Dienstag, 9. Juni 2020

8. juni 2020 - zeit

heute wieder einmal den tagesablauf gedreht: morgens haushalt und nachmittags werkstatt. dem haushalt tut es gut, morgens geht mir die arbeit doch deutlich leichter von der hand. so wurde nicht nur die küche sauber, sondern auch die terrassentüre in der küche, und darin insbesondere das katzentürchen, das es echt nötig hatte.

vor dem mittag war ich dann noch schnell mit dem e-velo beim elektrogerätehändler, nachdem am gerade ein jahr alten rührgerät der schneebesen schon die zweite metallschlinge verloren hat (die erste ging in der ersten oder zweiten lockdown-woche kaputt), wollte ich das gerne mal reklamieren. alles superst gelöst: ersatzteil kommt ohne berechnung per post zu mir nach hause, den alten (noch funktionstüchtigen) schneebesen konnte ich wieder mit nach hause nehmen. merkwürdigkeit am rande: der händler hat neue öffnungszeiten von 9 bis 16 uhr die ganze woche über.

mittagessen aus resten, brot und belag, dann kurze pause am spinnrad, ich musste nämlich schon um 13.30 uhr in der werkstatt sein. dort hatte ich noch knappe zehn minuten zum vorbereiten, dann kam die besucherin.

heutiges ziel: ein bild aus filz auf weisser wolle. ich hatte schon ein bisschen vorsortiert welche materialien sich eignen würden, bei den farben (oder eher nichtfarben) mussten wir dann noch ein bisschen nachjustieren und dann entstand das:


das bild brauchte einige zeit zum entstehen - nicht der grobe entwurf, sondern feine justierungen. ich musste nach etwa eineinhalb stunden dann ein bisschen druck machen, weil ich eben auch weiss, dass der filzprozess ja noch einige zeit dauert. zumal bei einer solchen gestaltung ja auch nicht gleich brachiale gewalt anbracht ist, wenn alles an ort und stelle bleiben soll. tatsächlich dauerte es mit dem filzen dann sehr, sehr lange, weil die energie ja mit zunehmender dauer des stehens am filztisch auch nicht mehr wird. und ganz am schluss wurde mir die zeit knapp. angekündigt war nämlich nur eine art material- und techniktest und so war ich eher von 3 stunden als von 4,5 ausgegangen. am ende wäre es schön gewesen, noch geduldig die details beim walken auszuarbeiten, da hätte die technik ihre vorteile noch einmal ausspielen dürfen. schade, dass das jetzt nicht passiert ist.

zeitplanung in offenen unterrichtssituationen, das wäre mal eine überlegung wert. was ich hätte machen können, um das geschehen zu steuern:
- klare vorgabe bei der grösse machen (habe ich eigentlich mit der auswahl einer noppenfolie gemacht, allerdings wurde die fläche immer grösser, so dass wir die noppenfolie austauschen mussten. es wäre mir aber auch verfrüht vorgekommen, hier schon zu bremsen)
- zeitvorgabe bei der gestaltung (das mache ich in grösseren kursen, damit nicht alle komplett auseinander driften, bei einer person ist das normalerweise nicht notwendig. womit ich nicht gerechnet habe: komplette neugestaltung nach einer dreiviertelstunde arbeit an einem ersten bild. ich denke, da hätte ein fixer endpunkt mit genauer zeitangabe gut sein können. 
- klarer deutlich machen, wie lange der filzprozess in abhängigkeit von den verwendeten materialien dauern kann. (kann ich aber auch nie mit gewissheit sagen, vor allem wenn ich jemanden noch nicht so lange begleite)
- meine materialkenntnis lässt sich nicht per vortrag übertragen, es braucht mehr eigene erfahrungen! die besucherin hätte sich gewünscht, das bild mehr verschwinden zu lassen durch den filzprozess. das material war so gewählt, dass das nur in bescheidenem masse möglich war. das verschwinden der gestaltung wird aber nur in seltensten fällen gewünscht (überhaupt heute zum ersten mal), so dass ich das schon hätte mit einer anderen materialauswahl steuern können, aber: weiss mans?!


so hat am ende eine heute nicht vollständig begeisterte kundin die werkstatt verlassen - aber ich denke, mir hat der nachmittag noch mehr zu denken gegeben, für sie war es dann auch gut so, wie es wurde.

zuhause wartete ein kochdienst auf mich: es gab bohnensuppe aus eingefrorenem ernteanteil von letztem jahr (damit dürfte dann auch das letzte noch umgezogene gefriergut verbraucht sein). und die steuererklärung, die etwas erschwert wurde durch zwei konten/versicherungen, die noch nicht auf die neue adresse umgestellt waren (eines haben wir umgemeldet, das andere nicht). um kurz nach zehn gaben wir auf, zuerst einmal müssen wir die fehlenden dokumente einsammeln, dann kann es damit weitergehen, aber ein anfang ist gemacht.




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