Dienstag, 14. Juli 2020

13. juli 2020 - vom glaubenbielenpass nach flühli

nach einem unserer ersten ausflüge in diesem frühjahr, dem ins freilichtmuseum am ballenberg, waren wir ja mit dem auto über den glaubenbielenpass vom sarner see ins entlebuch gefahren und hatten dabei herausgefunden, dass es eine lange wanderung vom parkplatz glaubenbielen hinunter nach flühli gibt.

die hinterste ecke des entlebuch, sörenberg, kennen wir eigentlich überwiegend vom skifahren, hier haben wir noch vor und dann auch oft mit den kindern auf einladung meiner eltern ein oder zwei wochen skiferien zugebracht. es sind schöne erinnerungen daran, wie die kinder hier die skischule besuchten, während kai und ich mit meinem vater ski fuhren. so blieb sörenberg lange auch die destination für einen tag im schnee, als wir dann schon im aargau wohnten.

nun also sörenberg im sommer. wobei wir sörenberg heute nur mit dem bus einmal kurz durchfahren haben. aber die anreise mit dem auto brauchte keinerlei navigation, die strecke kennen wir einfach gut. das auto liessen wir in flühli hüttlenen, wo es einen gebührenpflichtigen parkplatz ganz nah bei der bushaltestelle gibt.
das gut besetzte postauto brachte uns via sörenberg und rothornbahn auf den glaubenbielenpass, wo mit uns nur 4 weitere personen ausstiegen. vom parkplatz aus geht es zunächst in nördlicher richtung zum sattelpass. der weg führt teilweise durch lichten wald, dann wieder über alpwiesen immer entlang der bergflanke von rotspitz und haldimattstock.


hier gab es unterwegs an mehreren stellen türkenbundlilien zu bewundern.


ich mag ja diese zerfallenden schindelungen, aber warum kümmert sich eigentlich niemand drum, dass der benutzte stall nicht völlig kaputt geht?


hier kommt schon allmählich der sattelpass in sicht - und weiter rechts der durchgang, den wir nachher benutzten. das wetter war mit sonne, ein paar wolken und wind sehr angenehm zum wandern.


die wanderzeit verlängerte sich gelegentlich durch eine runde "stehen mit kühen", denn die damen wollten partout lieber auf dem weg als auf der wiese herumlungern. am ende gaben sie den weg dann aber doch frei.


malerische heustöcke gibt es hier noch. sieht ein bisschen nach freilichtmuseum aus, ist es aber nicht.



wildrosen in freier wildbahn.


und noch einmal heustöcke und ein bauer beim mähen - ein bisschen grafik-design mitten in der landschaft.
kurz vor zwölf passierten wir den sattelpass, ein drittel der strecke lag etwa hinter uns und wir gönnten uns süssen und sauren most in einer kleinen alpwirtschaft mit wunderschönem ausblick auf die hinter uns liegende strecke (ohne foto).
danach folgte noch mal ein anstieg von eineinhalb kilometern, wir stiegen weiter als im wandervorschlag angegeben bis zum trogeneck auf, weil wir mittlerweile hörten, dass im hochtal geschossen wurde und der untere weg, den der wandervorschlag angibt, bei schiessbetrieb gesperrt ist. so dauerte es gefühlt eine ewigkeit des bergaufwanders in der sonne bis wir ans seewenseeli kamen. unterwegs hätten wir gerne mal gerastet, aber fehlende gelegenheit und auch ein bisschen die unklare situation der militärischen übungen liessen uns weiterlaufen. kurz vor dem seeli setzten wir uns kurz auf eine mauer und assen wenigstens mal ein brot und ein bisschen obst.


das militär, das sich von nahem als rekrutenschule entpuppte, lagerte an einer kleinen kapelle oberhalb des sees, noch ein bisschen den hang hinauf wurde geschossen, aber alle wege waren gut begehbar. die auskunft hatten wir schon unterhalb vom trogeneck von einem posten bekommen, aber so ein militärgewehr aus relativer nähe oder auch von ferne in den bergen macht schon ganz schön lärm und ist einem gemütlichen wandern eher abträglich.


beim abstieg wurde es dann aber rasch wieder ruhiger, wir ruhten uns noch eine weile auf einer wiese aus, aber eine moorlandschaft ist zum herumliegen auf wiesen eher nicht geeignet: wo es flach ist, ist es nass, wo es trocken ist, ist es abschüssig. der blick zurück (foto oben) zeigte uns, wie weit wir schon gewandert waren (nach dem sattelpass immer oben auf dem berg entlang bis zum zweiten einschnitt), der berg der hinten vor schaut ist die miesenegg.

eine grosse strecke ging es auf einem langweiligen geschotterten fahrweg bergab, immer wieder sahen wir kleines oder purpurknabenkraut am wegrand.


nach gut zwei dritteln wegstrecke erreichten wir die alpwirtschaft stäldeli, die sich leider als ausflugsrestaurant entpuppte. wir brauchten zwar dringend eine rast, die terrasse mit aussicht auf den grossen parkplatz lockte uns aber nicht, und so setzten wir uns auf die rampe eines schuppens und tranken den mitgebrachten kaffee und assen spitzbuben dazu.

danach ging es dann auf den heftigen teil des abstiegs. wir hätten zwar auch den weiteren und vermutlich weniger steilen abstieg nehmen können, aber da wären wir dann nicht an dieser hängebrücke vorbeigekommen.


von der brücke hat man einen guten blick ins chessiloch, eine klamm mit zwei wasserfällen - für den abstecher dorthin fehlte uns nach fast zwanzig kilometern aber dann doch die energie.


so kehrten wir via strasse vollends zurück zum parkplatz, den wir nach neun stunden wanderzeit kurz nach sechs uhr erreichten.
eine lange wanderung durch schöne moor- und berglandschaften. unterwegs gibt es eher wenig möglichkeiten gemütlich zu rasten. bis zum sattelpass gab es zwei rastplätze, die aber beide belegt waren. danach gibt es nur noch an der kapelle zwei bänke und unterwegs eine. am chessiloch hat es eine feuerstelle mit rastplatz, die dürfte tagsüber in den ferien aber auch eher frequentiert sein.
sinnvoll ist es, sich vor dem beginn der wanderung über schiessbetrieb in flühli und am schiessplatz glaubenberg zu informieren.

gelesen: heute vor allem immer wieder die wanderkarte.

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