Montag, 27. Januar 2025

januar 2025

was für ein monat - schriebe ich hier, wenn ich das nicht schon die letzten monate geschrieben oder durchblicken hätte lassen. ach was, es steht ja schon da und es gilt auch für den januar des neuen jahres: von allem zu viel. 

glücklicherweise halte ich ja ziemlich zuverlässig schöne augenblicke in bildern fest und beim durchsehen habe ich bemerkt, dass da ja noch ein spaziergang war, ganz am anfang des monats, noch in unseren weihnachtsferien. mit dem zug sind wir nach zürich gefahren und ich habe mir einen rucksack gekauft, einen in dem ich das arbeitslaptop transportieren kann, der schön aussieht und auch ein bisschen bunt ist, wegen lebensfreude und so. den rucksackkauf hakten wir zuerst ab, dann gings weiter zur stadtgärtnerei in die gewächshäuser. immer ein schöner ort im winter, wenn es draussen so wenig grün ist.

weiter ging es über den friedhof sihlfeld (wir staunten zum zweiten mal über die möglichkeit, sich in historischen grabmälern begraben zu lassen), die fritschiwiese, die winterlich wenig belebt war, die strassen um den idaplatz zum lochergut, wo wir endlich ein offenes café fanden.

wir überquerten nochmal die badener strasse und liessen uns in richtung bahnhof wiedikon treiben, kamen dabei an einer aufhellung des städtischen wintergraus vorbei.



 
paste-up-kunst an der ankerstrasse. 

an der ankerstrasse fand ich auch die queerfeminstische buchhandlung wieder, die ich seit einem spaziergang im sommer suchte, es gibt sie schon ganz lange und sie heisst paranoia-city. an der haltestelle werd stiegen wir in die strassenbahn und liessen uns richtung stadt schaukeln - zuerst zum apéro unterhalb der urania-sternwarte (statt cocktails nächstes mal lieber wieder weisswein - aber wir hatten einen gutschein, waren gerade ein bisschen wagemutig und die namen der cocktails in der jules-verne-bar sind auch ziemlich spannend). und dann weiter zum muschelessen ins café des amis. wie immer lecker - wird aber wohl das einzige muschelessen in dieser saison gewesen sein. 

nach dem ersten januarwochenende startete ich in eine drei-wochen-ohne wochenende-arbeitsphase. an die arbeitswoche kann ich mich kaum mehr erinnern, am wochenende hatte ich zwei filzschülerinnen in der werkstatt (ich berichtete - weil gerade der zwölfte war). auch die arbeitswoche danach ist mir nicht mehr im detail erinnerlich, es gab hier wie dort genug zu tun und dann war auch schon das wochenende der vorstandsretraite da.

am samstagnachmittag war lange vorstandssitzung mit budgetberatung (sehr entspannt im vergleich zum letzten jahr) und vorbereitung für die generalversammlung, und nach dem abendessen ging es mit filzen weiter - total schön von einer vorstandskollegin vorbereitet, aber ich hatte nicht mal mehr den nerv zum fotografieren der von ihr selbst entwickelten blüten... das hübsche zimmer sah ich nur kurz zum schlafen von innen, eigentlich echte verschwendung.

am anderen tag ging es mit der zukunftswerkstatt weiter - das halten wir jetzt schon zum dritten mal so, dass wir uns einen tag nehmen, um einen themenbereich der vereinsarbeit genauer anzuschauen. dieses mal wollte es nicht so recht laufen, aber immerhin sind uns ein paar grundsätzliche dinge klarer geworden - zumindest war das das feedback der anderen vorstandsfrauen. ich war einfach nur ziemlich kaputt, raffte mich aber tags drauf gleich dazu auf, die ergebnisse in einem fotoprotokoll festzuhalten und zusätzlich zu verschriftlichen. 

die restliche arbeitswoche lief dann auch nicht so toll - aber ich habe endlich mal wieder gefilzt. 

finken, grösse 45, auf bestellung und noch nicht ganz fertig. farbe flaschengrün, allerdings im neonlicht.
damit endete dann die arbeitsdurststrecke am freitagabend.

endlich wochenende.
am samstagabend waren wir dann vermutlich für lange zeit das letzte mal (ich erkläre mal bei gelegenheit warum) mit der tochter zum frühstücken im café in waldshut, anschliessend auf dem wochenmarkt (ich mag es so sehr, dass wir da jetzt die marktleute ein bisschen kennen) und dann noch in einem neuen supermarkt, weil unser altvertrauter edeka ende des vergangenen jahrs geschlossen hat. der neue ist neuer, besser, grösser und schöner, aber halt leider ein bisschen weniger praktisch gelegen.
zuhause gab es kaffee und süsse stückle, danach ging ich in den garten und befreite die wiese von blättern. ein riesiger haufen kam da zusammen und ich konnte meinen gedanken zur doofen arbeitswoche nachhängen. kai kämpfte derweil den ewigen kampf mit dem ewigen efeu, es wird nur kurz weniger, wenn man nicht hinschaut, wächst es gleich doppelt so dicht und hoch wieder nach. kurze pause, dann ging es weiter zum letzten tag des bagno popolare im bad zum raben. 

es gab risotto, bar, visuals an der wand und natürlich die letzte ausstellung der residenzen unter der ägide des bagno popolare.
 
 
 
irgendwie hatten die residencies alle was mit anderen verlorenen bädern in südeuropa zu tun - wir haben sie sämtlich verpasst. und waren auch schon lange nicht mehr thermalbaden. 

 
 
demnächst wird nun umgebaut, ein paar veranstaltungen laufen noch, genossenschafter*innen werden auch weiterhin ab und zu baden können, aber so ganz klar scheint mir das schicksal der historischen bäder noch nicht zu sein. vermutlich werden wir aber auf dem laufenden bleiben, der älteste sohn ist dort auch irgendwie engagiert. 
 

wir verzichteten auf risotto und getränke - es zog uns nach hause zu unserem eigenen festmahl. auf dem markt hatten wir reh gekauft, dazu gab es rosmarinkartoffeln und frischen feldsalat. 

und das wochenende gab weiterhin alles, um mich zu erholen. auch am sonntag war es sonnig und richtig warm für die jahreszeit (laub gerecht hatte ich im t-shirt) und wir haben einen spaziergang über den brugger berg gemacht. 

für den weg hinauf zum alpenzeiger wählten wir einen etwas weniger begangenen weg (den kegelbahnweg?)

aber drei gämsen sahen wir dann direkt neben der grossen waldautobahn. die liessen sich von den spaziergänger*innen kaum stören, sondern frassen ganz unfotogen weiter vor sich hin.

vor dem abstieg noch das brugger stadtwappen auf einem grenzstein fotografiert - und schön ausgelüftet zu kaffee und kuchen nach hause gefahren. 

ärgerlich war nur, dass meine neue hybrid-uhr ohne vorwarnung keinen strom mehr und deshalb nur den kleinsten teil der strecke aufgezeichnet hatte. so ganz überzeugt bin ich  - ausser optisch - noch nicht von meinem umstieg vom chinesischen billiganbieter auf den im schaffhausischen domizilierten eigentlich aber amerikanischen major-player in dem geschäft. ich kann es kaum glauben, dass es quasi keine anzeige des ladezustands gibt, ausser voll und halbvoll, wobei letzteres dann aber quasi heisst, dass man dringend aufladen sollte, weil keine prozentanzeige und keine weitere anzeigestufe auf dem weg zu ganz leer und ausser funktion. in der app kann man den ladezustand schon gleich gar nicht auslesen und auf der uhr selbst ist das symbol echt mini und sehr schlecht zu deuten. akkulaufzeit wäre dann auch nicht die angegebenen bis zu fünf tage, sondern eher 50 stunden - wobei ich noch keine sportliche aktivität getrackt hatte in den zwei tagen. kann man das reklamieren? oder ist die ladeanzeige bewusst so gestaltet, dass man eh immer lädt bevor die fünf tage um sind? 

falls jemand wissen will, wie es der amaryllis geht - sie ist seit dem 12. doch ganz schön in die höhe gegangen - ich vermute, sie wird weiss blühen. und sie bekommt eine zweite blüte. ich muss immer an frau gugus denken, die mir mal erklärt hat, wie man die amaryllis ein zweites mal zum blühen bringt und nach vielen versuchen ist es mit endlich gelungen. (hinüberwink - leider nicht mehr zum blog...)

und noch etwas ist gewaltig gewachsen - meine häkeldecke!nach 100 runden sieht sie jetzt so aus.


 offiziell folgen noch 13 weitere runden - und dann gibt es noch die möglichkeit sophies universe mit zusätzlichen quadraten und weiteren reihen zu erweitern. oder einfach noch 9 reihen nach einem anderen muster anzuschliessen. ich werde jetzt erstmal die nächsten 13 reihen häkeln, dafür ist auf jeden fall noch genügend wolle da. danach kann ich dann abschätzen, wie viel zusätzliche reihen es noch geben kann. es sei denn es gibt vielleicht noch irgendwo reste von der wolle... 

anfang des monats hatte mich antetanni ganz lieb zu ihrem bingo eingeladen und ich hatte eigentlich auch grosse lust dabeizusein. ich habe mich schlussendlich aber dann doch dagegen entschieden und möchte mich mit einem eigenen bingofeld revanchieren:

sie können sich das gerne mitnehmen. und damit dann einfach nichts tun. es wird hier im blog keine gelegenheit geben, ihre erfolge zu posten, zu keiner zeit, deshalb gibt es auch absolut keine deadline. sie haben also alle zeit der welt, kein bingo zu erzielen. 

sorry an alle, die das jetzt als affront missverstehen wollen - es ist wirklich als spass gemeint. ich nehme regelmässig selbst gerne an blogaktionen teil und schätze es sehr, dass sich auf diesem weg die verbliebene bloggerinnengemeinde vernetzt und ihren spass hat. ich danke allen, die solche aktionen initiieren und hosten und damit eine welt des teilens und miteinanders abseits der grossen social-media-plattformen schaffen.
mich juckte es nur gerade im hirn und dann in den fingern und ich hoffe, sie haben spass an meinem bingo, das sie daran erinnern könnte, dass auch mal nichtstun erlaubt sein muss. 

in diesem sinne schliesse ich den monatsrückblick für den monat januar hier ab und vertraue darauf, dass ich diese woche kaum mehr zum nichtstun kommen werde.

Montag, 13. Januar 2025

12 von 12 im januar 2025

ein sonntag. ein arbeitstag. gestern hat bereits der erste tag des filzbaukastenmoduls "was ist filz?" in meiner werkstatt stattgefunden, heute geht es weiter.
 

deshalb stehen wir relativ früh aus, aber immerhin ist es schon hell, der tag verspricht wieder sonnig zu werden, dabei ist es knackig kalt, ich werde vom schönen wetter nicht viel haben, nur dass ich nicht durch schnee und regen in die werkstatt fahren muss.

wir frühstücken gemütlich, kai war gestern auf dem markt und hat brötchen und wurst mitgebracht, käsemässig sind wir immer noch dabei, die vorräte von den festtagen aufzubrauchen.

und dann geht es auch schon los - die beiden schon ein wenig erfahrenen filzschülerinnen dürfen vorfilze machen.

sieht schon ziemlich gut aus.

natürlich gibt es auch zwischendurch wieder ein paar brocken theorie - die stapelt sich dann am rand um vielleicht während der mittagspause noch mal angeschaut zu werden. 

über mittag fahre ich immer kurz nach hause - ich habe bereits von der werkstatt aus einen milchkaffee bestellt und kai hat mir vom markt eine schneckennudel mitgebracht. lecker!

ausserdem ist es hell genug, um meine amaryllis zu fotografieren. zum ersten mal habe ich es geschafft, einer zwiebel vom vorjahr den ansatz einer blüte zu entlocken. den topf hatte ich lange im garten vergessen, dann spät noch hereingeholt und in den dunklen keller geräumt, dann vor weihnacht eingepflanzt und dunkel gestellt und voila! gar nicht so schwer.

was mir kai auch noch mitgebracht hat: die bei mano erworbene kunstschachtel "kopfsprung" - ich freue mich und überlege schwer, wo ich sie am besten zeigen kann.

dann muss ich aber auch ganz schnell wieder zurück in die werkstatt - letzte runde, wir filzen wie die turkmeninnen. der nachmittag taucht alles in ein spannendes licht.

das ist die ausbeute nach zwei tagen basismodul 1 (plus natürlich einem gut mit ideen und theorie angefüllten kopf) - nun werden die beiden filzschülerinnen nach hause gehen und sich mit ihrer selbständigen arbeit beschäftigen. wir sehen uns dann im märz wieder zu "feine flächen, edle materialien". zwischendurch werden sie noch bei meiner kollegin etwas über oberflächengestaltung lernen.

zuhause war man auch fleissig. kai hat kürbisravioli gemacht, die tochter und die freundin sind am basteln und reisetagebuch gestalten.

es gibt sonntagssekt und ich bin komplett platt und kann nur noch aufs sofa und mich meiner häkelei widmen. zwei tage kurs nach einer ohnehin schon anstrengenden woche haben ihre spuren hinterlassen. 

dann gibts noch abendessen und ein bisschen fernsehen - und endlich darf ich ins bett. 

heute war es einfach, zwölf bilder zu machen - und ich habe so auch noch drangedacht, wieder einmal im kurs zu fotografieren. warum 12 bilder? natürlich weil ich die jetzt zu caro nach hamburg schicke, die seit vielen, vielen jahren diese blogaktion auf ihrem blog "draussen nur kännchen" hostet. danke dafür!
 

blick zurück: 

12 von 12 im januar 2023 

12 von 12 im januar 2022

12 von 12 im januar 2021

12 von 12 im januar 2020
12 von 12 im januar 2018
12 von 12 im januar 2017
12 von 12 im januar 2016
12 von 12 im januar 2015
12 von 12 im januar 2014
12 von 12 im januar 2009

Sonntag, 5. Januar 2025

#wmdedgt vom 5. januar 2025

immer am 5. des monats fragt frau brüllen ins internet hinein, was machst du eigentlich den ganzen tag, und ich bin heute eine von denen, die antwortet. 

letzter ferientag. wir bleiben wie fast jeden sonntag liegen, um auf byte fm die sendung von acht bis neun zu hören, heute die urban landmusik. ich mag ja persönlich noch lieber das kaleidoskop mit alice peters-burns ab neun, aber dafür ist heute keine zeit. kai steht gegen neun auf und ich folge ihm direkt ins bad, um zu duschen. über die ferien sind wir ein bisschen verlottert und ich weiss nicht so recht, ob ich in diesem jahr schon geduscht habe. 

während das frühstück noch in zubereitung ist, hole ich die kisten für den weihnachtsschmuck aus dem keller und beginne damit, den baum abzudekorieren. offiziell ist erst morgen entweihnachten, aber weil der 6. hier kein feiertag ist, müssen morgen wieder alle arbeiten (ok, die tochter arbeitet in der pflege sowieso oft genug auch an sonn- und feiertagen). mit einem zu sieben achtel abdekorierten weihnachtsbaum gibt es frühstück mit aufbackgipfeli und sauerteigbrot, sowie allen resten aus zwei wochen feiertagen. 

danach entschmücken die tochter und ich weiter den baum, kai spült ab, weil nach dem resteraclette gestern abend hatte dazu auch keiner mehr lust. zwischendurch fragen wir noch beim grossen sohn an, ob er und die freundin uns ins kunsthaus nach aarau begleiten wollen, aber die beiden haben dann doch andere pläne. deshalb (und weil sie keinen sauberen schwarzen rollkragenpulli hat) bleibt dann letztendlich auch die tochter zuhause und ich fahre allein mit kai nach aarau.

pflichtprogramm auf den letzten drücker: auswahl '24

- "Wenn Ende des Jahres jeweils die Auswahl gezeigt wird, gleicht das dem Öffnen einer Schatztruhe. Auf zwei Etagen lässt sich die Vielfalt, die Dynamik und das Potential der Aargauer Kunstschaffenden entdecken."

wir sehen eine live-performance, eine auf video, viele andere arbeiten, aber so richtig hängen bleibt wenig. das war auch schon anders und deshalb ist es uns wichtig, immer wieder an dieser regionalen schau neue künstlerische positionen zu entdecken. 


 das hier hatte das potential mich zu rühren. fesselnd fand ich die performance auf video. 

nach dem kunsthaus wollen wir kaffee und gehen dafür ein paar schritte in die tuchlaube, wo wir am sonntagnachmittag tatsächlich einen platz finden, womit wir nicht so recht gerechnet haben. danach dann zu fuss zurück zum auto, nach eisregen in der nacht ist es mild geworden und aller schnee weggeschmolzen.  

zuhause ein bisschen emsigkeiten: wäsche abhängen, sachen fürs abendessen zusammensuchen und dann ein glas sekt aufs wochenende. und wo wir gerade sowieso auf dem sofa sassen, stellen wir fest, dass wir auch gleich den film, den wir gestern begonnen hatten anzuschauen, zu ende schauen können. die letzten vierzig minuten von samirs «Die wundersame Verwandlung der Arbeiter­klasse in Ausländer» sehen wir ohne weitere diskussionsunterbrechungen an - es geht um das verhalten der offiziellen und weniger offiziellen schweiz zu ausländischen arbeitskräften vorwiegend aus dem süden und ist teilweise schon recht harter tobak. (ich darf ihnen als abonnentin den artikel dazu und hoffentlich auch den film schenken, leider können sie den film nur noch bis 7.1. sehen) 

später gemeinsames kochen, es gibt ein festmahl aus geschmälzten spätzle, rosenkohl und geschnetzeltem vom weideschwein. dann nur noch abspülen und jetzt versuche ich, hier den tag für sie zu rekonstruieren, um ihn später bei frau brüllen zu verlinken.

Dienstag, 31. Dezember 2024

jahresrückblick 2024

jahresrückblick, eine geliebte und gelebte tradition nicht nur in meinem blog. ausführlich berichtend oder vorherrschende gefühle resümierend, mit fragebogen oder im freitext, in zahlen, bildern, worten - auswahl gibt es genug, ich habe mich in diesem jahr sogar beinahe von einem der angebote zum gewerblichen bloggen einfangen lassen. da stand dann auch wieder nur das, was überall so kursiert, was war gut (seltener was war schlecht was lasse ich im vergehenden jahr zurück...), worauf bin ich stolz, was waren die herausforderungen (ach, da könnte man ja auch noch was unterbringen was nicht so gut gelaufen ist, ohne das böse wort schlecht der tastatur zuzumuten), welche lektionen, wofür dankbar und so weiter. 

(sie sehen, ich drücke mich hier gerade um den anfang von meinem jahresrückblick.) 

was ich bisher gemacht habe: bilder herausgesucht, für jeden monat eines. obwohl ich sicher bin, dass ich das jahr nicht nochmal monatsweise revue passieren lassen werde, weil es im blog ja ohnehin in diesem jahr meistens einen monatsrückblick gegeben hat. bei der bilderauswahl habe ich mich von zwei ideen leiten lassen. erstens wollte ich nur solche bilder zeigen, die bisher noch nicht im blog vorgekommen sind (kontrollieren sie das bitte nicht). und dann wollte ich irritierendes haben, weder sinn noch grund der auswahl sollten auf den ersten blick sichtbar sein. vielleicht sagen die bilder auch nur mir etwas. oder ihnen etwas ganz anderes als mir. 

irritation - weil irritiert sein das vorherrschende gefühl in 2025 war:  über die weltlage. über politische entwicklungen. über die unfähigkeit der menschen, fakten anzuerkennen und dann auch danach zu handeln. explizit: klimapolitik in klein und gross. über den wunsch der menschen nach einfachen (schein-)lösungen und eingängigen parolen. explizit: populismus und meist rechtsruck in vielen ländern und regionen, aber auch fehlende oder kontraproduktive klimapolitik. über politisches kasperltheater. explizit: deutschland in den letzten wochen. herrgott! warum kann man sich nicht angesichts so vieler drängender probleme in der welt und im eigenen land zusammensetzen und den ganzen scheiss gemeinsam aufdröseln anstatt in einem weiteren wahlkampf herumzugockeln. hier (in der schweiz) ist natürlich auch nicht alles besser, wie auch. mein persönliches irriationshighlight: der bundesrat beschliesst das urteil des egmr zugunsten der klimaseniorinnen zu ignorieren. und irritiert war ich nicht zuletzt auch über einige persönlichere dinge. 

in diesem sinne beginnen wir mit dem bilderreigen. und einigen dingen die mir in den einzelnen monaten wichtig waren.

der januar startet gemächlich. ich habe viel zeit, mich um vereinsdinge zu kümmern. an der vorstandsretraite wachse ich von jahr zu jahr. ich bin verblüfft, dass ich das kann.

im februar bekomme ich einen metallstift in meinen kiefer implantiert. medizinisches dominiert den monat, dazu muss ich mich um geld kümmern. nicht weil es fehlen würde, glücklicherweise, sondern weil es sinnvoll angelegt werden soll. entscheidungen treffen, kann man auch mal üben.

wir sind schweizer*innen. so lange haben wir auf den bescheid gewartet, nun geht die gute nachricht im märz beinahe unter. man staunt, wie schnell sich prioritäten verschieben.

den april füllen wir mit reichlich aufregenden terminen zu themen wie pensionsplanung, ehe- und erbvertrag, beruflicher standortbestimmung und wohnmöglichkeiten nach der familienphase. immerhin ist der monat so schnell rum  - als belohnung winken familienferien mit allen kindern.

dekonstruktion - rekonstruktion. themenmässig wuchert der garten im mai über vieles hinweg. und dann waren da auch noch die zackis. wie die schafe, bei deren schur ich dabei sein durfte, von ihrem besitzer liebevoll genannt werden. da ist mir beruflich etwas zugewachsen, was ich so nicht gesucht habe.

zuerst zurück in der werkstatt und dann an einem ort, an dem ich seit vielen jahren nicht war. im juni entdecken wir das bergell wieder, ein ort der uns gut tut, wie konnte ich so lange vergessen, wie schön es dort ist. schon wieder ein bild, das bei längerem betrachten mehr sinn bekommt.

man kann auch im juli mal zuhause bleiben, ein ruhiges leben zwischen werkstatt, wochenmarkt und garten führen und den sommer geniessen.

und dafür dann im august mehr ausflüge machen - unter anderem zur beeindruckendsten ausstellung in diesem jahr in den jura zu augustin rebetez maison totale.

der september zuhause war kurz, darum gab es auch keinen monatsrückblick im blog. dabei hatte die erste monatshälfte mit den europäischen denkmaltagen und zwei führungen in zürich, besuch und kurs in der werkstatt und dem ersten vorstellungsgespräch für den neuen job gar nicht mal so wenig zu bieten. in der zweiten monatshälfte ging es dann gen osten, ferien im erzgebirge und dann im isergebirge, ich berichtete.

der oktober hatte es in sich - von den letzten ferientagen über feiern, wandern und viel arbeit ging es recht fix bis zur perfekten halloween-verkleidung dank fahrradunfall.

einschneidenste veränderung im november: der antritt einer abhängigen beschäftigung. hätte ich es früher gewusst, hätte ich mir nicht auch noch das restliche jahr mit viel arbeit für die werkstatt zugepflastert. dabei bemerkt, dass ich halt doch in längeren zyklen plane, auch wenn sich kurse manchmal erst auf den letzten drücker füllen.

dementsprechend bin ich dann mit wehenden fahnen in die vorweihnachtszeit geschlittert. nicht alles ganz perfekt hinbekommen, ziemlich oft ziemlich am anschlag gewesen, aber auch immer wieder an meinen eigenen ratschlag erinnert: am 24. ist heilig abend, am 25. ist weihnachten, egal wie viel guetsle man gebacken hat oder wie schön die wohnung dekoriert ist.

nun habe ich noch ungefähr eine halbe stunde für das resümmee. der silvesterbesuch ist gestern schon eingetroffen, wir sind wie immer schon am vorletzten abend des jahres viel zu lange auf gewesen und haben die vertrautheit einer langjährigen freundschaft genossen. der silvestermorgen darf dementsprechend gemütlich starten. auch weil ich heute vormittag noch ein bisschen arbeiten muss, um anderen menschen das feiern zu ermöglichen (gehört zum neuen job).

abschliessend war mein 2024 vor allem eines: herausfordernd. aber vermutlich sind wir alle und werden wir auch weiterhin an den herausforderungen und irritationen wachsen. und das ist auch dann ja auch schon wieder ganz schön positiv. 

ihnen, liebe leser*innen sei an dieser stelle wie schon seit vielen jahren gedankt. schön, dass sie mir auch in diesem blogmässig eher mauen jahr die treue gehalten haben. leser*innenzahlen sind mir schon mal wichtiger gewesen, ihre kommentare in meinem blog aber immer noch das schönste, was sie mir schenken können. über eines habe ich mich heuer so richtig geärgert: ich bin nämlich nicht nur selbst zu wenig zum schreiben gekommen, sondern habe auch viel zu wenig bei ihnen, liebe blogkolleg*innen gelesen und kommentiert. 

Montag, 30. Dezember 2024

12tel-blick im dezember 2024

auf ein letztes bild bin ich heute bei temperaturen unter null zur baustelle geradelt. da ist natürlich zwischen den jahren nichts los und der bauzaun montiert. zum ersten mal so, dass ich wegen perspektive nicht durch die gitter hindurch fotografieren kann. 

viel getan hat sich auf der baustelle nicht mehr.

und irgendwie hab ich es auch gesehen. ein bisschen ist mir mein blick verleidet, weil ich halt schon immer draussen bleiben musste. da werde ich mal im nächsten jahr wieder besser aufpassen müssen - aber bisher habe ich auch noch keine idee, wo ich in 2025 hin blicken werde.


 wer mehr über meinen 12tel-blick wissen will, findet hier alle beiträge aus diesem jahr: 

12tel-blick im november 2024

12tel-blick im oktober 2024

12tel-blick im september 2024

12tel-blick im august 2024

12tel-blick im juli 2024

12tel-blick im juni 2024

12tel-blick im mai 2024

12tel-blick im april 2024

12tel-blick im märz 2024

12tel-blick im februar 2024

12tel-blick im januar 2024

 und drüben bei eva, wo sich die 12tel-blickerinnen versammeln, auch die philosophie hinter der blogaktion. 

Sonntag, 29. Dezember 2024

mein dezember

der dezember ist ja meist ein bisschen ein gedrängter monat, weil so richtig rechnet man mit ihm ja nur bis zu den festtagen - die altjahrwoche ist dann fast nur noch anhängsel und idealerweise ohne termine. 


in meinen dezember musste in diesem jahr noch mal mehr passen - denn einerseits gab es jahreszeitlich viel im neuen job zu tun (grittibänzbacken, weihnachtsbaumholen und -aufstellen, adventsfenster im quartierzentrum neben einführung einer neuen buchungssoftware bevor ich noch so richtig in die alte eingearbeitet bin) und auch noch einiges in der werkstatt zu erledigen (ein aufgeschobener auftrag und einige kurstermine) - andererseits war da ja auch noch die reise nach salzburg, von der ich schon berichtete. und wie immer im dezember wollte auch noch ein winterbrief für die filzszene, meinen verein, fertiggestellt werden. gefühlt eilte ich deshalb im advent stets von baustelle zu baustelle - besinnlich geht anders. 

hätte ich kein foto gemacht, hätte ich das lustige intermezzo mit der haselmaus deshalb beinahe vergessen. die war nämlich in einen unserer lichtschächte im keller gefallen oder vielleicht auch geklettert und musste befreit werden. das drahtgeflecht gehört übrigens nicht zu einer falle, sondern ist ein obstkorb, den mir mal eine liebe freundin geschenkt hat.

übrigens habe ich es dann auch noch zuhause zu zwei adventsmärkten geschafft - an einem freitag mit kai zum adventszauber in der unteren halde (anschliessend gingen wir muscheln essen) 

und zum winterwunterland (oder wie auch immer die ansammlung von glühweinbuden sich nennt) mit den kolleginnen vom neuen job. (bild ohne kolleginnen, dafür von der schönen beleuchtung am stadtturm).

ein kurzes duchatmen vor den feiertagen: ein besuch im kino, gesehen haben wir den neuen film von pedro almodovar "the room next door" mit tilda swinton. ein kammerspiel, so haben wir es auch empfunden, in dem es zwar vordergründig um das sterben geht, aber in den gesprächen halt auch so viel anderes angesprochen wird. dazu ein augenschmaus, wenn man es nicht als zu gestylt empfindet. 

ein technisches problem nach der schweiztypischen pause im film.

pünktlich zum vierten advent kam dann auch noch ein wenig schnee - rechtzeitig zugleich, um bis weihnachten wieder geschmolzen zu sein. 

kurz vor dem schnee traf meine mutter ein - abgeholt und herchauffiert vom mittleren enkelkind.

nun schon zum zweiten mal starteten die weihnachtsfeierlichkeiten bei uns mit dem weihnachtsfest in der wohn ateliergemeinschaft des grossen sohns. diesmal gab es sogar musikalische darbietungen von der hauseigenen band. 

tags drauf schmückten kai und die tochter den baum. 


erinnerungen an kater kasimir.

gelegenheit für lustige fotos für allerletzte weihnachtsgrüsse.

der baum in diesem jahr komplett nur mit licht und motivkugeln. und einer schleife auf einer seiner spitzen. 

die restlichen kinder trafen erst ein, als alles schon festlich geschmückt war - zum gemeinsamen abendessen und zur bescherung. schön war es, acht menschen am tisch zu haben! 

am ersten weihnachtstag kochten wir noch einmal festlich - mit veganer vorspeise und hauptgang, zu dem wahlweise auch fleisch gereicht wurde. 

und am zweiten weihnachtstag waren wir schon wieder unterwegs - zuerst zu familie des bruders meines vaters, hier wurden wir regional festlich bekocht mit schäufele, kartoffelsalat und nüsslisalat. am nachmittag ging es weiter in die alte heimat, wo wir meine mutter rechtzeitig vor den geplanten jahresendfeierlichkeiten ablieferten und den schwiegervater zum ersten mal im pflegeheim besuchten.

unterwegs: testturm in rottweil  

anderntags ging es wieder nach hause in die schweiz - nicht ohne einen abstecher zu kunst, in diesem jahr ins schauwerk nach sindelfingen, wo lichtkunst aus der sammlung ausgestellt war.

und in einem anderen teil junge künstler ihre ergebnisse aus studienaufenhalten am artlab zeigten. unter anderem eine licht- und klanginstallation, die wir alle drei zum interessantesten werk erkoren.

von den weihnachtstagen sind noch ein paar übrig, wir werden noch besuch über silvester haben und ich werde, wie schon an den weihnachtfeiertagen punktuell ein bisschen arbeiten. und natürlich mich um einen jahresrückblick bemühen.