Freitag, 22. Mai 2020

21. mai 2020 - im garten zu hause

den himmelfahrtstag (hier auffahrtstag) zu hause zu verbringen ist uns nicht schwer gefallen. vom frühstück bis nach dem abendessen waren wir im garten. zuerst noch am arbeiten, ein weiterer feldahorn musste dran glauben und ich bin jetzt auch mit giessen ganz gut beschäftigt. kai hatte wieder rund ums bädle zu tun.

feldahorn nummer drei.

am vormittag telefonierte ich eine weile mit einem cousin, schön, von ihm zu hören dass es auch seiner familie gut geht, trotz aller einschränkungen im kleinen. der tenor auch hier: was momentan von uns erwartet wird, um der pandemie herr zu werden, ist eine kleinigkeit, wenn man in solchen verhältnissen lebt wie wir und essen und dach über dem kopf eine selbstverständlichkeit sind. alles andere kann dann später wieder stattfinden (und haben wir ja auch oft und lange gehabt). er wird sich des dsl problems seiner patentante annehmen.

bis am späten nachmittag war es gemütlich in unserem garten, dann vergass ich die für einen kartoffelsalat aufgesetzten kartoffeln auf dem herd, weil ich mit der tochter ins onlineshoppen vertieft war. kurz vor der katastrophe fiel der schon etwas stinkende topf aber auf, die kartoffeln konnte man noch essen, der topf ist nach einer intensivreinigung sauberer als je zuvor. eingekauft haben wir badebekleidung für die tochter und hausschuhe (haha! ja, braucht man jetzt auch mehr als auch schon...) für kai und mich. ein kleid für die tochter wäre noch fein gewesen, indessen, wir fanden nix passendes, in diesem jahr scheinen säcke mode zu sein. vielleicht also doch in den einzelhandel.

zum abend gab es gegrilltes, dazu kartoffel- und mais-paprika-salat.
später spielten wir federball auf der wiese, dann noch ein bisschen im internet verhängt. früher zu bett als die tage zuvor, auch mal gut.

nicht mehr lange, dann sind die rhododendren verblüht.

Donnerstag, 21. Mai 2020

20. mai 2020 - aufgerafft

die tage ähneln sich. morgens muss ich mich derzeit ein bisschen aufraffen, weiter zu schreiben.

wir haben uns schnell wieder daran gewöhnt, dass die tochter wieder jeden tag zur schule geht. ganz normal. es gibt sogar eine kleine perspektive, dass der vereinssport wieder stattfinden kann. wobei der tunrverein, in dem sie in einer geräteturnmannschaft trainiert, sich auch von ferne ganz grossartig um die jugendlichen kümmert.

am vormittag wurde ich schon vom grossen sohn an der werkstatt erwartet, er hat gerade viel zeit, weil sein betrieb kurzarbeit angemeldet hat und er auch seine urlaubstage abbauen muss. wir wollen die anbringung eines fensterbretts anschauen. als alles ausgemessen und besprochen ist, bleibt er noch ein bisschen und erzählt, was ihn gerade so umtreibt. anfang nächster woche bekomme ich mein fensterbrett.

zum mittagessen nach hause, es gibt brot und auflagen, wie jetzt eigentlich immer. es ist warm, aber über mittag ziehen wolken auf und es windet stark. ich räume im keller ein bisschen auf und stelle ein farbpröbchen für das fensterbrett her. dann gibt  es noch wäsche aufzuhängen und das rolleaux im schlafzimmer will neu befestigt werden. ich versuche dsl-verbindungsprobleme meiner mutter von weitem zu lösen und scheitere. immerhin erreicht sie jemanden bei der hotline, der sich ihres problems annimmt. dass man versucht, ihr eine stärkere datenleitung zu verkaufen muss man wohl hinnehmen, es macht nur wenig sinn, denn telefon und internet für eine person, die keine filme streamt, sollten halt auch einfach funktionieren ohne upgrade.

zwischendurch schwimme ich eine weile. ich stelle mir jetzt einen timer und drehe runden im becken, bis er sich meldet. das wasser ist immer noch relativ kalt, aber angenehm. was für ein luxus! ein schwimmbad im garten. ein bädle.

später mähe ich die winzige obere rasenfläche, inklusive höhere gräser am rand abschneiden und das abgeschnittene gras abharken dauert das eine weile. lohnt sich aber, ich bilde mir ein, dass das grün dichter wird. und ich bin einigermassen stolz, dass ich die pflege der grünflächen bisher komplett ohne motoreneinsatz hinbekomme.

die tochter bäckt pfannkuchen, dazu gibt es frische erdbeeren.
nach einer kurzen pause (das telefon meiner mutter funktioniert immer noch nicht) arbeite ich bis zum eindunkeln im garten weiter. in der rabatte, die oberen und unteren garten trennt, hat der wildwuchs ausgetrieben. im winter hatte ich hier viele alte büsche zurückgeschnitten, vor allem zwei riesige kirschlorbeersträucher entfernt und ansonsten die devise ausgegeben, mal sehen, was da wächst. nun wächst inzwischen viel erfreuliches, einige alte ziersträucher, viel akelei, aber eben auch viel wildwuchs, teils die gewünschten pflanzen bedrängend, teilweise aber auch einfach zu nah am schwimmbadrand. zwei dicke strünke von immer wieder nur abgeschnittenem feldahorn mussten gestern abend noch dran glauben. persönlich habe ich nichts gegen feldahorn, gerne hätte ich ihn als heckenpflanze anstatt der kirschlorbeerriesen, aber nicht in diesem beet. mindestens ein weiterer muss noch raus, der hat sich aber mit den rosen vergesellschaftet, man könnte beinahe von geiselhaft sprechen. wir werden also verhandeln müssen.

im dunkeln sassen wir noch auf der terasse, mit der tochter, die jetzt auch vier tage frei hat.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: corona-virus-update  und lage der nation (mein podcast-konsum zu politik und gesellschaft ist eindeutig deutschland-lastig. ich möchte das gerne ändern und suche mal ein bisschen, was es ähnliches in der schweiz geben könnte. vielleicht hat ja jemand auch ein paar tipps parat?)







Mittwoch, 20. Mai 2020

19. mai 2020 - im grunde gut zu ende gehört

der kater musste geimpft werden und seinen jährlichen check beim tierarzt (es war dann die tierärztin, die ihn untersucht hat) bekommen. schon bei der terminvereinbarung hatte ich das prozedere erklärt bekommen: das tier wird im windfang an der eingangstüre deponiert, man wartet draussen und bekommt das tier nach der behandlung wieder zurück. dementsprechend gut hatte ich mich vorbereitet: auf dem impfausweis ein kleber mit der bitte, mir wurmtabletten für das ganze jahr einzupacken, die tomatensetzlinge, die die assistentin seit jahren von uns bekommt, in einem karton und mit kärtchen dazu, für eine kontaktlose übergabe.

ganz so kontaktlos verlief es dann doch nicht: vor der praxis grosser auflauf auf dem parkplatz, da andere tierbesitzer schon auf ihre vierbeiner warteten, teilweise herzzerreissendes abschiednehmen im windfang vom schnuckelchen, das jetzt zum ersten mal alleine zum onkel doktor muss. als das alles vorbei war, konnte ich einen kurzen schwatz mit der assistentin halten und beim deponieren im windfang wurde ich nach dem allgemeinzustand gefragt, durch die scheibe. dasselbe wieder beim abholen: alles gut, wird halt langsam alt, der kater. die offene stelle auf der nase sollen wir im auge behalten. das ist aber nicht so schwer, die hält er uns ja immer offen hin.

nach dem tierarzt dann noch ein kurzer abstecher in die mühle - durch corona dran erinnert, werde ich gerne das mehl jetzt wieder öfter direkt hier kaufen. zuhause nur kurz den beleidigten kater abgegeben, dann weiter zum einkaufen, immer noch keine freude, immerhin habe ich heute auf anhieb einen einkaufswagen gefunden in dem weder benutzte gummihandschuhe noch eine mund-nasen-bedeckung entsorgt worden waren.

zuhause frühes zmittag, die tochter und kai hatten termine. und ich wollte auch am nachmittag in die werkstatt. dortselbst dann knappe zwei stunden gearbeitet, am nachmittag immer ein bisschen weniger effektiv als am vormittag.

um halb fünf war ich wieder zuhause. schwimmrunde, dann nicht mehr viel, bis ich am frühen abend die bügelwäsche erledigte, während die tochter turnte und kai kochte. saltimbocca mit bratkartoffeln und salat aus ernteanteil, den die tochter schnell mit dem e-velo geholt hatte. am abend sassen wir noch lange draussen.


gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: rutger bregman, im grunde gut (das schlusskapitel habe ich zweimal gehört, einmal in der werkstatt und dann nochmal beim bügeln. es ist eine art anhängsel und leitet aus der im buch vertretenen these, dass der mensch an sich gut sein und seine guten eigenschaften nicht nur mühsam durch zivilisatorische prozesse antrainiert, zehn handlungsanweisungen ab. so gut mir das buch gefallen hat, in dem bregman an ganz vielen stellen forschungsexperimente analysiert und mit falschen annahmen aufräumt, diese handlungsanweisungen fand ich teils etwas kurz gegriffen. vor allem die verkürzung des internets auf soziale medien, diese dann mehr oder weniger auf facebook und darin dann nur den algorithmus der auspielung von beiträgen finde ich zu allgemein und auch ein bisschen zu wenig hinterfragt. eventuell ist der autor da in eine falle getappt, vor der er seine leser warnt: erst einmal das negative zu sehen und vor allem misstrauisch zu sein. denn auch in den sozialen medien sind menschen unterwegs, die man auch zuerst einmal  als solche wahrnehmen kann. und hier gibt es neben hetze und häme viel hilfsbereitschaft und gegenseitige unterstützung, oft ohne finanzielle oder andere gegenleistung.)


Dienstag, 19. Mai 2020

18. mai 2020 - ein weiterer tag

start in eine kurze woche. das wetter ist schön, die sonne scheint, passen die temperaturen zur jahreszeit oder war der april einfach schon so warm, dass uns jetzt alles passend erscheint, was nicht noch wärmer ist?

morgens radelte ich zuerst in die werkstatt, dann zu einer kundin, um einen auftrag abzugeben. grosse freude, das gute stück passt ganz hervorragend und farblich gefällt es auch. wir tranken noch einen kaffee, ich schaute eine weile auf unser altes haus und wir tauschten neuigkeiten aus, alles schön auf abstand natürlich. am späten vormittag war ich dann noch für kurze zeit in der werkstatt und legte den ersten sitzfilz aus. diese woche komme ich nicht so viel zum filzen, neben feier- und brückentag stehen noch andere termine an.

zum mittagessen nach hause, danach zuerst pause, dann küchenputzaktion und nahezu nahtloser übergang zum kochen fürs abendessen. ein bisschen habe ich dann noch mittwochsmix-thema garten/klein gearbeitet, ausserdem geschwommen, telefoniert, zu abend gegessen (nudelauflauf mit rüebli, spinat und hüttenkäse), spazieren gegangen und am abend noch lange draussen gesessen.

aus den innenstädten und einkaufsmeilen kommen widersprüchliche meldungen, zu voll, zu leer, zu wenig, zu viel, alles mehr eine frage der sichtweise, obwohl objektiv messbar. tut der "consumer citizen" was er soll? selbst habe ich auch wenig lust, einkaufen zu gehen, aber wann hatte ich das in letzter zeit (also auch vor corona) wirklich?  die tochter braucht kleider, online bestellen oder ins einkaufszentrum? ansonsten, bis auf den täglichen bedarf an lebensmitteln und sonstigem haushaltskram, hier viel use what you have.

Montag, 18. Mai 2020

17. mai 2020 - sonnentag

von der nacht blieb mir ein seltsamer traum von einem flugzeug. wir waren zu dritt am flughafen um irgendwohin loszufliegen, der flughafen seltsam verlassen und verwahrlost, sehr alt auf jeden fall. das flugzeug, in dem kai uns die plätze aussuchte oder reserviert hatte, war dann supermodern, konnte aber nicht richtig abheben, so dass es nur wenige meter über dem boden dahinflog. entlang von menschenleeren strassen, auch mal unter einer brücke durch, jedenfalls durch besiedeltes gebiet. der flug, wenn es denn überhaupt einer war, endete auf einer fläche aus wasser? eis? beton? wo das flugzeug langsam versank. wir konnten uns retten, aber den anderen fluggästen nur zuschauen, wie sie sich selbst in sicherheit brachten, ihnen aber aus irgendwelchen gründen nicht helfen. das ganze verlief in einer eher heiteren, gelösten stimmung und mit der sicherheit, dass nichts schlimmes passieren würde, in mildem abendsonnenschein bis dämmerung.

der sonntag war einen sonnentag, aber noch nicht so richtig heiss, also bestens geeignet für weitere gartenarbeiten. das aber erst nach kuchenbacken, wanderung verbloggen und telefonieren. im garten das gefühl, es gibt immer und überall etwas zu tun. die töpfchen und töpfe vermehren sich ständig, obwohl ich immer wieder auch pflanzen direkt in den garten setze. heute waren die sonnenblumen dran in freiheit entlassen zu werden. diverse setzlinge brauchten grössere töpfe und allgemein räumte ich hin und her. jetzt ist alles wieder schön.

rechtzeitig zum besuch der kinder, mit denen wir zum kaffeetrinken verabredet waren. sie brachten erdbeeren mit, es gab kirschquarkkuchen, und wir sassen im garten. diesmal nicht ganz so lange, alle hatten noch abendpläne, wie sich herausstellte, gemeinsame.

zum abendessen traditionell pizza, danach tatort.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gesehen: tatort aus köln (gähn)




Sonntag, 17. Mai 2020

16. mai 2020 - wanderung von kaiserstuhl aus

das ganze frühjahr verging ohne eine einzige wanderung. gelaufen sind wir viel, aber mit einer ausnahme immer von zu hause aus. dabei haben wir den wald, wiesen und felder, bauernhöfe in der näheren umgebung ausführlich erkundet. für dieses wochenende stand uns aber der sinn nach einer "richtigen" wanderung. die wahl fiel auf einen wandervorschlag auf der plattform "outdooractive", von kaiserstuhl (ag) rund um den belchen.

schloss rötteln liegt auf dem deutschen rheinufer gegenüber kaiserstuhl

ich hatte mir vorsorglich den passenden kartenausschnitt auf swiss map, der mobile app von swiss topo (altmodisch: bundesamt für landesvermessung der schweiz) heruntergeladen. auch ohne bezahlversion kann man hier jeweils einen 10 auf 10 km grossen kartenausschnitt offline verfügbar machen. unsere erfahrung sagt: je weiter man sich von siedlungen entfernt, je mehr man sich im wald bewegt, je schlechter das wetter ist, desto geringer ist die chance, dass man detaillierte karten unterwegs auf dem mobiltelefon laden kann. so konnten wir auch heute die karte des wandervorschlags unterwegs nicht mehr aufrufen und nutzten deshalb wegbeschreibung und mobile wanderkarte.

blick von kaiserstuhl den rhein hinunter

gestartet sind wir in kaiserstuhl und nicht in hohentengen auf der deutschen seite, da die grenze auf der rheinbrücke zwar ab mitternacht wieder geöffnet war, aber im grunde genommen die reisefreiheit noch nicht so ganz wiederhergestellt ist, es wird nur weniger kontrolliert. parkieren kann man aber auch gut in kaiserstuhl.

blick zurück auf den wunderschönen pfad  am wasser

der weg führte uns zuerst hinunter an den rhein, an den wieder geöffneten grenzposten. vor der brücke bogen wir links auf die via rhenana ein, die sich als idyllischer fusspfad entlang des rheins entpuppte. der weg schickte uns zwar immer mal wieder die uferböschung hinauf, aber im wesentlichen liefen wir fast direkt am wasser und entlang zahlreicher grenzbefestigungen am und im rhein. es sind einige sehr kurzweilige kilometer bis nach rümlikon, die man sicher auch bei richtig heissem wetter gut gehen kann. unterwegs begegneten wir einer einzige weiteren wandererin.

bunker im rhein

in rümlikon verliessen wir das rheinufer und gelangten über einen fussgängersteg über die kantonsstrasse in den ort. hier ist die wegbeschreibung nicht genau, man muss nicht bis zum sbb-halt gehen, sondern schon zuvor die geleise unterqueren (wegweiser wislikofen). nach der unterführung hielten wir uns rechts, dann gleich wieder links und stiegen in etappen zwischen weiden und feldern zum ebnihof auf.

unterwegs legten wir die erste rast auf einem holzstapel ein. die strecke verläuft teilweise abseits der wanderwege, hier half auch wieder die topographische karte sehr. nach dem ebnihof, von dem man eine schöne aussicht auf die propstei wislikofen hat, hielten wir uns links und gelangten zu einem aussichtspunkt über dem hochrhein. weiter folgten wir dem weg, der sich um den "gweslig", ein naturschutzgebiet, schlängelt. der weg führte uns beinahe bis mellstorf hinunter und dann gleich wieder hinauf in richtung lorihof, immer mit blick auf siglistorf und weiter auf die lägern.

blick von der ebni, den rhein hinauf

am lorihof berieten wir die weitere strecke und lösten uns immer mehr vom wandervorschlag. anstatt wie vorgeschlagen auf der siglistorfer seite über den rütihof bis zur kantonsgrenze zu wandern, hielten wir uns weiter oben am waldrand und erreichten über eine waldhütte und wunderschöne wege die höhe des belchen. am waldrand, unweit des lorihofs, beobachteten wir zuvor noch eine füchsin mit mindestens drei jungen auf dem weg, die erst in den wald verschwand, als wir uns auf ungefähr 50 meter genähert hatten. hier legten wir dann auch eine weitere rast ein. im schatten auf der bank war es kalt, in der sonne auf der wiese ging es, hatte aber zecken.

zu böcklins zeiten hätte hier die bauernfamilie gerastet, samt knechten und mägden

vor dem abstieg nach waldhausen fanden wir eine weitere bank, hier gab es kaffee und dampfnudelreste, mit blick auf den weiler waldhausen, mit mehreren alten hofstellen. hier stand auch einmal eine burg - obwohl es bereits auf fünf uhr zuging, machten wir den kleinen umweg zur burgstelle (von der burg selbst ist nichts mehr zu sehen) und zu einer in reinstem historikerchinesisch verfassten gedenktafel. (mindenstens "schenkung" und "zelle" hätten einer übersetzung bedurft...)

was langweilige waldwege spannend macht: schmeissfliegen, aaskäfer und perlmutterfalter an toter maus. zwei oder drei aaskäfer gemeinsam können eine maus  transportieren.

weiter folgten wir dem wanderweg in richtung fisibach, der bergflanke entlang durch den wald. das ist sicher nicht der spektakulärste teil der wanderung, aber immerhin ging es bergab und irgendwann gelangten wir nach fisibach, das wir durchquerten und die letzten schritte zurück nach kaiserstuhl an der kantonsstrasse machten.


eine wunderschöne wanderung, die uns an völlig unbekannte orte geführt hat, nichts spektakuläres, quasi keine einkehrmöglichkeiten (und übrigens auch keine hofläden für unterwegsverpflegung), am samstag sehr ruhig und zum allergrössten teil auf nichtasphaltierten, meist sogar naturbelassenen wegen.
mein schrittzähler zeigte knapp 30.000 schritte und etwas mehr als 20 kilometer, für die genauigkeit würde ich aber meine hand nicht ins feuer legen.

bis wir zuhause waren, war es nach sieben. wir waren aber am morgen auch mit verzögerungen erst um 11 gestartet.

Samstag, 16. Mai 2020

15. mai 2020 - alltag

ein voller tag! vormittags in der werkstatt eine abholung mit spontanem zusätzlichem kauf eines geflochtenen und gefilzten schals. zuvor und danach konnte ich weiter den grossen auftrag vorbereiten. nun sind 15 körper, doppelflügel und köpfe für engel ausgeschnitten, 30 leitersprossen vorbereitet und gelocht und es liegen 15 meter dickes, seilartiges garn bereit, so dass ich in der kommenden, kurzen woche mit dem filzen der sitzfilze loslegen kann.

auf dem weg nach hause traf ich die tochter, die von der schule kam und so radelten wir gemeinsam den berg hinauf. mittagessen, kleine pause, dann der haushaltsnachmittag, einmal quer durchs haus. kaffee, eine geburtstagskarte schreiben und dann zu fuss mit geschenk und karte zuerst zum blumenfeld, dann zum gratulieren an den alten wohnort. wir machten grade noch einen extraumweg, um ein stück gern gegangenen wegs wieder einmal zu gehen und trafen unterwegs bewohner der früheren strasse. es war schon halt auch schön, den halben ort zu kennen...

wir hatten glück und trafen die jubilarin an und konnten social distancing-mässig sogar mit ihr anstossen. dann musste sie zu ihrer verabredung und wir nach hause aufbrechen. wir trafen die tochter beim turntraining via zoom, ich kochte rüebli mit kichererbsen in fladenbrot und dazu gerettete bratkäse.

nach dem essen besprachen wir noch kurz den samstag, dann serie und heuteshow, und anschliessend blieben wir wieder einmal bei aspekte hängen.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: rutger bregman, im grunde gut
gesehen: siehe oben.


Freitag, 15. Mai 2020

14. mai 2020 - blumengruss

die woche dehnt sich, es ist aber immer noch die erste woche mit schulbesuch der tochter. wir haben also ein bisschen lockdown (kai im homeoffice, meine werkstatt ohne besucher) und ein bisschen normal und das ist alles ein bisschen viel.

ich war heute vormittag bei meiner coiffeuse, ich hatte nicht einmal das gefühl, dass es besonders dringend sei, aber war dann doch froh, dass ein teil der haare ab ist. ausser mundschutz und einwegkitteln war alles wie sonst, man kann auch mit mundschutz miteinander reden! am meisten tut es mir leid, dass jetzt kein raum und keine zeit ist, mich auch noch in der werkstatt umzusehen, denn meine coiffeuse macht ja auch sonst noch sehr schöne sachen.

danach radelte ich via ohne-laden und migros in die werkstatt und bereitete weiter den grossauftrag vor und räumte ein bisschen auf, morgen soll wieder ein auftrag abgeholt werden und da macht es sinn, dass sich wenigstens die türe ganz öffnen lässt.

zum späten zmittag nach hause, für den nachmittag hatte ich eigentlich keine pläne. ich telefonierte mit meiner mutter, die heute auch zum ersten mal wieder in der stadt unterwegs war, wegen eines arzttermin, dann schnitt ich den gerade noch blühenden strauch im vorgarten vor der küche ab, der infolge des regens und reichlichen blütensegens drohte, das ganze beet unter sich zu begraben. inklusive den dort wachsenden hosta und eventuellen eisenhüten. der garten hält immer noch reichlich überraschungen bereit - vermutlich noch länger, wenn wir allmählich viele jetzt noch überwucherte stellen frei legen. und weil es draussen so schön war, hängte ich noch eine runde rasenmähen an.

es reichte dann grade noch für eine tasse kaffee und einen keks, bevor ich mit kai zum spaziergang aufbrach. von unterwegs haben wir heute ein paar blumen mitgebracht:





die tochter bereitete während unserer abwesenheit dampfnudeln zu - wir hatten nach dem langen spaziergang auch richtig hunger. nach dem abendessen machten wir uns sehr konsequent an das aufhängen der bilder, die jetzt auch schon zwei monate hier rumstehen. man kommt ja zu nix in diesem lockdown. immerhin hängen jetzt zwei bilder, ein foto und eine filzarbeit, über die anderen beiden konnten wir uns noch nicht so recht einigen.

gehört: rutger bregman, im grunde gut


Donnerstag, 14. Mai 2020

13. mai 2020 - low tech versus high tech

in den letzten tagen ist es hier noch einmal so richtig kalt geworden, in diesem jahr also so richtige eisheilige. zum radfahren habe ich mir mal die handschuhe herausgelegt.

und dann bin ich heute nicht einmal am vormittag in die werkstatt geradelt. das kam so: für einen grösseren auftrag (15 sitzfilze) brauche ich ein dickes gesponnenes und gezwirntes garn für die deko. das wollte ich schon am wochenende herstellen, bin dann aber doch nicht dazu gekommen, hatte keine lust das spinnrad aufzubauen und so weiter. gestern abend war dann der plan, einfach alles zum spinnen in die werkstatt zu  tragen, aber beim einpacken fiel mir ein, dass ich recht viel verschiedenes hätte mitnehmen müssen oder eben gefahr laufen, das entscheidende zubehörteil dann nicht dabeizuhaben. also plante ich um und habe zuhause gesponnen. und wie es halt so geht, wenn man etwas lange nicht gemacht hat, es dauert, bis alles so funktioniert, wie es soll. oder wenigstens so, dass es einigermassen geht. mit dem grossen spinnflügel für dicke garne ribschelt der antriebsriemen jedenfalls so unangenehm, dass es sich schrecklich anhört (ich weiss auch nicht, was kais kollegen jetzt denken, wo er sein homeoffice aufgeschlagen hat, vielleicht in einer fabrik?) und man ausserdem ständig quasi bergauf spinnt, man könnte es jedenfalls denken, so fest wie man in die pedale treten muss. das garn ist jedenfalls fertig, und mit dem normalen spinnflügel hat dann nach umbau auch alles wieder gut funktioniert.
aber mittlerweile war es halt auch arg spät am vormittag geworden, so dass ich nicht nur mit kai einen zweiten kaffee nehmen konnte, sondern danach dann lieber die einkaufsrunde erledigt habe, anstatt für eine stunde in die werkstatt zu fahren. beim einkaufen gab es endlich das ersehnte gummiband für meine vor wochen genähte hose. falls mich also jemand fragt, was ich während des lockdown wirklich vermisst habe: es wäre das frei zugängliche kurzwarenregal in unserer dorfmigros gewesen.
beim aufräumen der einkäufe habe ich dann spontan beschlossen, den keller aufzuräumen. immerhin lagen auf der werkbank immer noch kalk und farbreste, die ich bei der vorläufigen reparatur von der skimmerklappe abgekratzt hatte. thematisch passend läutete es an der tür und der monteur vom poolbauer stand vor der türe, mit einer lösung für das skimming-problem, das er gestern nicht beseitigen konnte. ein bisschen überraschend kam das schon, denn gestern sah es noch nach einer grösseren massnahme aus, heute brachte er ein klemmteil, das hoffentlich hält. nun, zur sicherheit haben wir das von mir gebasteltete teil auf anraten auch noch mal aufgehoben. es freut mich, dass es eine passende lösung zum zustand des pools gibt. also so nach dem motto: funktioniert, ist aber nicht high-tech oder superschick. ich finde ja den pool an sich schon genug luxus.

zum mittag waren also bereits alle haushaltsaufgaben für heute abgearbeitet, ich konnte am nachmittag dann doch noch ein bisschen in der werkstatt arbeiten und weitere vorarbeiten für die sitzfilze erledigen. aber besonders produktiv war ich auch nicht. beim heimradeln (immer noch mit handschuhen) wurde ich nass und mir schwante schon, dass die spaziergangsrunde heute eventuell schon wieder ausfallen würde. weil kai noch am arbeiten war, telefonierte ich mit meiner mutter, danach wollten wir wirklich aufbrechen, aber als wir vor die türe traten, regnete es gerade heftig, so dass wir uns umentschieden und lieber die garage aufräumten. immerhin bleibt man da drin trocken. so richtig viel aussortiert haben wir dann doch nicht, aber immerhin mal alles durchgeschaut, verschiedene dinge an andere orte gebracht, die überzähligen schläuche aufgehängt und gefegt. übersichtlicher ist es geworden, da wir aber weiterhin die velos in der garage stehen lassen und das auto davor, ist ein "richtiges" aufräumen auch gar nicht notwendig. am ende der arbeiten ging dann das elektrische garagentor nicht mehr zu. wie befürchtet: der elektrische schnickschnack im haus wird uns zum wahnsinn treiben! aber alles wünschen eines handbetriebenen tors hilft ja nix, nach dem abendessen löste kai das problem mit hilfe der im internet gefundenen bedienungsanleitung. das garagentor kann verschiedene programme, aber selbst das einfachste, nämlich auf und zu, muss es erst lernen. am nachmittag hatte es eventuell eine art amnesie und alles vergessen.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: servus, grüezi und hallo, corona-virus-update und irgendein podcast mit geschichte, der aber mit so unangenehmen sprechern daherkommt, dass ich noch unsicher bin, ob ich das weiter hören will.
gesehen: you, 5.folge


apropos: wo ist das neue blogger-backend hingekommen, das die letzten tage da war? warum ist jetzt alles wieder wie vorher?





Mittwoch, 13. Mai 2020

12. mai 2020 - 12 von 12 im mai 2020

es war heute schon ein bisschen spät als ich festgestellt habe, dass es der zwölfte des monats ist. deshalb kann ich ihnen keine unspektakulären bilder vom frühstückskaffee anbieten. los geht es erst in der werkstatt, beim eintragen in mein werkstatttagebuch schrieb ich das datum und wurde an 12 von 12 erinnert:


für eine kindergruppe darf ich sitzfilze anfertigen - auf allen filzen werden je zwei sprossen einer strickleiter zu sehen sein, sie stehen für den namen der gruppe, "himmelsleiter". dafür musste ich ein bisschen mit einem selbstgesponnenen garn und vorfilzen experimentieren.


ausserdem gewünscht: auf jedem sitzfilz ein engel. ich habe mich für ein stilisiertes exemplar entschieden und eine schablone angefertigt.


so in etwa (natürlich nur ein ausschnitt - die probe ist nur etwa halb so gross wie die geplanten sitzfilze) soll das dann aussehen.


aber besser vielleicht nicht mit weissen flügeln... dieverschwinden nämlich einfach im hellen hintergrund. die idee sind aber ohnehin bunte engel, für die probe erschien mir die farbe eher egal, war sie aber nicht... der engel steht dazuhin auch noch auf der unterseite der sprosse, wenn man das ganze perspektivisch sehen will. (das hätte man auch schon vor dem filzen bemerken können.)


lieber nochmal "genau" berechnen.
danach geht es nach hause, zum mittagessen mit der tochter.

nach einer kleinen pause mache ich mich auf den weg, um mit dem e-velo das gemüse abzuholen.


ein ungewohnter blick vom hertenstein auf bäderviertel und römerstrassenquartier in baden.


die gemüseausbeute ist heute recht klein, es gibt immer mal im frühling ein loch in der gemüseproduktion. aber der salat sieht sehr lecker aus - und das einzige radieschen hat sich hinter der zwiebel versteckt...


der nachmittag ist ein wenig zerfahren, zuerst warte ich auf einen handwerker, dann kann er nichts ausrichten, nebenbei versuche ich dinge am computer zu erledigen und zu telefonieren, aber werde dauernd dabei unterbrochen. immerhin habe ich endlich die marmelade beschriftet!
kai und die tochter kommen nach hause. wir haben unsere wöchentliche mathematische verabredung, wobei die tochter für die einzige noch anstehende matheprüfung ein thema ausgewählt hat, in dem sie sich ohnehin besser auskennt als ich: kombinatorik. bei einer schwierigen aufgabe kann ich trotzdem helfen, indem ich die gegebenen parameter sortiere und sie dann weiter rechnet.


am frühen abend steht bügeln auf dem plan, die tochter turnt, die wochenplanung in sachen essen ist auch schon begonnen, aber heute will so recht nichts fertig werden.


das turnen geht noch eine weile, kai kocht ein curry aus den noch vorhandenen zutaten und ich habe noch ein bisschen zeit, mich meinem büchlein zum mittwochsmixthema klein/garten zu widmen.


schnipselverbastelung. ein garten am meer. das thema lässt mich endlich viele gesammelte briefmarken verwenden.

nach dem abendessen vervollständigen wir die liste der für die kommende woche geplanten gerichte, als basis für den grosseinkauf morgen.



nun schicke ich meine zwölf bilder vom tag zu caro. überall verändert sich nun der alltag wieder, corona aber bleibt das thema in vielen beiträgen, nutzt doch die gelegenheit, in ein paar andere leben zu schauen!

Dienstag, 12. Mai 2020

11. mai 2020 - lockerungsübungen

(huch! heute morgen hat mein blog ganz plötzlich ein neues backend bekommen. schauen wir mal, wie ich mit der neuen eingabemaske zurecht komme. )

der montag brachte hier also auch die schon von herrn buddenbohm erwähnten "massiven lockerungen". will heissen: ab heute sind in der ganzen schweiz wieder die geschäfte geöffnet, es braucht ein schutzkonzept dafür (also eine definierte personenanzahl pro quadratmeter und vermutlich desinfektionsmittel) und es gehen die kinder bis zum ende der obligatorischen schulzeit, also bis und mit der neunten klasse wieder zur schule. das letztere wird in den verschiedenen kantonen sehr unterschiedlich umgesetzt, unser wohnkanton (aargau) hat sich für die lösung "normal nach stundenplan" entschieden.

da zeitgleich kai auch einen der seltenen tage mit anwesenheit im büro, beziehungsweise in einem grösseren tagungsraum anstehen hatte, war auch für mich ein "normaler" tag, mit kommen und gehen des schulkinds über mittag.
lockerungen im alltag bedeuten für uns innerhalb des haushalts zuerst einmal wieder strengere regeln: ich muss also wieder kontrollieren, dass die tochter beim nachhausekommen und vor der benutzung der küche, sowie vor dem essen die hände gründlich mit seife wäscht. so viel zum thema grössere kinder könnten die hygieneregeln besser einhalten.
in der schule, wurde mir berichtet, habe die lehrperson nun so eine art schutzraum bekommen, der auf dem boden mit klebestreifen markiert sei. die fenster stünden offen, wenn es das wetter erlaube. aber am nachmittag fand "ganz normal" der schulsport in der schwimmhalle statt. sogar der raum für einzelarbeit wurde gestern schon bezogen, eine massnahme die mir persönlich besonders unsinnig erscheint, da die schülerinnen und schüler ja in den vergangenen sechs wochen alle genug zu hause allein gearbeitet haben (und das bei bedarf auch weiterhin tun könnten). die kantonalen regelungen, die keine aufteilung des unterrichts erlauben, scheinen dies aber zu verhindern. überhaupt ist viel die rede von schulpflicht, ohne ausnahmen. die lehrpersonen hingegen stünden laut tochter dem konzept "ganz normal" auch eher skeptisch gegenüber und versuchten, mit kleinen sonderregelungen (toilettenbesuch nur während der stunde, nicht in den pausen oder verschobene pausenzeiten, früherer schulschluss, geöffnete fenster) so viel wie möglich gedränge und begegnungen abzufangen. (kleine petitesse am rande: religionsunterricht, der ja hier ausserhalb der schule stattfindet, gibt es keinen. dabei würde beten meiner meinung nach hier eventuell helfen, aber bitte nicht laut. kann aber auch jeder zuhause individuell machen.)

ich war vormittags in der werkstatt, es gibt immer noch genug zu tun und material ist in der vergangenen woche auch gekommen. am nachmittag habe ich tatsächlich nicht so viel getan und neben dem üblichen küchenputzen noch ein lesestündchen hinbekommen. in einer regenpause gelang es mir sogar, die grünguttonne zu füllen, mit den resten des flieders, den wir vor ein paar wochen beerntet und dafür einen ganzen stamm abgesägt hatten, um an die blüten in drei meter höhe zu kommen. ich hoffe, dass der im nächsten jahr wieder ausschlägt, habe aber sicherheitshalber noch einen hohen teil stehen lassen.

eine gartenfrage ist gestern noch aufgekommen: ja, die tomaten haben eine unterpflanzung bekommen. die besteht zu einem grossen teil aus basilikum, in zwei anderen töpfen hat es calendula und kapuzinerkresse. ob und wie diese pflanzen die tomaten unterstützen, weiss ich nicht so genau, ich habe mir das ein bisschen von unserem gemüseanbau in der genossenschaft abgeschaut. die beste unterpflanzung, die ich jemals hatte, waren tagetes, die wohl tatsächlich die tomaten unterstützen, indem sie nematoden abhalten. ich mag die unterpflanzung aber auch deshalb, weil die töpfe dann gleich viel hübscher aussehen. hier habe ich noch eine seite gefunden, die gute nachbarn der tomaten auflistet, es gibt das ganz viele möglichkeiten!

zum abendessen gab es fenchel aus ernteanteil in tomatensosse zu polenta, die tochter erledigte noch ihre haushaltspflichten in der waschküche und kai und ich schauten ein bisschen serie.

gehört: zeit - hinter der geschichte mit 10 corona-songs auf deutsch (alle gruslig schlecht), lage der nation, corona-virus-update mit christian drosten
gelesen: lutz seiler, stern 111
gesehen: you, erste staffel, zweite folge


Montag, 11. Mai 2020

10. mai 2020 - nutzgartenanlage

für den sonntag hatten wir mildes ausschlafen mit frühstück nicht vor neun vereinbart und dabei blieb es dann auch. kai hatte sonntagsbrötchen vorbereitet, die tochter sie mit sesam und mohnherzen verziert, die allerdings nach dem aufgehen nur noch mit viel gutem willen als solche zu erkennen waren. lassen sie uns hier auch gleich das muttertagsthema abarbeiten: ich bin für mich schon lange kein fan mehr von dieser veranstaltung und war und bin froh, dass die kinder allesamt aus dem alter heraus sind, in dem sie von überwiegend weiblichen lehrpersonen dazu genötigt werden, ihre dankbarkeit gegenüber ihrer mutter auf einen tag und eine zweifelhafte bastelei zu kanalisieren. in der folge werden sie mich an diesem muttertag im garten und in der küche schuften sehen, während der rest der familie - ja was eigentlich? - getan hat.

nach dem frühstück drängte ich auf sofortige erledigung der planungssitzung (da ich weiss, dass das sonst so lange verschoben wird bis keine zeit mehr dafür da ist). wir besprachen nicht nur die kommende woche, sondern auch noch eine vage ferienplanung für mai und juli. will heissen: kai hat ferientage eingetragen, die wir hoffentlich nicht in einem erneuten lockdown verbringen müssen.

als ich um viertel nach elf beim zähneputzen war, rief meine mutter an, um sich für ihren blumenstrauss zu bedanken. ja, ein muttertagsstrauss. vom örtlichen blumenhändler des vertrauens. und er hat ganz viel freude bereitet.

danach war es dann wider erwarten schon fast ein bisschen zu warm um die anvisierten gartenarbeiten zu erledigen. kai und die tochter halfen mit, das gartensofa zu entfernen, an dessen stelle über den sommer die tomatentöpfe stehen sollen. ausserdem trugen wir die töpfe aus dem unteren gartenteil in den oberen, dazu eine menge kompost vom kompostplatz unserer vormieter. nach dem füllen der töpfe war es dann so heiss, dass ich das einpflanzen der setzlinge lieber verschob und anstattdessen aus resterhabarber und erdbeermus vom letzten jahr rhabarbererdbeermarmelade kochte und nebenbei die küche aufräumte.

die tochter und kai nahmen derweil für die letzte von zuhause abzugebende musikhausaufgabe gemeinsam einen song von david bowie auf, mit gesang, gitarre und saxophon. ich schwamm ein bisschen, dann gab es kaffee und restlichen rhabarberkuchen. inzwischen waren vereinzelt wolken aufgezogen, so dass ich wieder mit der gartenarbeit beginnen konnte. also bepflanzte ich die tomatentöpfe mit tomatensetzlingen und basilikum, ausserdem verschiedene stauden in den hang, rupfte noch unkraut hier und da, setzte ein paar pflanzen ein, verteilte töpfe neu (es gibt immer ein paar pflanzen in wartestellung auf unserem gärtnerregal die dann gegen verblühte töpfe ausgetauscht werden), säte die geschenkten samen aus der frühlingspostaktion aus, füllte alle giesskannen auf, räumte herum, putzte die leer gewordenen töpfchen, füllte noch einen grossen kübel mit erde und säte darin alle noch vorhandenen stangenbohnen aus (ablaufdatum 2015/16).


 zum abendessen gab es waffeln mit lachs und spinat, salat dazu und danach wollte noch ganz viel im garten aufgeräumt werden, während die tochter die küche in ordnung brachte. ab morgen sollen die temperaturen ja wieder fallen und vermutlich werden wir die ganze woche über weniger zeit im garten verbringen, so dass es sich lohnt, das eine oder andere wegzuräumen.

tatort mit der tochter - ich soll angeblich gesagt haben, dass das tatortschauen auch für schülerinnen der obligatorischen schule erlaubt sei, auch wenn sie nach dem lockdown wieder zur schule gehen müssten...

gelesen: lutz seiler, stern 111




Sonntag, 10. Mai 2020

9. mai 2020 - flora und fauna in unserem garten

eventuell entwickelt sich hier gerade eine art neuer wochenrythmus, mit besuchstagen für die beiden söhne am wochenende oder etwas in der art. der samstag  stand jedenfalls ganz im zeichen der erwarteten gäste. 
zuerst unternahmen wir den schon für den letzten samstag geplanten ausflug mit den rädern zum spargelhof im wehntal. die fahrtroute ist wirklich sehr idyllisch, auch wenn wieder viel mehr autos unterwegs waren als am 22. april und die wege direkt neben den strassen nicht mehr so schön ruhig. auf dem rückweg nahmen wir eine leicht andere route, auf der wir deutlich mehr direkt auf der strasse fahren mussten, ausserdem einen unnötigen anstieg mit abfahrt auf schotterstrecke hatten. da kann man also noch optimieren. insgesamt 25 kilometer, diesmal ohne elektrische unterstützung - in knapp drei stunden inklusive einkauf und diversen stopps an verschiedenen brunnen. in der velotasche: 1,5 kilogramm spargel, 20 eier und ein kilo rhabarber, den ich am donnerstag im supermarkt nicht bekommen hatte. 
zurück zuhause machte ich mich gleich an die zubereitung des rhabarberkuchens (das rezept habe ich sogar mal verbloggt...) und beschloss anschliessend, dass der morgige sonntag ein besserer tag für gartenarbeit als der samstag sein würde. also herumfaulenzen mit hausarbeitseinsprengseln, im garten. und gerade als der rhabarberkuchen ausreichend abgekühlt und der kaffee fertig war, kam dann auch schon der grosse sohn. die söhne kommen seit das wetter so schön geworden ist, eigentlich immer durch die gartentüre und nicht mehr durch die haustüre. 
wir lungerten also zu viert im garten herum, probierten gemeinsam den pool aus, schauten den garten an und ich kochte später mit dem sohn zusammen die spargeln, dazu kartoffeln und die menge an holländischer sauce, die gerade so noch in mein wasserbad passt. der mittlere sohn traf ein und zu fünft assen wir die eineinhalb kilo spargel bis auf drei stangen restlos auf und waren uns sehr einig, dass der lokale spargel sehr, sehr lecker ist. 

***

die frühlingspost 2020 ist mit dieser woche leider nun auch schon wieder zu ende gegangen. in der vergangenen woche erreichten mich noch einmal drei dicke briefumschläge mit schönen stoffen, lustigerweise alle in blautönen. 


 zuerst kam diese extrapost aus österreich an. eva hatte ein paar stoffe mehr als notwendig und so durfte ich mich über einen extratausch freuen. ich durfte sogar die farbe wünschen, mein wunsch war blau.


und dann war da noch die reguläre post von kerstin (@paeonies.garten)  - mit ganz viel löwenzahnsamen und auch ein paar -blüten. (und echten samen für den garten von stockrosen und silberblatt)


 ganz fein gedruckt auf einem alten bettbezug oder tischtuch?


 ebenfalls angekommen ist die post von annette (@besondersanne) mit wunderschöner kalligraphie und einer detaillierten beschreibung der materialien und des vorgehens (wie auch bei kerstin).


den stoff von annette schmücken immergrünranken, die mag ich auch sehr gerne.


und weil ich die ganzen stoffe noch einmal miteinder sehen wollte, hing ich sie kurzerhand über den zaun und machte ein foto davon. von links nach rechts nicht ganz in der geplanten reihenfolge, sondern eher nach dem datum des auftauchens in meinem briefkasten: viel flora, ein bisschen fauna!
ein schöner abschluss der postkunstaktion.
wie immer hatte ich zwischendurch vage pläne für die verwendung der stoffe - eine wimpelkette durch den ganzen garten? inzwischen finde ich aber die stoffe viel zu schade zum zerschneiden.
ganz herzlichen und ungeteilten dank auf jeden fall an die initiatorinnen der postkunstaktionen, an tabea und michaela!

Samstag, 9. Mai 2020

8. mai 2020 - oben und unten

ein weiterer unspektakulärer freitag - immer noch ohne offene werkstatt.
vormittags also arbeit in der werkstatt, jetzt bin ich an einem grossen sitzfilz für eine autorückbank und mein ehrgeiz ist, sie in die richtige form zu filzen und nicht zu schneiden. nicht ganz einfach, denn es gibt ein- und ausbuchtungen, die geformt werden wollen. die rohe form steht, jetzt geht es an die feinarbeit.
ausserdem habe ich mit der kursanbieterin in deutschland telefoniert (sonja fritz von wollknoll - wen es interessiert.) und so erfahren, dass mein kurs am himmelfahrts- oder auffahrtswochenende nicht stattfinden wird. ihre gedanken sind meinen ganz ähnlich und so wird sie auch nicht möglichst rasch die filzkurse anlaufen lassen, sondern abwarten, wie sich die situation entwickelt. sicher liesse sich auch für die filzkurse ein schutzkonzept erarbeiten, mit genügend abstand zwischen den arbeitstischen, tragen von mundschutz und desinfektionsmassnahmen. aber wollen das meine/unsere kundinnen? ein guter teil von ihnen gehört der risikogruppe an. in die kurse kommen sie nicht ausschliesslich um etwas zu lernen, sondern häufig auch, um miteinander spass zu haben, zusammenzusitzen und sich auszutauschen.
eines wird aber ab montag wieder für alle möglich sein: sich anzumelden und mit termin und einzeln in die werkstatt zu kommen und aufträge zu besprechen oder abzuholen. (bisher habe ich das nur mit einer freundin ausprobiert, aber es sollte auch ganz allgemein möglich sein, sich zu zweit in der werkstatt aus dem weg zu gehen.)

zum zmittag nach hause, gegen halb vier waren wir alle mit unseren pflichten fertig, die tochter hatte die vorerst letzte präsenzzeit vor der rechner verbracht, diesmal sogar mit zwei besprechungen mit zwei lehrerinnen und kai und ich hatten den freitäglichen putzparcours erledigt. poolrunde für alle! das wasser ist immer noch kalt, aber immerhin haben wir jetzt verstanden, wie wir unsere solardusche einstellen müssen, damit wir warm duschen können. (solardusche = dickes schwarzes rohr, aber auf eine geheimnisvolle art und weise wird das drinnen stehende und sich in der sonne erwärmende wasser mit frischem kaltem wasser gemischt).
ich musste dann noch mal schnell weg um bestellungen zu übergeben, im garten zurück wollte noch schnell der rasen die grünfläche gemäht werden. ja, das mache ich ziemlich häufig, mit dem handrasenmäher geht es aber so einfach besser, als wenn ich nur ab und zu mähe. und ich bilde mir ein, dass die grasfläche schon viel besser aussieht als zu beginn der mähmassnahmen.

die tochter turnte erneut im zoommeeting, kai kochte krautstielrisotto und ich bastelte tatsächlich mal an dem büchlein zum mittwochsmix herum. mit farbstiften und collagenschnipselei. ich bin immer noch unzufrieden mit der verteilung der materialien im haus. stoff und wolle sind definitiv im schlafzimmer angesiedelt (bis auf die nähutensilien, aber das will ich als erstes ändern), papier und zeichenutensilien verteilen sich auf zwei stockwerke. das ist einerseits praktisch, denn papier und stifte, kleb, schere, tacker brauche ich auch im alltagsleben öfter mal, andererseits total unpraktisch, weil ich für jede idee einen plan brauche oder halt ganz oft von oben nach unten laufen muss.

abends relativ lange noch draussen gesessen, wieder vom nachbarn beschallt und beleuchtet. grrr.

gelesen:lutz seiler, stern 111
gesehen: heuteshow
gehört: rutger bregman, im grund gut


Freitag, 8. Mai 2020

7. mai 2020 - orientierungssuche

mich hat die orientierung in dieser woche verlassen, mehrmals wollte ich schon das blatt das wochenkalenders umwenden, obwohl es heute erst donnerstag war. mag es an den gestern immer noch leeren autobahnen liegen oder an dem so anders verbrachten tag mitten in der woche, ich weiss es nicht. was mir unterwegs aufgefallen ist: auch weiter als 10 km von unserem wohnort entfernt hat der frühling, ja schon beinahe der frühsommer einzug gehalten. plötzlich ist es überall grün. nicht dass ich mir bisher darüber gedanken gemacht hätte, aber ich war ein bisschen überrascht.

also trotzdem, donnerstag. werkstatt, einkaufen (verschoben vom dienstag), spaziergang (hier finde ich das grün mittlerweile ganz normal) und am abend, als er schon ganz im schatten lag, ein bad im pool. das ist saukalt, die ersten paar sekunden kann ich nur vor mich hin japsen, dann geht es und ich kann sogar ein paar runden schwimmen. kai hantiert begeistert mit technischem und messgerät. ich schwimme. und bin immer noch völlig überwältigt von dieser gelegenheit, die sich für uns ergeben hat. und dass wir das haus mehr trotz als wegen des pools gemietet haben. und dass es tatsächlich funktioniert. (naja, bei den temperaturen ist das auch noch keine kunst, aber schon ganz schön aufwändig.)

die näheren ausdeutung der kantonalen anweisung, dass alle schüler der obligatorischen schulen ab kommenden montag wieder "normal" zur schule gehen, sind angekommen. man geht anscheinend wirklich davon aus, dass die schülerinnen und schüler sich untereinander nicht anstecken. nur im kontakt zu den lehrern sollen abstandsregeln gelten. ansonsten kein klassenzimmerwechsel, kein langes herumlungern vor und nach dem unterricht, anstattdessen wartezonen auf dem schulplatz. nun, wir werden sehen. ich wäre gerne zuversichtlicher, was diesen grossangelegten feldversuch zu schülern und corona angeht, es fällt mir aber recht schwer, wenn ich gleichzeitig den podcast des virologen weiterhin höre. meine hoffnung sind die momentan wirklich sehr geringen fallzahlen im kanton.

die letzten beiden stoffe der frühlingspost sind angekommen, hoffentlich habe ich am wochenende zeit und musse, sie zu zeigen.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: servus, grüezi und hallo/corona-virus-update
gesehen: the kominsky method

Donnerstag, 7. Mai 2020

6. mai 2020 - ohne titel

beerdigung mit corona-ballett.
oder: wenn verstand und gefühl sehr unterschiedlich agieren wollen, letztlich aber der verstand und die vorsicht gewinnen.

das händeschütteln ist die am schwierigsten zu vermeidende angewohnheit, aber es gibt alternativen, schreibt james jeffrey

Mittwoch, 6. Mai 2020

5. mai 2020 - #wmdedgt im mai 2020

ja, noch eine corona-edition mit der frage von frau brüllen:  was macht du eigentlich den ganzen tag?

aufstehen nach wie vor um kurz nach halb sieben, momentan gehe ich dann immer gleich unter die dusche, die etwas länger als gewollt gewachsenen locken lassen sich so wenigstens für 24 stunden einigermassen in schach halten.
dann räume ich die spülmaschine aus, die nach wie vor mit nachtstrom läuft, und bereite das frühstück vor. um sieben uhr herum bekomme ich eine whatsapp-nachricht von meiner mutter, die mir guten morgen wünscht. so weiss ich, dass es ihr gut geht. das haben wir so im februar begonnen, nachdem sie eine ambulante op hatte, erneuert nach der op im märz und dann seither beibehalten. ich schreibe kurz zurück - meist geht es ums wetter -  und grüsse.
dann frühstücke ich gemeinsam mit kai - dazu gehören auch ein oder mehrere züge scrabble per app und eine knappe lagebesprechung des tages. nach dem frühstück schreibe ich den blogpost für den vorangegangenen tag.
bis ich damit und mit der aufgabenliste für den tag fertig bin, steht die tochter auf und frühstückt. viertel nach acht bin ich fertig für den aufbruch in die werkstatt. kai arbeitet irgendwo im haus im homeoffice und auch die tochter verzieht sich an ihren schreibtisch und meist hinter das laptop um ihre home-schooling-aufgaben zu erledigen, oft mit parallel laufendem videochat mit der freundin.

in der werkstatt war ich heute damit beschäftigt, den tisch von der türsteinherstellung auf andere aufträge umzurüsten. drei aufträge habe ich bereits komplett abgeschlossen, zwei davon wurden postfertig verpackt. kai braucht flipchartpapier, das trage ich gleich mit den päckchen zum velo, so dass ich nichts vergessen kann auf dem heimweg.
dann mache ich mich an die planung der grösseren aufträge. es gilt materialmengen und schrumpfungsfaktoren zu berechnen. teilweise haben mir die auftraggeberinnen freie hand gelassen und ich kann das material einfach auswählen, teilweise muss ich überlegen, was ich mit dem vorhandenen machen kann oder bestellungen aufgeben.
um halb zehn kommt eine freudin um einen auftrag zu besprechen - sie möchte gerne eine laptoptasche haben, ich schlage vor, sie genau so wie ihre alte tasche mit reissverschluss anzufertigen. wir überlegen hin und her mit farben und dekor. am ende haben wir eine schöne lösung gefunden. ich hänge per telefon der gestrigen bestellung beim wollhändler noch etwas an, bekomme dann aber einen anruf, dass diese farbe so nicht mehr im sortiment ist. dann ist hier eben improvisationstalent gefragt. für alle fälle bestelle ich eine neue farbmusterkarte.
bevor ich feierabend mache, stelle ich noch einen vorfilz her, mit dem ich erste proben für einen grösseren auftrag machen will.

auf dem heimweg bringe ich die päckchen zur post. hier dürfen sich jetzt wieder vier personen in der filiale aufhalten, wobei man von draussen nicht in die schalterhalle sieht und ich deshalb wieder kehrt mache, weil sich bereits vier leute versammelt haben. eine davon, eine dame mit hund, telefoniert mit dem mobiltelefon im weg zum ausgang, das macht sie auch immer noch, als zwei leute den raum verlassen haben und ich nachgerückt bin. 

ich bin noch vor zwölf uhr zuhause und bereite den mittagsimbiss vor. kai räumt den esstisch frei, er hat dort unterricht vorbereitet. wir essen brot und auflage und besprechen den weiteren ablauf des tages. kai will gleich nach dem essen noch eine kleinigkeit für den nächsten tag und fürs abendessen einkaufen, die tochter hat präsenzzeit vor dem rechner.
ich fahre zuerst mit einem auto voll karton, altglas, papier und alteisen zum recyclingcenter. neuerdings muss man hier fürs entsorgen von karton bezahlen, aber die preise halten sich sehr im rahmen.
dann geht es weiter auf den geisshof, dort lade ich 26 ganze und 8 halbe gemüsekörbe ein, um sie an verschiedene stellen im umland für die gemüsegenossen bereitzustellen. insgesamt fahre ich in der nächsten stunde fünf depots in baden und brugg an und liefere gemüse aus. in den depots sammle ich leere körbe ein und bringe sie anschliessend wieder zurück in den packraum auf dem geisshof.

zurück zuhause gibt es kaffee und patisserie vom bäcker, luxus unter der woche zu corona-zeiten. nur beim bäcker kann kai derzeit seine bereits bezahlten lunchchecks ausgeben und so gibt es halt auch mal etwas, was es sonst nicht gibt.

eine kleine weile bin ich mit schreibtischarbeit beschäftigt, eine antwort auf meine anfrage bei einem kursanbieter in deutschland, bei dem ich in zwei wochen einen kurs hätte halten sollen, wird mir zu einem späteren zeitpunkt versprochen, mit dem hinweis, dass eine rede von frau merkel erwartet würde. aha, filzkurse wurden also zur chefinnensache erklärt - und die lage ist hüben wie drüben unübersichtlich.

dann hole ich das bügelbrett und bügle die wäsche der vergangenen woche. nebenbei telefoniere ich mit meiner mutter. obwohl wir uns immer wieder vornehmen, nicht über die "aktuelle lage" zu sprechen, dominiert das corona-tagesgeschehen unsere gespräche. sie ist trotz der lockerungen der massnahmen sehr vorsichtig mit dem ausweiten ihrer aktivitäten und kontakten zu anderen menschen, berichtet aber von altersgenossen manches andere. ich bin froh, dass sie sich ihrer gefährdung durch eine infektion sehr bewusst ist, so dass es ihr vielleicht manchmal auch leichter als anderen fällt, auf bestimmte kontakte zu verzichten. aber ich sehe auch, dass jede lockerung der massnahmen und jeder offene laden, jeder wiedereröffnete coiffeursalon und womöglich auch bald auch gaststätten sozialen druck erzeugen.

die tochter installiert sich mit bildschirm und turnmatte im wohnbereich - sie startet das training mit ihrer geräteturngruppe um 19 uhr. kai bereitet das abendessen zu, es gibt bratwurst und pommes, dazu salat und im augenblick werde ich gerufen, weil die pommes die friteuse verlassen!

nach dem abendessen noch ein besprechung des kommenden, nicht einfachen tages und nachrichten schauen.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: rutger bregman, im grunde gut

Dienstag, 5. Mai 2020

4. mai 2020 - grosse dankbarkeit

noch immer gehen fast jeden tag aufräge für meine filzwerkstatt ein. auf eine so grosse resonanz auf meinen newsletter habe ich nicht zu hoffen gewagt. und ich sage allen hier mal danke, die sich überlegen, wie sie in dieser zeit kleine betriebe und handwerker unterstützen können und dies auch dann tun!

die vormittage verbringe ich jetzt also wieder regelmässig in der werkstatt. in der vergangenen woche sind vor allem türsteine entstanden - es macht sinn, bestimmte arbeiten zu bündeln, denn manchmal sieht es ein bisschen wild aus auf dem arbeitstisch, weil die schönsten blumen aus dem chaos entstehen:


und bevor mich die ersten steine auch wieder verlassen (ich habe herausgefunden, dass ich sie in einem paket bis 2 kilogramm doch noch einigermassen günstig verschicken kann) habe ich hier mal alle auf dem regal versammelt:


die sonnenblume rechts hinten ist noch nicht ganz fertig, sie bekommt noch blütenblätter geschnitten. ein teil der türsteine sind als geschenke vorgesehen, auch eine schöne idee!

zum mittag war ich wieder zuhause, alle waren noch emsig an telefon und rechner beschäftigt und  ich wärmte verschiedene risottoresten zum zmittag.
danach organisationskram, heute sehr erfreulich und speditiv zu erledigen und mit einem netten gespräch mit einem fachgeschäft garniert. die küche wollte ihre montägliche portion an zuwendung, dann blieb noch ein bisschen zeit zum nichtstun bis ich um 16 uhr auf einen spaziergang mit kai verabredet war. heute eine mittlere runde, aber spazierengehen ist immer gut. wie grün alles ist! der raps ist jetzt schon fast verblüht, dafür wächst das getreide.

zuhause telefon mit meiner mutter während ich eine badische lauchcremesuppe aus den vermutlich letzten lauchstängeln der biocò-saison schnippelte und rührte. am abend dann besuch vom mittleren sohn mit freundin zum abendessen und noch lange herumsitzen und schwatzen. deshalb ein bisschen zu spät ins bett.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: corona-virus-update mit christian drosten vom vergangenen donnerstag und lage der nation vom wochenende. (in beiden podcasts wurde noch einmal die frage erörtert, ob und wie kinder anders als erwachsene vom coronavirus betroffen sind. allem anschein nach unterscheiden sie sich, sieht man von den milden verläufen der erkrankung ab, kaum von erwachsenen. da denkt man mit einem leichten gruseln an den schulstart hier im aargau am kommenden montag, alles ganz normal ohne abstandsregelung und besondere massnahmen).

Montag, 4. Mai 2020

3. mai 2020 - möglichkeiten

auch oder obwohl oder gerade weil sich ein ende der strengen massnahmen zur eindämmung des corona-virus abzeichnet, hatten wir uns bei der gartenbeiz am fluss ein brunchpäckli für den sonntagmorgen bestellt. angesichts unterschiedlicher frühstücksgewohnheiten reichte uns eines für zwei personen und es blieb sogar noch reichlich für einen nachmittagssnack übrig.


schön war aber auch schon die fahrt mit dem velo zum abholen an der kajüte, die sonst den sommer über am limmatufer in baden freiluftgastronomie betreibt. die brunchpäckli gibt es noch am kommenden wochenende, danach sollte es mit dem café an der limmatpromenade weitergehen.

nach dem frühstück gab es zuerst eine kleine diskussion über die teilnahme am sonntagsspaziergang, kai und ich verzichteten aber auf die anwesenheit eines unwilligen teenagers (sie wundert sich immer noch manchmal ein bisschen und denkt immer wieder mal, dass wir auf mitgehen bestehen). dafür wählten wir dann die ganz grosse runde, zuerst über unseren kleinen waldzugang in richtung hertenstein, dann weiter immer durch den wald und entlang der weiden bis zur freienwiler waldhütte, wo tatsächlich der grillplatz nicht mehr abgesperrt war. von dort nocheinmal durch den wald, an verschiedenen kreuzungen mussten wir uns mit hilfe der karte orientieren und fanden dann aber auf anhieb den richtigen weg wieder hinunter und zurück nach hause.

zuhause erst noch einmal kaffee und weitere teile des brunchs, dann gartenarbeit: kai kümmerte sich um den pool, das ist dann doch nicht ganz so unaufwändig. ich legte weitere teile der fläche am gartenhäuschen frei, indem ich die etwa einen meter breite und zwanzig zentimeter dicke schicht an heruntergefallenen teilen der thujahecke in die grünguttonne schaufelte. der platz ist nun, da ich mich einmal rundherum gerabeitet habe, überraschend gross. geplant ist eigentlich, dort alles zum arbeiten mit den pflanzen anzusiedeln, also erde, töpfe und so weiter. die gartengeräte sind sowieso schon im gartenhaus, aber ob das dann auch praktisch ist, wird sich zeigen müssen.

anschliessend habe ich noch das kleinste stück rasen gemäht, dank handrasenmäher kann man das auch am sonntagnachmittag machen. für eine leserunde im liegestuhl war es draussen zu frisch, deshalb las ich lieber auf dem sofa, dann gemeinsame kontrolle der poolchemie (passt!) und telefon mit meiner mutter. der druckerscanner weigert sich, mit dem laptop zu kommunizieren, so werde ich meine anmeldung für das winterwonderland der villa langmatt ganz oldscool ausgedruckt  einwerfen müssen. gerne melde ich mich zu dem markt an - auch wenn das ganze natürlich unter vorbehalt ausgeschrieben ist... 

zum abendessen servierte kai frische nudeln mit salbeibutter, die tochter einen karottensalat. später ein irrwitzig schlecht recherchierter polizeiruf. aber man unterhält sich ja auch gut, indem man sich über das drehbuch so richtig schön in guter gesellschaft aufregt. ausnahmsweise sind wir anschliessend mal wieder bei anne will hängengeblieben und haben uns gewundert, was corona mit uns allen anstellt, wenn der grünenchef eine app fordert und der bayerische ministerpräsident, dass hilfen an die automobilindustrie an die förderung alternativer verkehrskonzepte gekoppelt werden sollen. da geht noch was.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gesehen: polizeiruf 110, heilig sollt ihr sein

Sonntag, 3. Mai 2020

2. mai 2020 - regentag ohne regen

ein samstag mit regen nach einem sehr samstäglichen feiertag. unsere pläne, noch einmal spargel zu holen (mit dem velo, dann doch lieber mit dem auto wegen regen) hatten sich schon im vorfeld zerschlagen, denn der spargel wächst bei den momentanen temperaturen nicht so recht. dann wurde das wetter am späten vormittag doch viel besser als angesagt und ich nutzte spontan die gelegenheit, das grosse zierbeet vor der haustüre vom unkraut zu befreien. bei der ersten hälfte assistierte die tochter, die zweite hälfte machte ich dann alleine. das beet ist gross, so gross, dass man mitten hinein stehen muss, um zu jäten und ganz am ende verliess mich die geduld. als wir das haus im letzten jahr im frühsommer angeschaut haben, war hier, wenn ich mich richtig erinnere viel frauenmantel und farn.

unter der poolabdeckung haben ameisen schutz vor dem regen gesucht und sich ein neues nest gebaut. das wird leider nicht auf eine friedliche koexistenz hinauslaufen können.

am nachmittag lange telefoniert, ein weiterer auftrag und ein langes gespräch mit einer freundin. wir werden uns kommende woche in der werkstatt treffen um den auftrag zu besprechen.

zum abendessen paella, die tochter wollte beim kochen helfen, und wir beide waren dann überrascht, wie wenig es eigentlich dafür zu tun gibt, vor allem wenn man nicht eine riesige menge kochen will. danach filmeabend mit "betonrausch".

gelesen: lutz seiler, stern 111

Samstag, 2. Mai 2020

1. mai 2020 - maifeiertag

maifeiertag ist hier in der schweiz ja immer so eine komische sache. während die in zürich arbeitenden sicher feiertag haben, ist im nachbarkanton davon wenig zu spüren. oder im zweifelsfall doch, weil hier die läden geöffnet und im nachbarkanton zu sind. da man das aber schon weiss, muss man ja nicht unbedingt einkaufen gehen.*
andererseits greift das konzept feiertag auch nicht so recht, wenn alle sowieso immer zuhause sind. aber immerhin ausschlafen, frühstück mit frischem brot, gemeinsamer hausputz anstatt erledigung der notwendigen aktionen nur durch mich und am nachmittag einfach mal zeit für nichtstun waren schon anders als werktag. und für diejenigen, die sich ihre arbeitszeit nicht so frei einteilen können wie ich, vermutlich schon auch noch mal anders anders als für mich.

was sonst noch so war:

der sohn werkt an seinem campingbus und baut wieder einmal alles um, weil er beim start in die dritte saison endlich weiss (oder zu wissen glaubt) wie es noch praktischer wäre. das werken findet vor unserer garage statt, weil er als stadtbewohner keinen platz für so etwas hat. so haben wir mittagskaffee und abendessen mit ihm und seiner freudin geteilt.


wir holten die bestellten pflanzen am effingerhort ab. übergabe durch einen jungen mann vom zivilschutz, wie neuerdings vom bund für menschen empfohlen, die die zwei meter sicherheitsabstand nicht einhalten können, mit schutzmaske. wir konnten mit twint bezahlen und haben jetzt zwei körbe voll schöner setzlinge und stauden für den garten, komplett stress- und nahezu begegnungsfrei ausgesucht und abgeholt. ist aber halt auch eher was für menschen, die eh nicht so gerne einkaufen gehen und in dieser hinsicht eher ergebnis- als prozessorientiert sind.


am nachmittag habe ich zwei bücher gebunden, naja, eher ein buch und ein büchlein. ich fürchte mich jetzt schon vor dem ersten benutzen. es ist immer wieder dasselbe, und ich weiss es auch schon vorher. einzige ausnahme: wenn ich ein büchlein für die ferien binde. es müsste also ein konkreter zweck dahinter stehen. vielleicht bringt es das 100-tage-projekt, wenn ich mich denn dann wirklich entschliessen kann, damit zu beginnen. oder das neue doppelmonatsmotto garten/klein - für das wäre das kleine büchlein prädestiniert.

gelesen: lutz seiler, stern 111
gesehen: heuteshow - und ich kann mich an keinen einzelnen gag erinnern

* ich merke einen grossen missmut in mir, wenn ich höre, es sei nun ja wieder dies und jenes erlaubt, oder wenn nicht schon jetzt, dann doch immerhin in ein oder zwei wochen und da könne man ja jetzt auch drittes oder viertes machen, weil mit dem virus, das sei ja wohl jetzt doch nicht so schlimm. und überhaupt, wenn alles, was erlaubt ist, auch unbedingt gleich gemacht werden muss und andere das jetzt auch so machen sollen und sich nicht so haben. ich möchte nicht, dass da sozialer druck entsteht und befinde mich mittendrin.



Freitag, 1. Mai 2020

30. april 2020 - hopplahopp

ein regentag. zwischendurch muss es auch mal heftig geregnet haben, aber immer wenn ich draussen war, hat es meist nur genieselt oder war einfach nur feucht.
die sensation des tages: am vormittag waren wir alle drei an unterschiedlichen orten ausserhalb des hauses unterwegs. die tochter musste noch einmal zur zahnärztin, kai hatte einen präsenztermin bei der arbeit und ich war, wie immer, in der werkstatt. der werktisch füllt sich mit türsteinen, es gab eine ganze reihe von bestellungen, teils mit genauen vorgaben, teils einfach mit dem hinweis: mach mal. so gibt es jetzt neben den kapuzinerkressesteinen auch steine mit gänseblümchen, trichterwinden und cosmeen, die allerdings erst noch zum stehen gebracht werden müssen. fotos kann ich leider keine zeigen, da die speicherkarte in der kamera in der werkstatt liegen geblieben ist.

am frühen nachmittag waren wir wieder zuhause, es gab ein spätes mittagessen, dann arbeiteten alle wieder an ihren schreibplätzen. nach der erledigung der post habe ich noch damit begonnen, mir ein kleines buch zu binden. eigentlich liebäugelte ich mit einem sammelsurium an blättern, aus unerfindlichen gründen sind es dann aber doch wieder einfach 26 weisse blätter im doppelquadrat geworden, so dass abzüglich der vorsatzblätter 100 quadratische seiten zum gestalten zur verfügung stehen. immer noch denke ich daran, das hundert tage projekt zu beginnen, das wäre dann das buch dafür.

am abend nur eine kleine runde durch den wald, der ohne sonne und mit viel laub mittlerweile richtig düster geworden ist. an einer stelle war es sogar neblig. zum abendessen spinat, spiegelei und bratkartoffeln und danach zwei runden azul, zum ersten mal auch mit kai. nebenbei buk das zweite brot aus sauerteigansatz, diesmal mit einem helleren mehl. später noch fernsehen, überall corona.


der kanton hat morgens den fahrplan für den schulunterricht ab dem 11. mai präzisiert - unterricht nach stundenplan im schulhaus heisst die devise. alles ganz normal, nur zu den erwachsenen muss ein mindestabstand von 2 metern eingehalten werden. ein schritt auf dem weg zur normalität - aber normal fühlt sich das alles nach so vielen wochen zu hause bleiben und möglichst wenig kontakt nicht an. ich bin sehr froh, dass die tochter nicht auf den öv für den schulweg angewiesen ist, sie fährt ohnehin immer mit dem velo.

und ich werde - ganz ohne verschwörungstheorie - nicht das gefühl los, dass wir uns alle in einem überdimensionalen feldversuch befinden, bei der die versuchsleitung selbst teil des versuchs ist.* So gesehen ist das sehr spannend, das zu beobachten, was das mit einem macht. (andere eltern denken sehr, sehr ähnlich).

gelesen: lutz seiler, stern 111
gehört: die zweite hälfte des interviews mit dem deutschen aussenminister heiko maas bei "alles gesagt"  und weiter im buch von rutger bregmans, im grunde gut.

*das bild ist schief, ich will es jetzt aber mal so stehen lassen. ich wollte nur damit sagen, dass ich die regierungen oder die zuständigen gesundheitsbehörden nicht für die veranstalter oder verantwortlichen für die versuchsanordnung halte, sondern dass sie selbst auch innerhalb des versuchs sind und die rahmenbedingungen nicht ändern, sondern nur reagieren können. also wirklich keine verschwörungstheorie. kein aluhut. nirgends. jedenfalls nicht hier. gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen.