Samstag, 31. August 2019

12tel-blick im august - mauern mauern



 es geht voran. nach wie vor in kleinen, in der gesamtansicht kaum sichtbaren schritten. am besten sieht man es noch am verschwinden der sockel der weiter hinten stehenden alten badehotels. eine terrassierung des geländes wird sichtbar. aber nach wie vor kann ich mir nur schlecht vorstellen, wie das thermalbad am ende aussehen wird.



 ich habe mir deshalb mal ein foto von der website des bauträgers ausgeborgt, damit wir uns alle mal wieder ein bisschen orientieren können. (zur seite hier entlang.) so viel höher wird das also alles garnicht werden.


nur das ärztehaus auf der linken seite wird noch um zwei geschosse wachsen. an den bereits gegossenen säulen kann man sich ganz gut orientieren.

apropos orientieren: mitte des monats gab es eine informationsveranstaltung von bauträger und stadt zur baustelle. sehr spannend war das allerdings nicht. nur eines wurde mir dort deutlich: für die bevölkerung, die rund um die baustelle lebt, ist vor allem die erschliessung des uferbereichs, der wohngebiete, auch der kapelle wichtig. immer wieder war auch der ursprünglich etwas weiter limmatabwärts geplante mättelisteg thema. mit dem steg gäbe es einen rundweg entlang der badener und ennetbadener promenade - aber leider fehlt dafür geld und die zustimmung des einwohnerrats in zwei der drei beteiligten gemeinden. sinnvoll wäre der steg auch für die erschliessung des oederlin-areals, wo ich meine werkstatt habe, deshalb wird auch von dieser seite eine finanzielle beteiligung erwartet.
(ach, und bevor sie fragen: wir ziehen demnächst von der einzigen gemeinde, die den steg gerne finanziert hätte, in die, die sie am stärksten ablehnt. und mein werkstatt-vermieter ist auch in die sache involviert.)


hier noch die übersicht über die vergangenen acht monate.
was der 12tel-blick ist, lesen sie gerne bei eva nach. sie sammelt auch in diesem monat wieder viele, meist idyllischere blicke bei sich, danke!

wer die entwicklung der baustelle über die monate mitverfolgen will:

12tel-blick im januar
12tel-blick im februar
12tel-blick im märz
12tel-blick im april
12tel-blick im mai 
12tel-blick im juni
12tel-blick im juli 

Freitag, 30. August 2019

unter der woche - 26. bis 30 august 2019

die woche ist wieder einfach so durchgerauscht durch unser leben.
eine vorbereitungswoche, die nur teilweise im hier und jetzt stattfand, zu einem gutteil aber auch  nächsten sonntag (ich), nächste woche (die tochter und der sohn), nächstes wochenende (kai) im focus hat.

im hier und jetzt waren kai und ich am mittwochabend im biergarten am kloster wettingen, war ich bei der coiffeuse (der, die auch malt und tolle postkarten macht) und bei der zahnreinigung. unser klavier wurde abgeholt und ich sortiere mich durch post und papier. (na, auch nicht wirklich im hier und jetzt, sondern für den umzug.)

auf den nächsten sonntag hin habe ich in der werkstatt das regal eingeräumt und dinge zusammen in schachteln getan, die ich dazuhin erst einmal mit dem wunderschönen papier von frau müllerin überzogen habe. das papier habe ich mal gewonnen und ich freue mich, dass es jetzt die werkstatt schmückt.

 

ein vorher-nachher bild. die schön bezogenen schachteln stehen im endergebnis leider hinter dem sessel. 

jetzt ist alles aufgeräumt, die beispiele für die kommenden kurse liegen bereit, die texte sind gedruckt und ich freue mich auf den sonntag. am 1.september ist nämlich tag der offenen tür im rahmen des manufaktursonntag. wenn sie lust haben, mich und die werkstatt kennenzulernen kommen sie doch zwischen 11 und 16 uhr vorbei. es gibt einen kleinen apero und ganz viel anzuschauen und sogar eine kleinigkeit zu filzen:

hier finden sie den flyer zum manufaktursonntag in meiner werkstatt
klick auf das bild zeigt den flyer zum manufaktursonntag in meiner werkstatt.


Montag, 26. August 2019

wochenende 24. und 25.august 2019 - gartenarbeit und sport

am freitagnachmittag - das muss ich hier noch nachtragen - habe ich noch pia und ihre ouessant-schafe kennengelernt. oder zumindest pia und die wolle ihrer ouessant-schafe. sie kam zu mir in die offene werkstatt und brachte die gewaschenen und kardierten, fluffigweichen vliese mit. aus dem einem kleinen teil entstand am freitagnachmittag dann ein kleiner probefilz - den man aber auch zum beispiel als topfuntersetzer gebrauchen kann.


der plan sieht nun vor, dass nach und nach in der offenen werkstatt aus der restlichen wolle sitzfilze entstehen. ganz wie es zeitlich zum arbeitsaufwand auf einem bauernhof passt.
genau dafür ist die offene werkstatt da! ich freue mich auf weitere nachmittage mit pia und den ouessant-schafen.

***

für den samstag hatte ich schon ziemlich genaue vorstellungen, was alles erledigt werden sollte:

- die hecke an der strasse musste geschnitten werden.
(ein letztes mal. und das gerade jetzt, wo die naturhecke, der wir nur wenig nachgeholfen haben, endlich so richtig dicht und vielfältig ist. am neuen ort erwartet mich viel kirschlorbeer, wenn ich mich richtig erinnere.)

das arbeitszimmer, jetzt deutlich leerer.

- das regal aus dem arbeitszimmer sollte in die werkstatt gezügelt werden.
(die bücher hatte ich schon über die woche mit dem wägelchen transportiert, und das regal stück für stück freigeräumt. kai hat mir am spätnachmittag geholfen, der schreibtisch musste weichen, so ist jetzt eine schöne lese- und kaffeeecke entstanden. und der frei gewordene werkstattschreibtisch zog dann gleich noch weitere umräumarbeiten nach sich. kai tauschte seinen - eigentlich meinen alten - schreibtisch gegen den werkstattschreibtisch und so konnte der grosse sohn am sonntag den alten eichenschreibtisch, den ich in den späten achtzigern irgendwann gekauft habe, zu sich in sein wg-zimmer nehmen. rechtzeitig vor der einweihungsparty!)

ausserdem so: zwetschgenkuchen gebacken. tomatensosse gekocht. der grosse sohn hat sich spontan zum abendessen eingeladen. gelesen und wordfeud gespielt.

***

der sonntag war komplett terminfrei. zum frühstück holte kai nach einer gefühlten ewigkeiten mal wieder frische gipfeli und brötchen. nach dem frühstück radelten wir an den katzensee, schwammen bis zum bootshaus, teilten uns eine bratwurst und assen zum dessert eis, radelten wieder zurück (40 km fahrradfahren, ca. 1 km schwimmen).
am abend waren wir müde. 


Freitag, 23. August 2019

unter der woche - 19. bis 23.august 2019

die wochentage sind angefüllt mit arbeit in der werkstatt, am computer, im haushalt.


in der werkstatt entstehen letzte musterstücke für den tag der offenen tür zum saisonstart, an dem ich möglichst für alle kurse des kommenden jahres frische und neue beispiele zeigen will. ausserdem habe ich damit begonnen, alles was mit filz zu tun hat, von zu hause in die werkstatt zu bringen, denn im neuen haus werde ich kein arbeitszimmer mehr haben.

die karte für die kinderkurse musste auch endlich fertig werden, themen und termine stehen schon lange fest. ich hoffe, dass ich reichlich davon am manufaktursonntag verteilen kann. die karten werden von jahr zu jahr weniger wichtig, weil die meisten eltern sich auf der homepage informieren oder den newsletter nutzen, um an die termine erinnert zu werden. sogar die schule hat das kursprogramm nun digital zum abrufen bereitgestellt.
aber bei veranstaltungen und auf märkten sind die karten halt immer noch ganz praktisch. ausserdem habe ich mir ganz fest vorgenommen, wieder einmal karten im kindermuseum und an anderen orten, an denen menschen mit kindern vorbeikommen, auszulegen.
gestaltet hat die karte dann letztendlich wieder der sohn, was mir eine ganze menge zeit am computer erspart hat, ich habe foto, text und den groben entwurf geliefert. ich bin fasziniert, wie er die buchstaben herumschiebt, bis es wirklich gut aussieht.

dafür hatte ich dann mehr zeit, den nächsten newsletter zu schreiben. da zwischen den einzelnen versandterminen immer einige wochen, wenn nicht gar monate liegen, muss ich mich erst wieder in die software eindenken. insgesamt wird der newsletter aber immer mehr so, wie ich ihn haben will. heute abend geht er raus.

donnerstag habe ich es endlich geschafft, mich mit der tochter in der stadt zum mittagessen zu verabreden. leider war es nicht ganz so warm wie angekündigt, aber wir sassen trotzdem sehr nett in der kajüte am limmatufer.


der umzug rückt näher und wird allmählich konkreter. kai und ich sind immer noch dabei, dinge auszusortieren und einen neuen platz für sie zu suchen. eine kommode, die der sohn stehengelassen hatte, ging gestern weg, noch bevor sie 24 stunden auf tutti gestanden hat. andere sachen sind mühsamer, aber immerhin klappt es mit dem verschenken ganz gut.
ausserdem überlege ich ständig, wie sich das leben im neuen haus verändern wird. nach 14 jahren gibt es hier abläufe und gewohnheiten, die ich am neuen ort nicht mehr für praktikabel halte. alleine die möglichkeit dinge an neuen orten unterzubringen, die vielleicht viel geschickter sind als bisher, ist sehr beflügelnd. aber immer noch kann ich auch zwischendurch in eine kleine panik ausbrechen, weil ich mir für viele sachen nicht vorstellen kann, wo wir sie hin tun sollen. oder wie lange es dauern wird, bis wir einen platz dafür gefunden haben werden.

ich habe den eindruck, dass ich mir diese gedanken bei den letzten beiden umzügen nicht gemacht habe. ist das jetzt das alter? oder war zumindest der umzug aus der stadtwohnung in stuttgart in das häuschen im aargau ohnehin so umwälzend, dass klar war, dass nichts so bleibt, wie es war?

Sonntag, 18. August 2019

wochenende 17. und 18.august 2019 - barcamp und müde

samstagmorgen stand ich alleine und für ein wochenende mittelfrüh auf, um nach zürich zu fahren. ohne frühstück, denn das barcampCH*, zu dem ich mich angemeldet hatte, sollte mit frühstück beginnen.
am bahnhof erwischte ich den früheren zug und hatte so gelegenheit, zu fuss durch die stadt zum veranstaltungsort, dem kulturzentrum karl der grosse, zu gehen. nicht mehr ganz so frühmorgens sind in zürich schon erstaunlich viele touristengruppen unterwegs, die mir später am tag noch nie so aufgefallen waren.

foto: Claudio Schwarz

viertel nach neun startete also mein abenteuer barcamp. ich hatte zwar schon an verschiedenen orten von solchen veranstaltungen gelesen, aber noch nie selbst eines besucht. das ankommen war erstmal ein wenig verwirrend, einfach ein papierschild nehmen, name drauf und dann unter die menge mischen fühlte sich zu wenig offiziell an. gut, dass ich mittlerweile frühstückshunger hatte und mit kaffee und gipfeli versorgt auch gleich mit einer anderen erstbesucherin  am tisch landete (und feststellen durfte, dass ich schon ganz gut über das prozedere informiert war).

um zehn ging es dann in den grossen saal. nach einer kurzen vorstellungsrunde für etwas mehr als 50 personen (nur name und drei begriffe, bei mir: bloggerin, filz, garten) startete die sessionplanung.
eine session dauert etwa 45 minuten, die inhalte kommen von den teilnehmern selbst und werden in der sessionplanung spontan vorgeschlagen. man weiss also nicht vorher, was einen an der "unconference" so erwartet. während der sessionplanung werden die inhalte auch kurz vorgestellt, aber man muss schon ziemlich gut sein, wenn man sich das alles bis am späten nachmittag merken will.


ich wählte als erste session die mit dem thema "konsensieren" - was auch vielleicht die session gewesen sein wird, aus der ich am meisten mit nach hause nehmen konnte.

foto: Claudio Schwarz

es ging darum demokratische prozesse besser zu machen durch neue abstimmungsmethoden, bei denen es keine (oder zumindest weniger) verlierer gibt, wer mehr wissen will, bitte hier entlang.

der vormittag blieb bei mir politiklastig, denn weiter ging es mit politischen onlinekampagnen. ein rundumschlag mit vielen beispielen, aber letztlich zu viel, dass es zu einer diskussion gekommen wäre, es blieb beim reinen faktenaufzählen. und so ganz klar, wie sich politische, de facto also vor allem parteienkampagnen von denen aus der wirtschaft unterscheiden, war mir bis dahin nicht so ganz klar.

dann: mittagessen. leckeres gemüsecurry, vom zentrum karl der grosse zubereitet. überhaupt war die ganze veranstaltung durch sponsoren für alle teilnehmer umsonst.

nach einem pausenkaffee auf der terrasse ging es gleich weiter mit den sessions. mir fiel die entscheidung schwer, allmählich konnte ich mich auch immer schlechter an das erinnern, was bei der vorstellung zu den einzelnen angeboten gesagt worden war. aber storytelling hörte sich nützlich an. also erfuhr ich so mittelviel neues über instastories (vor allem) und über die sechstagechallenge, die die veranstalter der session vorstellen wollten. im unterschied zu den beiden sessions am vormittag war dies also auch ein bisschen eine werbeveranstaltung. dinge vorstellen, die man in einem etwas ausgedehnteren rahmen dann auch käuflich erwerben kann, vor allem coaching und beratungen, das ist offensichtlich auch eine möglichkeit bei einem barcamp.
ein bisschen ambivalent finde ich das schon, auch weniger offen als bei den weniger zweckgebundenen sessions. denn wenn jemand etwas vorstellt, was er persönlich spannend findet (zum beispiel das konsensieren in der ersten session) bleibt für mich mehr raum zum (auch mal kritischen) nachfragen. klar geben die anderen (kommerzielleren?) sessions auch zunächst etwas an die teilnehmer weiter, aber da kann ich dann entweder konsumieren oder auch nicht.

nachdem ich bisher nur männer in den sessions erlebt hatte, die teilnehmenden aber gefühlt eher ausgeglichen über die geschlechter verteilt waren, wollte ich um 15 uhr mal eine weibliche sicht haben und entschied mich für das "hier und jetzt" - fand aber recht schnell heraus, dass mir das thema eher nichts zu sagen hatte. nun war zwar bei der einführung gesagt worden, dass man jederzeit eine session auch verlassen könnte, ich brauchte aber doch noch weitere fünf minuten, um wirklich zu gehen. immerhin konnte ich meinen stuhl an jemanden weitergeben. über den gang hinweg gab es dann robotik für greenhorns, da verbrachte ich dann den rest der zweiten nachmittagssession.

zum schluss wurde es nochmal spannend, denn eigentlich passte mir nichts mehr so recht, ich entschied mich dann für die session, an deren vorstellung ich mich am wenigsten erinnern konnte: wünsche und ängste.
und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass ich da opfer eines soziologischen experiments geworden bin. angefühlt hat es sich jedenfalls ziemlich so. vielleicht hätte man schon hellhörig werden sollen, als man nicht gleich sehen durfte, was auf das flipchart geschrieben wurde...
nun, nach beginn der session wurde das dann umgedreht und der sessionleiter bat darum sich zu überlegen, welche unausgesprochenen ängste und wünsche die teilnehmenden in sachen beziehung, intimität und sexualität beschäftigten.
es dürfte ein grobvakuum oder zumindest ein unterdruck im raum entstanden sein, vor lauter tiefem einatmen. und dann wurde losgeredet, nicht unbedingt als antwort auf die frage (man war ja auch eigentlich nicht zum erzählen, sondern zum nachdenken aufgefordert worden) und ich bekam den eindruck, dass das alles so nicht gedacht war. am ende berichteten vier, fünf personen mehr oder weniger intimes aus ihrem leben, es fielen worte wie "ratschläge", sofort sinnvollerweise heftig kritisiert, es wurden geschlechtsstereotypen geritten und gleich wieder auf die weide geschickt und als die stunde um war, fragte ich mich, was das jetzt war.

feedbackrunde - foto: Claudio Schwarz
gut gab es die feedbackrunde zum runterkommen und überlegen, was alles schön war am barcamp. es wurde dann noch ein wenig gesungen (joa, hätte man jetzt für mich nicht unbedingt machen müssen) und viel gelobt, es gab aber auch noch ein bisschen mimimi-kritik. dann aufräumen der räume und ab auf die terrasse zum grillieren.
da war dann zeit, mit ein paar menschen einfach so zu reden, in entspannter atmosphäre. man war sich einig, dass das barcamp eine tolle sache ist und so sehe ich das auch: man braucht zwar eine gewisse toleranz gegenüber obskurem, aber man trifft doch einen ganzen haufen menschen, die interessante dinge zu erzählen haben, von denen man bisher gar nicht ahnte, dass sie interessant sein könnten. also unbedingt wieder ans barcampCH im nächsten jahr, vielleicht überlege ich mir dann auch eine eigene session.

***

und so ein tag am barcamp macht müde. natürlich auch der abend nach dem barcamp, weil ich kai ausführlich erzählen musste, was ich erlebt hatte. aber am sonntag war ich teilweise schon ziemlich geschafft.

gemütliches frühstück im garten, dann kuchenbacken und während der kuchen im ofen war, lesen. aber nach der anschliessenden limmatschwimmrunde war ich dann komplett im eimer. kaffee und kuchen, dann pause, dann familiensitzung, dann kam der vermieter zu besuch und wir wissen nun, dass wir das haus, das verkauft werden soll, besenrein (und nicht etwa komplettgereinigt) hinterlassen dürfen. aus den restlichen tomaten sosse kochen für die morgige pizza, dann ein gemüsecurry aus den meisten restegemüsen, dann tatort.
so wenig ist es letztendlich doch nicht gewesen, was ich am sonntag gemacht habe, aber weil ich den tag über nur selten aufs mobiltelefon geschaut hatte, fiel mir erst beim zubettgehen auf, dass ich seit zwei tagen keine mails mehr bekommen hatte (nicht einmal spam!) und das musste ich dann doch noch dem mittleren sohn schnell mitteilen. der wiederum ganz schnell reagierte und meinen mailaccount heilte. irgendetwas ist schief gegangen um zusammenhang mit der am freitagabend so spontan live gestellten neuen website, aber nun ist alles gut und ich kann in die neue, für mich erste arbeitswoche nach den ferien starten.




*wer sich unter dem begriff barcamp nichts vorstellen kann, bitte hier entlang.

Samstag, 17. August 2019

freitag 16. august 2019 - medienrummel

für mich sozusagen der erste arbeitstag, beginnt der tag früh. aber nicht so früh, dass ich kai noch sehe, der noch früher aufsteht und aufbricht, zu einem tag im thurgau. ich stehe kurz vor halb sieben auf, wecke die tochter, frühstücke mit ihr, hänge wäsche auf, sehe noch kurz den sohn und wirble dann für zwei stunden durchs haus, um eine gewisse grundsauberkeit vor dem wochenende herzustellen.
da ich weiss, dass noch viel anderes zu tun ist, bin ich nach neun schon mit dem dringendsten im haushalt fertig und kann mich um die öffentlichkeitsarbeit in sachen manufaktursonntag kümmern. der anlass in der werkstatt am 1.september soll in mehreren veranstaltungsportalen eingetragen werden, sowohl bei guidle als auch bei az online habe ich bereits einen account, so dass das schnell erledigt ist. die offizielle seite von #zeitsprungindustrie ist noch nicht online, aber der support bei der az ist dafür persönlich und sympathisch und so habe ich meine werkstatt rasch als neuen veranstaltungsort eingetragen.
es bleibt bis zum mittag noch ein bisschen zeit um über die vergangenen woche zu bloggen, dann profitieren die tochter und ich noch einmal von den gemeinsam gekochten leckereien und essen zum zmittag gefüllte kohlrabi mit gerstotto und tomaten-gemüsesauce.

eine kurze mittagspause reicht es noch, dann breche ich mit einem gefüllten veloanhänger in die werkstatt auf. ich freue mich über den bezug für den neuen werkstattsessel aus dem gea-laden, aber erst mal wird es nichts mit sesseln. ich räume auf, bereite den geplanten ausverkauf von musterstücken und resteexemplaren vor (noch die beiden kommenden freitagnachmittage kann man filzunikate bei mir wirklich sehr, sehr günstig erwerben) und dann kommt auch schon die erste besucherin der offenen werkstatt.
in den nächsten beiden stunden entsteht unter ihren händen ein erstes filzobjekt, ein kleiner hohlkörper, und nebenbei viel freude und stolz auf das erste filzwerk. ich kann das regal neu bestücken und eine weitere besucherin willkommen heissen.
ich gebe die ersten kursprogramme für das kommende jahr ab und dann doch noch eine weile den sessel ausprobieren. ein päckchen mit sonderbeilagen der regionalzeitung zum manufaktursonntag ist angekommen, auch die werde ich in den nächsten wochen an meine gäste verteilen. pünktlich um halb sieben mache ich feierabend und radle nach hause.

die pflanzen wollen gegossen und mit kai, der auch gerade nach hause gekommen ist, der samstag besprochen werden. ich werde nämlich morgen an einer unconference, dem barcampCH in zürich teilnehmen. ein bisschen aufgeregt bin ich schon, ich kenne nämlich wirklich niemanden dort.

ich stelle fest, dass die zeitsprungindustrie-seite nun wirklich auch online ist. morgen erscheint die sonderbeilage in der aargauer zeitung. höchste zeit also, die webseite doch noch heute zu veröffentlichen. nach dem abendessen gibt es allerletzte änderungen und spätestens morgen sollten sie wenn sie www.filzquadrat.ch aufrufen, die neue seite sehen können. sie ist zwar noch an einigen stellen nicht ganz fertig, aber auch das werden wir im laufe der nächsten tage hinbekommen.

was für ein medienrummel heute!

nun schnell schlafen und dann geht es morgen nach zürich.

Freitag, 16. August 2019

woche vom 9. bis 15.august 2019 - ferienverlängerung mit besuch

während alle anderen in der familie so langsam sich wieder an schul- und arbeitsalltag angepasst hatten oder noch anpassten, habe ich die ferien durch einen besuch meiner mutter ein bisschen verlängert und einige sommertage im garten und unterwegs genossen.

das wetter hat weitgehend mitgespielt, es war nur ganz selten zu heiss, nass oder kühl um im garten zu sitzen. so haben wir zwar auch viel gesessen und geredet, aber auch gemüse gerüstet, gestrickt, gelesen, ableger aus dem garten in töpfe zum mitnehmen vorbereitet, allzu üppig wucherndes grün beseitigt, gegrillt und noch ganz viel mehr.

die vorbereitungen für gefüllte kohlrabi wurden mit staunen begleitet - und nein, das sind wirklich keine birnen
 am freitag wurde es erst mal noch reichlich spannend - der flug, mit dem die tochter zurückkehren sollte, wurde wegen unwettern und technischen problemen gestrichen, so dass die jugendgruppe, mit der sie unterwegs war, am flughafen in amsterdam übernachten musste und erst am samstagmorgen wieder in zürich ankam. der tag war jedenfalls für sie gelaufen, ausser duschen und schlafen wollte sie am samstag nichts mehr.

am sonntag besuchten wir zu dritt die ausstellung sanatorium langmatt in der villa langmatt. dafür wurde das wohn- und impressionistenmuseum fast gänzlich von gemälden befreit und dafür mit vielen interaktiven angeboten ausgestattet. kai und ich hatten spass beim federballspielen in der gemäldegalerie, meiner mutter gefielen die projektionen und klanginstallationen und uns allen das teeangebot.






und der park der villa ist, zumal bei schönem sommerwetter, immer einen besuch wert. den barfusspfad mit kneippbecken liess sich auch nur kai entgehen. eine kurzweilige ausstellung, die sie vielleicht auch noch gerne besuchen wollen.

die woche über wurde die restliche familie mit frisch gemeinsam zubereiteten essen und von der oma gebügelten kleidern verwöhnt. und am mittwoch waren wir alle gemeinsam beim grossen sohn in der wg zum abendessen eingeladen.

gestern nun hat sich meine mutter vom häuschen mit dem wilden, aber schönen garten verabschiedet. ein bisschen ist es auch ihr ans herz gewachsen, hat sie doch oft zusammen mit meinem vater haus und garten, katzen und manchmal auch die familie gehütet, wenn entweder ich alleine oder alle unterwegs waren. beim nächsten besuch werden wir schon woanders wohnen.

für mich geht es nun ab heute auch wieder an die arbeit:

- am 1.september gibt es eine kursjahreröffnung und offene werkstatt im rahmen des manufaktursonntags von #zeitsprungindustrie und dafür muss noch ein bisschen die werbetrommel gerührt werden. (verlinkungen kommen hoffentlich noch heute, da muss einiges erst noch freigeschaltet werden.)

- die neue website muss fertig werden. der grösste teil ist geschafft, es gibt noch ein paar kleinigkeiten zu tun und ich muss immer noch für den einen oder anderen kurs bilder machen. irgendwann in der kommenden woche werden wir "launchen". ich halte sie auf dem laufenden.

- heute starten die offenen nachmittag in der werkstatt wieder. neu bin ich am freitagnachmittag von 14 bis 18.30 uhr im oederlin-areal anzutreffen, man kann einfach ohne anmeldung vorbeikommen und kann, muss aber nicht, filzen.

- nicht wirklich arbeit: ich steige wieder in das august art journal von ramona ein. ergebnisse finden sie vermutlich eher auf instagram. ich freu mich schon.

- ausserdem geht es weiter mit dem reduzieren unseres umzugsguts. vielleicht gibt es ab demnächst dazu eine neue rubrik "was wir los geworden sind" - erste erfolge: ein grosser karton mit vielen comics machte einige kinder in ihren letzten ferientagen glücklich - eine vespa, die 14 jahre hier in der garage stand, hat einen fan gefunden - ...







Donnerstag, 8. August 2019

dienstag und mittwoch, 6. und 7. august 2019 - regen

es regnet den ganzen dienstag über, mal mehr, mal weniger, mal wolkenbruch, mal kommt sogar für eine halbe stunde die sonne heraus.
für meine pläne jedenfalls ist das kein brauchbares wetter. ich sollte eigentlich die dringend benötigten fotos für die neue webseite machen.
deshalb fahre ich, als sich am morgen eine wolkenlücke auftut, auch in die werkstatt - und eine stunde später wieder zurück, denn überall ist es nass und ständig fällt neuer regen. dann lieber zuhause zuerst die eigentlich für den abend vorgesehene hausarbeit erledigen und hoffen, dass es später besser wird. wird es aber nicht. ich bügle, hole 3 tage artchallenge nach, räume gemüse ein, schreibe den gemüseplan, schreibe und redigiere texte für die webseite. immerhin fallen mir dabei noch ein paar sachen auf, die ich gerne anders haben möchte.
zum abendessen sind wir zu dritt, es gibt pasta mit gemüse-tomatensosse aus dem, was von der vergangenen gemüsewoche noch übrig war.
anschliessend raffen kai und ich uns zur einer runde shibashi auf - es hilft ja nichts immer nur zu jammern, dass es in den monatlich stattfindenden lektionen immer mehr auf schongymnastik herausläuft und wir seit einem jahr es in der gruppe nicht mehr schaffen, ein ganzes set mit 18 übungen zu "turnen".
zu zweit und mit spick bekommen wir alle 18 übungen zusammen, auch wenn es zwischendurch unsicherheiten gibt, ob und wohin die taube ihre flügel öffnet. eine lösung für die anzahl an übungen haben wir auch gefunden: wer ansagt bestimmt die anzahl der wiederholungen, sagt aber jeweils die letzte wiederholung an.
anschliessend ho to sell drugs online (fast) zu ende geschaut, irgendwie ein etwas enttäuschendes ende der staffel und eine merkwürdig plötzliche wendung vom leichten ins doch gewalttätige. (ich hoffe niemanden gespoilert zu haben, das haben aber doch eh alle ausser uns schon gesehen.)

mittwochmorgen, neuer tag, neues glück. immerhin ist es trocken.
so radle ich ohne trödelei in die werkstatt und kann bis neun uhr einige bilder machen. unter zeitdruck macht es zwar nicht ganz so viel spass mit dem wägelchen und den filzobjekten durchs areal zu fahren und geeignete plätze zum fotografieren zu suchen, aber immerhin. bin ich lokationsscout, regie, stylistin und fotografin in einem. diskussionen gibt es also wenigstens keine. höchstens stellt die bildbearbeitung (ich) am ende fest, dass die stylistin mal wieder keine zeit hatte, den rand geradezurücken und die fusseln von der tasche zu bürsten. waaah. buchen wir heute unter authentizität ab.

hier ein paar outtakes. (zu weit weg, licht blöd, zu viel hintergrund) 




um neun schüttet es dann erstmal wieder richtig, so dass mir noch zeit bleibt, den filztisch für den morgigen termin mit den tw-lehrerinnen vorzubereiten. und als es immer noch regnet in einen stein dinkelspelt nachzufüllen.

die nächste regenlücke nutze ich für den nachhauseweg.

den restlichen tag verbringe ich vor dem bildschirm mit dem einfüllen der bilder - mit kleinen hausarbeitsintermezzi (ich kann sowieso nicht länger als eine stunde am stück am schreibtisch sitzen). ergebnis: viele drin, aber es fehlen immer noch welche. also gibt es jetzt eine liste, was noch fotografiert werden muss. die mobiles finde ich nach wie vor am schwierigsten. und drücke mich um die aufgabe, vielleicht hat ja da jemand mal tipps? oder einen total schönen ort?

heute kocht kai, es gibt restenudeln mit frischer lachs-zucchini-tomaten-sosse. da wir nur zu zweit sind, bleibt wieder etwas übrig. diese woche ist hier wirklich nichts los, aber ab freitag haben wir besuch und zumindest für ein abendessen ist auch schon der grosse sohn angemeldet.

abends schaffen wir wieder eine runde shibashi, abendspaziergang wäre auch noch eine option gewesen, aber wegen regen dann doch eher nicht. 

Montag, 5. August 2019

5. august 2019 - #wmdedgt 8/19

weiterbloggen wurde gewünscht und da hier das ja eine durchaus serviceorientierte veranstaltung ist, will ich da auch gerne mitmachen. ausserdem ist ja auch der 5. des monats und da fragt frau brüllen, was man denn eigentlich so den ganzen tag mache.

der urlaub ist zu ende, das wird mir erst so richtig klar, als der wecker am montagmorgen mich um sechs uhr nicht so recht aus dem schlaf holen will. das ist aber auch ganz in ordnung so, denn wer steht schon freiwillig um sechs auf, wenn der erste, der das haus verlässt, um 7.18 uhr gehen muss. rätselhaft wird mir auch immer bleiben, warum man den wecker so früh stellt, wenn man doch nicht aufstehen will.

ich stehe jedenfalls gegen viertel vor sieben auf, mache frühstück und damit hat mich der alltag wieder. mein erster termin des tages: die maklerin, die das haus schätzen soll, ist für viertel ab acht angekündigt und steht im kostüm, frisch ihrem gigantischen suv entstiegen, schon um acht vor der tür. sie lässt auch wirklich kein klischee aus, ist aber ansonsten sehr nett. rundgang durchs haus, fotos, noch nicht fürs internet bestimmt, und grosse freude, dass ich ihr die baupläne des hauses kopieren kann. es gibt keinen vernünftigen grund sich unkooperativ zu zeigen, und immerhin sind wir nicht die einzigen, die offensichtlich unter einem informationsdefizit in dieser sache leiden.

um neun bin dann auch schon in der werkstatt, die dringend aufgeräumt werden muss, bevor überhaupt irgendetwas erledigt werden kann. der neue sessel macht sich ganz vortrefflich, aber leider komme ich nicht so recht zum reinsitzen, denn nach dem aufräumen suche ich verschiedene beispiele für  die fotos für die neue webseite heraus. leider ist es dann schon zu sonnig um noch ernsthaft mit dem fotografieren zu beginnen und so radle ich um die mittagszeit nach hause.

resteessen, mittagspause, dann bekommen die bretter der gartenbank einen letzten anstrich. die küche will mal wieder geputzt werden, der nachmittag geht schneller herum als geplant.

ich muss mich schon ziemlich beeilen, um um viertel nach fünf mit bus und bahn in richtung zürich aufzubrechen, denn ich bin mit kai aus gründen zum abendessen im maison blunt verabredet. umsichtig wurde für uns ein tisch im wunderschön begrünten hinterhof reserviert, das essen ist lecker, aber bei der hitze einfach zu viel. die bahn bringt uns nach hause, wo wir ganz faul einfach vor die haustüre sitzen bis es zu gewittern beginnt. blitz, donner, dann endlich auch regen. und da es nur sehr allmählich ein wenig abkühlt sitzen wir noch in der offenen haustüre und schauen dem regen zu.


Sonntag, 4. August 2019

vierzehn tage ferien in gardenien (oder so)

 
die vergangenen zwei wochen haben wir im urlaub zuhause verbracht. ganz freiwillig war das nicht, aber nachdem der frühsommer ein wenig turbulenzen in unser leben gebracht hatte, war irgendwie die urlaubsbegeisterung verpufft und wir konnten uns recht gut vorstellen, einfach zwei sommerferienwochen an dem ort zu verbringen, wo wir die letzten vierzehn jahre gelebt haben und den wir demnächst hinter uns lassen werden. die zeit der letzten male hat begonnen, warum also nicht die letzten sommerferien in unserem herrlich verwilderten garten verbringen. wenigstens teilweise, denn natürlich haben wir auch noch ganz viele andere dinge gemacht.

* wir haben den geburtstag des ältesten gefeiert - noch einmal am unteren gartensitzplatz unter den bunten gartenlichtern, mit der vor vielen jahren noch in stuttgart selbst gebastelten geburtstagsgirlande und mit der neuen mitbewohnerin aus der wohngemeinschaft. 


 * wir haben zwei tage lang entrümpelt und einen kofferraum voller hinterlassenschaften zum entsorgen gebracht. einige dinge, von denen wir uns vor dem umzug trennen wollen haben den weg in diverse internetportale gefunden und manches auch schon einen neuen platz

* wir waren auf besuch im glarnerland. dass wir uns aus dem internet kennen beweist das foto, denn da ist ein fuss drauf.

weil es heiss war, sassen wir viel gemütlich herum, aber so in gesellschaft ist das sowieso das beste was man machen kann. wir waren aber auch schwimmen, in einem gigantischen wolleladen an einem sehr netten ende der welt und im brockenhaus, das ich bisher nur von instagram kannte, das aber genau so toll, wie man es sich vorstellt!

* ich habe gestrickt. an einem zweiten vertices unite tuch, endlich mit farben, die mir so richtig gut gefallen. aber ich bin eine langsame strickerin.



* wir waren wandern, auf wunsch der tochter mit einem schwimmstopp. da fiel mir spontan der egelsee ein. die eisenbahn brachte uns nach berikon-widen, von dort ging es zu fuss zuerst zum hasenberg, dann zum egelsee mit schwimm- und vesperstopp und weiter richtung rüsler mit schöner aussicht aufs limmattal. wir endeten mit müden beinen und sehr, sehr durstig in neuenhof, es war halt auch ein heisser tag.



* die gartenmöbel brauchen ein wenig pflege: die gartenstühle sind geölt, ein tisch hat eine neue farbe bekommen und die gartenbank einen komplett frischen anstrich und neue schrauben.

* weil ich einen sessel für die werkstatt in zürich abholen musste, bummelte ich mit kai nach einem leckeren mittagessen im gartenhof durch zürich und kaufte mir auf kais anraten eine senfgelbe tunika.



* die tochter verabredete sich mit freundinnen zum basteln diy, zum schwimmen oder einfach nur so.

* wir fuhren alle gemeinsam nach basel um die aktuelle ausstellung im museum tinguely über rebecca horn zu sehen und waren von der leichtigkeit ihrer objekte ganz begeistert (was wir erst merkten, als wir unversehens in teile der daueraustellung von tinguely landeten - was für thematisch und materiell gesehen schwere objekte der auch immer geschaffen hat!)


* wir verbrachten den ersten august zuerst mit hausarbeit und dann mit ausgiebigem faulenzen

* wir gingen ab und zu auch in der limmat schwimmen und statteten der werkstatt einen besuch ab. sie steht noch und ab morgen werde ich dort wieder zuerst aufräumen und dann die restlichen arbeiten für die neue webseite erledigen, vor allem fotos müssen noch gemacht werden, aber auch beispiele für die kinderkurse muss ich noch filzen...

* wir verabschiedeten die tochter in richtung holländischem wattenmeer, wo sie eine woche mit einer jugendgruppe segeln und sein wird.

* wir unternahmen mit dem mittleren sohn einen ausflug zum attisholz-areal bei solothurn, aber davon habe ich so viele schöne fotos, dass es einen eigenen blogbeitrag wert ist.

(und nun stellt sich hier die frage, ob ich ab morgen wieder tagebuchbloggen soll.
soll ich?
was meint das werte publikum?)

Freitag, 2. August 2019

12tel-blick - feiertagsruhe



seit dem 10. juli war ich nicht mehr in der werkstatt. deshalb kam ich auch nicht an meinem 12tel-blick-motiv vorbei und konnte kein foto machen. und wegen ferienfaulheit und diversen unternehmungen habe ich es verpasst rechtzeitig extra hinzufahren und muss jetzt, da bereits der 2. des folgemonats ist, meinen blick hinterherliefern.
der dürfte aber indessen am mittwochnachmittag auch nicht sehr viel anders ausgesehen haben, denn die fein säuberlich aufgereihten bagger zeigen es: feiertagsruhe. alles fein gemacht, auch auf der baustelle, für den bundesfeiertag am 1.august (und das sich dadurch ergebende verlängerte wochenende) nur das wetter ist weniger schön, heute durchwachsen mit regen und nicht mehr so heiss.
der wasserstand im fluss ist niedriger geworden, man sieht das streichwehr aus dem wasser ragen.
auf der baustelle ist es vorangegangen, in der mitte sieht man das entstehende kellergeschoss, auf der linken seite ist wieder ein geschoss dazugekommen.


allmählich verschwinden die häuser und auch auf den kurplatz kann man nicht mehr schauen.


gegenschuss über den kurplatz hinweg - der blick auf die ennetbadener rebberge verschwindet dann auch.


 das kirchlein steht noch, heute wäre ich gerne mal dort hinüber gegangen um von dort zu schauen, aber leider kommt man als fussgänger da momentan nicht durch. (irgendwo muss aber ein durchgang sein, nachdem ich mir die gesamtansicht nochmal angesehen habe, nehme ich an, dass man von oben entlang des orangen bauzauns dorthin gelangen kann.)


 und hier noch der alles anderes als perfekte überblick:
(heute war die kamera auch noch auf ein anderes bildformat eingestellt...beim fotografieren habe ich mich zwar gefragt, warum die kräne nicht draufgehen, aber darauf wäre ich jetzt grade mal nicht gekommen, weil: kai stellt das nie um (er fotografiert nur 16:9, ich hingegen 4:3) und wenn ... dann hätte er das sicher zurückgestellt...)


die anderen 12tel-blickerinnen findet ihr wie immer bei eva, da gibts viel mehr grün als bei mir!

Sonntag, 21. Juli 2019

ferien schon fast wieder rum - tag sieben bis neun.

zwei volle ferientage am lario bleiben uns, unbedingt wollen wir noch eine schiffahrt über den see machen. der seearm von lecco ist mit seiner schiffahrt nicht so gut an den restlichen see angebunden, aber nach bellagio bringt uns ein kleines ausflugsschiff von abbadia lariana aus.


drei mal queren wir den see, dann geht es um die spitze bei bellagio und uns wird klar, dass wir uns mitten ins touristenuniversum katapultiert haben.


schön ist dieses fleckchen erde, aber das haben auch schon ganz viele andere entdeckt. wir flanieren durch die engen gässchen und schauen läden an und da es bald schon mittag ist, suchen wir uns ein restaurant mit schöner terrasse.


und wieder teilen wir uns das antipasto del lario - wieder mit frischem und geräuchertem fisch aus dem comer see, aber doch ganz anders als beim letzten mal. zum hauptgang nehmen wir verschiedene primi piatti, risotto mit seefisch, ravioli mit steinpilzen und ravioli mit salbeibutter.

nach dem essen spazieren wir weiter, wieder hinunter zum see, dann der promenade entlang und bis zu den gärten der villa melzi. für die anlage bezahlt man eintritt, es lohnt sich aber sehr, dem englischen landschaftsgarten entlang des seeufers zu folgen. er erstreckt sich bis zur anlegestelle loppi und man kann ihn dort auch verlassen.

toller fotospot. mussten wir auch nicht selbst herausfinden.
eine palme. und was für eine grosse.
ich mag ja einblicke in künstlerateliers sehr. hier wird offensichtlich nicht nur alleine gewerkelt. das ist sicher sehr schön im ambiente des gartens am see.
die villa melzi selbst ist nicht zugänglich, aber ich fand die ansammlung der kamine so hübsch.
 was wir auch tun und nach einem kurzen weg der strasse entlang zu einem öffentlichen strand gelangen. es ist wieder heiss und ein bad im see einfach eine gute idee.
den rückweg nehmen wir natürlich wieder durch die gärten, mit dem ticket kann man den ganzen tag hinein und hinaus, wie man möchte.

wieder zurück in bellagio reicht es gerade noch für ein eis, den einkauf der üblichen pastiglie di leone als reiseandenken und schon stellen wir uns an der anlegestelle an für einen guten platz auf der rückfahrt.


 wieder zurück in abbadia können wir nichts mehr zum abendessen einkaufen - ist aber auch nicht schlimm, denn im parco della chiesa rotta gibt es so leckere pizzen und noch ein bisschen seeleben der eher ruhigen art zu geniessen.

***

der letzte ferientag ist ausnahmsweise ein samstag, erst sonntag werden wir zurückfahren.
da wir am letzten wochenende gelernt haben, dass an wochenenden die strände voll mit tagestouristen sind, haben wir uns eine wanderung zum wasserfall oberhalb unserer ferienwohnung vorgenommen. am schild zu "cascata cenghen" sind wir ja schon oft vorbeigekommen, also wollen wir mal nachschauen, was sich dahinter verbirgt.

da freut sich der wanderer. ist also egal wo lang?
vom sentiero del viandante zweigt ein weg den berg hinauf ab und es geht beinahe gleich von anfang an steil bergauf und immer und immer noch weiter. zwischendurch gelangen wir auf ein plateau, man kann hier die beine mal ein bisschen ausruhen, aber fast sofort geht es wieder steil, steil hinauf.

aussicht! (am weg zum wasserfall wurde unter anderem kritisiert, es gebe keine aussichtspunkte. fanden wir nicht.)
 von allen seiten münden pfade in unseren weg, immer mehr menschen begegnen uns, die tagestouristen liegen also auch nicht nur faul am strand, sondern wandern auch gerne mal.


als wir endlich die cascata erreichen (3,5 km, von 240m auf 650müM) herrscht dort eine fröhliche stimmung. alt und jung macht sich einen spass draus, im eiskalten wasser zu baden und ein paar mutige stellen sich sogar unter den wasserfall.

wir haben das baden der tochter überlassen, weil es schon rund um den wasserfall recht kühl war.
 wir steigen nach einem längeren aufenthalt wieder ein stück entlang des torrente ab, queren diesen dann und verlassen so den offiziellen weg.

der wasserfall von weiter unten.
wieder einmal ist uns die tschechische wanderapp "mapy.ch" ein zuverlässiger wegweiser für eine variante. super auch, dass man den weg hier auch gleich tracken kann und so neue wandervorschläge generiert werden. noch einmal geniessen wir einen schönen ausblick, aber für eine längere rast ausserhalb des waldes ist es zu heiss. den wald hinunter folgen wir einem weiteren sehr, sehr steilen pfad, der komplett mit steinen gepflastert ist. nicht die bequemste art zu wandern, aber insgesamt schöner als der offizielle, teils sehr ausgetretene pfad. eine rast machen wir an einer kleinen quelle und sind dann schon fast wieder zurück auf dem sentiero, bei unserem parkplatz und nach einem kleinen umweg über den über mittag geschlossenen lebensmittelladen (ich hätte wetten können, dass der es auf die über-mittag-wanderer abgesehen hat) auch an der ferienwohnung.

ziehen sie bitte mal vom höhenprofil 50 bis 70 meter ab. beim anfangspunkt war ich zu ungeduldig um zu warten bis der tracker den richtigen punkt gefunden hatte und am ende der wanderung hat er uns wohl am oberen rand des wasserfalls gefunden. da waren wir aber nicht. dafür dürfen sie auch noch ein bisschen was von der wanderzeit abziehen, in den pausen hab ich den tracker nicht abgestellt und dann auch noch geduscht, bevor ich daran gedacht habe.
 spätes mittagessen mit ALLEN resten. morgen werden wir vor der heimreise in der bar frühstücken müssen. anschliessend ein bisschen pause, dann packen.

für den abend haben wir noch einmal im "il vicolo" reserviert, wobei wir diesmal bei der auswahl der gerichte kein so ganz glückliches händchen haben und zwar leckere, aber auch ganz unitalienisch grosse fleischgerichte serviert bekommen. wir sitzen wieder sehr, sehr schön, diesmal in einem vollbesetzten innenhof und lassen es uns gut gehen.

in der ferienwohnung geniessen wir noch ein wenig den privaten innenhof und verabreden uns für den donnerstag auf einen besuch im glarnerland! super, wir freuen uns und fahren schon fast ein bisschen gerner nach hause. 

***

für die heimreise haben wir den wecker auf halb acht gestellt um noch vor der grossen hitze alle sachen wieder im auto und die fahrräder auf dem auto verstaut zu haben. in einer art pendelverkehr tragen wir dazu erstmal alles an den letzten anfahrbaren ort, wo kai das verstauen im auto übernommen hat. während die tochter und kai die velos aufs dach montieren kontrolliere ich nochmal alle zimmer, bringe alles die wohnung ein wenig in ordnung und wecke den gastgeber, um die geräumte wohnung zu übergeben. das passt dann gerade so mit dem fertig gepackten auto zusammen. um halb zehn können wir starten, wollen aber zuerst noch ein paar italienische spezialiäten einkaufen.

dann folgen wir der uferstrasse in richtung norden. in allen ortschaften ist schon richtig viel los und die suche nach einer bar fürs frühstück gestaltet sich schwierig. erst abseits des sees, schon auf dem weg in richtung chiavenna finden wir eine bar - und viel wichtiger: einen parkplatz für das überhohe auto (im schatten!). frühstück um halb zwölf, weiter richtung malojapass, kurz unterhalb des passes machen wir dann auch schon mittagsrast und verweilen uns ein wenig am bergbach, der von maloja herunter kommt.
weiter geht es ohne grössere rast über maloja, julier, thusis und dann die autobahn entlang, die verkehrsnachrichten bringen die üblichen staus am gotthardtunnel, heute im süden und norden, wir werden auch noch ein wenig aufgehalten, aber irgendwann nach sechs sind wir dann auch zuhause.

Freitag, 19. Juli 2019

mitten in den ferien - tag vier, fünf, sechs

nach zwei eher umtriebigen tagen beschlossen wir am dienstag einen badetag einzulegen. auch wenn wir von unserer unterkunft etwa eine viertelstunde bis 20 minuten hinunter zum see laufen müssen sind wir ja auch zum baden an den comersee gefahren.
vorher gab es gemütlich frühstück, wir haben einen laden, der das nötigste anbietet auf etwa gleicher höhe entlang des wanderwegs gefunden, so dass wir frische brötchen holen konnten. frühstück glücklicherweise wieder im innenhof, was immerhin schon mal schöner ist als drinnen.
wir packten also unsere badesachen und brachen auf einem neuen weg an den see auf. der normale und etwas nähere weg führt zuerst ein stück des wanderwegs richtung norden, dann direkt hinunter in den ort und an den see. anstattdessen folgten wir nun dem wanderweg nach süden, um entlang der bergflanke auf verschiedenen strasse an den see zu gelangen.
am öffentlichen strand (in abbadia lariana gibt es kein strandbad) fanden wir ein schattiges plätzchen, zogen uns um und die tochter und ich gingen schwimmen. und weil wir sowieso nichts anderes vorhatten schwammen wir einen knappen halben kilometer das ufer entlang und erkundenen so beinahe den äussersten punkt der ausdehnung des orts. nach einer kleinen pause ging es zurück - bei nahezu jedem ein- und ausstieg bedauerten wir, dass wir unsere badeschuhe zuhause vergessen hatten.


nach unserer rückkehr stieg dann auch noch kai kurz in den see, wir sassen noch ein wenig lesend im halbschatten, dann spazierten wir noch einmal die geschwommene strecke ab (auch um ihre länge zu messen) und kehrten auf verschlungenen wegen wieder zur ferienwohnung zurück. den berg hinauf in der mittagshitze. immerhin lohnte sich dann die dusche nach dem seeschwimmen, wir improvisierten aus resten eine mittagsmahlzeit und verbrachten den nachmittag lesend und schlafend.

für den abend hatten wir uns ein restaurant im ort ausgesucht, das uns schon am ersten tag (da waren wir nämlich am abend noch am see pizza essen, habe ich aber zu schreiben vergessen) mit seiner karte mit verschiedenen fischgerichten aus dem see aufgefallen war. am ersten tag hatten wir gezögert, weil es drinnen keine gäste hatte, was uns jetzt nicht mehr wunderte, als der kellner uns auf eine schöne schattige pflanzenbewachsene terrasse im inneren des hauses führte.
zur vorspeise teilten wir uns einen teller mit verschiedenen fischspezialitäten aus dem see, einem fischfilet mit pesto, winzigkleinen fischchen, gebraten und mit zwiebeln sauer eingelegt und einem etwas grösseren geräucherten fisch auf polenta mit buchweizen.
zum hauptgang assen kai und ich das grillierte weissfischfilet, die tochter tendierte mehr zum meer und wählte ein schwertfischsteak, ebenfalls gegrillt. alles sehr lecker und in sehr entspannter und aufmerksamer atmosphäre. danach: zweiter aufstieg zur ferienwohnung am wanderweg.
ein ruhetag - und trotzdem über 10`000 schritte gelaufen.

eines stand jedenfalls nach den bisherigen ferientagen fest: die mitgebrachten fahrräder werden, so schade das auch ist, wohl in ihrem schuppen bleiben. für den weg an den see machen sie keinen sinn, denn der ist weitgehend so holperig und steil, dass man nicht einmal den weg hinunter geniessen könnte. hinauf müsste man sie den grössten teil wohl schieben. und längere ausflüge mit dem rad haben wir an dem tag gestrichen, an dem wir gesehen haben, dass die strasse, die südlich aus dem ort herausführt ohne vorwarnung für radfahrer und ohne alternativen radstreifen oder radweg in die vierspurige umgehungsstrasse mündet. dazu hin herrscht auf der schmalen strasse auch unter der woche dichter verkehr mit reichlich lastwagen, es wird halsbrecherisch überholt.

am mittwoch wollten wir das schwimmerlebnis auf den frühen morgen verlegen - so richtig früh ist es dann aber wegen aufstehen und kleiner wanderung zum see doch nicht geworden. immerhin waren wir diesmal so schlau uns bereits zuhause die badekleider anzuziehen. um kurz nach acht stationierten dann doch schon die ersten sonnenanbeter ihre liegestühle am steinstrand, aber wir genossen das frühmorgendlich wenig bewegte und noch sehr saubere wasser am see.
und anschliessend das typisch italienische frühstück mit capuccino, cioccolata calda und dolci in der campingplatz-bar.
danach blieb noch ein bisschen zeit zur erkundung des orts, man kann an der hauptstrasse lebensmittel einkaufen und brot, das reicht ja dann auch. ausserdem erkundeten wir schon mal den weg zu unserem nachmittagsprogramm.

die region um den comersee war früher einmal ein wichtiges zentrum der italienischen seidenindustrie, hier wurden vor etwa 200 jahren bereits "industriell" seidenraupen gezüchtet, um die feinen seidenfäden von ihren kokons zu gewinnen, sowie seide gesponnen. das wasser aus den bergbächen, die in den lario münden wurde genutzt um maschinen und später auch turbinen in den fabriken zu betreiben.


was genau in der von uns besichtigten fabrik der familie monti bis in die 30er jahre des zwanzigsten jahrhunderts an arbeiten alles erledigt wurde konnte zwar unsere recht ahnungslose führerin nicht erklären, aber zumindest scheint man dort seidenraupen gezüchtet, den seidenfaden von den kokons abgehaspelt, eventuell versponnen und dann auf stränge gewickelt zu haben.





am beeindruckendsten (und der grund, warum wir dieses verhältnismässig kleine museum besichtigt haben) war die nach einer restauration wieder funktionierende und sich über mehrere etagen erstreckende maschine zum wickeln der seidenstränge.








funktionsfähig ist die maschine insofern, als sie sich bewegt und man die kraftübertragung von einem senkrecht stehenden getriebe auf die einzelnen rundherum angeordneten teile bestaunen kann, aber eben nicht so weit, dass hier seide gewickelt wird. deshalb blieb uns der vorgang auch eher ein bisschen schleierhaft.



neben der laufenden maschine gibt es noch eine weitere, die sich in einem sehr viel schlechteren zustand befindet, sich aber auf den fotos noch ein wenig irrsinniger ausnimmt. spontan mussten wir an die maschinen tinguelys denken.


schade fand ich es um die vertane chance, die industriegeschichte der region  zu zeigen. keine ahnung wer diese maschinen gebaut hat, ob sie jeweils eigene konstruktionen waren oder auch in anderen fabriken zur anwendung kamen. ganz abgesehen davon wie mit ihnen gearbeitet wurde, wer  die leere spulen ausgewechselt hat und was die arbeit in den fabriken für die menschen am see bedeutete. (und mir fielen sicher noch ein paar fragen ein, die ich gerne beantwortet hätte.)

abendessen nach einkauf im supermarkt einen ort weiter (mit dem auto...) im innenhof der ferienwohnung.

***

einer der pläne für den aufenthalt am comer see war der besuch comos. dafür hatte ich auch extra ein bisschen nach sehenswürdigkeiten recherchiert und mir den dom, eine weitere kirche (san fedele), das funicolario hinauf nach brunate und den leuchtturm auf dem berg, der nach alessandro volta, dem berühmten sohn der stadt, benannt ist, ausgeguckt. ausserdem wollten wir in der stadt uns um geburtstagsgeschenke für den grossen sohn kümmern.
weil wir nicht richtig früh aus dem bett kamen, dann gemütlich frühstückten, eine stunde anfahrt ein wenig unterschätzt hatten und beim ersten versuch anstatt auf einem parkplatz auf der uferstrasse richtung bellagio ohne umkehrmöglichkeit landeten kamen wir so richtig erst um die mittagszeit in como an.
quasi der unsinnigsten zeit um eine italienische stadt im sommer zu besuchen. der erste haushaltswaren schloss gerade, aber wenigstens den dom konnten wir über mittag anschauen. was im reiseführer als gelungene verbindung verschiedenster baustile beschrieben war wirkte auf uns als relativ willkürliches krüsimüsi an dem einfach vier bis fünf jahrhunderte herumgebaut worden war. dass sich in dieser zeit der stil der zeit mal ändert, wundert nicht. und immerhin waren die comer wohl gute recyclisten, da wurde dann auch mal eine zarte renaissancemadonna mit einem barock-pompösen altar umgeben.


richtig schön: die kuppel des querschiffs, die auf wunsch der comer mit mehr fenstern ausgestattet wurde.

nach dem dom wurde es ein wenig chaotisch - die fahrt nach brunate hinauf und die besichtigung des leuchtturms verlegten wir auf den abend, um dann auch auf dem berg zu abend essen zu können.

überall finden sich hinweise auf die bedeutung der seidenherstellung am comer see (seta = seide)
also vertrieben wir uns noch ein bisschen zeit in der stadt, assen ein eis, schauten uns verschiedene läden an, tranken kaffee, kauften die geschenke ein, lieferten die einkäufe im parkhaus ab, spazierten wieder zurück, schauten noch kurz in san fedele hinein um festzustellen, dass die kirche wirklich einen speziellen grundriss hat, kamen noch bis zu den arkaden am dom und dort erwischte uns das herrlichste gewitter.



die nächste halbe stunde sahen wir uns den dom von aussen im regen an. es regnete, blitzte, donnerte, dann liess es mal nach, dann regnete es wieder, hagelte mal kurz, dann wieder pause. in einer regenpause machten wir noch einen versuch zum funicolare zu kommen, wurden an der seepromenade aber wieder vom regen überrascht und kehrten um und begruben unsere weiteren pläne.

wegen planänderung blieb noch zeit um die ornamente an der tür des doms zu fotografieren

auch aussen am dom: friede, liebe und fürsorge sind die perfekte einheit.
bis wir am parkhaus waren hatte es natürlich vollständig aufgehört zu regnen, aber mittlerweile war es auch einfach zu spät geworden, um bergfahrt, leuchtturm, abendessen und talfahrt noch unterzubringen.

auf dem rückweg blieb deshalb noch zeit für einen stop an einer trödelsensation, die wir bereits auf dem hinweg entdeckt hatten.


das tor zu einem riesigen trödelreich. in endlosen regalen, nur teilweise unter dach, viel mehr aber noch einfach im freien, lagern trödelschätze und plunder.


 vom ausgestopften fasan über ein paradies voller lampen...


... und rätselhaften objekten, dazwischen geschirr und gerümpel, schuhe und bilder, nähmaschinen und heizöfen.


und einem eigenwilligen herrscher über all das.
die tochter hatte einen spiegel gefunden, den sie gerne habe wollte, ich eine espressotasse, mehr als erinnerung an diesen merkwürdigen ort. wir fragten nach dem preis, die tasse sollte ein "regalo", ein geschenk also, sein, für den spiegel wurde uns ein preis genannt, der die finanziellen möglichkeiten der tochter einfach überstieg und obendrein recht stolz war. der verhandlungsrahmen wurde genannt, aber auch der lag ausserhalb des möglichen. wir erklärten und wurden beinahe vom platz gejagt, da wir den spiegel nicht zum genannten preis kaufen wollten, obendrein wurde mir die tasse unter beschimpfungen aus der hand gerissen.
da will also jemand wohl keine geschäfte machen... einen genannten preis für die tasse hätten wir vielleicht akzeptiert, schenken hätte man sie ja immer noch können, wenn der handel mit dem spiegel zustande gekommen wäre, so aber bleibt der eindruck eines ein wenig verrückten, der dinge auf seinem grundstück hortet und drauf sitzt. oder sitzen bleibt.

abendessen aus resten im innenhof der ferienwohnung nach erfolgloser suche nach einem restaurant auf der rückfahrt.