Sonntag, 27. Juli 2014

dresden erkunden

acht tage in dresden! wo sollen wir anfangen, was wollen wir alles sehen? natürlich hatten wir im vorfeld reiseführer und internet durchsucht, aber vor ort wollten wir am ersten tag dann einfach mal losziehen und schauen, uns treiben lassen und dabei in dresden ankommen. 
 

da unsere ferienwohnung in der dresdner neustadt lag, war dieser herr so ziemlich das erste an offiziellen sehenswürdigkeiten, das wir zu sehen bekamen. das passte so eigentlich auch ganz gut, denn es ist in dresden auch kaum möglich, an ihm, august dem starken vorbeizukommen.


über "seine" brücke betraten wir dann auch die altstadt, liessen die semperoper rechts liegen und schauten uns im zwinger um (während augusts regierungszeit errichtet).


obst, gemüse, blumen, männer, frauen, kinder zwerge, fische und was es da sonst noch alles in stein zu sehen gibt...


 weiter gings dann zum residenzschloss, das zu augusts zeiten natürlich schon stand, das er aber grundlegend umbauen liess...


von aussen, aber auch in den innenhöfen ist das residenzschloss aber noch ganz im stil der renaissance erhalten... hirsch und steinböcke im wechsel im stallhof ...


mittlerweile waren wir einigermassen in die geschichte der wettiner eingedrungen und der fürstenzug ja ohnehin ein muss... und weil wir den vorher schon im stallhof gesehen hatten, hat es uns da einmal georg der bärtige angetan. vielleicht findet ihr ihn ja auf dem bild. den ganzen fürstenzug kann man sich hier anschauen.

über die brühlsche terrasse gelangten  wir dann zur festung und weil es in der sonne so warm war begaben wir uns direkt in die unterwelt der festung... und von dort eher zufällig ins albertinum.



und hinter der kunstakademie vorbei weiter zur frauenkirche. und das war dann für den ersten tag auch genug.


auch wenn es in der altstadt natürlich noch einiges zu sehen gegeben hätte, kauften wir uns am zweiten tag (nein, das wird hier nicht rein chronologisch) einen, nein zwei familienfahrscheine für die dvb und zogen auf diese weise grössere kreise. zuerst mit dem siebener tram vom albertplatz nach löbtau, mit einem zwischenstopp im hauptbahnhof.


 dann weiter mit dem bus 61 zum blauen wunder.


bergauf in den stadtteil weisser hirsch mit der standseilbahn, zu fuss durch das villenquartier, das in uwe tellkamps roman als der "turm" eine rolle spielt, hinab zur grundstrasse, wieder hinauf zur bergstation der schwebebahn, wo dieses panorama entstand.


dann den berg wieder runter mit der schwebebahn. 


 bis zum körnerplatz, wo ich unbedingt das männchen dieses brezelmännchen der bäckerein wippler fotografieren musste, stellvertretend für all die vielen bäckereien, die ich zurück in der schweiz gerade ein wenig vermisse.


 zurück gings dann mit weiter mit dem 61 bus nach bühlau und von dort mit der 11er tram wieder in die neustadt.

dresden kann man aber auch noch ganz anders entdecken. da wir mit den öffentlichen ja einen schlenker durch die südlich der elbe gelegenen stadtviertel gemacht hatten, hatten wir von der elbe bisher nicht wirklich viel gesehen - ausser der tatsache, dass da ganz viele fahrradfahrer unterwegs waren, auf dem elberadweg. darum liehen wir uns an einem anderen tag räder aus (naja, teilweise, der grosse sohn wollte unbedingt mit dem longboard fahren) und folgten mit ihnen der elbe.


 an den drei elbschlössern vorbei...


ging es zuerst wieder zum blauen wunder. 


 und dann weiter bis zum schloss pillnitz.


das schloss pillnitz wurde natürlich auch von august gebaut. heute beherbergt es das kunstgewerbemuseum und ein kleines schlossmuseum, das alleine schon wegen dem grossen saal, der sich in einem eigenartig teilweisen erhaltungs- beziehungsweise restaurierungszustand darbietet, sehenswert ist. vom kunstgewerbemuseum werde ich ihnen dann noch ein bisschen erzählen...


 auch zur erkundung von dresden gehört ein abendspaziergang. der grosse sohn nutzte ihn zum ausprobieren seines neuen fotostativs und darum darf ich ihnen ein paar schöne abendstimmungen von der dresdner altstadt zeigen.


blick auf albertinum, kunstakademie und brühlsche terrasse. 


und die katholische kathedralkirche. (die übrigens auch august hat bauen lassen, anlässlich seines übertritts zum katholizismus, der notwendig wurde, weil er könig von polen werden wollte.) womit sich die runde schliesst... aber noch nicht mein fotoalbum von dresden.

Samstag, 26. Juli 2014

unser gemüse heute


... und der weg aus der gemüsetasche auf den tisch. führt zunächst mal über das planungsstadium mit hilfe von verschiedenen kochbüchern...


... zu einem eher unkonventionellen wochenplan. anstelle von festen gerichten für die wochentage haben wir sechs menüvorschläge ausgesucht und dafür die zutaten besorgt, so dass wir von tag zu tag entscheiden können, was auf den tisch kommt. 


Donnerstag, 24. Juli 2014

zurück...

... nach acht tagen und neun nächten in dresden.
obwohl wir eine schöne grosse ferienwohnung mit balkon mitten in der dresdner neustadt, ganz nah beim albertplatz, hatten waren wir beinahe ständig unterwegs. zu viel gab es zu entdecken, anzuschauen und ja, auch zu fotografieren.


fotografiert hat fast ausschliesslich der grosse sohn: die hauptsehenswürdigkeiten in der stadt, die vielen anderen spannenden häuser und strassen in den vorstädten, in der residenz (so weit es erlaubt war), abends im zwinger am einzigen abend ohne sonne (dafür aber mit einem neuen stativ), viel strassenkunst, aber auch im ehemaligen gefängnis des mfs an der bautzner strasse, auf der dresdner heide, im marienbad, und in der sächsischen schweiz. nur an seinem 17. geburtstag, da durften wir ihn fotografieren.
knapp 900 bilder von der dslr, dazu kommen momentan noch zusätzlich welche von den mobilen endgeräten... bin dann mal am sortieren...


Freitag, 11. Juli 2014

unser gemüse heute


2 salate, kartoffeln (mehligkochend), kohlrabi, buschbohnen, broccoli, 3 gurken, basilikum und bohnenkraut.

Dienstag, 8. Juli 2014

unterschied


heute war ich mit zwei kindern bioco-gemüse ausliefern. das auto war wirklich fast voll... was für ein unterschied zu den tüten anfang mai!

Montag, 7. Juli 2014

capuns


ein bündel mangold/krautstiel im kühlschrank und der aufenthalt im bündnerland am wochenende führten dazu, dass ich mich heute abend in der produktion einer bündner spezialität versuchte.
capuns, spätzleteig mit rauchwurst in mangoldblätter gewickelt und in brühe mit käse überbacken (was nur eine ungefähre umschreibung ist), ganz lecker! nach diesem rezept.

Sonntag, 6. Juli 2014

wasser

auf der heimfahrt aus dem bündnerland ist es mir aufgefallen, dass unser ausflug eigentlich gut unter dem motto wasser hätte stehen können - wasser, das einerseits eine bedrohung ist, eine gefahr, die unter kontrolle gebracht werden muss, wasser, das andererseits durch ingenieursleistung und viel arbeit zum energielieferanten wird...
aber bevor ich hier zu kryptisch werde, ein paar bilder und erklärungen...
freunde hatten uns eingeladen zu einem wochenende in ihrem ferienhaus in den bündner bergen. und zu einer führung zum ehemaligen lüschersee.


mit dem autor des buchs "das ende des lüschersees", gino romegialli, machten wir uns am späten samstagvormittag auf den weg durch wunderschön blühende bergwiesen,


begegneten ein paar sympatischen kühen und kamen am ende zum ehemaligen seebecken, das man, wenn man weiss, dass da früher mal ein see war, gut erkennen kann. schon auf dem weg hörten wir über die spezielle geologie des gebiets, das aus tonschiefer besteht und sich stark bewegt. eine ursache ist der nolla, der das gebiet entwässernde bergbach, aber auch über die rolle des lüschersees, der keinen sichtbaren abfluss besass, wurde ende des neunzehnten jahrhunderts immer wieder diskutiert. nachdem nach mehreren nollaausbrüchen ins rheintal in den siebziger jahren des neunzehnten jahrhunderts mehrmals auch das domleschg bedroht war, begann man zunächst den nolla zu verbauen, dann die bergflanke zwischen nolla und lüschersee zu entwässern, das gebiet durch aufforstung zu befestigen und zuletzt grub man zu beginn des zwanzigsten jahrhunderts einen entwässerungsstollen, um den lüschersee zu entleeren.


das seebecken ist heute noch gut sichtbar, weil sich auf dem seeboden seekreide abgesetzt hat, die eine völlig andere vegetation als an den umliegenden berghängen begünstigt.


der stollen wurde mit hilfe von betonteilen vorangetrieben, drei davon blieben nach der beendigung der arbeiten am ehemaligen seegrund liegen. mich erinnerten sie an verwitternde markknochen.


durch diesen stollen tritt das wasser dann wieder zutage - die tochter erkundete ihn barfuss...
vor ort von den partikularinteressen, die letztlich zur entleerung des sees führten, zu hören, aber auch von den hangrutschungen, die im anfang des zwanzigsten jahrhunderts allmählich weniger wurden, aber nie ganz aufhörten, war sehr spannend. für den geomatikerlehrling interessant: wie mit rutschungen von ganzen grundstücken umgegangen wird - die rede ist von mehreren zentimetern pro jahr! - führungen mit gino romegialli finden übrigens laufend statt...

am sonntag dann machen wir uns wieder auf den weg zu einem see, diesmal einem ganz realen, nämlich dem stausee im valle di lei.


hier wird nun wasser ganz bewusst aufgestaut, um es als energiequelle zu nutzen. der stausee ist teil eines systems aus mehreren reservoiren, zwischen denen das wasser auf- und abwärts gebracht werden kann, um strom zu gewinnen oder in form von lageenergie zu speichern.


der 8 km lange stausee liegt fast komplett auf italienischen staatsgebiet, nur die 140 m hohe staumauer und die zufahrt durch einen tunnel gehören zur schweiz. als wir im vergangenen jahr hier waren, war der see nur etwa halb voll, da er 2012 für eine revision geleert wurde.
dank der lage direkt an der italienischen grenze kann man gleich am stausee lecker bündnerisch-italienisch essen...



so verging unser erstes ferienwochenende viel zu schnell... aber wir werden es in guter erinnerung behalten.

Samstag, 5. Juli 2014

schnüre zum verschliessen

neben den lampenschirmen haben mich mal wieder die verschlusstechniken in ihren bann gezogen. für mobiltelefontäschchen und die grösseren hüllen für i-pad oder laptops habe ich ja schon so eine art von lieblingsverschluss mit einem bändel, der direkt durch die hülle geführt und mit einer filzkugel abgeschlossen wird.
man kann das aber auch variieren.


 zum beispiel mit einer blüte statt mit einer kugel.


oder indem man eine schnur so auffilzt, dass sei auf der einen seite eine öse bildet, durch die man die restliche schnur durchführen kann. mal ohne stopper. man könnte aber auch noch etwas einknoten.
im hintergrund dazu eine neue art von täschchen, noch ohne besondere verwendungsidee. zum beispiel für kleinkram in der handtasche oder als kulturbeutel.


einmal mit unsinnig langem bändel, einmal mit ein bisschen zu kurz geratenem. wie gesagt, ich arbeite noch dran.

Freitag, 4. Juli 2014

unser gemüse heute


drei salatköpfe (den dritten aus der letzten woche nehmen wir heute mit zu freunden ins bündnerland...), kartoffeln, 2 kohlrabi, eine kleine gurke, broccoli, krautstiel/mangold, knoblauch. 

kochideen: salat, salat, salat, kapuns, kohlrabi und gurke als rohkost.

schönes wochenende!


... und allen, die wie wir heute schon den letzten schultag haben, schöne ferien!

Donnerstag, 3. Juli 2014

lampenschirme


allererster versuch, neckisch mit ein bisschen gaze, aber zu klein, zu wenig formstabil.


nummer zwei, schon besser, fast schon mein favorit. im lagenlook, irgendwas zwischen jägerhütchen und tanne. harmoniert sehr gut mit dem sockel.


nummer drei, modell lavalampe. der ist jetzt deutlich zu stabil geworden. und irgendwie stimmen die proportionen nicht so ganz, plötzlich wirkt der sockel zu klein. mehr krater wären besser. oder auch nicht. ich vermute, der entwurf wird nicht weiterverfolgt...


ok, kariert geht immer. ein kleiner fehler bei nummer vier, im bild nicht sichtbar, lässt mich allerdings ein wenig unzufrieden zurück. farblich unauffällig, proportionen sind gut.


die vorerst letzte variante nummer fünf: noch einmal kariert, diesmal auch ohne fehler, dafür die streifen nicht einfach gerade, sondern kurvig geschnitten. auch gut, aber eigentlich würds mir ohne kurven besser gefallen...

als nächstes muss ich es dann mal mit beleuchtung ausprobieren.

Dienstag, 1. Juli 2014

meine oma...


... wurde heute vor hundert jahren geboren.
das bild zeigt sie an ihrem 92. geburtstag, dem letzten, den sie feiern konnte, ganz links.
dazu meine mutter, ganz rechts, ich hinten in der mitte und vorne meine tochter. vier generationen also.


vor 22 jahren, noch zwei jahre vor ihrem achtzigsten geburtstag hat sie für mich in zwei einfachen schreibheften ihr leben beschrieben. sie hatte eine wunderschöne, flüssige schrift und so lese ich gerne ihre erinnerungen an ihre kindheit in hanau, an den garten und die typisch hessische grüne sosse, die aus kräutern aus dem garten hergestellt wurde, und daran, wie sie mit einer auf den rücken geschnallten, zugelöteten bonbondose im main von ihrem vater das schwimmen gelernt hat. ausführlich erzählt sie auch von ihrem grosseltern, vom grossvater, der noch ein soldat des württembergischen königs gewesen war, von ferienaufenthalten bei anderen verwandten, aber auch davon, wie schwer ihr vater nur den krieg verwinden konnte und wie gern er darum mit der familie in der natur unterwegs war. zum vater muss anni ein sehr gutes verhältnis gehabt haben, denn immer wieder schildert sie, wie er sie verwöhnt habe, obwohl sie wohl kein einfaches kind war. auch später klingt immer wieder an, dass sie sich als widerspenstig empfand, dass ihr vieles nicht leicht fiel, auch und vor allem die schule nicht, was vielleicht auch an ihrer intensiv ausgeprägten linkshändigkeit lag.
mit der weltwirtschaftskrise brach für die familie eine harte zeit an, mein urgrossvater war goldschmied und seine arbeit kaum mehr gefragt. 1926 wanderte er darum mit seiner familie in die schweiz aus - nach st. gallen. dort ging meine grossmutter zur schule und machte anschliessend eine lehre in einem handarbeitsgeschäft, sie erzählt von schulfreundinnen, aber auch vom heimweh der mutter nach der älteren tochter klara, die in deutschland zurückgeblieben war, um dort eine lehre als modistin zu machen. sie konnte später zwar nachkommen, doch bald darauf verlor der vater die arbeitsstelle in sankt gallen, trat eine neue stelle in hannover an und die familie wurde wieder getrennt.
meine grossmutter ging nach der lehre für eine zeit in einen haushalt in der welschschweiz, um französisch zu lernen - und erzählt von viel harter arbeit in einem grossen haushalt. nachdem sie auch noch krank geworden war, holte ihre mutter sie zurück nach st. gallen und sie fand mit ihren siebzehn jahren wieder eine stelle in einem wollgeschäft in teufen im kanton appenzell.
die mutter und der bruder zogen wohl mitte der dreissiger jahre zum vater nach hannover, meine grossmutter und ihre schwester klara blieben in der schweiz, wo sie zusammen das hutgeschäft führten, in dem die schwester die lehre beendet hatte. die schwestern hatten eine gute zeit zusammen, meine grossmutter schreibt von einer kleinen gemeinsamen wohnung mit zentralheizung und bad, von skikursen, turnverein, theatergruppe, und davon wie sie meinen grossvater zum ersten mal traf.
spannend zu lesen, wie hier nun wieder die zeitläufte in das leben hineinspielen: da ist zunächst die geschichte, wie sie meinen grossvater in friedrichshafen kennenlernte. nach friedrichshafen musste sie fahren, weil sie dort geld vom vater aus hannover abholen musste, devisen aus deutschland auszuführen war verboten und so wurde das geld von einem freund an den bodensee gebracht und im grunde genommen in die schweiz geschmuggelt - wie das dann mit dem umtausch funktioniert hat, schreibt sie nicht... dann findet die freizeitgestaltung der beiden jungen frauen vorwiegend in der "deutschen kolonie" statt, vermutlich sind also die deutschen in st. gallen ein stück weit unter sich geblieben und je länger je mehr muss das so gewesen sein, denn bald berichtet sie auch von anfeindungen im geschäft.
aber sie schreibt auch von liebesbriefen und vom bruder mit rosen und vergissmeinicht ziselierten verlobungsringen, von der vergeblichen suche nach einer wohnung und der hochzeit im august 1939 in der franziskanerkirche in schwäbisch gmünd. das junge paar wohnte in einem zimmer in der gastwirtschaft der schwiegereltern, mein grossvater eugen arbeitete nach wie vor in friedrichshafen beim luftschiffbau zeppelin und kurz darauf brach der zweite weltkrieg aus. da mag der strohsack im bett, der für anni dann doch gewöhnungsbedürftig war, nur ein kleines übel gewesen sein. ein grosses glück hingegen, dass eugen aufgrund seiner gesundheit nicht eingezogen wurde und eine stelle in schwäbisch gmünd fand, so dass die beiden beieinander sein konnte, wenn auch noch immer ohne eigene wohnung. die fanden sie erst im november 41, gerade noch rechtzeitig vor der geburt der ersten tochter im februar 42. noch zwei kinder wurden bis im oktober 44 geboren. einfach war das leben aber wieder nicht - es war krieg, eugen fuhr jeden tag von schwäbisch gmünd nach göppingen zur arbeit, der zug wurde immer wieder beschossen, oder fuhr wegen fliegeralarm nicht los, was bedeutete, dass die ganze strecke zu fuss zurückgelegt werden musste. die jüngste tochter, meine mutter, war rachitisch und musste mehrere wochen im spital behandelt werden. auch die bittere not kurz vor kriegsende beschreibt meine grossmutter - von selbstgebasteltem spielzeug für die kinder, aber auch davon, dass sie bei bauern um kartoffeln bettelte.
das kriegsende, oder vielmehr den einmarsch der amerikaner in gmünd, erlebte sie in einem bunker, zusammen mit meinem grossvater, aber ohne die eltern, die das wirtshaus nicht alleine lassen wollten. in einer anekdote verpackt findet sich denn auch die eine der wenigen erwähnungen des thema nationalsozialismus - so soll die mutter meines grossvaters einmal von einem gast aufgefordert worden sein, das kruzifix aus der wirtsstube zu entfernen, ihre antwort war darauf, dass der (jesus) hängen bleibe, denn der (jesus) sei vor dem da gewesen, mit verweis auf das hitlerbild an der wand gegenüber.
breiten raum nimmt dann wieder die schilderung der unmittelbaren nachkriegszeit ein, das wiedersehen mit der schwester, die aus dem sudetenland geflohen war, mit den eltern in hannover, die sie lange zeit nicht gesehen hatte, die nachricht vom tod des bruders in kriegsgefangenschaft und die währungsreform.
1948 zogen meine grosseltern dann um nach göppingen an den arbeitsort meines grossvaters. von der schulzeit der kinder berichtet meine grossmutter nicht sehr viel, dafür aber von krankheiten und unfällen, und notwendigen klinikaufenthalten, die grosse sorge und unmittelbare bedrohung wird gut spürbar. aber hier wird der bericht insgesamt weniger detailliert, die hochzeiten der kinder erwähnt meine oma kurz, ich kam 1967 als erstes enkelkind zur welt, die weiteren werden nur noch aufgezählt.
lebhafter wird der bericht dann noch einmal mit der beschreibung wie meine grosseltern ihre freizeit verbracht haben, zuerst im aquarienverein, später auch mit urlaubsreisen. ferien auf dem bauernhof machten meine grosseltern lange jahre - oft auch mit meinen eltern, den tanten, onkeln und enkelkindern - dort, wo mein grossvater mit 16 jahren eine knochentuberkulose auskurieren musste, nachdem sie den hof in einer ferienbroschüre wiederentdeckt hatten.
vor 33 jahren, am geburtstag meiner grossmutter starb mein grossvater und für sie änderte sich damit sehr viel. sie zog nur wenige monate später aus der stadt zu ihrem sohn aufs dorf. sie berichtet aber auch von ihrem leben dort, von der guten aufnahme in die seniorengruppe, von wanderungen, busreisen und geselligen nachmittagen. auch von der altersdiabetes, die wohl zum zeitpunkt des berichts gerade erst entdeckt worden war.

beim wiederlesen ist mir eigentlich jetzt erst bewusst geworden, wie persönlich meine grossmutter ihren bericht gehalten hat, nicht nur wendet sie sich an manchen stellen direkt an mich, sondern ist die lebensbeschreibung auch als eine art ergänzung zu sehen zu der zeit, die ich bewusst mit ihr erleben durfte. davon schreibt sie wenig - und so mag ich das noch ein wenig füllen.
als kind war ich gerne und viel bei den grosseltern, an nachmittagen oder in den ferien auch ganze tage oder manchmal auch wochen. wir wohnten lange zeit in gehentfernung und bei den grosseltern gab es einen grossen hof, mit wiese, bäumen und wäscheplatz wo sich die kinder zum spielen trafen. aber auch die erwachsenen sassen am nachmittag gerne zusammen. eine grosse küche mit zwei kochherden und backöfen hatte meine grossmutter und sie kochte sachen, die meine mutter nicht kochte, dampfnudeln oder hefeknöpfle kommen mir dabei als erstes in den sinn. guetslebacken, das fand auch immer in der küche bei der oma statt. gehandarbeitet wurde viel, gestrickt, gehäkelt, genäht, und ich war in meiner erinnerung gerne mittendrin. im esszimmer stand die nähmaschine auf einem kleinen beistelltisch, den ich nach dem tod meiner oma geerbt habe. es war eine italienische nähmaschine, eine borlotti, mit zierstichen, für die man hellblaue plastikrädchen irgendwo ins gehäuse versenken musste. aber auch für neue handarbeitstechniken war meine oma immer offen. ich hatte viele von meiner grossmutter selbstgemachte kleider, durfte dabei aber meiner erinnerung nach immer mitentscheiden, so dass ich die dann auch gerne getragen habe. einmal hatte ich sogar einen von ihr gestrickten bikini.
meine beiden söhne durften ihre grossmutter noch richtig gut kennenlernen. die tochter hat keine erinnerung mehr an sie. und aus den letzten von der urgrossmutter gestrickten socken wird sie demnächst auch herausgewachsen sein.

dass ich heute an ihrem hundersten ein bild von ihrer geburtstagsfeier zeigen kann, freut mich, denn ursprünglich war dieses viergenerationenbild verschollen... und es passt, denn das war ihr immer ein wichtiges anliegen, ihren geburtstag mit der familie zu feiern!

Montag, 30. Juni 2014

frisch vom feld


den ganzen tag hab ich mich schon aufs ernten auf dem geisshof gefreut. im abendsonnenschein auf dem feld habe ich dann gleich zu anfang der sieben kisten krautstiel einen marienkäfer gefunden, der mir beim broccolisuchen allerdings auch nicht soooo viel glück gebracht hat. aber es wird für jeden etwas geben.
und wisst ihr was noch besser riecht als ein gemüsefeld im abendsonnenschein?
ein lagerkeller voller frisch geerntetem gemüse! 

Freitag, 27. Juni 2014

meine woche

ja, auch zwischen den wochenenden passiert hier allerhand. vor allem habe ich in dieser woche endlich mal wieder gefilzt. man könnte sogar sagen, ich hätte so ein bisschen ins blaue hinein gefilzt.



das hat aber keinen rock für die tochter gegeben, sondern den lampenschirm, den ich hier schon mal erwähnt habe. also nicht den ersten, sondern schon den fünften. ich müsste die aber mal vernünftig fotografieren, damit ich sie auch wirklich hier zeigen kann.

ausserdem hab ich so ein bisschen versucht, ein paar sachen noch vor den ferien zu erledigen. ausser der dorfweihnacht (also die anmeldungen dafür) und so allerlei anderer organisationskram sind das vor allem die anfertigung von sommerlichen hosen und die beendigung verschiedener textilprojekte.


 der blumenstrauss im bild fand hier im post vom letzten wochenende erwähnung.


spinnen (oder vielmehr flachs und papiergarn verzwirnen) kann man ja glücklicherweise beim fussballgucken, sonst wär ich noch lange nicht so weit. und den rest schaffe ich auch noch, den sowohl die schweiz als auch deutschland sind ja im achtelfinal und haben noch mindestens ein spiel vor sich... ( wir also mindestens zwei).

ab und zu verlangen die tomaten oder die haare nach zuwendung und dann läuft auch noch das internationale festival für material- und figurentheater figura gerade in der nachbargemeinde. am donnerstag haben wir es geschafft, ganz spontan und ohne vorbestellung uns eine vorstellung des griechischen duos merlin puppet theatre anzuschauen. der titel ist clowns houses, es ist eigentlich eine eher trostlos-komische geschichte, aber vor allem die figuren und die sonstige ausstattung haben neben der story bestochen.

http://www.figura-festival.ch/programm/programm2014/single/?no_cache=1&tx_umschukulu_pi1[showUid]=102&cHash=684f227b29cd0488a631c32189555b8b

auch noch zu erwähnen wäre als der zeitfresser der woche das neue smartphone, an dessen bedienung ich mich erst noch gewöhnen muss. aber nichtsdestotrotz hab ich schon ein paar lustige sachen damit ausprobiert. zum beispiel das zeiterfassungsapp, in das ich mal alles eingetragen hab, was ich gemacht habe, drei tage lang. (also danach hätte man das app kaufen müssen, und das war dann ganz gut so, denn sonst würde ich vermutlich die ganze zeit damit verbringen, zu erfassen, womit ich meine zeit verbringe...)

unser gemüse heute


drei riesensalate! kartoffeln klein uns gross und vor allem viel. frische zwiebeln, fenchel, kohlrabi, knackerbsen, broccoli (wenig), knoblauch (wer soll den ganzen knoblauch essen? kann man den eventuell trocknen?), basilikum.
der salat mit den roten sprenkeln ist so super, den werden wir vermissen, wenn es ihn nicht mehr gibt. und: zum ersten mal haben wir eine riesentasche voll gemüse, aber das schaffen wir!

Montag, 23. Juni 2014

wochenende


so viel zeit haben wir eigentlich gar nicht im garten verbracht, trotzdem sind die wenigen fotos vom wochenende aus dem garten.
am samstag waren wir auf dem bio-marché in zofingen, und kämpften uns durch eine überfülle an ständen, an denen man esswaren probieren und kaufen konnte. nach dem dritten ölstand und dem sechsten weinstand wird das allerdings auch nicht mehr spannender. dafür trafen wir mit herrn muff von der wildstaudengärtnerei einen alten bekannten und kauften bei ihm endlich eine felsenbirne für unseren garten. in einer eher unspektakulären seitengasse entdeckten wir einen infostand über wanderungen durchs jura von biobauernhof zu biobauernhof. und insgesamt war die stimmung am markt nett und zofingen ist ein hübsches städtchen.
am sonntag dann zog es uns in den wald, zum wandern, leider waren die beerensträucher, die wir als himbeeren erinnerten, brombeeren und so trugen wir unsere kesselchen leer wieder heim. immerhin haben wir einen schönen blumenstrauss mit nach hause gebracht.
zu den bildern aus dem garten wäre noch zu sagen, dass uns allmählich das gesammelte regenwasser ausgeht und wir wieder begonnen haben aus dem bach zu schöpfen. gestern alle kannen voll und sicher noch 15 achtliterkannen direkt auf den garten. danach war ich dann mit der tochter in der limmat (luft 27, wasser 20,5 grad) schwimmen, leider verpassten wir aber die schwimmfreundin. und danach hatten wir wirklich hunger auf die pizza, die uns der weltbeste pizzabäcker mit dem weltbesten pizzabäckergehilfen gezaubert hat. in gesellschaft der drei (!) kleine spatzen unter dem dach haben wir zu abend gegessen. bei spatzens gabs würmer oder raupen, so genau konnten wir das von unten nicht sehen.


Freitag, 20. Juni 2014

unser gemüse heute


drei salate (davon zwei mit roten punkten!), 3 zwiebelchen, ein frischer knoblauch, kartoffeln, broccoli, (knack-)erbsen, ein kohlrabi, und die blüte einer rainfarn-phacelie.

prächtig


es gibt solche tage, an denen man mal alle kritischen hintergedanken zur katholischen kirche ausblenden muss/darf/kann und sich einfach freuen an einem alten brauch und einem schönen fest!


ein gottesdienst mit ganz viel blumen, gold und sonnenschein im freien, mit lesungen in vielen sprachen, die ja auch die vielfalt der gemeinde widerspiegeln, mit den erstkommunionskindern und ganz vielen ministranten (und ministrantinnen!), eine prozession durch die stadt, mit reitern, stadtmusik und frauen in tracht, mitten durch fussgängerzone, vorbei an läden und kaufhäusern..


und zum schluss ein apero auf dem kirchplatz mit vielen lieben menschen.
ein wirklich prächtiges fest!