Mittwoch, 6. Januar 2021

5. januar 2021 - wort des jahres 2021 und #wmdedgt 1/21

huch, was, schon das 10. mal "corona-edition" von #wmdedgt bei frau brüllen? naja, kein wunder, dass das auch allmählich alltag wird. 

wobei ich morgens schon ein wenig erstaunt war, wie weit sich die pandemie doch in meine träume hineingedrängelt hat, lassen sich mich kurz schildern, was ich nächtens so erlebt hatte: ich war mit der tochter in einem kino oder theater oder konzert, jedenfalls war es voll und laut und plötzlich wurde die vorstellung unterbrochen, von einer dame, die zum kino gehörte, und die von einer gruppe bodyguards begleitet wurde. sie stieg auf eine art mischpultinsel im zuschauerraum und erklärte, dass ein lockdown ab 15 uhr dafür sorge, dass die vorstellung unmittelbar abgebrochen werde. man könne aber noch eine stunde im kino oder veranstaltungsraum bleiben, und sei überdies vom veranstalter eingeladen. darauf wurde es ein bisschen tumultartig, die tochter und ich verliessen den saal. draussen gab es aber noch so eine art tankstellenshop und da mir eingefallen war, dass wir ja auch noch einkaufen mussten, haben wir uns dort feine sachen ausgesucht und sind nach einer kontrolle an der kasse (wir durften alles umsonst mitnehmen und hatten die zulässigen höchstmengen nicht überschritten) nach hause gegangen. das ganze in einer sehr entspannten stimmung, als ob wir es vorher schon gewusst hätten, dass es so kommen würde. 

die wirklichkeit war prosaischer (und vor allem mit viel weniger menschen):

aufstehen um halb sieben, spülmaschine ausräumen, frühstück, bloggen über den vortag und einen ungefähren plan für den tag entwerfen. kai verschwand ins arbeitszimmer für ein mammutmeeting, das den ganzen vormittag dauern sollte, ich traf noch kurz die tochter, die den wäschedienst für montag übernommen hatte und in den keller zum aufhängen der gewaschenen wäsche verschwand. 

in die werkstatt geradelt, dort die vorhandenen filzproben sortiert und mit hilfe der kartonreste aus den schachtelpackungen ein ordnungssystem etabliert. zähneknirschend habe ich dann die weihnachtsreste aufgeräumt, die ich am tag zuvor vergessen hatte. es reichte dann gerade noch die zeit, um die baskenmütze für kai, die ich ihm zu weihnachten geschenkt habe, ein weiteres mal auszulegen - die mütze ist nämlich ein bisschen zu klein, ich kann sie aber ganz gut anziehen und so sind wir überein gekommen, dass ich eine neue, mit grösserem kopfausschnitt mache und die andere selbst anziehe. wir gehen also entweder im partnerlook oder ich muss darauf schauen, dass das nicht passiert. 

ich radelte früh, also schon um halb zwölf, wieder nach hause, denn die mittagspause der tochter (berufsschule remote) war heute von halb zwölf bis halb eins angesetzt. der kühlschrank gab noch genug reste her, die tochter half beim tischdecken und gegen zwölf kam auch noch kai zum mittagessen dazu. der machte dann einen kleinen spaziergang, die tochter verschwand wieder im zimmer, ich bereitete kaffee vor und sammelte die sachen für den wocheneinkauf zusammen. nach kaffee mit kai machte ich mich dann zu fuss auf den weg zum einkaufen, das heute mal weitgehend unspektakulär verlief. nach lebensmitteln noch kurz zur apotheke, dann beim bäcker einen dreikönigswecken gekauft und auf der gemeindeverwaltung die neue grüngutmarke besorgt, die ich nach der rückkehr zu hause gleich auf die tonne geklebt habe. 

den nun schon etwas vorgerückten nachmittag nutzte ich zum weiterarbeiten an meinem "das jahr aufdröseln"-buch. eigentlich wäre das für die zeit zwischen den jahren vorgesehen gewesen, aber ich mache das in diesem jahr in vielen kleinen schritten. 

das wort für das kommende jahr ist gefunden: zufriedenheit. einerseits war das eines der ersten worte, die mich ansprachen, andererseits haderte ich einige zeit mit dieser wahl. es klang mir ein bisschen zu einfach, innerlich ausgeglichen zu sein und nicht mehr zu verlangen als man hat, oder mit den gegebenen Verhältnissen einverstanden zu sein und nichts auszusetzen zu haben. aber vielleicht wird das ja im kommenden jahr schon herausfordernd genug. ausserdem verbinde ich damit doch auch einen gewissen anspruch, vor allem für die arbeit, denn da möchte ich die ansprüche an qualtität und systematisches arbeiten ein bisschen hochschrauben, damit ich damit zufrieden sein kann. so herum kann man es nämlich auch drehen. also zufriedenheit. (und das wort selbst gleich eine kleine zufriedenheitsübung, haha.)

ich füllte noch ein paar seiten aus, auf denen ich mir gedanken machte, wie ein ideales jahr 2021 für mich aussehen soll und bemerkte dabei, dass ich nicht einfach alles nur auf mich zukommen lassen will und wir durchaus pläne für das kommende jahr haben. (vorher hatte ich nur ratlos auf den leeren kalender gestarrt) einer davon waren frühlingsferien in der schweiz bei einem sehr speziellen anbieter für ferienunterkünfte. ich packte also die gelegenheit beim schopf, suchte zwei in frage kommende domizile heraus und beschloss, später kai um seine meinung zu fragen. 

vorher baute ich aber noch das bügelbrett auf und versuchte meine mutter zu erreichen. die war aber gerade damit beschäftigt, ihren bruder zu verabschieden, der ihr für  ihr auto eine neue batterie besorgt hatte. also verschoben wir das gespräch auf später. dafür schaute sich kai meine vorschläge an und votierte ganz eindeutig für den zweiten, der uns in einen teil der schweiz führen wird, den wir noch nicht kennen. 

dann kam das gespräch mit meiner mutter doch noch zustande und ich bügelte mit telefonhörer am ohr zu ende. das ist ein bisschen doof, haben wir doch gerade ein headset gekauft, mit dem ich freisprechend telefonieren können sollte. leider schafft das festnetztelefon es aber nur in seltenen fällen sich mit meinem mobiltelefon zu verbinden, damit ich das gespräch auf dem headset führen kann. es verbindet sich überhaupt immer nur dann, wenn ich das headset nicht bereitgelegt habe und das mobiltelefon weit weg liegt. aber das headset ist sowieso tagsüber ein begehrtes gut, da man damit auch gut dem fernunterricht folgen oder in konferenzen arbeiten kann. von meiner mutter erfuhr ich dann auch von den geplanten verschärfungen der coronamassnahmen in deutschland. 

bis kais pizza zum abendessen fertig war, schaffte ich es noch, die ferienwohnung zu buchen und überweisungen zu erledigen, ausserdem mich zu einem filz-workshop anzumelden. ich bin ein bisschen aus meiner 2021-schockstarre erwacht. ich melde mich jetzt einfach mal fröhlich an, wenn es abgesagt wird, kann ich ja immer noch traurig sein. ausserdem habe ich gerade völlig unerwartet eine geldsegen bekommen, den ich irgendwie sinnvoll verprassen wollte. 

nach dem abendessen dann tagesschau deutschland: der lockdown wird verlängert bis ende januar, ausserdem gibt es eine art ausgangsbeschränkung für kreise, in denen die ansteckungsfälle besonders hoch sind (mehr als 200 pro 100.000 einwohner in den letzten sieben tagen). laut karte nach landkreisen vom tagesspiegel sollte das auf den landkreis, in dem meine mutter lebt, nicht zutreffen. für die schweiz war mal mit neuen ideen aus dem bundesrat für morgen gerechnet worden, aber da noch nichts geleakt wurde, gehe ich mal davon aus, dass das weiterhin vertag wird, so ala "luege mr doch no e woche witer". (wir dürften in unserem karton, pardon, kanton nach deutschen massstäben nicht mehr als 15 kilometer weg von zu hause ... wollen wir aber auch gerade nicht.) sie spüren es: ich bemühe mich, damit zufrieden zu sein, wie es läuft. 

für entspannung am abend sorgte wieder "inside number nine".

Dienstag, 5. Januar 2021

4. januar 2021 - restefest

 sägen und holzstapeln haben sich laut meines fitnessarmbands als idealer sport herausgestellt: während ich stundenlang berge hinaufkeuchen kann, ohne dass sich an dem ominösen angezeigten fitnesswert etwas tut, hat er sich seit sonntag (knappe zwei stunden brennholz für 2022/23 vorbereiten, sehr gemütlich und mit pausen) verdoppelt. und ich habe noch nicht einmal muskelkater. 

ab heute bei uns ansonsten lockdown wie im frühjahr: die berufsschule der tochter remote, die arbeit von kai ebenfalls, nur ich radle unverdrossen (oder eher halb erfroren, es ist ganz schön kalt) in meine werkstatt. dort treffe ich niemanden, nur das fenster im flur steht offen, aber auch die tür zum kleinkraftwerk, also muss da jemand durchgekommen sein, der oder die später wieder rein will. sonst niemand, keine, keiner da. 

in der werkstatt fülle ich die bestellten kisten mit sortierten arbeitsproben aus mehreren jahren und werfe dabei grosszügig weg. oder eben nicht weg, sondern in einen grossen eimer, aus den resten können noch gut karierte kugeln werden. am ende habe ich eine geliehene plastikbox leer, den grössten teil des rests versorgt und einen engel (oder nein, doch mehrere) entdeckt, den ich nicht mit der weihnachtsdeko aufgeräumt habe. also noch mal: kisten vom regal runter. das dann morgen. ich mache noch einen entwurf und einen kostenvoranschlag für einen jassteppich, dann radle ich nach hause. bergauf ist es auch nicht wärmer. 

zuhause zaubere ich aus resten ein von allen gelobtes mittagessen, war auch nicht so schwer, es gab ja reichlich kombinierbare resten, morgen wird es dann experimentell. nach dem essen versuche ich, mit kai spazieren zu gehen, auf dem weg in den wald werden wir von einem auto der forstverwaltung überholt (die mit dem vertrockneten weihnachtsbaum!) die direkt vor uns den weg absperren, den wir eigentlich gehen wollten. der andere weg würde einen grossen umweg nach sich ziehen, also kehren wir um und gehen einen anderen weg zurück. dann kaffee und organisatorisches aus dem ich zeitweise abdrifte und mir den garten anschaue, den wir eigentlich im frühjahr 2020 hätten besuchen wollen (ich habe den newsletter abonniert und werde jetzt regelmässig mit gartentipps aus england versorgt. daher weiss ich jetzt auch, dass wir an frostfreien tagen ruhig schon pflanzen einsetzen können, wenn sie erde an den wurzeln haben.) 

später küchenreinigung, da wird es dann schon fast wieder dunkel, macht nichts, der küchenboden ist eh gleich wieder dreckig. zum abendessen gibt es (schon wieder aus zeugs, das noch im kühlschrank herumlag, das aber wegen vorher nicht erfolgter bearbeitung offiziell noch kein rest ist) gelbe-beete-blätterteig-streifen. auch wieder lecker, aber eher ein snack als ein abendessen, macht aber nichts, wir hatten ja mittags schon was. 

am abend machen sich kai und ich auf die suche nach einer neuen serie, das i-land ist ja glücklicherweise aus gewesen, bevor es zu absurd wurde. fündig werden wir in einer öffentlich-rechtlichen mediathek unter der rubrik very british: inside number 9 ist so kompatibel zu unserem fernsehgeschmack, dass wir die drei ersten folgen anschauen.


Montag, 4. Januar 2021

2. und 3. januar 2021 - normal leer

 in kleinen schritten arbeite ich mich durch das arbeitsbuch "das jahr aufdröseln" und den füntägigen kurs "find your word" von susannah conway. zwei dinge irritieren mich: ich habe noch quasi keine termine im kalender und die, die drin stehen sind provisorisch. ein neuanfang ist kaum spürbar, der wechsel der jahreszahl erscheint mir willkürlicher denn je. 

dazu habe ich was schlaues bei anke gröner gefunden:

F. hatte gestern einen guten Gedanken: Er meinte, auch wenn alle sagen, 2021 ist erstmal wie 2020, die Grundsitation hat sich ja nicht geändert, hätte es für ihn doch einen psychologischen Effekt, eine neue Jahreszahl zu schreiben. 2020 war ein Jahr, in dem er konstant daran erinnert wurde, was gerade NICHT geht oder ging: [ ... hier folgt im original eine liste der dinge, die der urheber des gedankens in 2020 geplant und nicht gemacht hatte. fügen sie ein, was das bei ihnen war. bei uns: ferien in england, diverse konzerte für kai, einen richtigen schulausklang der obligatorischen schule für die tochter, segelfreizeit der tochter, eine hauseinweihungsparty im garten und so weiter und so weiter ] 2021 ist noch ein unbeschriebenes Blatt. Wir haben noch keine Termine, keinen gebuchten Urlaub, [ .... ] 2021 ist anders anstrengend als 2020 und vielleicht ein bisschen weniger, ich zitiere seine DM: „Die Leere fühlt sich nicht mehr wie ein Verlust an, sie ist halt einfach.“

am samstag waren wir wieder einmal auswärts wandern. eigentlich wollten wir zuerst einem wandervorschalg des heimatschutz im klettgau folgen, aber der routenplaner zeigte schnell, dass sich die anreise durch die geschlossenen grenzen auf eineinhalb stunden verlängert hätte, also planten wir um und wanderten anstattdessen im jonental. das kennen wir gut, den vorderen teil des tals haben wir schon öfter bewandert. 

vom parkplatz des vitaparcour in jonen folgt man dem wanderweg zuerst bis zur kapelle, unterwegs finden sich im eingeschnittenen flusstälchen bäume, die lustige dinge tun: 

 
aus der kapelle schien uns ein licht entgegen. kein gottesdienst (finden die überhaupt zur zeit irgendwo statt?), sondern nur ein beleuchteter weihnachtsbaum und der grosse leuchter im hauptraum strahlten hell. auch der marienaltar war beleuchtet, die kapelle sah ganz anders aus dadurch. 

 
wir folgten dem weg im talgrund. und zwar immer weiter, viel weiter als wir das bisher getan hatten. der kleine bach unterquert die a2 und kommt in zwillikon allmählich aus seinem tal heraus. bis dorthin folgten wir ihm und machten erst dann einen schwenk zurück in richtung jonen. 


unterwegs im wald (im offenen gelände windete es uns zu sehr) gab es einen kleinen halt für die mitgebrachten belegten brote und tee. hinsetzen wollten wir unsnicht, es war zu feucht und kalt. die sonne haben wir tatsächlich die ganzen winterferien lang nicht gesehen. (streckenlänge etwa 9 kilometer)

am sonntag haben wir den schon reichlich nadelnden weihnachtsbaum abgeräumt - obwohl wir mit eigenen augen sehen konnten, wie er am freitag vor dem vierten advent für uns im wald abgesägt wurde, ist das so ziemlich der am schlechtesten haltende weihnachtsbaum, den wir je hatten. kai tippt auf trockenstress über jahre, ich auf eine täuschung (der baum war doch da nicht angewachsen, das hat man uns doch nur weismachen wollen!) jedenfalls ist er jetzt abgebaut, die kugeln und der restliche weihnachtsschmuck sind wieder ordentlich verstaut. die weihnachtsdeko drumherum darf noch ein bisschen bleiben. und statt des baums haben wir die weihnachtspyramide aufgebaut, die meine mutter vor vielen jahren einer dame aus der ddr abgekauft hat - für 150 d-mark und zutaten für das christstollenbacken vor weihnachten. 
 
und weil wir nicht schon wieder durch die nassen wälder laufen wollten, gingen wir dann in den garten und stapelten das holz von unseren diversen rodungsaktionen so um, dass es trocknen und später  als brennholz dienen kann. damit ist nun die fläche unterhalb des schwimmbads frei - bis auf das kleine gerätehäuschen - und es steht einer neugestaltung nichts mehr im wege. in einer frostfreien periode werden wir dort eine clematis und weitere kletterpflanzen einsetzen und dann abwarten, was das mehr an sonne, das nach dem abnehmen der hecke auf eine erträgliche höhe (ich kann momentan nur schätzen: 2.5 meter ? 3 meter ?) wohl so bringen mag. 

abendessen: samstag - veganes sushi mit gebratenem tofu, sonntag - selbstgemachte burger (vegetarisch und mit fleisch) 

gesehen: miniserie the i-land, letzter tatort mit christian ulmen
gespielt: brändi-dog

Samstag, 2. Januar 2021

1. januar 2021 - aufdröseln

 der erste tag des neuen jahrs begann für kai früh - er fuhr die tochter zur arbeit. an feiertagen gibt es keinen öffentlichen nahverkehr zu ihrer arbeitsstätte, obwohl dieselbe buslinie auch zum spital führt. anschliessend haben wir dann aber doch noch ausgeschlafen und spät gefrühstückt, wie es sich für einen neujahrsmorgen gehört. wir fanden heraus, dass es ein neujahrskonzert der wiener philharmoniker geben würde, wie in jedem jahr, nur eben ohne publikum im saal. während wir der musik lauschten räumten wir den rest der deko ab, spülten die reste vom vorabend und beantworteten und sandten neujahrsgrüsse. 

 

anschliessend gingen wir vernünftigerweise ein bisschen raus - eine stunde durch das dorf, im wald ist es schlammig und wir hatten auch nicht so recht lust auf einen waldspaziergang. wir entdeckten einen offenen bücherschrank und kamen noch einmal an der neulich schon gesehenen tankstelle und dem veloladen vorbei, die beide ein wenig versteckt hinter der hauptstrasse liegen. 

zuhause gab es kaffee und gutsle - es wird eventuell allmählich zeit, wieder einmal etwas frisches zu backen. die tochter kam nach hause, heute fand sie es anstrengend in der arbeit. alle zogen sich ein bisschen zurück, ich nutzte die zeit, um mein "unravel your year ahead"- buch auszufüllen, wie schon die beiden jahre zuvor. in diesem jahr habe ich den jahresrückblick im blog zuerst geschrieben, jetzt kann ich mich mit dem arbeitsbuch noch mit einzelnen aspekten des vergangenen jahres auseinandersetzen. inzwischen bin ich schon dabei, mir ein wort für das kommende jahr zu suchen. 2020 war das "umherschweifen", 2019 "sammlung" und 2016 "zuhause".  ich bin schon sehr gespannt, was es in diesem jahr werden wird - ein bisschen möchte ich das umherschweifen eigentlich noch behalten, aber vielleicht braucht es auch etwas neues. ich überlasse mich derweilen mal dem prozess. 

zum abendessen bereitete ich honig-prosecco-fondue vor - endlich eine käsefonduevariante, die man ohne schlechtes gewissen auf den tisch bringen kann: anstatt nur brot dippt man gekochten brokkoli (bei uns eine mischung aus blumenkohl, brokkoli und romanesco) und apfelschnitze in die heisse käsemasse. nur bei der zubereitung wähle ich beim nächsten mal wieder die erprobte methode und gebe nicht als erstes senf und stärkemehl in den heissen caquelon. dann muss ich auch nicht mehrstündig klumpen aus der masse herausrühren... 

abendprogramm ein bisschen bayerisches kabarett, dann schweizer tagesschau und dann noch eineinhalb folgen unserer neuesten serie. 

gelesen: rendell, die bösartigkeit der raben

gesehen: maximilian schafroth live, the i-land

Freitag, 1. Januar 2021

29. bis 31. dezember 2020 - zwischen den jahren und jahresende

 ohne es geplant zu haben, habe ich mir zwischen den jahren eine pause im täglichen bloggen gegönnt. anstattdessen habe ich alle posts aus dem vergangenen jahr noch einmal durchgelesen und einen jahresrückblick zusammengestellt. und da war ja auch noch das letzte bild für den 12tel-blick, das ich vor jahresende einstellen wollte. 

und viel passiert ist in diesen letzten vier tagen des alten jahres auch nicht. nach wie vor gehen wir viel spazieren, zu einer richtigen wanderung ist das wetter doch zu schlecht. einmal war ich einkaufen, jetzt ist wieder genug essen im haus, um bis zum 4. januar durchzuhalten. jeder sohn war einmal bei uns, einer zum abendessen (und dann nochmal kurz zum wäschewaschen, weil die waschmaschine zuhause kaputt ist) der andere zu kaffee und stollen. einen ausflug haben wir gemacht, und sind mit dem auto nach basel gefahren, um einmal nicht in wald hinter dem haus zu spazieren, in dem wir gerade die letzten wege erkunden. 

nach basel zog uns der vorschlag des heimatschutz, der eine reihe von wanderbüchlein mit routen zu historischem herausgibt. wir haben uns für "freiräume am st. albanteich" entschieden. das auto liessen wir am parkplatz der grün 80, nahmen zuerst ein tram zum aeschenplatz und folgten der auf der karte verzeichneten strecke. zusätzlich zu den informationen im wanderbüchlein gibt es dort tafeln, die über den alten gewerbekanal, den dalbedyych, informieren. 


 

nach dem start am rhein geht es sich teilweise idyllisch, teilweise sehr städtisch, wie wir es gerne für stadtwanderungen mögen. man durchquert quartiere, die man sonst nicht gesehen hätte, kommt am stadion st. jakob vorbei und sollte eigentlich dann durch die meriangärten wieder zum ausgangspunkt zurückkehren können. die waren aber zu, da alle freizeiteinrichtungen in der schweiz zur zeit wegen pandemie geschlossen sind. darüber, dass hingegen das nahegelegene einkaufszentrum offen war (und zwar alle läden, nicht nur die lebensnotwendigen) darf man denken, was man mag. wir wählten anstatt der botanischen gärten dann den weg an den sportplätzen entlang und kamen so auch noch zur birs, aus der der st. albanteich bei münchenstein ausgeleitet wird. eine spannende stadtwanderung. 

den letzten tag des jahres haben wir wieder zuhause verbracht. die tochter hatte ausserplanmässig frei bekommen, so konnten wir zusammen frühstücken. dann machten wir ein bisschen ordnung und sauber, bevor kai und ich am frühen nachmittag mit rucksack zu einem nahegelegenen bauernhof aufbrachen, um dort zwiebeln und kartoffeln zu  besorgen. die hätte ich natürlich aus dem supermarkt mitbringen können, aber es ist auch schön, ein ziel für spaziergänge zu haben.



zuhause deckten wir für das silvestermenu den tisch besonders festlich, mit ein bisschen gold und glitzer. zum abendessen gab es schweinefilet, herzoginkartoffeln und rosenkohl. vage hatten wir einen film für  den silvesterabend geplant, "klaus" hat uns allen sehr gut gefallen und war die richtige art der unterhaltung für diesen abend. anschliessend gab es noch ein dessert, das ich als überraschung für die tochter vorbereitet hatte, s`mores in a jar. also keks, schokolade und marshmallows in einem glas im backofen überbacken - die tochter ist grosser marshmallow-fan und wir hatten es bei den letzten beiden lagerfeuern mit der familie vergessen, dass wir die ja auch mal übers feuer halten könnten...


dann war es auch schon zeit für den jahreswechsel, das wetter draussen grauslich, deshalb blieben wir am feuer sitzen und prosteten uns hier zu. möge das neue jahr besser als das alte werden! so richtig optimistisch blickt aber auch hier noch niemand auf die nächsten monate, allenfalls traut man dem neuen jahr zu, dass es steigerungsfähig ist und der sommer und der herbst richtig gut werden. die tochter ging dann bald zu bett, der dienst am neujahrstag blieb ihr erhalten, ist aber im ersten jahr der ausbildung noch spannend und neu.


Mittwoch, 30. Dezember 2020

12tel-blick im dezember

 

ein besonderer blick auf das haus hat mir noch gefehlt für das jahr: eine abendaufnahme, mit erleuchteten fenstern. schön wäre gewesen, hätte man auch noch den christbaum gesehen, der ist aber vom gewählten blickwinkel aus ein bisschen versteckt, weihnachtlich deshalb nur die beleuchtung des balkons. damit sind die 12 bilder für dieses jahr voll. 


das motiv für dieses jahr habe ich sehr gemocht - weil einerseits wirklich viel im garten passiert ist und ich durch die regelmässigen einträge daran erinnert wurde, auch die fortschritte im garten festzuhalten und weil es andererseits sehr gut zu diesem verrückten jahr passte, in dem wir wirklich, wirklich viel zuhause waren. nur knappe fünf monate nach dem umzug kam der erste lockdown, alle ferien verbrachten wir hier und nun, vierzehn monate nach unserem umzug, sind wir wieder ganz auf diese umgebung zurückgeworfen. 

alle bilder finden sie nochmal hier (was der 12tel-blick ist, dort):

 
als besonderen service habe ich auch noch einmal den 12tel-blick des vergangenen jahres aufgesucht, in dem ich die baustelle des neuen grossen thermalbades beobachtet habe:  
 


 zuletzt zeigte ich ihnen die baustelle im märz, auf den ersten blick hat sich auch gar nicht so viel verändert. man muss schon genau hinsehen: vorne grenzt nun eine betonmauer das areal zum fluss hin ab, zum teil sind hinter den gerüsten schon fenster montiert und die zufahrt zur baustelle ist verschwunden oder besser gesagt durch eine tiefgarageneinfahrt von hinten ersetzt worden. eröffnung im 2021 ist geplant - von baustellen habe ich zu wenig ahnung, um sagen zu können, ob das realistisch ist. 

nun muss ich mir wohl überlegen, wo mein 12tel-blick für 2021 liegen soll. gerne hätte ich ein bisschen mehr natur, die letzten drei jahre standen doch jeweils gebäude im vordergrund. gut achten werde ich wieder auf markierungen, die es mir ermöglichen, immer wieder den genau gleichen blickwinkel einzufangen... sicher werde ich demnächst auf einem spaziergang in der näheren umgebung fündig, denn eines sollte der blick auch sein: gut erreichbar, auch in falle eines strengen lockdowns. 

und ganz zum schluss möchte ich es nicht verpassen, eva zu danken, die nun auch schon seit etlichen jahren dem 12tel-blick eine heimat auf ihrem blog gibt, ich gehe gleich mal dort vorbei und schaue, wie die anderen ihr jahr abgeschlossen haben! kommen sie doch einfach mit.

jahresrückblick 2020

jahresrückblick oder kein jahresrückblick? ich stehe dem unternehmen etwas skeptisch gegenüber, habe ich doch das ganze monothematische jahr komplett durchgebloggt (angefangen mit dem täglichen bloggen habe ich tatsächlich schon im dezember 2019) und was soll es da noch zu sagen geben? andererseits schätze ich es sehr, das jahr noch einmal mit dem blog revue passieren zu lassen, also lassen sie uns beginnen... 

im januar werden ferien in england geplant, wir stehen vor dem opernhaus drei stunden schlange für den verkauf ausgemusterter kostüme, wir gehen essen und ins kino (was erst im verlauf des jahres zu etwas besonderem wird), die söhne kommen mit freundinnen zum gemütlichen abendessen, wir besuchen ein familienfest am bodensee und kai fliegt zu einem kongress nach hamburg. in der werkstatt finden einige kurse statt und ich lasse mich vom mittwochsmix von müllerin art zu einem sofakissen inspirieren. 

sofakissen, entwurf inspiriert von vera molnar

anfang februar zog der zweite sohn aus. die sportferien verbrachten wir zuhause und hatten dafür viel besuch. den ganzen monat war ich viel unterwegs: ins bündnerland, zu einem filzkurs in den schwäbischen wald, zu meiner mutter, zur filzbegegnung im kloster roggenburg. sturm und schnee begleiteten mich auf dem grossteil der fahrten und gaben einen vorgeschmack auf das ausgeliefertsein gegenüber den naturgewalten. das corona-virus taucht in meinen aufzeichnungen zum ersten mal am 5. februar auf, am monatsende gab es schon ein hygienekonzept in der unterkunft der filzbegegnung. und die freunde aus stuttgart, die uns übers wochenende besuchen kamen, sollten für lange zeit die letzten übernachtungsgäste sein. 

tasche, extra für die filzbegegnung angefertigt.

der märz dürfte der monat dieses jahres sein, an den wir uns alle am besten erinnern können. in der ersten monatshälfte dampft sich das sozialleben allmählich ein, dafür thematisiert fast jeder post eine facette der coronaberichterstattung. ich komme krank von der filzbegegnung zurück, ein weiterer grund, nicht an die generalversammlungen von filzszene und gemüsegenossenschaft zu gehen, die tatsächlich noch stattfinden. mitte des monats geht es dann ganz schnell: schule, läden, grenzen schliessen. ich befinde mich bei grenzschliessung noch auf der falschen seite derselben, kann aber ohne grosse probleme nach hause reisen. 
im lockdown berichte ich viel vom tagesablauf, der schule der tochter, vom garten und vom spazierengehen. aber auch von der nachrichtenlage, die uns teilweise ganz schön zusetzt. wir sagen die englandreise ab und kommen nicht recht dazu, darüber traurig zu sein.

hausaufgabe für die generalversammlung der filzszene: schablone war ein f (wie filzszene)

den kompletten april verbringen wir im lockdown. ein alltag im ausserordentlichen stellt sich ein, wird aber aus nicht pandemiebedingten gründen dann ganz schnell wieder über den haufen geworfen. die tochter und ich verbringen gemeinsam die frühlingsferien mit garten, kochen und backen, spielen und spazieren. zu mehr haben wir momentan keinen nerv. die söhne sehen wir zum ersten mal seit beginn des lockdowns am ostersonntag wieder und dann wieder häufiger, auch weil wir uns quasi immer draussen im garten treffen können. die werkstatt ruht, bis ich ende des monats einen hilferuf starte und eine ganze menge aufträge bekomme, die mir die laufenden kosten zu decken helfen. garten, immer wieder garten beschäftigen uns und zum ende des monats richten wir auch das bädle im garten her. 
 
das wird später einen wandbehang und ein geschenk für kai geben.

 der mai bringt lockerungen der corona-massnahmen. vor allem für die tochter, die wieder zur schule gehen kann. die werkstatt bleibt noch geschlossen und kai arbeitet nach wie vor vorwiegend im homeoffice. aber auch wir entfernen uns endlich wieder weiter von zuhause, für wanderungen am rhein, um baden herum, von langenthal nach st.urban und sogar für einen ausflug an den ballenberg, der auch wieder öffnen darf. im garten wird jetzt nicht nur viel gerarbeitet, sondern auch regelmässig geschwommen. 

auftragsarbeiten halten mich und die werkstatt über wasser

im juni sind auch wir bereit, wieder in ein einigermassen normales leben zurückzukehren. in der werkstatt finden nach 12 wochen wieder kurse statt, wenn auch zunächst nur für einzelne personen - dafür gleich reichlich und teilweise mit maske. der breitensport der tochter startet wieder, wir machen unsere ersten museumsbesuche im haus konstruktiv und im aargauer kunstmuseum und daran anschliessend sogar noch einen stadtbummel durch das städtchen. aus deutschland, wo mittlerweile beim einkaufen und im öffentlichen verkehr maskenpflicht herrscht, hole ich meine mutter für eine woche ferien zu uns. in der schweiz tut man sich indessen noch schwer mit den masken und bleibt lange bei der empfehlung. im juni wird an einem tag eine einstellige zahl an neuansteckungen gemeldet (9 fälle) - gegen ende des monats steigen die ansteckungszahlen aber schon wieder an. trotzdem gibt es eine kleine feier zum schulabschluss der tochter - im klassenverband und mit zwei gästen pro schüler*in. 
 
eigentlich nur ein probestück für einen auftrag gefällt mir die bestickte tasche später selbst sehr gut.

die ferien im juli wollten wir ohnehin zuhause verbringen, zwei wochen verbringen wir mit wandern, ausflügen nach bregenz, auf den wochenmarkt in waldshut und nach basel ins museum tinguely, aber auch mit grösseren gartenarbeiten und im freiluftkino - und natürlich ganz viel schwimmen im eigenen bädle. das hält uns bei steigenden temperaturen auch ganz schön auf trab. im garten feiern wir auch den geburtstag des grossen sohns, zusammen mit freunden. als kai wieder arbeiten muss, verbringen die tochter und ich noch ein paar tage bei der oma in deutschland, bevor wir zurück fahren sehen wir freunde in stuttgart. die coronafallzahlen steigen immer deutlicher, als einzige massnahme wird eine maskenpflicht im öv und für veranstaltungen eingeführt, parallel aber über lockerungen diskutiert. mein einziger weihnachtsmarkt wird abgesagt. 
 
viele kurse, dann ferien, also nichts gefilzt, aber neue fotos!

im august startet die tochter in ihre lehre als fachfrau gesundheit. der monat wird noch einmal ein richtiger sommermonat, mit viel hitze und freude am bädle. kai und ich beginnen eine tradition mit auswärtsfrühstücken am samstag - und begrüssen wieder mehr besucher im garten. wir bewirten freunde und familie vorwiegend unter der pergola, einige bleiben den ganzen tag bei uns im garten. mit einzelkursen in der werkstatt, dem sommerfest der gemüsegenossenschaft und der postkunstaktion fühlt sich das leben wieder weitgehend normal an, auch wenn corona uns weiterhin zur vorsicht anhält. 

ursprünglich kursvorbereitung - aber spass hat es auch gemacht!

im september kehrt kai wieder vorwiegend ins büro zurück, ich plane, bewerbe und veranstalte einige filzkurse. zu beginn des monats findet im oederlin-areal, wo meine werkstatt liegt, ein tag der offenen tür statt, der zu einem vollen erfolg wird. wir sehen eine vorstellung beim kurzfilmfestival fantoche, ich fahre mit dem zug nach chur zu einer vorstandssitzung der filzszene, wir haben noch einmal besuch von freunden, mit denen wir in luzern und baden ein sehr schönes wochenende verbringen. auch der vereinsausflug der filzszene findet bei schönstem wetter statt. 
am 20. schwimme ich zum letzten mal in unserem bädle, damit hat die schwimmsaison fast fünf monate gedauert! kai und ich eskalieren ein bisschen im möbelhaus: es gibt neue gartenmöbel und endlich eine lampe über den esstisch, die aber erst noch geliefert werden. gegen ende des monats betrachten wir die steigenden coronafallzahlen intensiv: wir wollen in der ersten herbstferienwoche die grosseltern besuchen und von dort weiter für ein paar tage nach oberschwaben reisen. die tage geniessen wir sehr und machen damit den september zu dem monat, an dem wir in diesem jahr am häufigsten ausser haus gegessen haben, dabei kann man das immer noch an zwei händen abzählen... 

eilauftrag für eine kundin!

die fallzahlen steigen und steigen im oktober - corona wird in den blogposts wieder das beherrschende thema. nach langem herumgeeiere spricht der bundesrat ein machtwort: maskenpflicht beim einkaufen und in öffentlich zugänglichen gebäuden. wir reduzieren weiterhin freiwillig unserer kontakte, die tochter verzichtet auf ihre geburtstagsparty und ich sage den geburtstagsbesuch bei meiner mutter ab, wie wir uns schon lange für teilnahme an einer hochzeit entschuldigt haben. auch mehren sich die absagen von kurstagen. bald entwickelt sich das pandemiegeschehen in der schweiz so, dass deutschland eine quarantänepflicht verhängt, so kann ich zwar noch zum einkaufen über die grenze, wollte ich aber familie und freunde in der alten heimat sehen, müsste ich für zwei wochen in quarantäne. logistisch bereiten wir uns auf vermehrtes homeoffice vor und kai zügelt seinen schreibtisch vom wohnzimmer in das ehemalige zimmer des mittleren sohns/gästezimmer, das damit offiziell zum arbeitszimmer wird. anders als im frühling ist ein ausweichen in den garten ja in den kommenden monaten kaum möglich... die werkstatt bleibt aber vorerst noch geöffnet, mit masken, ganz wenigen teilnehmerinnen und regelmässigem lüften hoffe ich das risiko einer ansteckung zu minimieren. 

toller teppich, bisher noch ohne richtig gutes foto.

an die anhaltend hohen neuansteckungszahlen haben wir uns im november bereits gewöhnt und richten uns auf unsere art damit ein: kai baut noch ein paar ferientage ab, meist wandern wir dann in einsamen gegenden herum. die kurstage laufen inzwischen anstands- und ausnahmslos mit masken ab. einen weihnachtsmarktstand baue ich auch auf: nicht für ein echtes publikum, sondern fürs fernsehen. meinen geburtstag feiern wir mit  den söhnen und ihren freundinnen im wald, an der grillstelle. die tochter hat mir eine schwarzwälder kirschtorte gebacken, die gibt es dann zum kaffee drinnen und zuhause. vieles verlagert sich nun ins internet: der vorstand der filzszene tagt online und auch die ausserordentliche mitgliederversammlung der gemüsegenossenschaft verfolge ich via zoom. da ist es nur folgerichtig, dass ich einen online-filzkurs buche, der mir viel freude macht. mit der technik für die postkunst im advent hingegen kämpfe ich zunächst, aber zusammen mit adventskranz und adventskalender werden auch die adventspostkarten pünktlich zum ersten advent fertig.
 
nur für mich gefilzt! karierte kugeln.

im dezember spielt der advent verkehrte welt: anstatt immer heller zu werden, gehen so langsam in den gaststätten und läden die lichter aus. für uns ändert sich wenig - sind wir doch schon lange wieder sehr wählerisch, wen wir treffen und wohin wir gehen. der nikolaus kommt coronakonform in den garten, dass wir weihnachten nicht nach deutschland fahren werden, war auch schon seit oktober mehr oder weniger absehbar. unsere weihnachtseinkäufe erledigen wir online oder sehr punktuell an ausgewählten orten. die post wird wichtiger denn je: pakete und weihnachtsgrüsse machen sich auf den weg und täglich treffen die karten der adventspostaktion ein. wir verbringen sehr ruhige weihnachtstage und werden auch den jahreswechsel zu dritt zu hause feiern. 

grosse kugel, durchmesser so ungefähr 40 zentimeter.

liebe leser*innen, ich danke ihnen ganz herzlich dafür, dass sie hier regelmässig oder ab und zu vorbeischauen, mir gelegentlich auch kommentare hinterlassen oder richtige post schicken! ich wünsche ihnen einen guten start in ein hoffentlich gutes 2021, bleiben sie gesund, bleiben sie geduldig, und vor allem: bleiben sie in der aktuellen situation zuhause. und hoffentlich meinem blog und  mir gewogen.

Dienstag, 29. Dezember 2020

28. dezember 2020 - zuhause

 schlechtes wetter (schneeregen und wind) und fehlende alternativen zu spaziergängen liessen uns heute zuhause bleiben. allerdings nur kai und mich, die tochter arbeitet. ich beschäftigte mich mehr oder weniger den ganzen tag über mit dem jahresrückblick für den blog, unterbrochen nur von einer kleinen buchbindearbeit und kaffeetrinken, beziehungsweise abendessenkochen. 

gelesen: ruth rendell, die bosheit der raben und alle blogeinträge von april bis juli 2020.

Montag, 28. Dezember 2020

25. bis 27. dezember 2020 - ruhige weihnachtstage

ruhige, sehr ruhige weihnachtstage haben wir verbracht. keine reise nach deutschland, kein besuch. die möglichkeiten ausserhalb des hauses auch sehr eingeschränkt, museen und schwimmbäder haben wie vieles andere geschlossen. so gehen wir im wesentlichen spazieren. 

 

am ersten weihnachtstag führte unser weg in die werkstatt - das weihnachtsgeschenk der tochter, eine grundausstattung zum kunstharzgiessen, musste durch die dortige feinwaage, gummihandschuhe und anderes zubehör ergänzt werden. den rückweg nahmen wir über einen uns bis dahin noch unbekannten weg, den wir schon lange mal erkunden wollten. zurück zuhause stand dem ausprobieren des giesssets nichts mehr im wege. 

am abend bereiteten wir die  putenoberkeule zu, die wir eigens für das festessen gekauft hatten - leider mit mässigem erfolg. das fleisch war auch nach mehr als der angegebenen kochzeit zäh und - von zahlreichen knorpeln durchzogen - sehr mühsam zu zerlegen. keine ahnung, ob das so sein muss, wir werden es auch kein zweites mal probieren. die sosse mit viel gemüse und pilzen, das risibisi dazu schmeckten glücklicherweise hervorragend. und es blieben reste. am abend sahen wir den film über ludwig van beethoven.

am zweiten weihnachtstag schien nach dem frühstück die sonne, also planten wir eine kleine sonnenwanderung. es gelang uns tatsächlich, ein noch unentdecktes fleckchen zu finden, das wir in einer knappen viertelstunde mit dem auto erreichen können. in villigen parkten wir bei der trotte, dann ging es um das gugele sonnenseitig herum und weiter den wanderweg entlang, bis dieser wieder auf die strasse nach mandach traf. hier gibt es einen wanderparkplatz, von dem viele familien in richtung rotberg starteten, wir hingegen wandten uns wieder richtung tal, in einer grossen schleife über eine zebufarm auf dem nassberghof, dann durch lichten kiefernwald direkt über dem psi ging es zurück nach villigen. unterwegs im wald sahen wir einen uhu - mussten aber zuerst herausfinden, was für ein grosser schwerer vogel das gewesen sein konnte. ganz nah fanden wir dann auch den grund, warum das eigentlich nachtaktive tier überhaupt unterwegs war: reste eines bussards wiesen auf eine unterbrochene mahlzeit hin. 

eine mehrere kilometer lange transportstrecke für kalkstein verbindet einen riesigen steinbruch mit dem zementwerk auf der anderen aareseite bei villigen.

den nachmittag verbrachten wir eher faul zuhause, ich habe begonnen, einen jahresrückblick für den blog zu schreiben, die anderen hörten musik und sahen fern, später gab es nudeln mit kürbis und salbeibutter, wesentlich leckerer als das "festmahl" am tag zuvor. am abend spielten wir mehrere runden "cant stop". 

obwohl das wetter für den sonntag ähnlich wie für den stefanstag angesagt war, wollte dann doch keine sonne herauskommen, dazu war es wieder richtig kalt und windig. wir wählten zum spazieren darum den nahe gelegenen wald uns taten gut daran, denn die einzige ausgesetzte strecke entlang eines feldes mussten wir das tempo anziehen, um nicht zu frieren. auch hier gelang es uns wieder, einen neuen weg zu finden - eine klammer, die die spaziergänge um die weihnachtszeit zusammenhält: neues entdecken, wo man schon oft war. 

haareis an einem stück holz - gerade gelernt: das naturphänomen braucht nicht nur eine ganz bestimmte witterung, sondern auch die anwesenheit eines pilzes im holz, näheres finden sie unter dem eingefügten link!
 

wir wollten aber auch bald wieder zuhause sein, denn für den nachmittag hatten wir zu einem virtuellen christbaumloben eingeladen. es fanden sich fünf haushalte mit christbaum, dazu hatten sich noch die beiden söhne gesellt, der eine aus dem campingbus. reihum stellten wir die christbäume vor und kämpften mit technischen problemen, so dass immer mal wieder bild oder ton an den entsscheidenden stellen ausfielen, hatten aber auch viel spass miteinander. vor allem daran, uns alle wieder einmal nach so langer zeit zu sehen. vielleicht war die gruppe für ein wirkliches gespräch ein wenig gross, aber wiederholungen mit weniger teilnehmern sind ja auch nicht ausgeschlossen. am ende stiessen wir noch mit sekt und anderen getränken an und wünschten (ein bisschen spät) frohe weihnachten! und verabschiedeten einander auf ungewisse zeit. 

zum abendessen bereiteten wir die reste vom ersten weihnachtstag zu: kai hatte das restliche fleisch von der keule zur sosse gegeben, und ich aus risottoresten arancini fritiert, dazu gab es salat. abendprogramm ein von der tochter vorgeschlagener film: gifted. schön weihnachtlich mit happy end. 

gelesen: ian mcewan, schwarze hunde

Freitag, 25. Dezember 2020

24. dezember 2020 - heiligabend

 

ganz pünktlich eingetroffen ist der schlussstein der adventspost von susanne. ich glaube, das ist die karte, die ich am meisten mag: farben, motiv, einfach alles passen. ich werde einen rahmen für sie besorgen.

auf der rückseite der karte dann noch ein einhorngedicht von hilde domin, ich bin verblüfft darüber, dass sie über ein einhorn schrieb - aber gleichzeitig gewiss, dass sie nicht die glitzernden regenbogeneinhörner aus den spielwarenläden meinte.


da ist sie nun, die ganze adventspost. zwei karten haben es noch nicht zu mir geschafft - den platz für sie hält die karte einer filz- und kreativfreundin frei, die sich vom glasscheibendruck hat inspirieren lassen. danke euch allen, heute wurden die karten im familienkreis bewundert und bestaunt.

ein wenig anders dürfte der heutige heiligabend in vielen familien ausgefallen sein, aber bei uns hat sich nun, nicht nur pandemiebedingt, sehr viel umgekrempelt. es ist unser erstes weihnachten mit nur noch einem einzigen kind im haushalt - und das musste heute auch arbeiten. ich stand wie immer mit ihr um halb sechs auf und hatte so noch viel zeit zum bloggen, zum verstäten der letzten fäden an der mütze und zum lemoncurdkochen. lemon curd ist bei uns so eine art lose familientradition und wird immer dann noch für die festtage zubereitet, wenn ich irgendwann zeit dafür finde. heute also am frühen morgen, noch vor dem frühstück. 

dann frühstück zu zweit mit frischen brötchen und gipfeli - anschliessend haben wir gemeinsam das haus gereinigt für die festtage. gegen elf waren wir mit allem fertig und konnten zu einem spaziergang in unsere alte gemeinde aufbrechen, wo wir die weihnachtspost und auch ein geschenk persönlich verteilten. begegnet sind wir kaum jemandem, das wetter war aber auch nach ein paar sonnenstrahlen und fast frühlingshafter wärme in windig und regnerisch gekippt und wir noch deutlich vor der zeit unterwegs, zu der familien die zeit bis zur bescherung überbrücken müssen und ihre kinder auch bei schlechtem wetter noch mal hinaus jagen. 

zuhause legten wir eine pause ein, um am späten nachmittag mit den vorbereitungen für den abend zu beginnen. als die tochter von der arbeit kam, stand der ungeschmückte baum im wohnzimmer und das abendessen war zum grössten teil vorbereitet. die söhne trafen nach und nach ein, begannen den baum zu dekorieren, wir tranken zwischendurch kaffee, assen die gutsle aus dem paket der grossmutter und den frisch angeschnittenen stollen, dekorierten den baum fertig und trödelten dabei wie immer endlos herum. 

spät gab es die gewünschten linsen mit spätzle zum abendessen, wer wollte, bekam rollschinkli dazu und einen wein aus der alten heimat. (linsen mit spätzle sind bei uns keine weihnachtstradition, eine solche gibt es eigentlich nicht, lange zeit gab es lasagne, die man gut vorbereiten konnte, aber auch schon aufwändigeres oder ganz einfaches, je nach lust und laune und alter der kinder und anzahl der gäste). 


 

die anzahl der gäste war nun heute wirklich gering - obwohl nach offizieller zählart ja auch die beiden nicht mehr bei uns wohnenden söhne gäste aus anderen haushalten waren. dementsprechend oft rissen wir sämtliche fenster und terrassentüren auf... die mutter, grossmutter, schwiegermutter war in diesem jahr nur per videochat bei uns zu besuch - aber so konnten wir immerhin gemeinsam geschenke auspacken! nach dem auspacken mit der oma ging es bei uns noch sehr, sehr lange weiter. und ja, es waren auch wieder viele geschenke, aber traditionell wird halt auch jedes der geschenke in der runde ausführlich gewürdigt. dabei macht irgendwer den anfang und gibt ein geschenk, das der beschenkte in ruhe auspacken, vermutungen äussern und sich darüber freuen oder wundern kann. dann ist er selbst dran mit dem geben eines zweiten geschenks... bis am ende der platz unter dem weihnachtsbaum leer ist. in früheren jahren machte oft der hektische aufbruch zu einem weihnachtsgottesdienst in der nacht dem auspacken ein ende, heute sassen wir bis weit nach mitternacht und freuten uns über die freude der beschenkten. 

gelesen: ian mcewan, schwarze hunde

Donnerstag, 24. Dezember 2020

23. dezember 2020 - später hell

den mach ich später auf!

eine ganz winterliche karte von agnes - zwielicht und schneegriesel unter kahlen bäumen. das kommt sicher auch noch in diesem winter! danke.
 

mehr advent wird nicht mehr.  aber morgens war es nun schon einige tage noch dunkel, wenn ich mich mit dem velo auf den weg in die werkstatt gemacht habe. (so ganz habe ich den mechanismus noch nicht verstanden: jetzt nach der wintersonnwende verschiebt sich sowohl der sonnenauf- als auch der sonnenuntergang nach hinten, der tag wird also noch nicht länger, sondern findet nur später statt. falls unter ihnen jemand ist, die mir das erklären kann, ich wäre glücklich!) den beobachtbaren sonnenstand sichtbar machen, das hat katia in einem fotoexperiment gemacht, ich finde das total beeindruckend!

in der werkstatt machte ich dinge fertig und sauber. woher nur dieser drang kommt, zum ende des jahres alles wohlsortiert zu hinterlassen? meine innere hobbypsychologin sagt mir, dass ich versuche wenigstens in meinem teil der welt ordnung zu schaffen, wenn schon draussen das chaos tobt. (grossbritannien wäre da momentan nur die spitze des eisbergs - ob wir wohl die geplanten englandferien im herbst 21 wirklich machen werden?) 

zuhause wartete reichlich post auf mich: der 14., 18. und 19. dezember ist endlich angekommen! (die karten habe ich bei den jeweiligen daten nachgetragen) nach dem essen gehen wir eine runde, eine kleine diesmal nur. anschliessend wieder gartenarbeit. es gibt nach der hecke wieder im mittleren beet zu tun, dort hat es immer noch genügend wurzeln, die entfernt werden müssen und über den sommer haben sich hartnäckige zaunwicken  breit gemacht, wo man sie am schlechtesten entfernen kann. 

drinnen dann ein bisschen zeit am laptop verbracht, aber auch die mütze fertiggestrickt und sogar damit begonnen, die vielen fäden zu vernähen. später holte ich noch den speck von unserem achtel schwein ab, die speckstücke sehen ganz wunderbar aus! 

zum abendessen hatte kai wirsingrisotto zubereitet, anschliessend rührte die tochter das weihnachtsdessert an und ging dann zu bett, so dass kai und ich die geschenke für die kinder einpacken konnten. alles andere ist ja schon verschickt, beziehungsweise fällt in diesem jahr aus. ich vermisse es, an den letzten tagen vor weihnachten den menschen auf der strasse frohe festtage zu wünschen. einfach weil wir ja am neuen ort fast nie jemanden treffen, den wir kennen. dafür scheint in unserem quartier eine herde leuchtender rentiere eingefallen zu sein, in fast jedem garten steht eines, allerdings nur bei den häusern nördlich der strasse. 

gelesen: schwarze hunde

gesehen: the crown (wieder eine diana-folge) 

gehört: adventskalender-podcast, lage der nation

Mittwoch, 23. Dezember 2020

22. dezember 2020 - post aus zwei briefkästen

 noch einmal werkstatt, noch einmal aufräumen. ich kam gut voran, habe wirklich alles aus der filzausbildung durchgesehen, die bücher neu geordnet, den rechnungsordner aufgeräumt und mich wieder von vielen sachen getrennt. für das, was bleiben darf, habe ich gleich morgens noch neue schachteln bestellt, denn es macht ja wenig sinn, die sachen zuerst zu sortieren und nachher wieder am stück in eine schachtel zu werfen. die neuen schachteln werden zwar erst irgendwann zwischen weihnachten und neujahr eintreffen, aber vielleicht finde ich ja gleich noch zeit, sie einzuräumen. gefreut habe ich mich über post im werkstatt-briefkasten: die neuen bewohner des alten hauses haben mir post gebracht, die noch nicht an die neue adresse kam. und die aktuarin der filzszene hat mir ein heft der felt matters (der englischsprachigen filzzeitschrift der felt makers association) geschickt. gleich ein bisschen darin gestöbert und eine anregung für ein etui gefunden... 

auch zuhause wartete weihnachtspost von verschiedenen absendern, während die adventspost komplett ins stocken geraten ist. nach dem mittagessen gingen wir zuerst eine runde spazieren und liessen uns vom wind durchblasen, dann verschwand kai wieder an den schreibtisch und ich blieb im garten. irgendwann begann es sacht zu nieseln, aber da es recht warm war, störte es mich nicht. rund um die hecke gibt es immer noch einiges zu tun, zuvorderst den platz aufzuräumen und reste  zu zerschneiden: schon wieder ist eine weitere tonne fast voll. aber die himbeeren stehen im kommenden sommer nun wirklich in der sonne. es gibt noch pflanzen in der erde - nun überlege ich, ob die wohl noch einmal so richtig austreiben werden, oder ob ich im frühjahr neue setzen soll. 

drinnen trank ich erst mal eine tasse tee und telefonierte ausführlich mit meiner mutter - das doch ziemlich aussergewöhnliche weihnachtsfest rückt näher und neben der klärung von fragen um die auslieferung von geschenken muss man sich gegenseitig ein bisschen mut machen für die kommenden tage. ich strickte noch an der mütze, dann war es auch schon zeit, das abendessen zu kochen und während der shepherds pie im backofen garte, schrieb ich die allerletzten weihnachtskarten, die wir morgen oder am heiligen abend persönlich ausliefern werden. 

gehört: weihnachtsplaylist, adventskalenderpodcast von novemberregen und herzbruch, ein bisschen echo der zeit. 

gesehen: the crown

gelesen: allende, geisterhaus

Dienstag, 22. Dezember 2020

21. dezember 2020 - skihüttenfeeling

so ganz regulär fühlt sich diese arbeitswoche schon nicht mehr an. ich konnte in der werkstatt noch einen letzten auftrag abgeben und dafür gleich zwei neue fassen. einer davon ist spannend. ich werde mich mit jasskarten auseinandersetzen müssen. was ich bis jetzt weiss: schellen, rosen, schilten, eicheln sind die farben des schweizer blattes, um das es gehen soll. 

den restlichen vormittag nutzte ich für gründliches grossreinemachen. fertig ist bisher nur der nassbereich, beim bücherregal habe ich die kisten aus der ausbildung heruntergenommen, die ich unbesehen beim umzug dort abgestellt habe - hier besteht dringender sortierbedarf. hat aber den vorteil, dass ich so wieder neue reste zum füllen von weiteren kugeln bekomme. 

zum mittag nach hause, wo uns die tochter die reste vom mittagessen weggeschnappt hatte. 

mit der am wochenende erstellten liste brach ich zum grosseinkauf auf - gefühlt haben wir damit lebensmittel bis zum ende der pandemie, aber da selbst von offizieller seite mittlerweile verlautete, das virus sei uns immer einen schritt voraus, weiss ich jetzt auch nicht so genau. bis zum nächsten sonntag sollte es aber schon reichen. eine einzige kleine besorgung steht noch aus, aber dort erwarte ich keine schlangen, eher kühe, schafe und schweine. 

zuhause erst mal tee, dann noch küche saubermachen, bis ich von der tochter vertrieben wurde, die mit dem kochen anfangen wollte. es gab älplermagronen, ganz original mit selbtgekochtem apfelmus dazu. integration, assimilation, skihüttenfeeling oder was auch immer. 

gelesen: allende, geisterhaus

gesehen: the crown

gehört: adventskalenderpodcast von novemberregen und herzbruch, pandemia über impfkampagnen, lage der nation über tagespolitik.

Montag, 21. Dezember 2020

19. und 20. dezember 2020 - auf und ab

 die adventspost für den 19. und 20. kam am 22. beziehungsweise 23. hier an, aber seht selbst: 

auch susanne hat uns ein paar resten von blumen vom winterspaziergang mitgebracht.

von uta der dazu passende vogel, der sich sicher über die übrig gebliebenen samenstände freut.


wir hatten ein schönes und ruhiges wochenende - andererseits änderte sich hier wieder gerade die nachrichtenlage in sachen corona jeden halben tag. 

am samstag und sonntag haben wir jeweils ausgeschlafen - grosse pläne, oder solche, die an eine bestimmte zeit gebunden wären, haben wir schon seit ein paar wochen nicht mehr. nachdem wir gerade erst die nachricht von der schliessung der gaststätten und läden in unserem kanton so richtig mitbekommen hatten, kam noch eine gute nachricht: die schweizerischen zulassungsbehörde hat den ersten impfstoff geprüft und zugelassen. betont wurde, dass das die weltweit erste zulassung in einem regulären verfahren ist, alle anderen waren notfallzulassungen. ja, kompetitiv, das kann man hier. 

wir gingen nach dem frühstück raus in den garten und machten der restlichen hecke den garaus. jetzt ist das thuja-ungetüm mehr oder weniger besiegt, zwei weitere tonnen sind voll geworden und das jahresziel sozusagen erreicht. leider ging nicht mehr alles geschnittene in die tonnen, also werde ich in der kommenden woche irgendwann noch den rest beseitigen und überhaupt den freigeschnittenen platz aufräumen müssen. dann mache ich auch noch ein foto. 

ich hatte schon früh am morgen einen mohnstollen vorbereitet, den aber über den gartenarbeiten zu backen vergessen. das hatte ihm aber nicht geschadet, er buk während wir zuerst die garage aufräumten und dann duschten. der grosse sohn meldete sich mit einer anfrage nach bauholz und wir luden ihn nebst freundin gleich zum stollenessen ein. anschliessend nahm er auch noch einen grossen schwung holz aus der garage mit, reste vom hochbett, das er und sein bruder in der hohen altbauwohnung in stuttgart bewohnt haben. 

irgendwann gab es noch einen gemütlichen teil des tages, dann kochen (schweinsgulasch mit böhmischem knödel und salat), kaminfeuer, erstellen einer einkaufsliste für die weihnachtswoche bis einschliesslich dem dritten weihnachtsfeiertag, dann den "grinch" als weihnachtsfilm. aber entweder war ich schon sehr, sehr müde oder der film halt doch nicht so spannend, ausserdem konnte ich nicht stricken, weil ich mich am finger geschnitten  hatte und ein pflaster am daumen trug, so dass ich teilweise eingedöst bin. spät am abend erste hinweise auf eine neue, ansteckendere virusvariante in südafrika.

***


da wir am samstag alles auf der liste (ausser weihnachtskarten schreiben) erledigt hatten, konnten wir am sontag nach dem frühstück zu einem spaziergang aufbrechen. wir fuhren mit dem auto ausnahmsweise eine kurze strecke bis zur holzbrücke in baden und starteten dort auf dem kulturweg entlang der limmat. dabei hielten wir uns südlich des flusses bis zum grossen ewz-kraftwerk am stausee in wettingen. dort überquerten wir den fluss und gingen, die flusschlaufen abkürzend wieder zurück nach baden. unterwegs viel wandkunst: 






 zurück zuhause gab es den zweiten teil des mohnstollens und danach diverse telefonate. fürs telefonieren gibt es jetzt hier ein headset, das mit dem mobiltelefon verbunden, auch telefonate übers festnetz ermöglichen sollte, es aber in einem ersten praxistest noch nicht getan hat. nächster versuch: hinaustelefonieren kann ich, beim angerufenwerden müssen wir noch optimieren. ausserdem wurden die weihnachtskarten, die noch mit der post transportiert werden sollen, fertig. 

zum abendessen fritierte sich kai durch die diversen im kühlschrank herumliegenden wurzeln und knollen aus der gemüsegenossenschaft, mit leider weitgehend unbefriedigendem ergebnis: die wässrigen yacons eignen sich nicht für diese zubereitungsart, von den süsskartoffeln hatten wir zu wenig, um den geschmack zu beurteilen, am besten schmecken immer noch pommes aus kartoffeln und zwiebelringe in bierteig. an sich nichts neues. ich wäre ohnehin dafür, anstatt immer neuer versuche mit superfood bei dem zu bleiben, was halt so wächst in unseren breiten. 

später tatort, dann neue nachrichten von der virusvariante, die nun auch in grossbritannien aufgetaucht ist. die schweiz stellt -wie viele andere europäische länder - den flugverkehr  mit dem grossbritannien ein. zeit, sich einen überblick über die lage zu verschaffen. 

gelesen: allende, geisterhaus

gesehen: grinch, tatort.

Samstag, 19. Dezember 2020

18. dezember 2020 - ende gelände

 am 23.dezember ist die adventspost für diesen tag angekommen, die briefträger haben es auch nicht leicht zur zeit.

ich war zuerst ein bisschen irritiert, dass auf der karte extrapost stand, konnte aber feststellen, dass inges karte zum18.gehört. danke für deine eindrücke vom winterspaziergang.

der freitag startete mit dem üblichen vormittagsprogramm, der reinigung des haushalts (übrigens zum letzten mal vor heiligabend) und ging dann sehr unüblich weiter. 

nachdem ich ja die werkstatt nur noch zum abholen von bestellungen aufsperre, konnte ich den nachmittag anderweitig verplanen. zuerst musste ich allerdings doch kurz in die werkstatt, weil mir jemand überzählige filzbücher vorbeibringen wollte. eines kannte ich noch nicht, den rest werde ich an interessierte verteilen können. danach hatte ich einen termin, um die herstellung einer winterjacke für mich zu besprechen. alles noch sehr vage, das ziel ist, die jacke im kommenden winter anziehen zu können. jetzt erstmal: schnitt finden und anpassen, stoff aussuchen, futterstoff aussuchen, dann kann es weitergehen. die knöpfe werde ich selber suchen gehen, da haben wir uns darauf geeinigt, dass das besser funktioniert. 

danach musste ich mich beeilen, hatte ich doch mit kai abgemacht, um drei uhr zum christbaumkaufen in den wald zu fahren. in der gemeinde, in der wir nun das zweite weihnachten zuhause sind, gibt es einen baumverkauf am forsthaus. da waren wir auch schon im letzten jahr, in diesem jahr wird der verkauf an zwei terminen durchgeführt, um den besucherstrom zu entzerrren. was wir noch nicht wussten: man kann nicht nur die bäume bekommen, die rechts und links der waldstrasse schon geschlagen auf käufer warten, sondern auch selbst in einer kleinen plantage aussuchen. wir suchten also, fanden und dann kam so schnell ein forstarbeiter mit der kettensäge, dass ich ganz vergass, das mobiltelefon zum fotografieren zu zücken. wir haben also heuer einen absolut frisch geschlagenen baum für unser wohnzimmer. und ausserdem noch einen sack holz für das cheminee. 

zurück zuhause entschied ich mich für arbeiten statt auf dem sofa faulenzen und konnte die kursplanung für märz bis mai kommenden jahres abschliessen. eigentlich tue ich mich immer sehr schwer mit der planung, momentan geht es mir immer leichter von der hand. vielleicht liegt es daran, dass sowieso nichts so kommt, wie geplant? jedenfalls gibt es ein paar geplante tageskurse, unter anderem taschen, bücher und tetraedervögel sind im frühling wieder im angebot. aber vorerst prangt auf der homepage jetzt wieder der hinweis, dass die werkstatt geschlossen ist. 

da ich gerade so schön im erledigungsmodus war, nähte ich noch von hand reissverschlüsse in filzetuis, die schon lange herumlagen - vielleicht war es aber auch nur die weihnachtskartenschreibprokrastination, die mich so fleissig sein liess. 

zum abendessen bereitete kai spaghetti carbonara zu, danach wollte die tochter in ruhe gelassen werden, kai und ich spielten zweieinhalb runden laska, die ich alle verloren habe und anschliessend war es zeit für heuteshow und böhmermann. als ich um mitternacht ins bett ging, stellte ich fest, dass der aargau, wo wir wohnen, die schweizweite schliessung der gaststätten ab dienstag  auf den montag vorzieht und zusätzlich alle läden, die nicht dem täglichen bedarf dienen, schliesst. letzter geschenkeeinkaufstag also morgen, samstag. noch ein grund mehr, auf keinen fall in die stadt zu gehen, wenn wir das überhaupt in erwägung gezogen hätten. 

gelesen: allende, geisterhaus

gesehen: siehe oben

Freitag, 18. Dezember 2020

17. dezember 2020 - so besser? oder so besser?

 

adventspost nr. 17 - dramatisch geht es beim winterspaziergang von karin zu. (ups, es ist von stille die rede, da hab ich wohl was anderes gesehen. - mittlerweile habe ich andere karten aus der selben serie auf insta gesehen und kann mich des eindrucks nicht erwehren, dass ich eher ausschuss bekommen habe.*) 

weil ich für den nachmittag zwei termine in der werkstatt hatte, hatte ich mir den vormittag zum weihnachtskartenschreiben reserviert. das hat dann auch - bis auf ein kurzes gespräch zur vereinbarung eines kurstermins im märz - auch ganz prima geklappt. 

dabei bin ich, wegen der sehr unterschiedlichen karten, diesmal ziemlich schlau vorgegangen. ich habe nämlich zuerst eine liste mit empfängern von karten aufgestellt und dann die karten auf diese verteilt, wusste ich doch bereits, dass nicht jede karte zu allen empfängern passen würde. ein bisschen ärgere ich mich, dass ich nicht von jeder unserer weihnachtskarteneditionen eine behalten habe, aber ich denke, sie sind alle im blog irgendwo zu sehen. geschrieben habe ich vor allem den ersten stapel der karten - alle, die nach deutschland müssen, sind gestern nachmittag schon im briefkasten gelandet. 

zu mittag hatte ich genug vom sitzen und schreiben und kochte uns eine sellerie-kokos-suppe, unter anderem auch, weil nichts mehr sonst im haus war. 

am nachmittag in der werkstatt arbeitete ich am allerletzten vorweihnächtlichen auftrag, ein affe bekam den letzten schliff und wurde abgeholt und meine an eine schulklasse ausgeliehenen materialien kamen zurück. ich wurde beschenkt, mit selbstgemachten basler leckerli und luxemburgerli und irgendwie läuft jetzt alles darauf hinaus, dass ich in den verbleibenden drei tagen bis heilig abend die werkstatt noch mal so richtig aufräumen kann. 

wer noch nie einem tier augen verpassen musste, kann nicht ermessen, wie schwierig das sein kann! mehr oder weniger abstand, ein bisschen höher oder tiefer gesetzt, dunkle, helle oder besser doch augen aus glas können den ausdruck des gesichts vollständig verändern. da hilft nur probieren, anschauen, probieren und sich so langsam an die gewünschte wirkung herantasten. 

am abend hatte kai noch eine besprechung, also habe ich das kochen übernommen. es gab polenta mit einem randenragout. ich war nicht wirklich überzeugt, alles sehr mild-fruchtig vom geschmack her, ich hätte mir weniger zahme randen gewünscht. 

gelesen: allende, geisterhaus

gesehen: the crown

* ich werde wohl nicht darum herumkommen, doch noch etwas zum thema adventspost und meiner wahrnehmung zu schreiben. auch wenn ich mich sofort schuldig fühle, wenn ich nicht immer von jedem produkt zu 100 % begeistert bin.