Mittwoch, 17. März 2021

16. märz 2021 - kommunikation, misslungen und gelungen

 der tag startete mit einem seltsamen zahnrztbesuch. meine zahnärztin hatte mich zu einem kontrolltermin bestellt, weil bei der zahnreinigung in der vergangenen woche eine stelle am zahnfleisch stark entzündet gewesen war und bei der untersuchung extrem geblutet hatte. ich war, weil bisher immer ein ausführliches mundspülritual vor dem untersuch stattgefunden hatte, ein paar minuten früher dran, alleine das mundausspülen fand diesmal nicht statt. die untersuchung ergab, dass die entzündung abheile, aber noch besser werden solle. und da begann das kommunikationsdebakel: ich fragte, woran ich in zukunft erkennen könne, dass es eine schlimme entzündung gäbe, wenn ich keine schmerzen hätte und kein zahnfleischbluten. die ärztin darauf: sie haben zahnfleischbluten. ich: nein, beim putzen blutet nichts, auch wenn ich die betreffende stelle vehement bearbeite. die zahnärztin: sie haben aber zahnfleischbluten und eine entzündung. sie zeigt mir ihr diagnoseverfahren. das kennen sie, wenn sie schon mal beim zahnarzt waren, das mit dem sondieren im zahnfleisch direkt an den zähnen. sagen kann ich derweil nichts, gerne hätte ich ihr gesagt, dass ich nicht an ihrer diagnose zweifle, sondern an meinen fähigkeiten, die entzündung zu erkennen, wenn da nix blutet. anstattdessen redet sie sich in rage und schlägt beleidigt vor, dass man ja die behandlung unterlassen könne, wenn ich denke, dass da nichts sei. argumentativ wehren kann ich mich ohnehin nicht, also resigniere ich. das nächste missverständnis gibt es beim behandlungsvorschlag: während ich noch in der letzten misslungenen kommunikation festhänge, nennt sie den namen eine medikaments, das ich mir in der apotheke besorgen soll. ich muss nachfragen, weil ich nicht sicher bin, ob ich das richtig verstanden habe, wann, wie oft und wie lange ich die spüllösung verwenden soll. auch das wird mir wieder als misstrauen ausgelegt, und alternativ bekomme ich den vorschlag eines anderen medikaments. (hilfe, ich wollte mir den ersten namen merken!) die zahnärztin eilt aus dem zimmer, sie will mir die fachliteratur zu diesem speziellen medikament zeigen, das sie auch erst seit kurzem kennt. die ist aber nicht da, sondern zuhause. um das nicht weiter eskalieren zu lassen, erwähne ich nun, dass ich mich voll und ganz in ihre hände gebe, weil es ja schliesslich ihr fachgebiet sei, meine zähne, und erkläre, dass ich die fachliteratur ausdrücklich nicht zu studieren wünsche. am ende bin ich sicher, ich habe eine entzündung am zahnfleisch und möchte nicht zahnmedizin studieren. ich hätte mir das auch nicht als beruf ausgesucht. unsicher bin ich, ob meine zahnärztin ihren beruf so sehr liebt, dass sie mich missionieren will, oder ob sie vielleicht probleme mit ihrer berufswahl hat. aber auch das ist nicht so richtig mein problem. 

nachdem ich die passende spüllösung in der apotheke geholt habe, fahre ich in die werkstatt. glücklicherweise gibt es dort genügend ablenkung - aber auch mehrere versuche ergeben keine lösung des gestern schon erwähnten problems, es bleibt dabei, für quadratische filze kann ich die streifenlänge zuverlässig berechnen, für rechteckige gelingt mir das nicht. für die kommenden kurstage ab übermorgen räume ich auf und lege schon mal ein paar sachen bereit für den donnerstag.

mittagessen zuhause, dann fahre ich zum grosseinkauf, anschliessend gibt es noch kaffee und schon wieder ein süsses stückle, diesmal geteilt. die angelegenheit mit der grüntonne findet eine lösung, wir bekommen eine tonne zum halben preis, das finde ich einigermassen fair und nehme das angebot an. angenehmes telefongespräch über die lieferung, trotz der verhandlungen. überhaupt gibt es heute eine glückssträhne beim erledigen blöder dinge - im livechat kläre ich das rätsel um mein verschwundenes blogbuch. nachdem fedex nur einen einzigen zustellversuch unternommen hatte, ging das nämlich nach amerika zurück. blöd nur, dass der paketdienst auch keine nachricht hinterlassen hatte und ich so nicht einmal wusste, dass es schon hätte da sein können. ich bekomme das buch ein weiteres mal zugestellt, ohne weitere kosten und hoffe, dass es diesmal mit der zustellung klappt. der restliche nachmittag vergeht mit überarbeitung der kursunterlagen für den donnerstag und bügeln. 

der grosse sohn kommt zum abendessen zu uns, es gibt noch ein paar missverständnisse über seine ankunftszeit, ich spiele mit kai die entscheidenden runde kamisado und kann die ganze partie nach mehr als einem monat dauerspiel für mich entscheiden. die tochter kocht, der sohn und ich unterstützen sie dabei nach kräften, es gibt eine brokkoli-paprika-tofu pfanne mit reis. später sitzen wir noch vor dem kamin und reden über die allgemeine planungsunsicherheit. immerhin haben wir ein paar angekündigte termine nun mal deponiert, wechselseitig, und eine vage verabredung getroffen, für draussen und deutlich schöneres wetter.


Kommentare:

  1. Tja. Kommunikation ist nicht jedermanns Sache, und Mediziner haben da erstaunlich oft erstaunliche Defizite... was soll man machen. Vielleicht haben die so viel fundiertes Fachwissen im Kopf, dass für den Patienten als denkendes und fühlendes Wesen nicht mehr so viel Platz bleibt.
    LG
    Centi

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  2. Meine Unterhaltung der Woche waren auch Zahnarztbesuche, nach dem mir am Mo bei der DH eine Krone herausgefallen ist, war ich gestern und heute wieder dort und nun stolze Trägerin einer neuer Krone, von einem netten Zahnarzt, der immer sehr besorgt um meine Schmerzgrenze ist, weil ich am liebsten immer ohne Spritze behandelt werden würde.

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