Montag, 23. Februar 2026

sonntagsspaziergang im februar 2026

nach einer woche voller wetteraufundab wurde uns für den sonntag trockenes wetter, vielleicht sogar ein bisschen sonne versprochen. zeit also, endlich rauszugehen, und vielleicht ein bisschen den frühling zu suchen. 


 nachdem wir den spaziergang an der reuss vor zwei wochen so schön gefunden hatten, suchten wir uns diesmal einen grösseren fluss aus. unser wohnkanton führt ja bereits drei flüsse im wappen, aare, reuss und limmat, dabei geht manchmal ganz vergessen, dass da auch noch der rhein ist, der den kanton im norden begrenzt. und hier auch grenzfluss ist, auf der anderen seite ist deutschland. 

zwischen koblenz und bad zurzach haben wir unser auto abgestellt und sind dem fluss zunächst flussaufwärts gefolgt. hier ist eine der wenigen strecken, in denen der rhein unreguliert fliessen darf, der blick geht auf dem bild nach westen über die stromschnellen, in der mundart heissen sie laufen. 

grenze heisst hier auch immer verteidigungsanlagen - ob die bunker am rhein noch aus dem zweiten weltkrieg oder aus der phase des kalten kriegs danach stammen, weiss ich nicht, aber der hier wurde als aussichtsplattform umgenutzt. 


und hier nähern wir uns schon unserem eigentlichen ziel, einem altarm des rheins. man kanns schlecht lesen, aber das schild verbietet das befahren des seitenarms. 


und da ist er dann auch schon, der chly rhy (kleiner rhein) genannte seitenarm, der seit ein paar jahren naturschutzgebiet ist. 
 

 

hier wurden auch alte bunker umgenutzt - anstelle der klappe, aus der man schiessen konnte, hat es hier ein insektenhotel. 


wir biegen aber zuerst nicht links ins auenschutzgebiet ab, sondern gehen über die angeschweummte halbinsel in richtung rietheim. hier stehen noch die wiesen unter wasser, wir hören auch pumpen, mit denen das schwemmgebiet entwässert wird. 


schon fast in bad zurzach stehen drei solcher türme - sie dienten einmal dazu, sole zu fördern. 1914 wurde hier nach salz gegraben und danach das in etwas mehr als 300 metern lagernde steinsalz als sole ausgeschwemmt. salz wird hier keines mehr gefördert, aber nebenbei hat man bei den bohrungen auch thermalwasser gefunden und das thermalbad gibt es noch immer. 

im soleturm gibt es ein gucklochmuseum, so dass man ins innere des turms schauen kann. es hätte auch schaukästen gegeben, aber da war leider das licht kaputt. 

und dann gibt es da noch ein schrebergartengebiet, in dem es viel zu sehen gibt. 


viel pflanzen"schutz", aber erstaunlich wenig frühling. 

und dann sind wir wieder am rhein. 


hier entdecken wir dann doch noch den frühling. 


oh, flore pleno, wie ich erst neulich bei elke lernen durfte. 
 

gleich sind wir an der barzmühle, längst stillgelegt, aber am mühlensonntag kann man sie regelmässig anschauen. ich lese auf einer tafel, dass hier ursprünglich eine schiffmühle war, also eine mühle auf einer schwimmenden plattform, die am ufer befestigt war. so begegnete man dem problem unterschiedlich hoher wasserstände auf dem breiten fluss. 

heute gibt es ein höhenverstellbares mühlrad, mit spannender kraftübertragung per kette. wir diskutieren, warum das eine kette ist und nicht zum beispiel ein zahnriemen, kommen aber zu keinem sinnvollen ergebnis, wir nicht-ingeneur:innen. 


 ein paar meter weiter flussabwärts gibt es im sommer an wochenenden immer noch eine kleine personenfähre. dass das früher einmal ein wichtiger flussübergang war, davon zeugt ein kleines zollhäuschen, das wir allerdings nur hinter dicken hecken und hohen zäunen erahnen können. 


 mal noch ein bisschen natur - wir wundern uns über das fast vollständige fehlen von biberspuren. 


 auch auf der anderen flussseite hat es schrebergärten. 


 bäume schauen dich an ... und wie schaust du zurück? 


 dann sind wir wieder am seitenarm chly rhy. 


 also biber gibt es hier sicher - davon zeugt die tief eingegrabene biberutsche und die "wege", die auf die felder führen. aber was fressen die biber hier? (die felder sind längst abgeerntet). 


 im auenschutzgebiet gibt es eine beobachtungsplattform -aber ausser dem mosaikreiher waren keine vögel da. 


 dafür finden wir noch ein paar frühlingsboten. 


 auf dem rückweg zum auto muss ich ganz schnell noch diese mauern fotografieren. es bleibt unklar, zu was sie hier standen. zunächst haben wir es für den anfang eines mühlkanals gehalten, aber den findet man nirgends, dafür gehen die mauern fast rund um eine innenkurve. vielleicht konnte man hier sicher die stromschnellen seitlich überwinden? 

schön wars, ungeplant mit mehr kultur als natur, und mit um die zehn kilometern fast ein bisschen viel ohne pause und proviant, aber dafür freuten wir uns um so mehr zu hause über tee und kuchen. 

unser spaziergang wird nun gleich noch bei heikes monatsspaziergang verlinkt und dann geht es ab in die neue woche. 


kw 8 - zwischen schnee und frühling

 ich kann mich nicht richtig entscheiden: eher bewegte woche oder eher ruhige woche? bewegt, weil ich wirklich viel unterwegs war. ruhig, weil es wenig überraschungen gab und ich schon anfang der woche einen ziemlich genauen plan hatte, den ich einfach nur noch durchziehen musste. 

auf jeden fall war ich wirklich viel im kulturzentrum: montag- und mittwochvormittag, und dann ab donnerstag noch jeden tag für mindestens eine halbe stunde, manchmal auch zwei mal an einem tag. wir hatten volles haus in sachen privatvermietungen, aber so weit ich das jetzt absehen kann, hat alles gut geklappt. auf einer anderen ebene war es dort natürlich turbulent wie immer - zwischenmenschliches, auf vielen ebenen, selten nur hört jemand zu, aber das ist nichts neues mehr. 

die werkstatt kam daneben ein bisschen zu kurz, aber immerhin konnte ich am donnerstag eine privatlektion geben, ein schönes sitzfellchen ist entstanden. bei der offenen werkstatt war ich mal wieder alleine, dafür kamen am samstag vier vereinskolleginnen (und ich) in meiner werkstatt zusammen, um an den shirdaks weiterzuarbeiten. die meisten sind jetzt beim zweiten sitzfilz auf dem weg in die zielgerade, an der diesjährigen generalversammlung werden wir etwas zeigen können. ein langzeitprojekt für eine jacke aus shirdak ist gestartet und ich überlege, als nächstes einen teppich in angriff zu nehmen. 

 

ein bisschen kurzfristig habe ich mich entschieden, am dienstag doch noch an die anni albers ausstellung nach bern zu fahren. sie endet am sonntag - also keine werbung mehr für diese schau. 

trotz einiger sonnenstrahlen war ideales museumswetter. 

einige vereinskolleginen hatten die ausstellung über das werk der weberin, textilkünstlerin und -designerin schon gesehen und begeistert berichtet. ich hatte mir ein ticket für eine führung über mittag reserviert, war aber schon ein bisschen früher da, so dass ich mich schon vohrer umschauen konnte. 

gleich mal das werk vom plakat entdeckt - gar nicht mal so gross. aber es enthält schon viele elemente des schaffens von anni albers: klare linien, oft sogar eine art raster, und darüber frei eingefügte fäden. 

die kurze führung setzte ein bisschen tief an, ich denke, dass ausser mir auch noch sehr viele andere teilnehmende grundsätzlich über die technik des webens bescheid wussten - allerdings immerhin mitgenommen, dass diese freien fäden im bild oben nicht anschliessend eingestickt, sondern im webprozess eingefügt wurden. (ich habe aber mindestens ein werk gesehen, bei dem ich mir das nicht vorstellen konnte, weil die fäden auch in kettrichtung/webrichtung nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts gingen.) 


hier kann man die sache mit dem raster noch mal gut sehen. 

nach der führung habe ich mir noch die verfügbaren audiokommentare angehört und hier deutlich mehr mitgenommen. 


dreiecke statt kästchen - hier kam die inspiration aus der indigenen kultur süd- und mittelamerikas. fotogafiert vor allem wegen der signatur unten, dabei ist das stück nicht von anni albers selbst gewoben worden, sondern nur von ihr entworfen. prompt vergessen, den namen der weberin zu notieren. 


 das war mein lieblingsstück in der ausstellung - ein raffiniertes spiel mit durchgehenden und im zickzack eingezogenen schussfäden. da bekam ich lust, so was mal auszuprobieren. die leuchtenden farben sind natürlich ein zusätzliches plus. 

fotografiert habe ich fast ausschliesslich einzelne handwebarbeiten von anni albers - in der ausstellung auch zu sehen war ihre arbeit für stoffhersteller - einerseits kleine material- und webproben, meist auch von hand angefertigt. andererseits ganze bahnen der stoffe, die häufig sehr innovative techniken oder materialien benutzten. 

gegen ende ihres lebens hat anni albers dann begonnen, mehr auf papier zu arbeiten - diese zeichnungen fand ich dann eher nicht so spannend. überhaupt war ich froh, dass ich mir die zeit genommen hatte, die ausstellung zu besuchen, aber so richtig überwältigt war ich nicht. vielleicht kann man das aber auch gar nicht so recht sein, bei einer arbeitsweise, die halt schon sehr stark auf reduktion und zurückhaltung basiert. 

auf dem weg zum bahnhof wollte ich mir dann nur schnell mal eine helle sockenwolle kaufen, für den shirdaktag am samstag, das gestaltete sich allerdings dann deutlich komplizierter als gedacht, auf dem weg zum zweiten geschäft wurde ich richtig, richtig nassgeregnet, aber dafür mit einem wirklich schönen wolleladen belohnt: 

 

 kann man sich kaum vorstellen... 

dabei hatte ich am dienstag noch direkt glück mit dem wetter - am mittwoch sah es dann kurzfristig mal so aus bei uns im garten. der schnee hat aber nur einen nachmittag gehalten, dann fing es an zu regnen und am anderen morgen war die weisse pracht schon fast weg. 

am mittwoch hat auch die fastenzeit begonnen - und zwar für christen und muslime gleichzeitig, selbstverständlich auch für alle, die einfach mal mitfasten wollen. ich bin in mein traditionelles fasten schon vor zwei wochen gestartet, weil ich nach der magen-darm-geschichte keine lust auf alkohol hatte, habe ich das gleich als start in die fastenzeit genutzt. so, habe ich mir ausgerechnet, bin ich dann auch zwei wochen eher fertig und da wir zwei wochen vor ostern für ein paar tage verreisen werden, passt das dann ganz gut. 

zum wochenende wurde das wetter dann immer milder und nachdem es den samstag quasi durchgeregnet hatte, versprach der sonntag, trocken und ein bisschen sogar schön zu werden.  

zeit für einen sonntagsspaziergang.  

Sonntag, 15. Februar 2026

kw 7 - zwanzigprozentige ferien

so, zweite ferienwoche und auch für mich sind noch ein paar tage ferien abgefallen. konkret hatte ich von dienstag bis freitag frei - also zu jeweils 20%. letztendlich macht es ja wenig unterschied, da ich ja auch sonst nicht jeden tag fürs kulturzentrum arbeite, aber da gerade wirklich wenig zu tun ist, bot es sich an, endlich mal resturlaub abzubauen. man könnte es auch umwandlung von ferientagen in überzeit nennen, aber das behalte ich mal lieber für mich. 

und tatsächlich gab es auch einen richtigen ferientag, mitten in der woche. kai hatte sich ebenfalls frei genommen und mir wurde der wunsch nach einem thermalbadbesuch erfüllt. eigentlich haben wir ja das beste und wärmste wasser hier vor der türe (oder, wortspiel: sitzen hier thermalwassermässig ja an der quelle...), aber ganz ehrlich, ich mag die badearchitektur von herrn botta nicht so richtig gerne und wollte auch schon länger mal wieder ins solemar nach bad dürrheim. da traf es sich ganz hervorragend, dass wir eh noch ein paar schuhe in frittlingen bestellen wollten. 


auf die kleine schuhfabrik geiger zwischen schwarzwald und alb sind wir vor vielen jahren durch einen freund aufmerksam geworden, und haben immer mal wieder dort schuhe bestellt. diesmal war das letzte paar schuhe aber so lange her, dass wir neu vermessen werden mussten. und während kais masse aufgenommen wurden, habe ich mir erlaubt, ein foto von der werkstatt zu machen. 

schuhmacherei, kaffeetrinken, thermalbad und abendessen waren für den komplett verregneten tag genau das richtige programm.  

schön war auch, dass ich diese woche richtig viel in der werkstatt war - neben zwei schalen mit verschiedenen wollmengen auf derselben schablone wurde ein set ineinander passender filzschalen fertig. 


 und am freitag durfte ich einem weiteren sitzfellchen zum gelingen verhelfen: 


 nicht alle zackelschafe sind wirklich nur weiss - das hier hat auf dem rücken ganz fein gekräuselte locken mit ein wenig dunklen haaren. 


 freitag hatten wir karten fürs one of a million festival - alle kinder sind hier sehr bis mittel (wobei mittel schon für einen superhelferinnenpass ausreichte) engagiert. es ist ein festival für bands und acts, die noch nicht so bekannt sind und es gibt immer viel experimentelles, nicht nur in klassischen konzertlocations sondern auch an etwas ungewöhnlicheren orten wie der abdankungshalle das friedhofs oder einer kegelbahn unter einem hotel. wir waren in diesem jahr sehr gezielt dort, denn wir wollten uzi freyja mit ihrer band sehen. ich habe mich ein wenig ertappt gefühlt, dass ich dabei zumindest an eine gemischte besetzung gedacht habe, tatsächlich wurde die kamerunische sängerin von zwei frauen am schlagzeug und synthesizern unterstützt. und das war dann schon noch mal viel besser als im dynamo wo wir sie als support act von noga erez gesehen hatten. musikrichtung irgendwas zwischen rap und pop, durchaus auch politisch, gerne mal reinhören, ich finde, es ist gutelaunemusik


 im vollen royal war tolle stimmung! (und tatsächlich hatte sie uns wiedererkannt - wir hatten nach dem konzert im dezember kurz mit ihr geredet und so erfahren, dass sie nach baden kommt...) 

inzwischen haben wir hier den zigsten wintereinbruch, heute morgen war der wald, so weit sichtbar, ab ungefähr der höhe, wo wir wohnen, beschneit, inzwischen ist aber schon wieder alles weggetaut. nach einkaufsrunde am samstag und der obligatorischen gartenarbeit (kai hat den letzten weissbuchenstamm gekappt, ich die sich als erstaunlich hartnäckige herausstellende glyzinie geschnitten) haben wir für den heutigen sonntag, mit aussicht auf weiterhin greisliches wetter einen zuhausebleibetag beschlossen. 

also habe ich hefeteig angesetzt und walnuss- und quarkschnecken gebacken. walnüsse hatten wir reichlich, weil ich im herbst eine grosse tasche davon von meinem onkel bekommen habe. und quark musste auch weg. nun haben wir wieder vorräte im tiefkühler. 

und weil das backen mit hefeteig ja immer wieder pausen produziert, habe ich nebenbei viele hosen und eine jackentasche von kai repariert. und weil ich wollte, dass nichts mehr herumliegt, was eine nutzung der nähmaschine verlangt, habe ich auch noch eine filztasche mit lederner griffverstärkung ausgestattet. vielleicht miete ich doch noch einen stand am frühlingsmarkt... mal sehen ob ich jemanden finde, der/die für mich hinter den stand steht... 

also hosen zum arbeiten in der werkstatt oder im garten, auch zum im wald rumlaufen habe ich jetzt wieder genug. 


 äh ja, und den flicken auf der tasche sieht man nicht von aussen, es hatte sich die innenseite der tasche durchgeschabt, allerdings befand sich das textil schon in einem zustand, wo es mir ein grosses rätsel war, woran ich den flick überhaupt noch befestigen sollte... am ende ist es aber doch ganz haltbar geworden und nicht zu hässlich. 

sonst noch so? 

die haseln blühen wie verrückt. ich muss dann immer an impressionistische malerei denken, aber das musste ich diese woche sowieso schon immer mal wieder. 

Freitag, 13. Februar 2026

12 von 12 im februar 2026

 heute ist der zwölfte, gelegenheit, zwölf bilder vom tag zu machen und hier im blog zu zeigen. und natürlich anschliessend bei draussen nur kännchen nachzuschauen, was andere so über den tag fotografiert haben. 

frühstück: es gibt müesli und es ist zeit, zu notieren, was alles heute so über den tag laufen soll. 

einen heiklen punkt habe ich schon mal geschafft: die rohwollvliese sind verladen und auf dem weg in die werkstatt. die werden nämlich morgen und am kommenden donnerstag gebraucht, weil doch noch einmal zwei sitzfellchen entstehen sollen. 

aber vorerst arbeite ich an etwas ganz anderem. was ich immer schon mal machen wollte: schalen aus filz, die ineinander passen. ich stelle fest: eigentlich müsste man die schablonen nicht linear sondern logarithmisch verkleinern, denn die innersten beiden sind fast schon ein bisschen sehr klein. ausserdem festgestellt: obwohl ich die wolle nach dem jeweiligen flächen berechnet habe, werden die wandstärken bei den kleineren gefässen immer dünner. (ok, das könnte auch noch ein grund sein für die zu kleinen inneren gefässe, weil weniger wolle = mehr schrumpfung in der fläche.) es ist alles ein bisschen rätselhaft, ich muss mal schauen, wo der denkfehler liegt.

es ist scheussliches wetter, wie scheusslich, habe ich hier mal zu dokumentieren versucht. es regnet, aber nicht von oben nach unten, sondern quer. 


nach dem mittagessen mit der tochter gibt es für mich eine lesepause, der neue irving: neuengland, waisenhaus, ringen - bin gespannt, was sonst noch an topoi auftaucht. 

wegen grausigen wetters bin ich mit dem auto zur coiffeuse gefahren, die aare hat gar nicht mal so viel wasser. eigentlich hätte ich gerne noch im coiffeursalon fotografiert, dann hab ich mich aber mal wieder nicht getraut. 

zuhause erstmal kaffee und mitgebrachte vermicelles. 

und plötzlich kommt kurz die sonne raus - zu kurz um hinter dem tulpenstrauss aufzuräumen. 

das hatte ich über mittag gar nicht realisiert: meine bestellten augen sind auch schon da. aber heute habe ich leider keine zeit, um an der elster weiterzustricken, für die die augen bestimmt sind. 

voll diszipliniert setze ich mich an den jahresbericht und die präsentation für die generalversammlung der filzszene. 

jedenfalls so lange, bis ich kochen darf. blumenkohlgratin, ist lecker gewesen. 

nach dem abendessen habe ich keine lust mehr auf die vereinsarbeit. lieber setze ich mich noch ein bisschen an meine tschechischübungen. für den dativ gibt es aber auch richtig viele übungen in meinem lehrbuch. 

später schauen wir noch die zwei ersten folgen von danish woman - grosse serienempfehlung, läuft noch bis ende april in der arte-mediathek. 



die jahre zuvor:  

12 von 12 im februar 2024

12 von 12 im februar 2023

12 von 12 im februar 2022 

12 von 12 im februar 2021

12 von 12 im februar 2017 

12 von 12 im februar 2015

12von 12 im februar 2009 

 

Montag, 9. Februar 2026

kw 6 - neblig mit einzelnen sonnenstrahlen

nach einem kompletten reset meines verdauungssystems übers wochenende startete ich ein bisschen wackelig in die neue woche. und zwar gleich noch mit einem verlegten arbeitstag im kulturzentrum, also montag statt mittwoch - wobei zur zeit ja schulferien sind und in dieser zeit die meisten wochenkurse eh pausieren und auch weniger räume vermietet sind. zu mittag war ich mit mehr oder weniger allem durch und ging nach hause. 

  
auf den dienstagvormittag hatte ich mich gefreut - endlich zeit und platz um ein neues kissen für uns zuhause zu filzen. kurz nach weihnachten habe ich für unsere korbsessel in einem teppichgeschäft in zürich neue sitzkissen aus kelimresten gekauft und dazu passt das bisherige filzkissen dermassen garnicht, dass etwas neues her musste - farblich nimmt es die erdigen töne der kelims auf, im dekor wollte ich gezielt zurückhaltend bleiben - die kelims sind ja schon an und für sich recht lebhaft. 

mittwoch blieb ich vormittags am schreibtisch - die einladung für die generalversammlung der filzszene musste endlich raus und auch sonst gab es einiges zu tun, zum mittagessen traf ich mich mit dem mittleren sohn, der wie jedes jahr um diese zeit ganz im festivalfieber war - zwei tage vor start des ooam. anschliessend nahm ich einen zug nach oerlikon, um meine neue brille abzuholen - nur leider stand ich bei der optikerin vor verschlossener türe. 

also fuhr ich wieder nach hause und buk kekse (als mitbringsel für zwei geplante besuche in dieser woche). den donnerstag und die erfolgreiche abholung der brille finden sie hier

den freitagnachmittag wollte ich mir eigentlich frei nehmen - aber dann kam anfang der woche eine so nette anfrage und anmeldung einer familie, dass ich spontan beschlossen habe, speziell für vier filzerinnen zu öffnen. entstanden sind zwei buchhüllen und zwei filzfresserchen - im bild einer der beiden buchumschläge. damit hatte ich mir dann auch das wochenende redlich verdient und freute mich am abend so richtig über schnitzel mit pommes...

den samstag verbrachten wir auf dem markt, mit einkaufen und im garten - noch immer ist kai am radikalen kürzen der sträucher auf der ostseite des grundstücks für mehr sonne im garten, ich habe mich hier allerdings jetzt ausgeklinkt, weil die staudenbeete, in denen schon die frühblüher aus ihren startlöchern kommen, ganz schnell noch aufgeräumt werden wollen. dabei war es nachmittags ganz wunderbar sonnig draussen, so dass die arbeit schon beinahe spass gemacht hat. nur als wir später zu bekannten auf der autobahn westwärts fuhren, entdeckten wir, dass nicht der ganz kanton sonne hatte, wir fuhren in ein nebelloch hinein, passend zum servierten raclette - später auf der rückfahrt gegen elf war es dann überall neblig, vor allem aber in flussnähe. 

vielleicht hat uns dieser nebel auf die idee gebracht - jedenfalls war am sonntagmorgen nichts von der sonne zu sehen und wir beschlossen, an die reuss zu fahren.  

früher waren wir hier öfter - von sulz bei künten aus kann man eine schön runde an der hier mäandrierenden reuss und ihren altarmen machen. 

von april bis oktober kann man sich auch mit einer kleinen fähre ans andere ufer bringen lassen und dann wahlweise die runde bis gnadental flussabwärts oder bis bremgarten flussaufwärts gehen.  

ja, der biber ist fast überall an den flüssen im aargau heimisch. 


der wasserstand der reuss war recht niedrig, wie meist im winter, kommt der fluss doch aus dem vierwaldstättersee und damit aus dem gebirge. 

bei so wenig wasser kann man dann auch mal ein stück in einem altarm zurücklegen. 

 

muscheln gibts auch im fluss.  

und hier sind wir schon fast wieder am wasser. 

dieser biber könnte eigentlich auch möbeldesigner werden. 

wir folgten noch ein stück einem weiteren altarm, sahen dabei mehrmals einen weissen reiher und bogen dann in richtung einem weiteren stück auenlandschaft ab. hinter den gemüsefeldern finden sich weitere abgeschnittene altarme, die teilweise wieder vernässt werden, teilweise sich auch einfach mit wasser füllen. hier gab es dann auch blesshühner, enten und einen kormoran mit startschwierigkeiten zu sehen. anders als an der doch weitgehend regulierten reuss ist das ufer der tümpel recht wild und teilweise ein wenig mühsam zu begehen. 

am ende schauten wir noch kurz in die kapelle von sulz hinein und gingen durchs dorf wieder zurück zu unserem auto, das wir auf dem parkplatz bei der ara stehengelassen hatten. 

den rest des sonntags verbrachte ich mit bloggen, stricken und kochen.  


Freitag, 6. Februar 2026

#wmdedgt am 5. februar 2026

jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?" und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

die woche ist zäh, und geschlafen habe ich auch nicht so besonders, und als das radio im kurz vor sechs weckt, ist es jahreszeitlich bedingt dunkel. alles allerdings keine hinreichenden gründe um nicht aufzustehen und so ziehe ich mich halt zum wort zum tage an und gehe in die küche um den geschirrspüler auszuräumen und frühstück zu machen. 

kai arbeitet heute von zuhause aus, muss aber gleich los zu einem zahnarzttermin, wir spielen die übliche runde wordfeud, planen ein bisschen den tag und dann ist er auch schon weg. ich lerne den fälligen stapel tschechische wörter mit memorion und stelle die eule zufrieden - ich bin in der zweiten hälfte des letzten viertels an lektionen angelangt und spannender wirds nicht mehr. anschliessend turne ich zwanzig minuten mit frau fastner und ja, das internet ist etwas grossartiges, oder etwa nicht? 

ich sammle allerhand dinge ein, die sich angesammelt haben und die in die werkstatt müssen und starte mit dem velo dorthin - gegen viertel nach acht bin ich dort, ich habe am dienstag wohl vergessen, die heizung abzuschalten, es ist gemütlich warm, auch mal recht. 

auf dem filztisch habe ich zur zeit etwas für uns zuhause: vor ein paar wochen habe neuen sitzkissen für die korbsessel gekauft, und jetzt müssen dafür passende kissen in den rücken gefilzt werden. eines ist rotbraun, nimmt farben aus den kelimresten der sitzkissen auf und als ornament habe ich verschiedene weisse stroffstreifen aufgelegt, die alle ganz unterschiedliche strukturen ergeben. die richtige grösse hat das kissen nach einer halben stunde - mit dem dekor bin ich noch nicht ganz zufrieden, aber mal sehen, wie es trocken aussieht. 

anschliessend ist mal wieder eine grosse aufräumrunde dran: die weihnachtsdeko muss weg, die windlichte auch, dazu noch einiges von den kursen vor weihnachten. noppenfolie und vorhänge müssen nach grösse sortiert, plastikfolie weggräumt und ganz allgemein ordnung gemacht werden. am ende fege ich noch den boden und staune wie immer, wie viel fasern sich da immer wieder sammeln, und grundsätzlich ist das grau, was ich da aufsammle, egal mit welchen farben vorher gearbeitet wurde. 

ganz zum schluss suche ich noch ein paar ideen für die kinder, die am freitag in die werkstatt kommen werden heraus, dann ist es auch schon fast zwölf und ich fahre zum mittagessen nach hause. 

kai hat brötchen mitgebracht und es gibt auch noch verschiedene auflagen, die weg müssen, am samstag fahren wir mal wieder auf den markt und zum einkaufen. ich mache noch ein bisschen pause, ich kann gar nicht zählen, wie oft ich heute auf die leiter gestiegen bin. 

am nachmittag bin ich mit einer ehemaligen filzschülerin verabredet, sie hat mich um einen rat gebeten für einen grösseren auftrag und ich gehe sie in ihrem neuen atelier besuchen, was ich mir auch schon länger vorgenommen hatte. wir trinken zusammen tee und erzählen, hoffentlich nicht ich mehr als sie, aber wir reden auch über das kunstprojekt, für das sie eine grosse wolke filzen wird. spannende sache, sie wird berichten. 

gegen halb vier radle ich zum bahnhof zurück und nehme die s-bahn nach oerlikon, da war ich gestern schon, stand aber dann am brillengeschäft vor verschlossener türe, geschlossen wegen trauerfall. heute ist die optikerin wieder da, ich kann meine neue, alte brille abholen. ich habe mir in eine altes gestell aus titan, das ich sehr schön fand und das zugleich extrem leicht ist, neue gläser einsetzen lassen. also nichts spektakuläres, aber schön ist das jetzt auch wieder gut. wie am mittwoch mache ich mich auch heute wieder zügig auf den heimweg, ich hab keine lust auf stadtspaziergang. 

um halb sechs bin ich wieder zuhause, kai ist am kochen, ich falte ein paar kraniche und erledige noch etwas für meinen verein. dann gibt es abendessen, eine wähe mit kohlrabi und spinat. die tochter und ich räumen die küche auf, anschliessend übe ich noch ein wenig den dativ im tschechischen, kai spielt mundharmonika und später schauen wir noch die erste folge von queen of fucking everything an.  

Sonntag, 1. Februar 2026

kw 5 - endlich mal wieder ein gelungenes brot

 kurze arbeitswoche - montag war ich in der werkstatt und erledigte eine bestellung. 

vorabklärung der farbwahl - als grundfarbe war grün gewünscht. schwierigkeiten hatte mir die besorgung des steins gemacht, bis ich auf die idee kam, dass ja auch zuhause noch ein türstein herumdümpelt, der längst nicht mehr schön ist, sowie ein zweiter, der eigentlich nicht gebraucht wird und nur im weg herum steht. ich sparte mir also den weg ins kalte und nutzte den ersteren stein ein zweites mal. 

voilà - das türstopperhuhn. ich filze es seit vielen jahren nach der wundervollen anleitung von gabriele mazaracis "tiere einfach (nass) filzen"  - allerdings mit der abwandlung, dass mein huhn im bauch einen schweren flusskiesel hat, und so eben zum türstopper wird. und irgendwie hat sich das huhn auch über die jahre ein bisschen von seinem vorbild wegbewegt... die idee mit dem kiesel geht übrigens auf eine kundin zurück, die huhn und türstein zusammenbrachte. 

für den nachmittag hatte ich mir brotbacken vorgenommen - nachdem ich im herbst meinen sauerteig umgebracht hatte, hat mir in der vergangenen woche eine filzschülerin einen, nein gleich zwei sauerteigansätze mitgebracht. zuerst musste ich noch ein paar zutaten besorgen und es wurde für den ersten versuch auch nicht gleich ein nur-sauerteig-brot, aber das schnelle weizenmischbrot nach frau kaltmamsell ist das erste gelungene brot seit langem. 


 ich war so begeistert, dass ich gleich der tochter ein viertel für den jüngeren sohn mitgegeben habe. 


für  mich gab es die ersten scheiben am dienstag zum mittagessen. vorher werkstatt, danach bügeln, schwimmen und abendessen und meine nicht verkauften sitzfilze aus dem spaghetti-space abholen. 

mittwoch arbeitstag im kulturzentrum - mit vormittäglichem taubenschlag und langem arbeitsnachmittag, weil ich auch noch zum büchertreff bleiben wollte. sicher ist es wichtig, zum informationsaustausch einmal in der woche zusammenzukommen, aber meine eigentliche arbeit kann ich vor ort definitiv so nicht erledigen. dazu kamen mal wieder verwirrende informationen, was die planung für das kommende jahr angeht, ich schwanke zwischen alle total bekloppt und 

ich wünschte mir nur, ich könnte da mehr bei der ebner-eschenbach sein. 

jedenfalls genoss ich ab donnerstag die freiheit, die mir mein 20%-pensum bietet und fuhr zu meiner mutter - da ich eigentlich sowieso weg gewesen wäre, allerdings an einem filzkurs, der leider mangels teilnehmenden nicht zustande kam, fiel das keinem gross auf. (sonst habe ich übers wochenende oft dienst im sinne, dass ich zwischen zwei vermietungen kontrollieren muss, ob alles in ordnung ist - grob gesehen ist es das meist, wenn man genau hinschaut, kann man immer etwas finden, was besser anders wäre.) 

noch am donnerstag erledigten wir den hauptzweck meiner anreise (neben geselligem beisammensein, was der wichtigste aspekt ist), nämlich die besorgung von zwei lampen, einer klemmleuchte zum lesen und einer stehlampe - naja, eigentlich auch zum lesen. 

die einkaufserfahrung war eine spezielle, denn für zwei unspektulär kleine schachteln wurden wir ins auslieferungslager geschickt, vor ort in der lampenabteilung lagen zwar auch solche schachteln rum, aber eben nicht die von den von uns ausgewählten lampen. und beim rauftragen der stehlampenverpackung in die wohnung fiel dann mein blick auf den hinweis "ohne leuchtmittel". hmpf. oder doppelhmpf, weil ich den verkäufer nach ersatzbirnen gefragt hatte und mit der antwort, die leuchtmittel seien fest verbaut und nicht austauschbar, beschieden wurde. was ja wohl totaler quatsch war, und zwar in beiden lampen. aber vielleicht hätten wir es ahnen können, denn der junge mann, der uns bediente, wusste auch nichts mit der mitgebrachten altmodischen glühfadenlampe anzufangen - vermutlich war er gerade im kindergarten, als man in der eu begann, diese durch die energieeffizienteren sparlampen auszutauschen. und auch sonst war er eine fehlbesetzung im lampenladen - oder jedenfalls nicht die hellste leuchte... zum glück passte dann aber die birne der alten leselampe, die noch funktionierte... (am anderen tag habe ich noch ersatzbirnen besorgt). 

den freitag nutzten wir für einen ausführlichen einkauf im supermarkt und einen gemütlichen nachmittag, später ging meine mutter zu einem dreifachgeburtstagskaffee und ich machte noch bersorgungen für mich in der stadt. wie am donnerstag wurde ich auch am freitag bekocht, einmal mit lammgulasch und einmal mit sauren nierle. am abend war ich mit einer freundin verabredet - das schaffen wir jetzt auch regelmässig, dass wir uns in der stadt treffen. viel austausch über die arbeit, ich konnte meine story vom mittwoch loswerden, aber das arbeitsleben der freundin ist so viel spannender und extrem von politischen entscheidungen und damit auch vom sparkurs der bundesregierung und von den anstehenden landtagswahlen in baden-württemberg abhängig. es wurde spät, aber da am anderen tag nur ein marktbesuch und die heimfahrt anstanden, war das auch nicht so schlimm. 

blöd bloss, dass ich zuhause mit heftigen magenschmerzen ankam, so dass ich mich gleich ins bett legte und seither ein bisschen in seilen hänge. also gibt es heute nicht einmal schöne bilder vom wochenende, ich werde mich vermutlich auch gleich nochmal hinlegen.