre in betrieb und warfen nie den geplanten ertrag ab. 

aber ledoux selbst muss ein bessener gewesen sein. im museum ausgestellt sind nicht nur modelle realisierter gebäude sondern auch ideen, die keine verwirklichung fanden. oben der entwurf für eine gebäude in dem fässer hergestellt werden sollten ... der verwendungszweck stand quasi pate für die form.

aber nicht alles blieb spinnerei. so revolutionierte er den theaterbau und schuf den modernen stufenförmigen zuschauerraum, in dem man von allen plätzen gleichmässig auf die bühne sehen konnte (naja, mal abgesehen vom parkett, den billigen plätzen...) für einen theaterneubau in besancon. 

interessant war es auch, etwas über die geschichte der anlage nach ihrer stilllegung zu erfahren. bereits zu anfang des zwanzigsten jahrhunderts gab es bestrebungen, die anlage zu erhalten, erste anstrengungen galten dem erhalt der grossen gebäude der salzgewinnung und dem zwischenzeitlich gesprengten direktionsgebäude in der mitte.

diesen bemühungen machte der zweite weltkrieg ein ende, die anlage diente den französischen, später den deutschen truppen als quartier und dann auch als konzentrationslager für "zigeuner". auch aufgrund dieser traurigen geschichte verfiel das ensemble in den kommenden jahren und mehrere ideen für die weitere verwendung wurden verworfen.

erst in den sechziger und siebziger jahren kristallisierte sich eine künstlerisch-kulturelle  bestimmung heraus. bereits 1982 wurde die ehemalige königliche saline in die liste des unesco-weltkulturerbes aufgenommen.


 für uns ist es sehr spannend, hier auf dem gelände zu übernachten und so die verquickung von kultur, geschichte, architektur und den in den letzten jahren entstandenen gärten zu erleben. 

der umgang mit dem kulturerbe kommt mir sehr unverkrampft vor, so vieles ist hier über die jahrhunderte passiert, dass es nicht darum gehen kann, einen zustand nur zu bewahren, sondern auch die entwicklung im blick zu behalten, zu akzeptieren und voranzutreiben. 

(so präsentierte sich uns heute abend der eingangsbereich, als wir vom abendessen zurück kamen und uns mit gästecode ins gelände einliessen...).
 



 






Dienstag, 3. August 2021

3. august 2021 - was, schon tag sieben? von besancon zur königlichen saline in arc et senans

 nur damit sie sich einmal ein bild davon machen können, welche mühen ich hier für die berichterstattung auf mich nehme: gerade habe ich das notebook in den flur des hotels gestellt, weil da das w-lan (wie fast immer) besser ist als auf dem zimmer und vermutlich werde ich jedes foto und auch den kompletten blogpost dort hochladen müssen. 


heute morgen sind wir im strömenden regen von besancon gestartet und eigentlich wurde das wetter während des ersten abschnitts der fahrt nicht wirklich besser. 

gut, dass unser erstes ziel eine höhle war. und dass wir dort mehr oder weniger pünktlich zur führung um elf uhr eintrafen. in der höhle durfte man keine fotos machen, wegen covid. so ganz habe ich das zwar nicht verstanden, aber es ist eine neue regelung, die erst seit dem 21. juli wegen verschärften corona-massnahmen gilt und irgendetwas damit zu tun hat, dass man die höhle in einer gruppe besichtigt. das scheint man zwar auch schon vorher getan zu haben, aber jetzt hatte man offensichtlich einen guten grund gefunden, das lästige fotografieren, bei dem sicher dauernd menschen nicht weitergehen, zu unterbinden. nebenbei: covid-zertifikat wollte natürlich wieder niemand sehen. 


die höhle selbst war sehr spannend, die führung eher mässig, aber sicher sehr gut auswendig gelernt. es gab einen grossen tropfsteinteil, dann einen trockenen teil, man überquerte einen höhlenbach, der quer zur begehung floss und dann kam nochmal ein kleiner teil mit tropfsteinen. 

und als wir nach etwas mehr als einer stunde wieder draussen waren, hatte es aufgehört zu regnen. 


wir folgten weiter  dem doubs bis zu dem kleinen städtchen dole, das nichts mit dem schweizer wein zu tun hat, aber eine touristenattraktion zu sein scheint. uns erschloss sich nicht wirklich wieso, ausser einer mässig herzigen altstadt mit einer sehr grossen kirche und einer kleinen insel gibt es nicht wirklich etwas zu sehen, vielleicht wäre der markt in der markthalle noch spannend gewesen, aber dafür  waren wir zu spät. ausserdem macht markt ohne ferienwohnung auch keine rechten sinn. 

also liessen wir das städtchen dann auch hinter uns, deckten uns noch ein bisschen mit getränken ein und fuhren dann weiter zur königlichen saline in arc et senans, wo wir auf empfehlung ein hotelzimmer für zwei nächte gebucht haben. 

das unesco weltkulturerbe ist auch ein touristenmagnet, aber das einchecken ins hotel gab uns ganz andere möglichkeiten als bei einem normalen besuch. 


und weil wir irgendwie genug hatten vom auswärts abendessen improvisierten wir ein zimmerpicknick (draussen regnete es schon wieder) und gingen erst anschliessend in der abenddämmerung auf eine kleine erkundungstour durch das gelände. 





wir waren fast alleine, bis auf zwei hühner, die uns ein wenig verloren durch die gartenausstellung folgten und die wir dann tatsächlich noch in ihr hühnerhaus bringen mussten. das gelände ist beeindruckend, vor allem auch bei nacht, es gibt wunderschöne pausenplätze und wir fanden es darum doppelt schade, dass das wetter so wenig sommerlich ist.


2. august 2021 - sechster tag unterwegs: zitadelle von besancon

montags kein frühstück auf der terrasse. das hotel hat sich aber auch insgesamt sehr geleert.

wir hatten für heute konkrete pläne, ja sogar schon eintrittskarten für die zitadelle über der stadt. mit dem passenden wetter - es war den ganzen tag schön sonnig und warm - war das ein schöner ausflugstag. 


aus der altstadt gelangt man relativ bequem über fusswege zum eingang der vauban-festung, hier hatten wir zum zweiten mal die gelegenheit, unser covid-zertifikat zu zeigen. 

innerhalb der festung gibt es genug zu laufen, alleine bis zum eigentlichen eingang geht es noch einiges bergauf, wir wählten dann den weg über die westlich gelegene mauer. 

im von der stadt abgewandten teil des riesigen komplex ist auch noch noch ein kleiner zoo mitsamt aquarium und nachttierhaus angesiedelt. gut gefallen hat mir die ausstellung mit fischen aus dem doubs, wo gezeigt wurde, welche fische in welchem abschnitt des flusses vor allem vorkommen. 

der ausblick von oben ist natürlich spektakulär und geht über stadt und land. 




 

mit informationen hatte ich es heute nicht so, vermutlich wäre die ausstellung über den baumeister vauban spannend gewesen, wir hatten aber nach der multimediaschau schon genug. 


von der festung herunter nahmen wir einen anderen weg und sahen so noch einmal eindrücklich, wie gross das ganze bauwerk ist. das meiste ist, wie übrigens auch der grossteil der stadt, aus grossen kalksteinquadern gebaut (bei den häusern in der stadt sieht man manchmal, dass seitlich, wo es nicht so sichtbar ist, auch bruchsteine zum einsatz kamen, später dann auch ziegelsteine). eine riesige menge an kalksteinquadern wurde da verbaut. und auch wenn man sich denkt, dass der grossteil davon wahrscheinlich über den fluss transportiert wurde, bleibt noch genügend arbeit übrig, diese blöcke auf die festung oder in die strassen der stadt zu schaffen. wer das wohl alles gemacht hat? 


nach dem kulturprogramm ging es für uns heute zum shopping, der letzte tag in der stadt möchte genutzt sein. kleider für kai, sehr sommerlich, hoffentlich wird es doch noch endlich mal warm. für mich einen pullover, schon weniger optimistisch. am längsten aber sind wir in einer buchhandlung, fasziniert von den bandes dessineés, den comics, wobei das eigentlich nicht so richtig passt, comics sind das eher nicht. einer muss mit, vielleicht polieren wir damit ein bisschen unser französisch auf?  

zwischendurch machten wir heute pause auf der terrasse, ausser uns ist da heute niemand. und wir haben uns im supermarkt nebenan einen gekühlten rose gekauft, weil uns die aussengastronomie an den touristenhotspots nicht gefällt und der rest der wirtinnen und wirte seine ferien geniesst. 

später abendessen beim libanesen, allmählich hätte ich jetzt genug auswärts gegessen, aber trotzdem lecker.

Montag, 2. August 2021

1. august 2021 - tag fünf oder: die franzosen, die spinnen

sonntagmorgen, chonologisch: 

6.30 uhr, es klappert vor der terrassentüre, die tische fürs frühstück für das ganze hotel werden gedeckt. 

7.00 uhr, durch die halb geschlossene terrassentüre werden wir gefragt, ob wir kein frühstück wollen (haben wir gestern bei der anreise schon abbestellt). 

bis 8.00 uhr rumpelt es immer wieder draussen, es werden wohl besteckteile ergänzt oder stühle zurechtgeschoben. 

8.15 uhr: die erste französische familie erscheint mit zwei kindern zum frühstück auf der terrasse. 

8.30 uhr: es wird auf dem flur palavert, jetzt ist es rundherum so laut, dass man auch kaum mehr hört, dass draussen wohl ein wasserbassin eingelassen wird. 

8.45 uhr: ich möchte gerne nach hause, es regnet hier sowieso auch.

kurz darauf verliessen wir unser hotelzimmer - ohne die im übrigen mit einem aufschlag bezahlte "terrasse" vor dem hotelzimmer benutzt zu haben. 

die stimmung rettete im nieselregen dann eine patisserie, die sich unerwartet fast schräg gegenüber dem hotel finden liess, wo wir leckeren milchkaffee und dazu vienoisserien bekamen. ich mag das wort für die leckeren süssen stückle - kai ass eines mit mandeln, ich ein pain au chocolat. nach dem café hatte auch der regen wieder nachgelassen, wir gingen noch einmal zum hotel und sortierten unser tagesgepäck. und stellten das auto um, so dass es jetzt auf einem offiziellen parkplatz steht. und zwar so, dass wir am dienstag wirklich nur losfahren müssen und nicht 100 m rückwärts durch diverse torbögen und an anderen autos vorbei manövrieren. 

es dürfte also schon eher fortgeschrittener vormittag gewesen sein, als wir wirklich aufbrachen, die stadt noch sonntäglich ruhig und nur ein paar versprengte touristen unterwegs. wir wandten uns erstmal nach westen um zum fluss zu kommen, unterwegs passierten wir teile der universität und trafen auf zeichen studentischen lebens ausserhalb der sommerferien.

wir folgten dem fluss für ein, zwei brücken - er bildet eine art schlaufe um die innenstadt besancons - und verliessen ihn wieder an der pont battant, um ein stückchen durch ein viertel ausserhalb der flussschlaufe zu laufen. hier war ein kleiner markt aufgebaut, es gab auch strassenmusik und wir versorgten uns mit ziegenkäse und brot, das wir später in einem kleinen park mit ausblick über die stadt zu mittag assen. hinunter mussten wir den gleichen weg nehmen, überquerten auf einer brücke den halben fluss und fanden einen verwunschenen weg auf einer kleinen insel im fluss.

dann trödelten wir noch ein wenig durch innenstadtgassen, bis wir kurz nach zwei am frac, einem ausstellungsgebäude für moderne kunst, ankamen. da donnerte es schon in der ferne und es hatte viele dunkle wolken und just als wir das gebäude betraten, fing es an zu regnen. 



drinnen waren wir in der ausstellung "danser sur un volcan"  gut für knappe zwei stunden aufgehoben, draussen sahen wir es immer mal wieder heftig auf dem fluss regnen. gegenüber entdeckten wir aussengastronomie und ein schwimmbad, beides wegen regen oder vielleicht auch wegen ferien geschlossen. die ausstellung war spannend, mir ein bisschen zu viel körper und menschen, aber sehr abwechslungsreich. 

leider regnete es immer noch, als wir mit schauen fertig waren - aber da wir schon auf dem weg entdeckt hatten, dass es rundfahrten auf dem doubs gibt, hatten wir auch schon ein programm für den spätnachmittag. 

wir umrundeten also auf einem ausflugsschiff die stadt ein zweites mal und dabei auch noch wirklich vollständig, denn die ausflugsschiffe nutzen einen im neunzehnten jahrhundert angelegten tunnel unter der zitadelle, der die flussschleife abschneidet. 

los geht's mit einer schleuse, die uns aus dem seitenkanal auf flusshöhe bringt.

und aus der schleuse wieder raus, der regen hat aufgehört!

das gebäude des fonds régional d’art contemporain, diesmal vom fluss aus.

und da geht es hinein in den tunnel! mit dem schiff!

auf der anderen seite: vauban-befestigung.

und noch mal was von vauban.

nach einer stunde war die rundfahrt zu ende und mir war reichlich kalt und meine füsse in den sandalen waren endgültig zu nass für weitere spaziergänge. also kehrten wir für eine pause und einen kleiderwechsel ins hotelzimmer zurück. und um herauszufinden, dass quasi jedes restaurant ausserhalb der innenstadt gerade sommerferien oder zumindest am sonntagabend geschlossen hat. also entschieden wir uns - wenn schon, denn schon - für das nahegelegenste mit küche aus der franche-comté. mit reservierung, en ligne. 

da bekamen wir dann zwar einen platz, aber keinen gemütlichen, so dass wir gar nicht so sehr traurig waren, dass wir nach dem aperitiv keine getränke mehr bestellen konnten. ein burger mit lokalen zutaten und ein gratin aus ebensolchen schmeckten lecker, aber wir sassen so beengt neben der bar, an der gefühlt die ganze zeit eine menschenschlange ohne reservierung anstand, dass wir froh waren, bald wieder gehen zu können. pappsatt und damit total anders satt als am vortag mit dem leckeren vegetarischen menu suchten wir noch ein lokal um ein glas bier zu trinken, aber wurden nicht fündig. dafür entdeckten wir ein frühstückscafé für morgen, das ist dann ja auch schon ein plan!

Sonntag, 1. August 2021

31. juli 2021 - tag vier, von montbéliard nach bésancon

nach zwei tagen in montbéliard zieht es uns weiter den doubs hinunter. vorher sehen wir uns aber noch vor der herausforderung ein frühstück zu bekommen - wo wir gestern so viel glück und einen leckeren milchkaffee hatten und ein ganzes tablett an süssen stückle im fenster stand, ist heute gähnende leere. schade. uns wird bedauernd der bäcker in der fussgängerzone empfohlen, wo es leider nur kaffee aus pappbechern gibt. 

vor dem verlassen der stadt machen wir noch einen kleinen abstecher zur alten rennstrecke, da steht man aber einfach vor verschlossenen türen. also weiter dem fluss entlang, zuerst auf einer etwas grösseren strasse, dann, als wir entdecken, dass wir auch der ganz kleinen strasse am fluss folgen können, wieder mit niedriger reisegeschwindigkeit, dafür um so mehr spass.

an einer schleuse rasten wir und essen das mitgebrachte brot mit käse und thunfischpaste. wir haben glück und es kommt tatsächlich ein boot, das die schleuse benutzt. wie sie den mechanismus auslösen ist uns unklar, es gibt signale, wenn sich die schleusentore schliessen, aber vielleicht funktioniert alles mit kameraüberwachung oder automatisch, es bleibt uns unklar. 



unterwegs sehr viel land, kühe, radfahrer und einige malerische dörfchen. über dem doubs manchmal felsen und eine bahnstrecke. in baume les dames machen wir noch eine rast und versuchen einen kaffee zu trinken, finden aber nur restaurants, die ihre tische draussen gedeckt haben. später, als wir wieder zum parkplatz laufen, ist dann ein café geöffnet, es hatte nur mittagspause. wir vermissen die italienischen bars und haben nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet der kaffee so ein problem werden würde. 


kurz vor besancon verändern sich die kleinen orte am fluss, sind nicht mehr ländlich, sondern eher touristisch, da sehen wir dann aber schon die zitadelle beinahe über uns. die anfahrt zum hotel ist uns schon als kompliziert angekündigt, wird aber noch dadurch erschwert, dass der tunnel unter der zitadelle geschlossen ist und wir auf dem anderen weg, den wir dem navigationssystem entlocken, mitten in einer demonstration der gegner des pass sanitaire landen. einen moment lang haben wir bedenken, dass früher oder später eines der mitgeführten schilder auf unserer windschutzscheibe landen wird, dann springt die ampel auf grün und wir können glücklicherweise der menschenmenge ausweichen. 

wir umfahren die stadt und lassen uns in die fussgängerzone navigieren, die ihre pforten nach angabe des hotels auch für autos öffnet, ideal ist eine anreise am samstagnachmittag eher nicht, aber wir schaffen es wieder nicht bis zum hotel. eine weitere coronamassnahmengegnerdemo findet in der innenstadt statt, oder vielleicht sind die von vorhin auch weitergezogen. wir stehen mitten auf der fussgängerzone, können weder vor noch zurück, wollen aber vor allem eines nicht: noch einmal mitten drin landen. am ende rettet uns ein taxifahrer mit den worten "vous etes perdu?" und fährt uns voraus zu einem parkplatz, wo  wir zuerst einmal unser auto abstellen können. 

unter umgehung der demo gehen wir mit leichtem gepäck zu fuss zum hotel und checken ein. das zimmer (oder ein anderes) wurde sehr optimistisch fürs internet fotografiert, es ist klein und dunkel, aber immerhin kann man vor dem zimmer auf einer terrasse sitzen. das hotel ist in einem hinterhof gelegen und sehr ruhig, nur vereinzelt dringen noch rufe und der lärm der tröten bis hierhin durch und ändern irgendwann die richtung, aus der sie kommen. wir brechen auf, um unser auto zu holen, für das uns ein parkplatz im eher engen hinterhof zugesagt worden ist. das spiel mit der telefonischen anmeldung für die fussgängerzone kennen wir ja schon und tatsächlich ist der weg zum hotel frei. nur stellt jemand direkt vor uns sein auto auf den uns versprochenen parkplatz, dem just dieser platz auch zugesagt wurde. die ältere dame an der rezeption hat uns vielleicht schon wieder vergessen? 

wir lassen unser auto dann einfach vor einem anderen tor, das scheint auch in ordnung zu sein und gedanken übers rausfahren können wir uns ja dann am dienstag machen, wenn wir wieder weiter müssen. oder dürfen. 

denn nachdem wir uns leidlich im sehr engen und vollgestellten zimmer eingerichtet haben, wird klar, dass die terrasse natürlich allen hotelgästen zur verfügung steht und man im zimmer, wenn man nicht glastüre und vorhänge schliessen will, keinerlei privatsphäre geniesst. es ist ein bisschen so, als ob der nachbar auf dem campingplatz seinen tisch direkt vor unserem zelteingang aufgestellt hätte. glücklicherweise regnet es aber gerade und die nach uns eincheckenden besucher schauen sich jeweils nur kurz im garten um. wir müssen also vorerst nicht zwischen keine rückzugsmöglichkeit und zivilschutzbunker (so fühlt sich das zimmer mit geschlossenen fenstern und vorhängen an) wählen. 

später brechen wir auf, um uns ein restaurant zu suchen. auch schwierig, denn da es immer noch regnet, steht deutlich weniger platz zur verfügung und so sind die geöffneten restaurants mehrheitlich ausgebucht. oder wir wollen  nicht alleine im saal im ersten stock oder unter einer tropfenden markise essen. am ende aber geht die suche auf die glücklichste aller arten zu ende: wir bekommen einen tisch am fenster in einem asiatisch-vegetarischen lokal, wählen dort das menu und werden mit vier leckeren gängen für das ganze durcheinander des tages entschädigt. am ende sind wir so satt, dass wir das angebotene dessert ausschlagen müssen, obwohl das sicher auch noch sehr spannend gewesen wäre. 

das amuse-geule: rettichsalat.

meine erster gang: salat aus grünen bohnen mit pilzen und einer sauce mit irgendwas mit sesam.

kais erster gang: gemüse in reispapier, mit knoblauch und koriander

kais zweiter gang: frühlingsrollen

mein zweiter gang: nems revisité, interessante konsistenz und lecker, aber keine ahnung was das war. 

mein dritter gang: sushi, vegetarisch

kais dritter gang: ravioli, diesmal hatte er den part, nicht zu wissen, was das ist.

der letzte gang war gleich: spiesse mit gemüse, pilzen, frittiertem tofu, dazu reis und kokossüppchen.

im hotelzimmer versuchen wir uns an einem arrangement mit jalousie und dahinter geöffneter terrassentüre und gehen schlafen. draussen regnet es wieder.  

(das schreiben und mit fotos versehen dieses blogposts wird erheblich durch ein nicht sehr leistungsfähiges w-lan gestört, weswegen eventuell noch bilder vom leckeren essen später hinzukommen könnten).