Mittwoch, 4. Oktober 2023

ferien im harz - eine runde um den oderteich

feiertag. und vorausssichtlich wieder viele menschen unterwegs. aber irgendwohin mussten wir ja auch heute mit uns hin, zumal zumindest für den vormittag noch gutes wetter angesagt war. die wahl fiel schliesslich auf eine runde um den oderteich. auch weil er von unserem quartier mit dem bus erreichbar sein sollte. 

und da begann das abenteuer schon: kein bus, sondern ein sechsplätziges taxi hielt an der bushaltestelle, was für uns noch nicht schlimm war, aber für alle, die an den folgenden haltestellen warteten, schon ein bisschen blöd: denn jetzt war der wagen voll und einen weiteren konnte der chauffeur nicht in aussicht stellen, die ansage war in etwa, dass er so in einer halben stunde wiederkommen werde. am zielort versuchten wir noch herauszufinden, ob das für die rückfahrt auch wieder so sein würde - uns wurden dann ganz komische zeiten und argumente geliefert, die wir zuerst einmal ignorierten. 

anstattdessen starteten wir mit vielen anderen menschen und  noch mehr hunden die runde um den see. zwischendurch tauchten auch noch mountainbikende auf, was die sache auch nicht entspannter machte. ausserdem liefen wir nun wirklich ausschliesslich durch den im oberharz typischen toten fichtenforst, hier wachsen auch fast ausschliesslich fichten nach, dazwischen ein paar ebereschen. 

ein eher seltenes bild: eine umgefallene fichte. 

meist sieht es eher so aus.

hier war dann auch das wetter schon am umschlagen.

ja, es gibt auch das. weil es sonst nicht so viel zu sehen gab, schauten wir uns die jungen fichten genau an und es ist spannend, was sich da an phänotypischen unterschieden so finden lässt.

ein kanalisierter zufluss, das wasser ist ganz moorig weich.

steine am ufer - das ist übrigens granit.

weil ich bisher immer so fotografiert habe, dass keine menschen zu sehen waren: eigentlich sah es überall eher nach wimmelbild aus.

und nach vollendung der runde lernten wir auch noch etwas über den oderteich. der ist nämlich einer talsperre zu verdanken, die im 18. jahrhundert gebaut wurde, um auch in wasserarmen monaten genügend antriebskraft für die wasserkünste in den nahegelegenen bergwerken zur verfügung zu haben. besonders ist an diesem bauwerk, dass er aus den granitsteinen gebaut wurde, die man weiter oben am see auch noch herumliegen sieht und mit granitgrus gefüllt wurde. im bild oben sieht man den überlauf, die reihe der granitstelen diente dazu, das eis, das sich durch den variierenden wasserpegel löste, davon abzuhalten, den ablauf zu verstopfen. der oderteich ist als teil der oberharzer wasserwirtschaft ebenfalls unesco-weltkulturerbe. 

die rückfahrt gestaltete sich übrigens dann auch noch mal interessant: anders als auf den plänen im internet waren an der bushaltestelle keine fahrten für sonn- und feiertage verzeichnet. nach mehreren vergleichen hin und her waren wir zunächst einmal ein bisschen ratlos, aber die tafel, auf der werbung für wandern mit dem bus gemacht wurde, erwies sich als hilfreich. denn neben uns blieb ein paar stehen, das sich für dieses angebot interessierte, worauf ich ihnen sarkastisch davon abriet, dem werbeversprechen zu glauben. wir kamen ins gespräch und sie boten uns dann eine rückfahrt nach braunlage an, worüber wir uns natürlich freuten. 

unterwegs erfuhren wir so ganz nebenbei noch etwas über den wald im harz - denn der ist keineswegs schon immer so gewesen wie er nun vor sich hin stirbt. die fichtenmonokultur geht auf die abholzung im zweiten weltkrieg und für reparationen für die engländer zurück. anschliessend wurde mit billigen und schnell wachsenden fichten aufgeforstet. die älteren unter uns werden sich noch an die frau auf dem fünfzig pfennig stück erinnern: das war eine pflanzfrau, sozusagen die trümmerfrau der wälder, die auf diese weise geehrte werden sollte. und nein, die pflanzte natürlich keine fichte, sondern eine deutsche eiche. oder haben sie schon mal von deutschen fichten gehört?

Dienstag, 3. Oktober 2023

ferien im harz - südharz-eisenbahn-radwanderweg

 zugegeben, mit dem wort "geheimtipp" hat man mich. und so mit dem finger auf der landkarte - äh, dem cursor auf open street maps - findet man schon allerhand: unter anderem eine infostele südharz-eisenbahn-radwanderweg direkt neben unserer unterkunft. nähere nachforschungen ergaben einen 25 kilometer langen weg entlang und auf einer bereits in den sechziger jahren stillgelegten bahnstrecke von walkenried bis braunlage (und eigentlich noch ein bisschen drüber raus): Weitestgehend abseits von Straßen durch einsame Waldgebiete, Bergwiesen und sehenswerte Harzorte.

den sind wir dann gestern geradelt. kein wunder ist der weg ein geheimtipp, besonders gut ausgeschildert ist er nämlich von unserem startort braunlage nicht gerade und auch die beschaffenheit der wege lässt nicht den schluss zu, dass hier viel arbeit investiert wird. allein, der weg ist da und die streckenführung ist schön, da alle steigungen sehr moderat ausfallen. schwierig zu befahren sind nur die teile, die sehr neu und mit grobem schotter aufgefüllt wurden, und die nahmen in richtung walkenried hin immer mehr ab. 

von braunlage aus geht es zunächst bergauf, vorbei am bahnhof brunnenbachsmühle zum höchsten punkt der strecke, dem haltepunkt kaiserweg, von dem nichts mehr sichtbar ist. hier radelt man eine längere strecke auf einer hochfläche - früher war hier wohl dichter wald, die ende des neunzehnten jahrhunderts gebaute strecke diente vorwiegend dem holztransport, aber auch bereits dem tourismus, worüber die einzelnen infostelen an den teilweise noch erhaltenen haltepunkten auch mit bildern auskunft geben. 

sanft geht es anschliessend hinab ins tal der wieda, der weg der bahntrasse schwingt weit in die einzelnen seitentäler hinein. 


erst kurz vor dem örtchen wieda erreicht man die talsohle - hier wird es wieder schwieriger mit dem weg, der nun oft um privatgrundstücke herum führt. ein karte ist hilfreich, ansonsten kann man hier auch ein stück weit gut die strasse nehmen. in wieda gibt es ein glas- und hüttenmuseum, das wir allerdings mit voller absicht verpasst haben. 

die restliche strecke nach walkenried führt in der ebene über geteerte wege, an fischteichen entlang und bis zum bahnhof walkenried, der bis heute mit dem zug erreicht werden kann. 

von hier sind es dann nur noch wenige meter bis zum ehemaligen zisterzienserkloster walkenried, das bis zur reformation und zum bauernkrieg ein wichtiger wirtschaftsfaktor in der gegend war. 

die gotische klosterkirche wurde im bauernkrieg beschädigt und war danach dem verfall preisgegegeben. heute stehen nur noch ein paar aussenmauern.


 erhalten geblieben ist das ebenfalls grösstenteils gotische klausurgebäude mit einem schönen kreuzgang und der abtei, in der heute eine ausstellung zur geschichte des klosters gezeigt wird.




der mönch mit geschlossenen augen weist angeblich den weg zum dormitorium (den schlafräumen), eine weitere kleine figur mit offenem mund den zu den räumen in den gesprochen werden durfte.

ich frage mich jetzt, wofür diese figur stehen soll?

die ausstellung zur geschichte des klosters fanden wir dann streckenweise ein bisschen seltsam. ganz am schluss wurde uns dann zwar klar, warum der wirtschaftliche zusammenhang und die bedeutung des klosters in dieser hinsicht betont wird: das kloster ist teil des unesco-welterbes in einer art verbund mit dem bergwerk rammelsberg, der oberharzer wasserwirtschaft und der goslarer altstadt, die diesen deutungszusammenhang herstellen. die darstellung des klosters als "profitcenter" im stile einer börsennotierten aktiengesellschaft war mir dann allerdings echt zu viel, vor allem der allen ernstes ausgestellte gedruckte (!) "geschäftsbericht"... witzige idee, ja - aber als diskussionsgrundlage und zur darstellung der unterschiede ... und nicht als fakt einfach so hingeworfen. 

im inneren des kreuzgangs war es schön warm und wir hätten noch gut und gerne ein bisschen herumliegen können. 

aber die rückfahrt, nun vorgwiegend bergauf, drängte ein bisschen. 

von grün zu braun - blick nach oben.

das bahnhöfchen stöberhai ist heute gastwirtschaft - für uns war es zu spät um noch einzukehren und vor der dunkelheit zurück zu sein.

geländeeinschnitte machen eine sanfte steigung möglich.

und wieder oben! mit den elektrovelos ist eine moderate steigung über viele kilometer kein problem. 

ab dem kaiserweg nahmen wir dann eine andere route, vor allem um den schlechten wegen des anfangs zu entgehen - leider gerieten wir dann auf noch schlechtere, die gerade frisch mit noch nicht verdichtetem schotter belegt waren, kamen dafür aber auf einem anderen weg nach hause.



Sonntag, 1. Oktober 2023

ferien im harz - anreise und erste erkundungen

für die anreise haben wir die von der navigation vorgeschlagene route über würzburg und den thüringer wald gewählt. spannend wurde die strecke irgendwann hinter würzburg, aber die autobahn ist so neu, dass sie weitgehend durch eingegrabene geländeeinschnitte, über brücken und durch tunnels führt, man sieht also nicht wirklich viel. deshalb haben wir die strecke dann bei oberhof verlassen und sind mehr oder weniger direkt nach norden über landstrassen gefahren. gotha, bad langensalza, ebeleben, sondershausen, nordhausen - ortschaften, mit denen ich bisher kaum etwas verbunden habe. immerhin weiss ich jetzt, dass sich hier im norden thüringens eine ziemlich grosse ebene erstreckt. eindrücklich auch der petersenschacht in sondershausen, den wir von der schnellstrasse aus gesehen haben. hier wurde kali abgebaut, lese ich im netz nach, aber so richtig mehr weiss ich jetzt auch nicht. man kann das bergwerk auch als besucherin befahren. 

ja, klar, ich fahr das jetzt nur in meinem tank nach hause und fülle es dann gleich in die ölheizung um.

wir fahren weiter und nähern uns endlich nach nordhausen dem harz. weil ich einen abzweig verpasse, dann eine strasse gesperrt ist, führt uns unser weg zuletzt an der odertalsperre am oderteich entlang, dann über einen kleinen pass ins bodetal und nach braunlage. 

und dann sind wir erst einmal mit der grossen ferienanlage, den gleichzeitig mit uns ankommenden gästen, der tiefgarage und der etwas anstrengenden stimmung an der hauptstrasse überfordert. einen platz im restaurant bekommen wir auch nicht mehr, dafür gehen wir dann am ende zu fuss zum supermarkt und kaufen das nötigste ein. viel mehr als ausräumen und abendessen bekommen wir nicht mehr hin, dafür gehen wir dann wenigstens früh ins bett. 

nach einem ausführlichen frühstück (kai musste für brötchen so lange beim bäcker anstehen, dass er mir ein foto aus der schlange geschickt hat) brechen wir zu einer ersten erkundungstour auf: ich habe auf der karte gesehen, dass es einen rundweg gibt, der den ort komplett umrundet, den erreichen wir bequem von der ferienanlage aus durch den kurpark. 


es geht durch den wald, oder vielmehr das, was davon übrig geblieben ist. schon von weitem haben wir an den berghängen die vertrockneten fichten gesehen, auch schon davor auf fotos. ganz von nahem betrachtet, sieht der wald aber glücklicherweise gar nicht tot oder beelendend aus, sondern viel lebendiger, als es sonst in einem tannenwald zugeht. es wachsen, das entdecken wir nach und nach auf unserem rundweg: himbeeren, ebereschen, kleine fichten, buchen, eichen, blaubeeren und noch viel mehr. wir können nicht erkennen, ob hier gezielt aufgeforstet wird, oder einfach das wachsen darf, was sich von selbst einstellt. 

nördlich von braunlage queren wir bei der talstation die gondelbahn auf den wurmberg, hier hat es einen grossen parkplatz und die meisten menschen. weiter geht es westlich um den ort herum, zuerst durch einfamilienhäuser, ferienwohnungen, hotels, dann über wiesen, am waldrand entlang und um die jugendherberge herum. wir sehen mehrere alleen aus alten bergahorn- und buchenbäumen. an einem abzweig kommen wir mit einer anwohnerin ins gespräch und wir können, nachdem wir zuerst höflich über unser woher und wohin auskunft gegeben haben, unsere fragen loswerden: funktioniert das hier noch mit dem wintersport und dem dazu notwendigen schnee? ja, es gibt noch schnee, aber nicht mehr zuverlässig, es wird heftig nach alternativen für den tourismus gesucht, was dann auch ziemlich scheussliche und absurde ausmasse annehmen kann (monsterroller, hässliche aussichtstürme, eventtourismus in allen ecken). wir werden dafür gelobt, dass wir uns vierzehn tage für den harz zeit nehmen und auf wenig begangenen pfaden unterwegs sind. 


dabei ist der rundweg die mühe wert, es hat viele bänkchen und schilder und im süden des ortes eröffnen sich schöne ausblicke auf die berge. 


wir gehen über den friedhof (statt drumherum) und lernen etwas über sowjetische zwangsarbeiter während des zweiten weltkriegs, die an den folgen der harten arbeit und der schlechten lebendbedingungen gestorben und hier begraben sind. die soldatengräber mit den deutschen namen geben uns rätsel auf, als todesjahr findet sich häufig 1947. wir vermuten, dass die soldaten spät ihren verletzungen erlegen sind, vielleicht nachdem sie hier her gebracht wurden, um sich auszukurieren? eine tafel lässt uns zweifeln, es ist die rede von "im osten geblieben" - heisst das, dass sie in sowjetischen lagern den tod fanden? 

zuletzt führt uns der weg ins tal der warmen bode.

wir überqueren das flüsslein und stehen wieder zwischen waldresten - wie viel anders war dieser weg, als hier noch dichter tannenwald vorherrschte? 



ein strässchen bringt uns ziemlich direkt zu unserer ferienanlage, nach einem abstecher über den bäcker ziehen wir uns zu einer ausgedehnten pause zurück - und können unseren kuchen (das sind torten!) sogar auf dem sonnigen südbalkon verzehren.

Samstag, 30. September 2023

12tel-blick im september 2023

ja, so toll war der jetzt nicht, der september. wenn ich mich richtig erinnere, war es noch mal schön warm, aber irgendwie hat mir ständig die musse oder die zeit oder sonst irgend etwas gefehlt, um die zeit im garten geniessen zu können. 

abends um acht ist es jetzt schon wieder fast dunkel, aber da war dann glücklicherweise noch der fast volle mond und die beleuchtung in den häusern. 

von herbst ist der pappel vorerst nichts anzumerken, das kommt dann erst noch, wenn ich mich richtig erinnere, erst mit den ersten richtig kühlen nächten. eventuell muss ich dann auch noch mal mein konzept ein wenig umstellen, denn auch wenn die pappel so richtig gelb wird, wird sie um acht jetzt nicht mehr leuchten. 

das gesamtbild ist zu drei vierteln voll, das jahr neigt sich schon seinem ende zu. 

mein zwölftel-blick ist heute ein wenig vorproduziert, zum monatsende hin habe ich wahrscheinlich weder zeit noch lust dazu. nichtsdestotrotz wird er pünktlich erscheinen und ich schicke ihn dann auch noch zu eva. 

wer die pappel mitverfolgen will, der kann das hier tun: 

12tel-blick im august 2023

12tel-blick im juli 2023

12tel-blick im juni 2023

12tel-blick im mai 2023

12tel-blick im april 2023

12tel-blick im märz 2023

12tel-blick im februar 2023

12tel-blick im januar 2023


Donnerstag, 28. September 2023

zweite septemberhälfte

kurz vor den herbstferien hat uns dann auch noch corona erwischt. late to the party, dank zwei impfungen und zwei boostern, und jetzt müssen wir uns dann definitiv keine gedanken mehr machen, ob wir uns in diesem herbst wieder impfen lassen sollen. (also gegen corona, grippeimpfung ist trotzdem wichtig)

nach je zwei bis drei tagen mehr oder weniger im bett sind wir stagnierend rekonvaleszent, um es mal positiv auszudrücken. dabei hat es uns gar nicht so schlimm erwischt. trotzdem alles ein grosser mist, wir sind immer noch beide von jeder kleinen anstrengung total geschafft, als erstes könnten meine nebenhöhlen allmählich abschwellen und kais husten besser werden. dann nur noch packen und ab in die ferien. anstattdessen quälen wir uns durch die letzte woche vor ferien und ich streiche einen punkt nach dem anderen von meiner vor-dem-urlaub-erledigen-liste, nicht weil er getan wäre, sondern weil ich ganz realistisch nicht mehr alles schaffen werde. also wirklich vor allem einpacken und dinge in der werkstatt für den heissen herbst vorbereiten. an meinem zweiten tag im bett habe ich den fehler gemacht, mal in den kalender zu schauen, vor allem in den oktober und november. mittlerweile habe ich wieder den überblick, aber das wird wirklich viel, wenn es dann so kommt wie geplant. 

ein bisschen habe ich den anschluss an den september verloren. schön war, dass ich noch ein paar mal mit der tochter und alleine ins freibad gehen konnte. perfekterweise hat es ab 24. sowieso geschlossen. aber gefühlt bin ich halt im hochsommer ins bett gelegen und im herbst wieder aufgestanden, und das alles in nicht einmal 72 stunden.

das wetter war in der zweiten septemberhälfte gefühlt meist schön, aber weder konnte ich den garten so richtig geniessen, noch viel darin arbeiten. die tomaten im gewächshaus beenden das jahr mit einer ganz miesen bilanz, keine ahnung, was da schief gelaufen ist. ganz am ende haben sich auch wieder einmal raupen eingestellt, die an blättern und früchten nagen. 

 

die frei stehenden kleineren sorten haben sich von der hitze einigermassen erholt und werden auch noch ein paar früchte produzieren, aber es gab halt schon eine grosse lücke im august. mir fehlte die geduld, samen zu sammeln - allerdings gab es auch nicht wirklich viele schöne früchte und die braucht es halt auch. zwei kürbisse aus dem eigenen garten haben wir aufgegessen, bei den trauben sind wir noch dran, die haben sich wirklich sehr, sehr erfreulich entwickelt. und paprikas, oder wie sie hier genannt werden pepperoni, hatten wir reichlich. das gartenjahr neigt sich dem ende zu - wenn wir mitte oktober zurückkommen, wird es einiges zu tun geben, aber die schönste zeit im garten ist dann vorbei. die tochter ist mit reichlich hinweisen versehen, dass trotz ihrer giessdienste die eine oder andere pflanze jahreszeitbedingt nicht mehr schöner werden wird. 


eines noch: mitte des monats habe ich an einem schriftbild-workshop bei tabea heinicker teilgenommen - ein schöner vormittag mit intensivem versinken in der werkelei mit feder, pinsel, tinte und aquarellfarben. bei mir hatte der kurs dann eine alternative auswirkung: anstatt gleich mit tabeas ideen weiterzuwerkeln, lernte ich erst einmal die kurrentschrift. zuerst einfach so zum spass, aber mittlerweile sehe ich eine grosse möglichkeit darin, schön, aber nicht auf den ersten blick für alle zeitgenossen lesbar zu schreiben. ein bisschen musste ich heute morgen, als es aus hier nicht näher darstellbaren gründen dazu kam, dass ich eine handschriftliche vollmacht ausstellen sollte, dem impuls widerstehen, diese in kurrent zu schreiben. aber gekonnt hätte ich. 

übermorgen geht es in den harz. zu zweit können wir nach herzenslust da auto füllen um uns mit all dem zu beschäftigen, was in den letzten wochen zu kurz gekommen ist.


Samstag, 16. September 2023

warum ich gestern beim internationalen klimastreik dabei war

naja, ich wollte eigenlich eh hingehen, aber falls ich noch einen grund gebraucht hätte, habe ich ihn auf dem weg in die werkstatt aus dem briefkasten genommen: 

die nebenkosten abrechung ist, so weit ich das überprüfen kann, korrekt. ich bezahle, zu meinen bereits bezahlten akonto-beträgen, für die vergangenen 9 monate etwa zusätzlich 15% nach. 

was mich stört, ist der ton des briefs. 

in 2021 wurde die alte ölheizung durch eine gasheizung ersetzt. und ja, das hat eine einsparung an co2 ausstoss gebracht und der plan ist wohl auch, eine teil der energie aus regionalem biogas zu beziehen. wie gross dieser wohl ist? 

im herbst 2022 wurde dann die erwähnte notheizung aufgestellt. die ist, wohlwollend gesprochen, nicht ganz neu und in einem anhänger auf dem hof montiert. unten tropft es raus, hoffentlich nix ganz schlimmes. wie viel sie zum beheizen der räume beiträgt, weiss ich nicht. (anhand der kostenaufstellung sichtbar: es wurde deutlich mehr mit dieser öl- wie mit der gasheizung geheizt)

was nicht unternommen wurde: erneuerbare energien parallel zum einsatz bringen. auf keiner der dachflächen, auch der nicht denkmalwürdigen, gibt es so etwas wie pv-anlagen oder solarthermie. ob irgendetwas in dieser richtung geplant ist? wurde  mir nicht mitgeteilt - ich gehe aber auch nicht davon aus, die gasheizung ist ja noch ganz neu und die mobile ölheizung steht da, wo sie auch im letzten jahr stand.

mir fehlt ein bisschen die fähigkeit, mich über das ergebnis der bemühungen zu freuen, auch dafür dankbar zu sein, welche wohltaten über mich da ausgegossen wurden ("[die vermieterin] hat die differenz selbst ausgeglichen" ... "auf eigene kosten extra eine ölheizung angeschafft"). 

*kleiner exkurs zu "differenz selbst ausgeglichen" - meine nebenkosten sind um 15%  höher, der gaspreis ist im vergleich zum zeitraum bis februar 2022 auf das doppelte gestiegen. die preisschwankungen beim heizöl sind gross - von ca. 60 bis 190 franken pro 100 liter, da dürfte es im wesentlichen darauf ankommen, wann das heizöl eingekauft wird. die heizkosten machen circa 70% der nebenkosten aus. die differenz kann also auch ganz gut jeweils zugunsten der vermieterin ausgefallen sein. 

so, ende der düpflischiesserei. mir geht es eher ums grundsätzliche. dass hier das heizen mit fossiler energie gepriesen wird. dass ich keine bemühungen sehe, davon wegzukommen, dass es kurzfristig billig sein soll - aber nur sein kann, wenn man die kosten für die nachfolgenden generationen ausblendet und der allgemeinheit aufbürdet. dass überhaupt nur kurzfristig gedacht wird. dass mit den regionalwerken auch noch ein kommunaler träger, also die öffentliche hand dazu beiträgt, dass fossile energien bevorzugt werden. dass man das dann noch mit denkmalschutz verbrämt. dass der gesetzgeber nix dagegen macht. dass weiterhin fossile energien subventioniert werden. dass geld dafür ausgegeben wird, anstatt für den umstieg auf erneuerbare und co2 neutrale energieträger, die auf die länge der zeit dann auch noch billiger sein werden.

ich lass jetzt mal den ganzen link zur klimakatastrophe aus. ich gehe davon aus, dass sie wissen, dass fossile energien beim verbrennen co2 in die luft entlassen, dass dieses co2 zur klimaerhitzung beiträgt und dass es deshalb reduziert werden muss, wenn wir hier nicht demnächst noch mehr katastrophen haben wollen. überschwemmungen, dürren, stürme, missernten, hunger, perspektivlosigkeit, wanderungsbewegungen, kriege, flucht, etc. sie wissen schon eigentlich. 

also deshalb auch zur klimademo. war schön mit den hundert leuten. es hätten schon noch ein bisschen mehr sein dürfen. 


 

 


Dienstag, 12. September 2023

12 von 12 im september 2023

da kai zum mundharmonikaspielen unterwegs ist, muss ich heute die grünguttonne selbst an die strasse bringen - dabei sehe ich, wie schön die herbstanemonen im morgenlicht sind und werde daran erinnert, dass ich für 12von12 heute noch elf weitere bilder brauche.

in der werkstatt spinne ich zur zeit jeden morgen wenigstens eine halbe stunde - es gibt da eine hausaufgabe, die noch erledigt werden muss.

so allmählich formt sich auch eine idee in meinem kopf, wo es hingehen könnte mit fünfmal weisser wolle.

 
anschliessend gehe ich an meine aktuelle "filz"-arbeit, die zur zeit nicht aus filzen, sondern auch nähen, sticken und tüfteln besteht. gestern habe ich eine kette geschärt für einen besonders schönen randabschluss, den man eigentlich zu zweit "kabulisch weben" muss. es geht aber auch mit der brettchenwebtechnik, das habe ich in den letzten tagen herausgefunden. 

mit der zeit werde ich immer flinker und die stiche gleichmässiger.

das sieht doch schon ziemlich gut aus. fertig werde ich aber heute nicht mehr.

zuhause wartet zuerst die tochter mit dem mittagessen, dann eine kleine pause (ich habe extrem schlecht geschlafen, weil unter unserem schlafzimmerfenster nachts nicht nur lautstark nüsse geknackt, sondern auch etwa jede halbe stunde noch lautstärker um nüsse gestritten wird.) und ein korb bügelwäsche.

 
vor dem aufbruch ins schwimmbad gibt es noch kaffee und ein toastbrot mit marmelade. den kuchen haben am sonntag die kinder weggefuttert. 

die gemüsekiste wird geliefert.

und gegen fünf sind wir dann endlich im schwimmbad. zwischendurch regnet es kurz, aber insgesamt ist es noch sehr angenehm.

und weil die tochter ab morgen wieder ganz regulär arbeitet und damit solche gemeinsamen unternehmungen wieder seltener werden, holen wir uns zum abendessen dürüm. auf meinem steht "yoghurt" - ich vermute, der urheber hat nicht das lateinische alphabet als erstes gelernt.

es werden zwei velodachträger abgeholt, ich krustele noch ein bisschen herum und schaue anschliessend die doku über die arbeit der bundesregierung. naja, so richtig neues gibt es da auch nicht zu sehen und irgendwie ist mir da alles noch ziemlich gut in erinnerung. 

dann lieber doch noch den 12von12-post fertig machen und heute mal früh ins bett. eventuell regnet es schon, bevor die nussparty wieder losgeht. 

bei caro von draussen nur kännchen gibt es wie immer mehr 12er-posts, dankeschön für den service!

12von12 im september 2022

12von12 im september 2021

12von12 im september 2019 

12von12 im september 2018 

12von12 im september 2017

12von12 im seotember 2016