Montag, 24. Februar 2020

23. februar 2020 - symbiotic seeing

das tagesprogramm war lange schon geplant, wegen reger reisetätigkeit meinerseits in den monaten februar und märz blieb uns nur dieser eine sonntag für einen entspannten besuch der ausstellung von olafur eliasson im kunsthaus in zürich. die ausstellung ist teilweise ganz speziell für das kunsthaus konzipiert, stellt aber auch einige neue werke des künstlers vor. 
am eingang erhielten wir die auskunft, dass fotografieren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht sei, der herr eliasson sei einer von den jungen, die das so wollen. naja, wir haben denselben geburtsjahrgang, nehmen wir das also mal so hin. und so kann ich sie einfach ein wenig durch die ausstellung führen:

 

 nach dem betreten des ersten abgedunkelten raums fiel uns zunächst diese sphäre aus verschiedenen glasschichten auf, die je nach betrachtungsstandpunkt andere teile des lichtspektrums von der lichtquelle in der mitte durchliessen. schön zum drumrumgehen, meine kamera konnte es nicht ganz abbilden, aber ein eindruck ist vorhanden.


 im gleichen raum eine weitere lichtspielerei mit spiegeln und linsen, die sich stetig veränderte. ob die umgebenden menschen einen unterschied ausmachten, konnten wir nicht feststellen - anders als auf den bildern meist zu sehen, war es doch recht voll in der ausstellungsräumen.

durch den nächsten raum, der einen ausblick ins freie durch eine grosse glaskugel bot, erreichten wir das kernstück der ausstellung, das speziell für zürich konzipiert wurde.


ein grosser, dunkler raum mit einer niedrigen decke aus einem netz. oberhalb des netzes wird kunstnebel erzeugt, aus verschiedene quellen und zu unterschiedlichen zeiten. trifft dieser nebel auf das netz lassen laser ihn leuchten und glitzern. der eindruck ist ein wenig der von einem gewitterhimmel, nur viel dynamischer und bunter. die kamera versagt farblich fast vollständig, sie müssen sich mehr gelb- und blautöne vorstellen. auch hier wurde nicht klar, ob die anwesenheit oder bewegung der menschen im raum irgendwelche auswirkungen auf das ausstossen des dampf hatte. 


 und noch einmal das spiel mit den glaskugeln, die licht ins innere eines verdunkelten raums lassen, aber auch den blick nach aussen ermöglichen, diesmal in einen hellen ausstellungsraum und die besucher darin, dafür vielfach.


der letzte raum mit objekten hätte auch gut ins museum tinguely gepasst:


 allerhand geometrische objekte (ein oloid!), teilweise sehr spielerisch wie der semipermeable spiegel mit verlauf, ein objekt mit drei sich drehenden glaskugeln, die teilweise in den primärfarben eingefärbt waren und andere kinetische objekte. einen teil kannten wir schon von herrn kükelhaus her, freuten uns aber über ein wiedersehen in so ganz anderem zusammenhang.


ganz zum schluss der ausstellung geht man dann durch einen langen gang, an dessen einer wand eine art ideensammlung aus den werkstätten des herrn eliasson gezeigt wird, alphabetisch nach themen sortiert, da kommen dann auch themen vor, für die er bekannt und berühmt ist, wie seine aktionen mit eis aus der arktis, und mit denen er auf klimaschutzziele aufmerksam macht.

insgesamt eine schöne ausstellung, spannende objekte, leicht, spielerisch, auch sehr sinnlich oder die sinne ansprechend. wären wir zufällig auf sie gestossen, ohne grossen namen, wären wir wahrscheinlich begeistert gewesen, so muss olafur eliasson sich leider (wie es halt mit vorausruhm immer so geht) an den grossen ankündigungen messen. ich schätze sein engagement für klimaschutz und nachhaltige energie, das eben auch sehr spielerisch und die sinne ansprechend ist.
aber in der ausstellung habe ich es eher nirgends wiedergefunden. "symbiotic seeing" ist der titel der schau, das sehen stand für mich da klar im vordergrund und es hat spass gemacht, die perspektive durch die objekte zu verändern. allein koexistenz und symbiose konnte ich weniger sehen oder spüren, und wie
Die Ausstellung [...] dazu ein[lädt] , nicht nur über den Klimawandel – als Folge menschlichen Handelns – nachzudenken, sondern die Position des Menschen als Teil eines grösseren Systems zu verstehen. (Ausstellungstext vom Kunsthaus Zürich)
 ist mir nicht erfahrbar geworden. spass hat es trotzdem gemacht, und vielleicht ist das ja auch ganz gut so.

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