Sonntag, 17. Mai 2020

16. mai 2020 - wanderung von kaiserstuhl aus

das ganze frühjahr verging ohne eine einzige wanderung. gelaufen sind wir viel, aber mit einer ausnahme immer von zu hause aus. dabei haben wir den wald, wiesen und felder, bauernhöfe in der näheren umgebung ausführlich erkundet. für dieses wochenende stand uns aber der sinn nach einer "richtigen" wanderung. die wahl fiel auf einen wandervorschlag auf der plattform "outdooractive", von kaiserstuhl (ag) rund um den belchen.

schloss rötteln liegt auf dem deutschen rheinufer gegenüber kaiserstuhl

ich hatte mir vorsorglich den passenden kartenausschnitt auf swiss map, der mobile app von swiss topo (altmodisch: bundesamt für landesvermessung der schweiz) heruntergeladen. auch ohne bezahlversion kann man hier jeweils einen 10 auf 10 km grossen kartenausschnitt offline verfügbar machen. unsere erfahrung sagt: je weiter man sich von siedlungen entfernt, je mehr man sich im wald bewegt, je schlechter das wetter ist, desto geringer ist die chance, dass man detaillierte karten unterwegs auf dem mobiltelefon laden kann. so konnten wir auch heute die karte des wandervorschlags unterwegs nicht mehr aufrufen und nutzten deshalb wegbeschreibung und mobile wanderkarte.

blick von kaiserstuhl den rhein hinunter

gestartet sind wir in kaiserstuhl und nicht in hohentengen auf der deutschen seite, da die grenze auf der rheinbrücke zwar ab mitternacht wieder geöffnet war, aber im grunde genommen die reisefreiheit noch nicht so ganz wiederhergestellt ist, es wird nur weniger kontrolliert. parkieren kann man aber auch gut in kaiserstuhl.

blick zurück auf den wunderschönen pfad  am wasser

der weg führte uns zuerst hinunter an den rhein, an den wieder geöffneten grenzposten. vor der brücke bogen wir links auf die via rhenana ein, die sich als idyllischer fusspfad entlang des rheins entpuppte. der weg schickte uns zwar immer mal wieder die uferböschung hinauf, aber im wesentlichen liefen wir fast direkt am wasser und entlang zahlreicher grenzbefestigungen am und im rhein. es sind einige sehr kurzweilige kilometer bis nach rümlikon, die man sicher auch bei richtig heissem wetter gut gehen kann. unterwegs begegneten wir einer einzige weiteren wandererin.

bunker im rhein

in rümlikon verliessen wir das rheinufer und gelangten über einen fussgängersteg über die kantonsstrasse in den ort. hier ist die wegbeschreibung nicht genau, man muss nicht bis zum sbb-halt gehen, sondern schon zuvor die geleise unterqueren (wegweiser wislikofen). nach der unterführung hielten wir uns rechts, dann gleich wieder links und stiegen in etappen zwischen weiden und feldern zum ebnihof auf.

unterwegs legten wir die erste rast auf einem holzstapel ein. die strecke verläuft teilweise abseits der wanderwege, hier half auch wieder die topographische karte sehr. nach dem ebnihof, von dem man eine schöne aussicht auf die propstei wislikofen hat, hielten wir uns links und gelangten zu einem aussichtspunkt über dem hochrhein. weiter folgten wir dem weg, der sich um den "gweslig", ein naturschutzgebiet, schlängelt. der weg führte uns beinahe bis mellstorf hinunter und dann gleich wieder hinauf in richtung lorihof, immer mit blick auf siglistorf und weiter auf die lägern.

blick von der ebni, den rhein hinauf

am lorihof berieten wir die weitere strecke und lösten uns immer mehr vom wandervorschlag. anstatt wie vorgeschlagen auf der siglistorfer seite über den rütihof bis zur kantonsgrenze zu wandern, hielten wir uns weiter oben am waldrand und erreichten über eine waldhütte und wunderschöne wege die höhe des belchen. am waldrand, unweit des lorihofs, beobachteten wir zuvor noch eine füchsin mit mindestens drei jungen auf dem weg, die erst in den wald verschwand, als wir uns auf ungefähr 50 meter genähert hatten. hier legten wir dann auch eine weitere rast ein. im schatten auf der bank war es kalt, in der sonne auf der wiese ging es, hatte aber zecken.

zu böcklins zeiten hätte hier die bauernfamilie gerastet, samt knechten und mägden

vor dem abstieg nach waldhausen fanden wir eine weitere bank, hier gab es kaffee und dampfnudelreste, mit blick auf den weiler waldhausen, mit mehreren alten hofstellen. hier stand auch einmal eine burg - obwohl es bereits auf fünf uhr zuging, machten wir den kleinen umweg zur burgstelle (von der burg selbst ist nichts mehr zu sehen) und zu einer in reinstem historikerchinesisch verfassten gedenktafel. (mindenstens "schenkung" und "zelle" hätten einer übersetzung bedurft...)

was langweilige waldwege spannend macht: schmeissfliegen, aaskäfer und perlmutterfalter an toter maus. zwei oder drei aaskäfer gemeinsam können eine maus  transportieren.

weiter folgten wir dem wanderweg in richtung fisibach, der bergflanke entlang durch den wald. das ist sicher nicht der spektakulärste teil der wanderung, aber immerhin ging es bergab und irgendwann gelangten wir nach fisibach, das wir durchquerten und die letzten schritte zurück nach kaiserstuhl an der kantonsstrasse machten.


eine wunderschöne wanderung, die uns an völlig unbekannte orte geführt hat, nichts spektakuläres, quasi keine einkehrmöglichkeiten (und übrigens auch keine hofläden für unterwegsverpflegung), am samstag sehr ruhig und zum allergrössten teil auf nichtasphaltierten, meist sogar naturbelassenen wegen.
mein schrittzähler zeigte knapp 30.000 schritte und etwas mehr als 20 kilometer, für die genauigkeit würde ich aber meine hand nicht ins feuer legen.

bis wir zuhause waren, war es nach sieben. wir waren aber am morgen auch mit verzögerungen erst um 11 gestartet.

Kommentare:

  1. Ah, "von" Kaiserstuhl, nicht "vom"! :D Ich hatte gerade das Foto von Schloss Rötteln gesehen und dachte, hui, als bis da runter VOM Kaiserstuhl aus, da ist man schon eine Weile unterwegs!
    20 km sind aber auch stramm. Schöne Strecke!
    LG
    Centi

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  2. hier gibt es noch den klassiker der verwechslung "koblenz am rhein", da kann man auch gleich ein paar hundert kilometer daneben liegen. das eine per velo von uns aus am nachmittag gut zu erreichen, das andere eine einwöchige, sportlich ambitionierte tour. liebe grüsse!

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