Dienstag, 27. Dezember 2022

jahresrückblick 2022


 januar

mit einem jahr abstand lesen sich die einträge, die ich im januar 22 im blog gemacht habe, wie berichte aus einer längst vergangenen zeit. wie sehr hat uns corona vor einem jahr noch beschäftigt! Die omikron-welle rollte gerade durch schulen und büros, aber gleichzeitig fand auch schon wieder eine art alltag statt. kurse in der werkstatt, absage der filzbegegnung in deutschland, vorbereitungen für die generalversammlung der filzszene in der schweiz. ich beschäftigte mich intensiv mit einem neuen modul für den filzbaukasten, der erweiterung der basismodule um komplexe dreidimensionale formen und wartete sehnlichst auf material, das ich für einen kostenvoranschlag für einen richtig grossen auftrag brauchte. vor allem zu anfang des monats war das wetter mild und neben gartenarbeit unternahmen wir grössere spaziergänge in der umgebung und in der grossen stadt. 

februar

gleich zu beginn des monats bekomme ich die zusage für den oben schon erwähnten auftrag und kann damit nach lieferung des notwendigen materials auch rasch starten, denn zumindest ein teil des monats ist noch frei von terminen. wir streichen die küche,  ich verbringe ein paar tage in göppingen und starte ein regelmässiges sportprogramm. die meisten coronamassnahmen in der schweiz fallen, wir machen uns sorgen um unseren kater, verabschieden uns von der gemüsegenossenschaft, bei der wir viele jahre mitglied waren und alles sieht nach alltag aus. ratlos lässt mich der überfall russlands auf die ukraine zurück.

märz

am ersten samstag im märz ist traditionell generalversammlung des vereins filzszene. nachdem ich mich ein jahr geziert habe, lasse ich mich dort zur präsidentin wählen. in der werkstatt wird produziert, zwischen arme, beine, leiber und augen passen aber auch noch fünf kurstage. im garten bauen wir ein gewächshaus auf und werkeln auch sonst herum, bei strahlendem sonnenschein sind wir auch  viel draussen unterwegs, denn der märz ist warm und extrem trocken. 

april 

der april startet mit dem zweitägigen vereinsausflug ins engadin, danach ist es nur noch eine knappe woche, bis es nach england geht. in dieser woche verschwindet der kater und das elektrovelo bockt und verlangt eine neue kette. am neunten fahren wir tatsächlich los, zwei jahre später als ursprünglich geplant. etappen unserer reise: normandie, portsmouth, ostern in sennen cove an der südwestlichen spitze cornwalls, gärten und südliche küste bei caerhays castle und über frankreich wieder zurück nach hause. am tag unserer rückkehr taucht der kater in einem tierheim wieder auf - wovon ich nie im blog schrieb. der garten fordert nach zwei wochen nichtstun unsere volle aufmerksamkeit und fürsorge. 

mai

im mai ist blogpause. vordergründig wegen besuch, gartenarbeit und vollem auftragsbuch in der werkstatt, aber es steckt mehr dahinter. beim nachdenken über das blog, die welt und mich ranken sich düstere gedanken um bilder des blühenden gartens. schön sind der besuch des pflanzenmarkts auf schloss wildegg, das rasante wachstum der tomaten - weniger schön die grosse hitze und trockenheit, die nur von eine paar gewittern unterbrochen wird. 

juni

im blog ist es weiterhin ruhig. wichtig bleiben  #wmdedgt am fünften, 12 von 12 am zwölften und der 12tel-blick am monatsende und so zeige ich regelmässig viel vom garten und ab und zu etwas von ausserhalb. wir freuen uns über besuche von durchreisenden, ich lasse meine pädagogischen fähigkeiten evaluieren und im verein rappelt es ein bisschen. die hitze und grosse trockenheit hält an und uns im garten auch ganz schön in atem. 


 juli 

der sommer ist da! mein auftrag ist abgeschlossen, wir sehen drei filme im freiluftkino, kaufen uns neue elektrovelos und einen veloträger, und in der zweiten monatshälfte haben wir ferien. es ist heiss und trocken, das giesswasser geht immer wieder aus, und auch die ausflüge in die berge bringen keine wirkliche abkühlung. wir geniessen den sommer an einem kleinen open-air, an dem die beiden söhne organisatorisch beteiligt sind. 


 august 

die erste augusthälfte vergeht über besuchen aus der alten heimat, es ist heiss genug zum schwimmen im bädle und in der limmat. und dafür, dass ich zusammen mit der freundin beim spazierengehen gärten auf  trockenresistenz hin anschaue. in der zweiten hälfte des monats beginnt es endlich zu regnen, ich starte holprig wieder in die arbeit in der werkstatt und plane zunächst vor allem vieles für später. wir sind viel mit den velos unterwegs und geniessen den erweiterten aktionsradius. ausserdem abonnieren wir wieder eine gemüsekiste – allerdings eine, die wir jederzeit pausieren können. Und endlich bekommen wir einen zaun…

september 

der garten ergrünt nach etwas regen und mit kühleren temperaturen zusehends und auch ausflüge wie der zu den tagen des europäischen denkmals machen wieder mehr spass. zur vorbereitung eines geplanten filzkurses überarbeite ich ein altes kurskonzept gründlich – nur leider findet am ende der kurs mangels teilnehmer*innen nicht statt. dafür reise ich dann zu meiner mutter und erledige mit ihr verschiedenes im zusammenhang mit ihrer wohnung. den besuch muss ich leider abrupt abbrechen – die tochter hat sich mit corona angesteckt. 


 oktober

der oktober soll angeblich golden gewesen sein, zuerst erschien er mir nicht oktobrig, dann nicht golden. immerhin war ich zwischen vielen kurstagen in der werkstatt einmal mit der tochter wandern und für ein paar drei tage mit kai in frankreich zum velofahren. corona veränderte wieder unsere pläne, der 80ste geburtstag des grossvaters fiel wegen krankheitsfällen in der familie aus. wir nutzten eine ferienwoche zum renovieren bei meiner mutter und zu einem ausflug nach basel. 


 november

anfang november habe ich noch mal ein paar tage ferien und verbringe sie alleine in den bergen. danach wartet viel arbeit in der werkstatt auf mich, die teilweise unerledigt bleibt oder verschoben werden muss, weil ich kranke werde. darunter leidet auch die vorbereitung auf den advent und die vorweihnachtszeit.  oder es liegt am wetter - der november ist ungewöhnlich mild und das laub leuchtet noch lange an den bäumen. draussen gibt es wenig zu tun, dafür arbeite ich an der adventspost und schnitze wieder mehr stempel. 

 

dezember

der dezember überrascht uns mit dachdeckerarbeiten zu beginn und schnee zur monatsmitte, und mich mit einem eiterzahn, der kurz vor weihnachten noch entfernt werden muss. fast an jedem adventswochenende besuchen wir einen weihnachtsmarkt, in aarburg und auf dem kirchplatz in baden, mit einem eigenen stand im schneegestöber an der villa langmatt und in waldshut. wir backen gutsle und schmücken irgendwann die wohnung weihnachtlich. pünktlich zu den festtagen setzt tauwetter ein, was das abholen und besuchen der eltern einfacher macht als weisse weihnachten.

ein paar tage fehlen nach den gemütlich verbrachten weihnachtstagen noch bis zum ende des jahres, wir freuen uns auf besuch zu silvester und noch ein paar tage ohne verpflichtungen.

liebe blogleser*innen – ihnen sei an dieser stelle wieder einmal gedankt, für treues mitlesen und gelegentliches kommentieren ebenso wie für geduld in den monaten, in denen es hier eher spärlich zuging. in dieser zeit auch ausdrücklich für ihre ermutigungen, hier in irgendeiner form weiterzumachen. ein konzept ist gut, aber auch ohne konzept ist mein ganz privates blog eine gute sache, für sie und für mich.

braucht es eigentlich noch ein fazit zum jahr? falls ja: es hätte besser sein können, aber vor allem auf der grossen bühne der weltpolitik, ich persönlich bin eher sehr zufrieden mit ganz vielem. die werkstatt lief zum ersten mal so richtig gut, ich hatte immer genug, manchmal fast zu viel zu tun, konnte aber allen wünschen und bestellungen gerecht werden. wir konnten eine lang geplante reise unternehmen und haben viele schöne dinge erlebt. es fiel nur etwas schwerer als auch schon, diese wirklich zu geniessen, wenn rundherum so vieles im argen liegt und man so wenig tun kann, dass sich das ändert.

Montag, 26. Dezember 2022

lange und irgendwie zweigeteilte woche


 die vergangene woche endet mit einem sonntagsfrühstück mit den kindern. später gehen kai und ich spazieren - es liegt noch schnee, aber anders als am samstag ist es jetzt trüb und auch nicht mehr ganz so kalt. 

die woche beginnt mit letzten erledigungen, ich schaffe es endlich, auf den herzberg zu fahren und mir die räumlichkeiten für die für januar geplante zweitägige vorstandssitzung der filzszene anzuschauen. 

auf den jurahöhen erwartet mich ein winterliches bild, die bäume voller rauhreif, schnee und sonne. wenn es so auch im januar wäre. im gespräch stellt sich heraus, dass seitens des hauses für erwachsenenbildung hier oben grosses interesse an filzworkshops besteht, dass es geeignete räume gibt und dass ich möglichst rasch ein angebot für zwei veranstaltungen im kommenden jahr machen soll. termine stimmen wir bereits ungefähr ab. 

bei der rückfahrt ins tal taut es, montag und dienstag stehen noch termine an, ich verschiebe die konzepte für die kurse auf zwischen den jahren, bin bereits mit der planung der weihnachtstage beschäftigt und hätte jetzt bittedanke gerne auch ein bisschen mehr weihnachtsstimmung.

am mittwoch lege ich dann sozusagen den schalter um: ich lasse mir noch die fäden von der zahn-op ziehen, dann fahre ich nach deutschland, um meine mutter für die weihnachtstage bei uns abzuholen. dank guter planung und fügung des möbellieferungsschicksals können wir im september bestellte neue esszimmerstühle abholen, die ich später zusammenschraube. die pünktliche verfügbarkeit zum angesagten termin stellt entweder ein wunder dar oder konterkariert das kollektive narrativ von den allseits stockenden lieferketten und der unmöglichkeit, dinge zu bekommen, die man bestellt hat ohne darauf unmässig lange zu warten. 

das wetter wird weihnachtlich - es regnet auf beiden autobahnfahrten und wird gar nicht mehr richtig hell über den tag, dafür sind die temperaturen jetzt wieder im zweistelligen bereich angekommen. für knapp 1000 kilometer autofahren über die weihnachtstage erscheint mir das allerdings idealer als die stets ersehnte weisse weihnacht. am abend in den nachrichten dann die bilder von nordamerika, das über die feiertage mit schnee und extremer kälte kämpft. 

letzte einkäufe, mehrfach, am freitag dann noch alles frische für die weihnachtstage im nicht mehr ganz entspannten supermarkt. am heiligen abend selbst bin ich, sind wir emsig in der küche beschäftigt, obwohl wir das mittagessen auslassen. 

quarkstollen - stollenfreude ohne wochenlange ruhezeit. 

zwischen drei und vier treffen alle kinder ein - die tochter hat im frühdienst gearbeitet und wird dies auch über die feiertage tun - und es gibt als einstimmung auf den abend kaffee und weihnachtsgebäck. 

kai hat den baum schon am morgen in die stube geholt, die tochter und der mittlere sohn übernehmen das schmücken. 

der älteste macht stimmungsvolle fotos. 


in der küche legen wir letzte hand an all das, was meine mutter,, kai und ich seit dem morgen geschnippelt, gebraten, gemixt und gewürzt haben. zum abendessen gibt es eine art arabisch angehauchtes buffet mit granatapfeltabouleh, baba ganoush, muhammarah, zwei verschiedenen hummussorten, ziegenkäse, oliven, eingelegten minipaprikas. dazu (nicht auf dem bild) fluffiges knoblauchbrot und falafel, dessen erste hälfte sich in der friteuse auflöst. die zweite hälfte braten wir in der pfanne. 

hier wartet man aufs christkind. (oder darauf, dass die falafel-krise beendet ist.)

der baum erstrahlt im zweiten jahr elektrisch. 

wir essen lange, wir bescheren noch viel länger und am nächsten tag lobt der grosse sohn ausdrücklich das fehlen des desserts. und irgendwie macht auch niemand mehr fotos. weder vom weiteren abend, noch vom ersten weihnachtstag, den wir mit einem frühstück zu dritt beginnen. 

ich teste ein weihnachtsgeschenk: ich habe mir schnitzwerkzeug für die stempelproduktion gewünscht und gleich ein ganzes set bekommen. was liegt näher als ein letztes geschenk zu produzieren...

später besuchen wir den ältesten sohn und trinken bei ihm kaffee, spielen zu viert anno domini und kehren dann nach hause zurück, um das abendessen zu kochen. unfotografiert bleiben auch das schweinefilet im dörrobstmantel und die sesamspätzle, nach denen wir noch lange am esstisch sitzen bleiben und erzählen. alle bis auf die tochter, die am nächsten tag wieder früh raus muss.

Freitag, 23. Dezember 2022

nachtrag wochenrückblick


 diesmal dauert es etwas, bis die woche voll ist mit den sternenzelten. es kommt zwar fast jeden tag eine postkarte (manchmal auch zwei), aber die eine fehlt halt immer noch, angekündigt zwar, aber ich warte bis ich die vollständige woche zeigen kann. 

wieder gibt es sieben sehr unterschiedliche interpretationen des themas sternenzelt von evelyn, ghislana, katrin, saskia, tabea, susanne und anne.  herzlichen dank an die postkünstlerinnen.

Montag, 19. Dezember 2022

adventspost 2022

die adventspost ist die postkunstaktion des postkunstblogs, die ich zuverlässig in jedem jahr mitmache. einfach weil es so schön ist zu sehen, wie über die dunklen tage im dezember langsam aber sicher ein ganz eigenes kunstwerk aus vielen, vielen karten von vielen, vielen absender*innen entsteht. und weil es gut tut, sich aus dem vorweihnachtstrubel auszuklinken und sich ganz auf diese eine sache zu konzentrieren. (wie die postkunstaktion funktioniert, lest ihr am besten direkt auf dem postkunstblog nach.)

heuer stand die postkunst bei mir nicht unter einem so guten stern - das lag daran, dass ich kurz nach bekanntgabe der termine erst mal krank wurde, aber immerhin das glück hatte, einen späten termin zugelost zu bekommen. und weil auch die arbeit in der filzwerkstatt nicht weniger wurde, hatte ich dann trotzdem nur sehr limitierte zeitfenster, um mich mit der postkunst zu beschäftigen. 

 

los ging es mit der materialsichtung. genügend aquarellpapier für nasses arbeiten für den farbverlauf war da und dank des übergrossen aquarellformats war auch der papiernutzen grösser als das bei einfachen din-a4-bögen gewesen wäre. aquarellfarbe gab nicht das gewünschte fastschwarz, deshalb griff ich zu einem restbestand an nachfülldruckerfarbe und das war dann so, wie ich mir das vorstellte, dunkel, fastschwarz, mit einsprengseln von nachtigem blau mit einem ganz leichten stich ins grüne. 

 

aufgetragen mit der pipette, dann schnell mit dem pinsel verteilt entstanden teils dramatische farbverläufe. 
 
 
 viel wollte ich dem gar nicht mehr hinzufügen und so wählte ich einen stempel, der einen origami-stern nachahmt. gedruckt mit acrylfarbe in gelb und weiss, mit kleinen tupfen von neonorange. davon pro karte nur vier, ich wollte einen ruhigen sternenhimmel. im nachhinein hätte es vielleicht sogar nur einen stern gebraucht. 

derweil stellte ich fest, dass mir das schon einmal gründlich durchgeweichte aquarellpapier doch ein bisschen zu dünn erschien, um es solo zu verschicken. deshalb gestaltete ich die rückseiten separat aus zeichenpapier mit schmalen blauen farbverlaufsstreifen oben und unten. und nähte die karten später zusammen (das wurde mir auf der poststelle übel genommen, aber das ist eine andere geschichte)

auf die rückseite muss ja immer eine ganze menge an information - adventspoststempel, ergänzt durch eine handschriftlich angeschmiegte 22, gestempelter stern, diesmal in ganz gelb mit der zahl für meinen adventsposttag und dann entdeckte ich auch noch ein zitat von meinem landsmann friedrich schiller zum thema "sternenzelt". übermütig kopierte ich eine der letzten chorstrophe aus der ode an die  freude per drucker auf die kartenrückseite. 
 
 
 
der beginn des gedichts dürfte den meisten bekannt sein, dank der vertonung durch beethoven und der verwendung als europahymne. oh, europa, sterne auf blauem grund...

nachdem die karten dann doch noch ziemlich entspannt fertig geworden waren, wurde es ganz am schluss beim verschicken noch einmal unnötig spannend - zahn-op und blitzeis verhinderten zunächst eine fahrt zum deutschen postamt, dann ging es mir aber rasch besser und so denke ich, dass meine post überall heute oder sonst wenigstens ziemlich pünktlich angekommen sein sollte.


hier auf dem blog ist meine beschreibung ja recht gut versteckt... blogpost verlinken geht auch nicht mehr, vielleicht findet ja per zufall jemand hier her. oder ich finde noch irgendwo zeit und lust auf einen beitrag auf instagram. 

die adventspost ist eine tolle aktion - der dank an die postkünstlerinnen und die organisatorinnen geht raus! 

Sonntag, 18. Dezember 2022

wieder die ganze woche schnee

vorsatz: im nächsten jahr nehme ich wieder den einfachen schokoladenadventskalender anstatt den mit den überraschungen.

aber von anfang an. am montag stürzte ich mich in die noch zu erledigenden dinge. in der hoffnung auf ein paar ruhigere tage ab der wochenmitte (mittwoch ganz frei, um nach deutschland zu fahren und post aufzugeben und vielleicht noch ein paar weihnachtseinkäufe zu machen) versuchte ich an möglichst viele posten der liste einen haken zu machen.

die adventspost für die postkunst wurde fertig, draussen lag immer noch schnee, aber nicht mehr mit so schönem sonnenschein dazu wie am sonntagnachmittag. dafür knackig kalt. am dienstag erledigte ich weiter vor mich hin und ging zu fuss zur zahnkontrolle - mit eher unschönem ausgang, nämlich einem termin für eine zahnextraktion (wörtlich, den sechs-dreier müssen wir exen) am mittwochnachmittag. auf dem heimweg holte ich mir noch die zwei modularbeiten von schülerinnen, die ich noch zu begutachten hatte, aus der werkstatt und erledigte auch noch das, bis ich um halb zehn über zugeschneite strassen schlitterte um die tochter vom turntraining abzuholen. unterwegs begegneten wir dem schneepflug auf dem fahrradweg.

wir überlegten, den ausflug nach deutschland abzukürzen und vor den zahnartztermin zu legen, aber dann kam die wetterwarnung, die für den mittwochvormittag einsetzenden regen und glatteis vorhersagte. also schliefen wir ein bisschen länger, aber immerhin nicht lange genug, um von den anrückenden gerüstbauern überrascht zu werden. die bauten nämlich trotz blitzeis unangekündigt das gerüst ab. (jedenfalls das meiste, am donnerstagabend informierte uns eine nachbarin, dass auf dem dach noch ein brett läge) zu  allem überfluss entdeckte ich, solange kai beim brötchenholen war, dann auch noch den tropfenden wasserhahn im keller, der schon so lange tropfte, dass das vorsorglich darunter gestellte schüsselchen schon mehr als übergelaufen war. und zwar auf meinen verpackten webstuhl und den grössten teil unserer gerahmten drucke und bilder, nix wertvolles, aber jetzt trotzdem mehrheitlich komplett verdorben. um die erhebliche planänderung komplett zu machen entschied ich mich, die ablage zu erledigen, was mir regelmässig jede gute laune vertreibt, aber da war, nachdem die gerüstbauer der einfachheit halber beschlossen hatten, quer durchs blumenbeet zu laufen, eh nichts mehr zu retten. 

 
die zahnextraktion war im vergleich zum vormittag dann relativ entspannt, ich wurde gefragt, ob ich den fortschritt der abrissarbeiten mitgeteilt bekommen wolle, lehnte aber dankend ab. mir verursachte schon die frage nach einem spezialinstrument für wurzelreste genügend kopfkino. die reste des zahns zu betrachten liess ich mir aber nicht nehmen. ich verliess die praxis mit betäubtem kiefer, einer reihe von verhaltensempfehlungen und bei strömendem regen. ich vermute, es wurde sehr gute arbeit geleistet, denn ich hatte auch nach dem abklingen der betäubung quasi keine schmerzen. 

deswegen war ich auch am donnerstag schon wieder halbwegs fit und konnt nach einem gemütlichen vormittag schon mal die post nach deutschland bringen und ein paar einkäufe erledigen. 

die grösste kröte killte ich am freitag. schon in der nacht hatte die freundin und vereinskollegin mir die sehnlich erwarteten letzten details für den versand des winterbriefs für die filzszene geschickt und im laufe des tages bastelte ich daraus das fertige mit informationen voll gepackte paket und gab es auf die elektropost. was seit drei wochen durch meine aufgabenlisten mäandert, ist endlich erledigt. nebenbei liess ich mir noch gute wundheilung bestätigen, nahm einen grösseren auftrag für die werkstatt entgegen und gab nach einer kleinen panne, die zu einer autofahrt im abendlichen schneefall führte, eine modularbeit zurück. am abend planten wir grob das thema essen über die weihnachtstage.

 
samstag war ich wieder normal fit. und wir holten den verpatzten mittwoch nach. war eh viel schöner, weil schnee und sonne. wir frühstückten erst mal im café, und wissen jetzt, dass wir beim nächsten frühstück in waldshut jetzt aber wirklich das andere café ausprobieren müssen. anschliessend schlenderten wir über den vormittäglichen weihnachtsmarkt, kauften etwas, was die tochter später mit "was habt ihr gekauft, den sch... gibt es jetzt auf jedem weihnachtsmarkt!" abtun sollte und später, nach ein paar erledigungen eine thüringer bratwurst. auf dem heimweg dann noch getränkemarkt, supermarkt und weihnachtsbaumeinkauf bei einem forstbetrieb. fichten gibt es quasi keine mehr zu kaufen, ich vermute zum ersten mal, dass es nicht an der fehlenden nachfrage, sondern vielleicht auch daran liegt, dass die fichten den hitze- und trockenstress im wald ja offensichtlich nicht gut vertragen. die klimakatastrophe verändert so auch weihnachten. 
 
  
zuhause dann emsiges arbeiten. ich bereitete dinge für das adventsfrühstück mit den jungs vor, kai sortierte die inzwischen getrockneten rahmen, drucke und originale. der webstuhl ist vielleicht noch am besten weggekommen, einiges von den bildern mussten wir entsorgen. die tochter kam aus dem thermalbad (man verschenkt sich gerade gegenseitig gutscheine fürs bottabad in ihrer peergroup) und hing die adventsdeko auf. wir sind also wieder einigermassen im plan, die termine und aufgaben für die kommende woche sind übersichtlich, ich setze voll darauf, dass keine weiteren überraschungen mehr kommen. 

Dienstag, 13. Dezember 2022

nachtrag zum wochenrückblick


nach einem eher trüben samstag und einer offensichtlich auch noch einmal schneereichen nacht bot sich am frühen sonntagmorgen ungefähr dieser blick vom balkon vor dem schlafzimmer. 
 

am vormittag wurde es richtig sonnig, kai und ich spazierten ins städtchen, um das kunst-take away des hiesigen kusntvereins zu besuchen, am nachmittag machten wir es uns mit blick auf den verschneiten garten auf dem sofa gemütlich.



schon schön.

und noch etwas gibt es nachzutragen: am montag nahm ich die karte für den sonntag aus dem briefkasten, nun ist auch diese postkunstwoche vollzählig. 

sternenzelt-interpretationen von bärbel, sandra, barbara, petra, jeannette, heike und ute. herzlichen dank den postkünstlerinnen!
 

Sonntag, 11. Dezember 2022

viel politik und am ende schnee!

start in die woche mit grittibänzenbacken, weil wir für den abend beim ältesten sohn verabredet waren, um unser nikolauspäckchen von der grossmutter zu teilen. ich musste vorher noch zu einer halben stunde physiotherapie und packte mir alles aufs fahrrad: nikoläuse, päckcheninhalt und ganz oben drauf die fast noch warmen typisch schweizerischen hefegebildgebäcke. in der stadt traf ich mich mit der tochter, wir verschlenderten eine stunde in buchhandlung und kaufhaus um nicht zu früh beim abendessen zu sein. anschliessend familienabend in wieder einmal einer neuen wohnung des grossen.

bereits am montag beim hellwerden waren die dachdecker aufgetaucht, am dienstag ging es dann so richtig los mit dem dachdecken. ziegel wurden geliefert, in unserem engen privatsträsschen ist das eine logistische meisterleistung, und anschliessend gleich palettenweise aufs dach gehievt. am donnerstag um die mittagszeit war das neue dach bereits fertig, das alte in kleinen stücken in einer bauschuttmulde versorgt. das ging wirklich fix, wie der dachdecker bemerkte war es halt aber auch nur tausch alt gegen neu. 
 
 
ich versuchte über die woche an allen adventsaufgaben gleichermassen "dranzubleiben" - werkelte an der adventspost, an vereinspost und an der vorbereitung des adventsmarkts. 
 
am mittwochmorgen verfolgte ich in der werkstatt im radio die wahl von zwei neuen bundesratsmitgliedern. der siebenköpfige bundesrat ist die schweizer regierung, die nach einer (nirgends festgeschriebenen) sogenannten zauberformel aus den vier am stärksten im parlament vertretenen parteien zusammengesetzt ist. gewählt werden die räte von volks- und kantonsvertretung gemeinsam. die parteien schlagen jeweils kandidaten für ihre ausscheidenden mitglieder vor und gewählt ist man erst mit einem absoluten mehr. überraschungen sind also eher gering, aber für die sozialisten wurde im dritten wahlgang eine aussenseiterin in dieses gremium gewählt, aus einem kanton, der noch nie eine vertreterin dort hatte. möglichst ausgewogen sollen die verschiedenen (sprach)regionen der schweiz vertreten sein - das sind sie mit einem überhang an lateinischsprachigen vertretern und westschweizer*innen jetzt nicht. ausserdem wurde im nachgang heftig darüber diskutiert, dass die städte, in denen immerhin 85% der schweizer bevölkerung leben, unterrepräsentiert sind. aber immerhin hält die neue bundesrätin walliser schwarznasenschafe, das ist doch auch schon was. (und eine steilvorlage für die kritik, die ganz richtig darauf hinwies, dass der reichtum der schweiz nicht mit niedlichen schafen erwirtschaftet wird.) 
woher ich das mit den 85% weiss? weil wir am donnerstagabend nämlich eingeladen (oder aufgeboten?) waren, unsere staatsbürgerlichen kenntnisse über unser gastland nachzuweisen, auf dass dann der prozess zur ordentlichen einbürgerung starten kann. und da war eine der fragen die nach dem anteil der schweizer bevölkerung, die in städten lebt. nach bestandenem test gilt es nun eine lange liste an dokumenten beizubringen, dazu dann in einem anderen blogpost und zu anderer zeit einmal mehr. 

am freitag waren schon wieder handwerker im haus (die dachdecker waren ja eher draussen), die eine neue filteranlage für das schwimmbad einbauten. testen können wir erst im sommer, darum hat kai dann auch am samstag das wasser abgelassen, in stetem schneetreiben, das bereits am freitagvormittag eingesetzt hatte. wir haben schnee, er bleibt sogar liegen.

eine schöne kulisse für den markt im park der villa langmatt - aber halt auch arg feucht und ungemütlich um hinter dem stand zu stehen. vom aufbau um halb elf bis zum abbau um halb sieben schneite es in einem stück durch. dazu eher verhaltene kauflust beim publikum, das oft schon mit verschneiten hüten und rucksäcken im park ankam.


schön war es trotzdem - ein bisschen was habe ich auch verkauft, aber getreu nach dem motto, dass ich auf dem markt vor allem bin, damit die menschen mich ab und zu sehen, sprach ich viel mit bekannten und neuen gesichtern und bekam neben reichlich komplimenten und zuspruch auch noch ein nachträgliches geburtstagsgeschenk gebracht. 

mit dem markt kann ich dann auch beinahe das jahr in der werkstatt abschliessen. ein bisschen was gibt es noch aufzuräumen, ein paar anfragen nach kursen und auftragsarbeiten muss ich noch beantworten, aber so richtig gearbeitet wird erst wieder im nächsten jahr. es sei denn, ich bekomme lust, noch etwas ganz für mich oder als geschenk zu machen.
 

Sonntag, 4. Dezember 2022

start in den advent

so richtig mit dem stempelschnitzen vorangekommen bin ich diese woche nicht, aber ich griff eine anregung auf, ein alphabet zu schnitzen. anstelle der einzelnen buchstaben habe ich nur einfache geometrische formen ausgeschnitten (dazu noch weitgehend mit dem cuttermesser und kaum mit dem schnitzmesser) und daraus eine schrift zusammengestellt. 
 

 ob das auch zur adventspost passt?
 

wir starteten in den dezember mit vielen adventskalendern. die tochter und ich teilen uns einen briefmarkenadventskalender von veronika, den wir  im gegentausch für briefmarken bekommen haben.

für die ganze familie gab es den "anderen advent" - den haben wir auch gleich zwei mal verschenkt. die zeichnung von melanie garanin wird den kalender vermutlich überleben.

für mich gibt es in diesem jahr auch einen adventskalender von kai - er hat übers jahr fotos gesammelt und von denen darf ich jetzt jeden tag eines entdecken. die meisten sind von gemeinsamen unternehmungen, schöne erinnerungen!

und wir haben uns darum gekümmert, dass die vorweihnachtszeit auch bei uns einzug hält. da war ja noch immer dieser stapel handgeschöpftes papier aus der sommerpost 2021. ein bunter strauss an zarten farben (auch ein paar weniger zarte darunter) für den ich schon im letzten jahr eine idee gehabt hatte. aber dann doch keine zeit oder keine lust.

am samstagnachmittag nahm ich diesen stapel in angriff.

mit kais hilfe entstanden ganz viele ausgeschnittene sterne, tannenbäume und bunte kugeln.

ja, und auch ein riesiger berg an abfallschnipseln.

und wenn die nähmaschine nicht so dumm getan hätte, wäre das zusammennähen ein kinderspiel gewesen. so war es halt ein abenteuer und eine nervenprobe.

am ende sieht man das ganze geschnurpfe aber kaum.

am samstag kam dann auch ein ganzer stapel adventspost - passenderweise genau bis zum vierten, am montag kann es also weitergehen. hier seht ihr schon die sternenhimmel von joanne, eva, judith und sandra.

heute sonntag haben wir gebacken... und über den tag sind aus einer geplanten sorte guetsle vier geworden.