Donnerstag, 21. April 2022

20. april 2022 - truro

der ausflug nach truro, der hauptstadt cornwalls stand bereits bei der reiseplanung fest - einfach weil es kaum städte in cornwall gibt, vor allem kaum welche, die nicht völlig vom tourismus dominiert werden.


so viele sehenswürdigkeiten gibt es hier auch nicht, aber die kathedrale war uns einen besuch wert und die angebotene führung erwies sich klar als glücksfall. wir bekamen an diesem mittwochmorgen eine privatführung, der führer machte diese tour auch zum ersten mal und vielleicht haben wir ihn ein bisschen ins schleudern gebracht - er hatte nämlich mit englischen touristen gerechnet, zumindest aber mit welchen, die sich in der englischen geschichte und vielleicht sogar der anglikanischen kirche gut auskennen. 

wir erfuhren, dass die kirche, die zumindest innen den eindruck eines gewissen alters vermittelt, erst im 18. jahrhundert begonnen und noch viel später fertiggestellt wurde - weil eben erst um diese zeit cornwall einen bischof bekam und damit einen kathedrale an stelle der wesentlich kleineren stadtkirche notwendig wurde.

die gotische ausstattung verdankt der kirchenbau dem viktorianischen zeitalter, das die zeit des ausgehenden mittelalters sehr verehrte.

 

bei genauerem hinsehen wird der unterschied zu einer wirklich mittelalterlichen kirche aber schnell deutlich: alles ist aus einem guss, es gibt kaum verschiedene perspektiven oder brüche zwischen stilen und auch eine gewisse abnutzung fehlt.

genau hinzuschauen lohnte sich (mit hilfe unseres führers) auch bei den fenstern der kirche. 
 

 
 in einem seitenschiff ist noch die  alte pfarrkirche sichtbar, sie hat anstelle eines gotischen ein tonnengewölbe und bei der gestaltung der fenster wurde das glas der alten kirchenfenster verwendet.
 

die moderneren fenster der kathedrae leuchten in ganz  anderen und viel ausdifferenzierteren farben - die möglichkeiten waren andere als im mittelalter. 

und auch das bildprogramm ist nicht nur auf biblische themen ausgerichtet, sondern auch auf die eigenheiten cornwalls. oben sieht man die fischer, die hier an der küste so wichtig sind. unten die lokalen heiligen st. piran und st.petroc.

andere fenster zeigen aspekte der kirchengeschichte von den ersten reformatorischen bemühungen wycliffs bis zur gründung der methodistischen kirche durch wesley (das musste ich später dann noch nachlesen), aber auch andere kultur- und religionsgeschichtliche hintergründe, wie etwa eine begegnung dantes mit vergil  - jeanne d'arc, katharina von siena, aber auch karl der grosse und heinrich der achte kommen vor. im überblick geht es wohl um menschen, die sich in irgend einer weise um die erneuerung der kirche verdient gemacht haben. ein ganz grosser dank geht hier an die wirklich fachkundige führung, vieles davon hätten wir sonst nämlich nicht gesehen. dazu kamen spannende anekdoten aus der kornischen geschichte und ein recht unvoreingenommener blick auch auf zeitgenössische religiöse darstellung, von denen es drei aus verschiedenen epochen hinter dem hauptaltar gab.

die riesigen rosetten sind einfach nur schön - nach einer guten stunde verabschiedeten wir uns von unserem führer, um einiges schlauer...

und hungrig auf fish and chips! damit ging dann auch noch ein dringender wunsch von kai in erfüllung. das englische kultgericht nahmen wir auf einer bank in der sonne zu uns - immer wieder freundlich von passanten kommentiert. 

ein bisschen shopping musste noch sein, die kleinen lädchen erwiesen sich dann aber als spannender als der farmers market auf dem lemon square, wegen dem wir unseren stadtausflug auf den mittwoch gelegt hatten. dafür gab es hier menschen zu sehen. 




letzte station nch einem kaffee in der sonne war dann noch ein stoff- und handarbeitsladen direkt neben dem parkhaus, ein kurzer stopp im superstore und dann ging es auf spannenden wegen zurück zum schloss. 

abgesehen von der kornischen küste gibt es noch andere geografische eigenheiten - dazu zählen die vielen tiefen flussmündungen, die sich oft über viele kilometer ins land hinein schlängeln und verästeln und die den gezeiten unterworfen sind.  

das umfahren dieser meeresarme/flussmündungen macht das reisen entlang der küste quasi unmöglich, so dass der hauptverkehr im landesinneren auf der a30 fliesst, aber an manchen stellen gibt es eben auch fähren, die kurze verbindungen herstellen.

eine davon ist die king harry ferry über den river fal, die wir nutzten, um einen anderen heimweg zu wählen. sie wird auf zwei grossen ketten geführt, ist nicht besonders schnell, aber für uns war es auch eine art abenteuer, sie zu benutzen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

deine kommentare sind hier willkommen - ich freue mich über deine gedanken zu meinen texten und bildern!

folgendes musst du aber wissen:
kommentare und profildaten werden an google übermittelt. es ist ebenfalls möglich, anonym zu kommentieren, hier wird nur deine ip-adresse zu meiner sicherheit gespeichert. zur datenverarbeitung und zu deinen widerrufsmöglichkeiten verweise ich dich auf die datenschutzerklärung (link oben im blog).