Donnerstag, 19. März 2020

18. märz 2020 - so ausserordentlich auch wieder nicht.

mein erster tag mit "ausserordentlicher lage" war so ausserordentlich auch wieder nicht.

die aufstehzeiten haben kai, der im homeoffice arbeitet, und ich beibehalten. die tochter schläft etwas länger, so dass sie aber zur normalen schulanfangszeit mit ihrem plan starten kann. während dem frühstück spielen kai und ich unsere runde scrabble (auf dem app, manchmal kann sich so eine partie ganz schön hinziehen) und besprechen einen groben tagesablauf mit morgens arbeiten, brezelzmittag, spaziergang, nachmittags arbeit (für mich im garten).

ich redigiere und veröffentliche den blogpost über die letzten beiden tage, auf den haben offensichtlich schon eine menge menschen gewartet. danke für die reaktionen, auf die ausführlicheren werde ich auch noch antworten. dann stelle ich die schliessung der werkstatt auf der website und auf google-maps ein. alle kurse fallen sowieso aus, aber auch die offene werkstatt werde ich für unbestimmte zeit aussetzen. und weil ich die letzten beiden tage keine mails beantwortet habe, bleibe ich gleich am laptop sitzen. ich lege eine liste an, mit den dingen die erledigt werden müssen und können. parallel dazu reinige ich die sprudelflaschen, den wassersprudler und das wasserfiltergerät, das auch eine neue filterkartusche bekommt. zwischendurch schreibe ich mit den beiden söhnen und erkundige mich, wie es bei ihnen gerade so aussieht. einer davon macht gerade zum beispiel solche sachen. helfen sie doch auch mit, dass dieses filmchen zu einem erfolg wird!

ich arbeite bis mein der akku des laptops leer ist, dann bleibt noch ein bisschen zeit, den katarakt-op-schal abzuschliessen, draussen in der sonne auf der terrasse.

zum mittagessen gibt es tomate-mozzarella-salat, dazu die brezeln, die ich am vortag aus der alten heimat mitgebracht habe. wir essen ebenfalls draussen, kai hat schon am vormittag seinen arbeitsplatz auf den balkon verlegt.

nach dem essen machen wir unsere runde durch den wald und die felder. sportstunde und biologieunterricht für die tochter, wie wir scherzhaft feststellen. die will allerdings die strecke morgen lieber joggen, wir sind ihr zu langsam. im wald entdecken wir buschwindröschen, veilchen, scharbockskraut, huflattich. es ist sonnig und warm, so warm, dass wir im t-shirt unterwegs sind und die jacken und pullover die ganze zeit tragen. wir begegnen einigen anderen menschen, die wohl auch ein bisschen bewegung und ablenkung brauchen.


zuhause zurück gibt es kaffee und resttorte. die tochter und ich gehen in den garten, die tochter turnt ein bisschen, ich mache mich an den aufbau des gartensofas - und muss ein bisschen pfuschen, damit die lehne hält, aber immerhin haben wir einen platz gefunden. endlich ist der sitzplatz unter der pergola ein bisschen aufgeräumter. ein teil einer rückenlehne der sitzgruppe muss noch befestigt werden und später stellen kai und ich tisch und bänke schräg, das sieht dann gleich viel einladender aus. zwischendurch telefonieren die tochter und ich mit meiner mutter. obwohl es noch einiges im garten zu tun gäbe, kann ich mich nicht mehr recht aufraffen, morgen ist auch noch tag.

als es zu dämmern beginnt und während die tochter kocht, will ich eigentlich ein bisschen lesen, schreibe mir dann aber mit einer freundin aus dem glarnerland. der jährliche  besuch bei ihr ist dieses jahr ausgefallen, weil ich nicht an der gv der filzszene in chur war, aber da ich von jetzt ab im vorstand der filzszene mitarbeiten werde, werden die gelegenheiten nun häufiger sein. fraglich ist nur, wann die nächste vorstandssitzung stattfinden wird.

zum abendessen hat die tochter sehr leckeres krautstielrisottonach nach annemarie wildeisen gekocht. wir bitten sie, das rezept in die rezeptesammlung zu überführen. auch unsere verteilten kochdienste haben wir beibehalten, macht ja auch sinn, dass alle weiterhin hier etwas beitragen.

am abend sehen wir zuerst die deutsche tagesschau und anschliessend die rede der kanzlerin. gut, dass sie den menschen ins gewissen redet, vielleicht ein bisschen lang. hoffentlich schafft sie es, noch mehr menschen davon zu überzeugen, dass jeder einzelne jetzt sein verhalten ändern und seine eigenen bedürfnisse einmal hintanstellen muss. aufgefallen ist uns schon gestern, wie unterschiedlich in den beiden ländern schweiz und deutschland berichtet wird. in deutschland werden menschenschlangen gezeigt, die sich trotz der warnungen bilden, in der schweizer tagesschau sah man bilder von leeren einkaufsmeilen in zürich, basel und bern. die wirkung ist eine ganz einfache: sehe ich leere städte will ich nicht die einzige sein, die sich sozial inkorrekt verhält (noch gibt es ja keine ausgangssperre wie in frankreich), sehe ich hingegen wie andernorts die menschen sich noch vor dem eiscafé tummeln, denke ich mir, wenn die das können, dann darf ich das auch.

später zur ablenkung noch ein bisschen nonlineares fernsehen, dann relativ früh zu bett. die ganze situation macht müde - aber unsere sorgen halten sich momentan ja noch in grenzen.

gelesen: du bist ich
gesehen: sex education 2.staffel begonnen (ich fand die lange pilotsendung ein bisschen sehr klamaukig)





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